Die Schlinge zieht sich zu!

Update:

Zahlreiche Botschaften aus NATO-Staaten haben sich bereits aus Kabul zurück gezogen oder sind gerade dabei.

Ismail Khan, genannt der Löwe von Herat, ist mittlerweile ein Bündnis mit den Taliban eingegangen. Er brach nach Kabul auf, wo er Präsident Ghani, „Ashraf der Allmächtige“, wie er genannt wird – nur im Gegensatz zu dem 75 Jahre alten Ismail Khan, der aus Respekt Löwe genannt wird, ist die Anspielung an „Allah the almighty and merciful“, hmm, aus dem Mund von Moslems Ausdruck der denkbar tiefsten Verachtung – die Bedingungen einer Kapitulation überreicht.

3000 Mariens sind derzeit am Einfliegen nach Kabul, gerüchteweise kommen noch 4000 weitere, was Ghani mutig gemacht hat; er hielt am Mittag des 14. August 2021 eine kurze Ansprache, in der er die Errungenschaften lobte, die Amerika den Afghanen brachte und Stein und Bein schwor, bis zum letzten Soldaten, der ihm verbleibt, zu kämpfen.

Zugleich stimmen alle Berichte überein, dass der Belagerungsgürtel um Kabul weiträumig, aber dicht geschlossen ist.

Die Reaktionen auf Präsident Einsteins Ansprache haben nicht lange auf sich warten lassen.

„Hund sans scho, die Taliban,“ könnte man das österreichisch-mundartlich formulieren. Vor 6 Wochen noch Gejagte, von denen zahlreiche zwar ein Gewehr, aber noch nicht einmal Schuhe hatten, heute Weltgeschichte-schreibende!

Im Westen herrscht immer noch Verwirrung und denial. Eine UN-Funktionärin schlug allen Ernstes vor, eine aus UN-Funktionären gebildete Körperschaft als Übergangsregierung in Kabul einzusetzen, die für Ordnung sorgen könnte.

Die westlichen Medien braucht man gar nicht mehr zu lesen, also die offiziellen, die werden für absehbare Zeit nur noch Gräuel-Propaganda betreiben mit Fokus auf die armen kleinen Mädilein, die jetzt doch keine deutschen Schulen bekommen.

Aber! Bezüglich der frage, die ich schon oft hier aufgeworfen habe, nämlich wie das mit dem Iran weiter gehen wird, was im Gegensatz zu ob Konzernen über einem Laschet, Scholz oder einer Baerbock als Kanzler*in die Politik in Deutschland bestimmen, tatsächlich eine Schicksalsfrage ist: wie geht es weiter zwischen Taliban und Iran???!

Und just heute, am 14. August, ist zu diesem Thema ein sehr brauchbarer Artikel erschienen!

Nämlich stammt er aus der Feder von M. K. Bhadrakumar, der ein indischer Berufsdiplomat ist, welcher sein Land in der UdSSR, Pakistan, Iran, Afghanistan und der Türkei vertreten hat, also allen in dieser Frage wichtigen Staaten außer China, und der weltweit bestens vernetzt ist.

Eine bessere Quelle werden wir nirgendwo finden, denn einerseits hat er Zugang zu massenweise Interna, andererseits ist er als indischer Profidiplomat optimal gebildeter Außenstehender, darum übersetze ich seinen – für die einen, wie mich, beruhigenden, für andere American-Horror-Story-S015-21-Gefühle auslösenden, NATO-Creeps und Heiko Maas etwa – Beitrag zum Thema!


Iran verständigt sich mit den Taliban

Der Iran und die Taliban schlagen ein neues Kapitel in ihrer unrühmlichen Geschichte auf. Aber kann die afghanische Milizengruppe, die einst von der wahhabitischen Ideologie durchdrungen war, mit Hilfe ihrer Nachbarn als Realisten regieren? Teheran ist vorsichtig optimistisch.

Ein beeindruckendes Beispiel regionaler Diplomatie zeigte sich am Freitag, als das iranische Außenministerium die Taliban aufforderte, „ernsthaft darauf zu achten, dass die Sicherheit der Diplomaten und der diplomatischen Einrichtungen“ in der westafghanischen Stadt Herat, die sich den Aufständischen ergeben hat, gewährleistet ist.

Er markiert einen ergreifenden Moment im Diskurs zwischen Iran und den Taliban. Am 8. August jährte sich zum 23. Mal der Angriff auf das iranische Konsulat in Mazar-i-Sharif, nachdem die Taliban die Stadt gestürmt hatten. Bei dem anschließenden Blutbad wurden 11 iranische Diplomaten und ein Vertreter der iranischen Nachrichtenagentur (IRNA) verschleppt, ohne je wieder aufgefunden zu werden. Der Iran zog Truppen an der Grenze zusammen und drohte mit Vergeltung.

Am Vorabend des Jahrestages gab das iranische Außenministerium diese Woche eine Erklärung heraus, in der es an diese Tragödie als „einen der bittersten Tage“ in der diplomatischen Geschichte Irans erinnerte. In der Erklärung wurden die Taliban jedoch nicht für die Geschehnisse von 1998 schuldhaft verantwortlich gemacht.

Stattdessen wurden die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervorgehoben, die „beiden Seiten keine andere Wahl lassen, als konstruktive Ansätze zu verfolgen, mit dem Blick auf die Wahrung der Interessen beider Länder“.

Die Erklärung signalisierte, dass der Iran keine Rachegedanken hege, obwohl Teheran „das Andenken an die Märtyrer dieses Vorfalls ehrt und einmal mehr den ausgeführten Terrorakt aufs Schärfste verurteilt … (und) auch gelobt, die Angelegenheit als ausdrückliche Forderung der iranischen Regierung und der Nation zu verfolgen, bis die verborgenen Aspekte des Vorfalls ans Licht kommen“. Die Erklärung warf einen Blick in die Zukunft und bekundete Unterstützung für „jede Lösung, die zur Beendigung“ des Afghanistan-Konflikts beiträgt.

Im Klartext: Teheran hegt keinen Groll gegen die Taliban für das, was vor 23 Jahren in Mazar-i-Sharif geschah. Heute erwartet man von den Taliban, dass sie die Sicherheit seines Konsulats in Herat gewährleisten.

Zufall oder nicht, am 9. August meldete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass ein hochrangiger Anführer der iranfeindlichen Terrororganisation Jaish al-Adl, bekannt unter dem Namen Amir Naroui, von den Taliban an einem unbekannten Ort in Afghanistan getötet wurde.

Die Einzelheiten sind unklar, aber offenbar hatte sich Amir Naroui im Zusammenhang mit einigen Jaish al-Adl-Aktivisten, die sich in deren Gewahrsam befanden, zu den Taliban begeben. Jaish al-Adl (Armee der Gerechtigkeit) tritt offen für die Unabhängigkeit der Provinzen Sistan und Belutschistan im Südosten Irans ein und war für mehrere Anschläge auf Zivilisten und Militärangehörige verantwortlich, darunter auch auf Angehörige des Elitekorps Islamische Revolutionsgarden.

Sie ist ein Ableger der ebenfalls in Afghanistan ansässigen Jundullah (Soldaten Allahs), die der Iran als US-saudischen Stellvertreter betrachtet. In dem fesselnden Buch Spies Against Armageddon (2012), das von Yossi Melman und Dan Raviv, zwei angesehenen israelischen und amerikanischen Journalisten, gemeinsam verfasst wurde, wird detailliert beschrieben, wie der israelische Geheimdienst Mossad, anstatt Söldner anzuheuern, relativ sicher in den Iran ein- und ausreisen konnte und ständig sichere Unterkünfte im Iran unterhielt, während israelische Agenten mit Hilfe der Jundullah unter Verwendung der Pässe anderer Länder reisten.

Es genügt zu sagen, dass die Enthauptung eines Spitzenführers von Jaish al-Adl durch die Taliban ein wichtiges Signal an Teheran ist, dass es die Sicherheitsbedenken des Irans ernst nimmt und nicht zulassen wird, dass Terrorgruppen mit Verbindungen zu Irans Gegnern von afghanischem Boden aus operieren. Natürlich wissen wir nicht, ob die Beseitigung von Amir Naroui eine koordinierte Operation war.

Interessanterweise sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Saeed Khatibzadeh, am selben Tag, an dem die Ermordung von Amir Naroui gemeldet wurde, auf einer Pressekonferenz in Teheran: „Es gab gelegentliche Entwicklungen an unseren Grenzen, aber die Grenzen sind in dieser Zeit dank der Bemühungen der Grenzschutzbeamten und der mutigen Streitkräfte ruhig geblieben. Wir haben versucht, die Botschaft (an die Taliban) zu übermitteln, dass die Grenzen des Iran ruhig bleiben müssen.“

Nach der Legitimität der Taliban befragt, fügte Khatibzadeh hinzu: „Die Taliban sind Teil der Zukunft Afghanistans. Wir haben gesagt, dass wir uns verpflichtet haben, diese Verhandlungen zu ermöglichen, und die Stimmen aller sollten gehört werden“.

Die „Demarche“ des Außenministeriums gegenüber den Taliban in Bezug auf die iranischen Diplomaten in Herat verdeutlicht das Vertrauen, das in den letzten Jahren in den Diskursen zwischen Iran und den Taliban kontinuierlich gereift ist. Teheran teilt eindeutig nicht die apokalyptischen Vorhersagen über einen Bürgerkrieg in Afghanistan. Teheran ist davon überzeugt, dass es mit den Taliban zusammenarbeiten kann.

In dieser Hinsicht befindet sich der Iran in guter Gesellschaft mit Russland, Usbekistan, China und Pakistan. Der Iran und China haben ein zusätzliches Einflusspotential, da sie ihre Beziehungen sowohl zur afghanischen Regierung als auch zu den Taliban aufrechterhalten haben.

Der Iran hatte ein turbulentes Verhältnis zu den Taliban, als diese in den 1990er Jahren als eine radikal antischiitische, iranfeindliche Gruppe mit wahhabitischen Tendenzen auftraten, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert wurde und Unterstützung von den US-Ölgesellschaften erhielt. Auch die Taliban wussten sehr wohl, dass der Iran bei der Konsolidierung der Nordallianz in den späten 1990er Jahren eine führende Rolle spielte. Beide haben in den letzten Jahren nachhaltige Anstrengungen unternommen, um diese Altlasten zu beseitigen und ein gegenseitiges Verständnis zu erreichen.

Der Iran hat seine Karten klug ausgespielt. Und glückliche Umstände haben sicherlich geholfen. So sind die Taliban aus dem saudischen Schatten getreten und haben sich offen gegen Riad gestellt. Ebenso hielten die Taliban an ihrer Forderung fest, dass alle ausländischen Truppen aus Afghanistan abziehen müssen. Die schönsten Pläne der Amerikaner, eine unbefristete Militärpräsenz in Afghanistan aufrechtzuerhalten, sind fehlgeschlagen. Summa summarum haben die USA und Saudi-Arabien die Fähigkeit verloren, Afghanistan als Sprungbrett zur Schwächung und Destabilisierung des Iran zu nutzen.

Andererseits sind die Taliban auf das Wohlwollen des Iran angewiesen und der Iran ist in der Lage, beim Wiederaufbau Afghanistans eine helfende Hand zu reichen. Indirekt gewinnt der Iran auch von der zu erwartenden Vertiefung des chinesischen Einflusses in Afghanistan in der nächsten Zukunft.

Das Wichtigste ist, dass der Iran keine Interessenkonflikte mehr mit Pakistan hat. Jeder verfolgt seine eigenen Interessen, und sie sind keine Rivalen mehr, die um Macht in Afghanistan konkurrieren. Beide sind sich darüber im Klaren, dass sie es im Vergleich zu den 1990er Jahren mit Taliban zu tun haben, die erwachsen geworden sind und mehr Erfahrung in der Handhabung unterschiedlicher Beziehungen haben.


Das klingt soweit optimal (nur das mit dem Köpfe abhacken sollten die Leute dort unten mal überdenken! Da finden sich sicher auch ein bisschen weniger brachiale Möglichkeiten.)

Genau so kann es nämlich klappen: wenn jetzt alle einen Schlussstrich unter das Vergangene ziehen und mit kühlem Kopf den Neuanfang starten!

Fortsetzung: Afghanistan wie Pepe Escobar es sieht

Da ich nicht vor Ort bin und auch nur interpretieren kann, was ich lese, mache ich mit Übersetzen einer Quelle weiter, die mir als einsichtsvoll und vertrauenswürdig bekannt ist, im Gegensatz zu nahezu allem, was ich an deutschen Publikationen lesen kann, die fast ausnahmslos alle, von links außen bis sonst wo, auf die eine oder andere Art, die Neiderlage der NATO bejammern.

Zu viele Deutsche haben einen ganz üblen Charakterzug, der darin besteht: egal, was sie gerade für eine Ideologie im eigenen Land praktizieren, sie halten sich für den Zenit der Menschheitsentwicklung, dem nun die ganze Welt nachzueifern habe. Sind sie Faschisten, hat die gesamte Welt dem deutschen Faschismus zu huldigen, entdecken die Deutschen den Demokratismus, muss die gesamte Welt deutsch-demokrateln.

Und so fraget man traurig: „Was hat der Krieg in Afghanistan gebracht?“

Man ist sich scheinbar einig, die NATO sei dort in guter Absicht Krieg spielen.

Falls das sich noch nicht nach Deutschland herumgesprochen hat: ein Krieg wird geführt, um ein Land oder eine Region unter seine Herrschaft zu zwingen. Nichts anderes wird bezweckt. Man gibt keine 1000 Milliarden Dollar aus und führt 20 Jahre Krieg um Mädchenschulen zu bauen! Solchen Bockmist erzählt man geistig unterbelichteten! Der Krieg hätte also einzig und alleine bringen können, dass Afghanistan Besatzungszone der NATO wird. Das wurde es nicht. End of Story.

Das irgendwie anders zu diskutieren ist völlig müßig!

Niemanden geht es etwas an, wie Menschen 7000 Kilometer von der eigenen Haustüre entfernt, ihr Leben organisieren und nach welchen Gesichtspunkten! Wie man sagt: „Kümmere dich um deinen eigenen Kram!“

In Europa erzeugt der Siegeszug der Taliban geradezu komödiantische Exegesen.

Der Außenminister des UK will als replacement der Amis einmarschieren, ihm wurde abgeraten.

1842 war das Königreich mit 16 000 Mann von Indien aus nach Afghanistan einmarschiert. Kein einziger von ihnen kehrte zurück.

Vor ein paar Jahren (ich hab den Zeitpunkt nur noch vage in Erinnerung) versuchten die Briten einen Teil Afghanistans zu besetzen. Sie glaubten an einen raschen, verlustfreien Sieg. Nachdem dann die Taliban über 500 von ihnen geschlachtet hatten, mussten die Amis den Rest evakuieren, damit die nicht auch noch getötet werden.

Sagen wir, britische Ambitionen in Afghanistan waren bisher wenig von Erfolg gekrönt. Entsprechend haben sie für die Idee, die Amis in Afghanistan zu beerben, keine Freunde gefunden.

Keine?

Oh, natürlich, die Bellizisten des deutschen Bundestages unter Führung Röttgens würden mitmachen und haben das zur Sprache gebracht. Röttgen ist, gelinde gesagt, geisteskrank. Bei ihrem derzeitigen Siegeszug schicken die Taliban die Köpfe von Bundeswehrsoldaten per Post in Müllcontainern nach Berlin zurück!

Was der außenpolitische Sprecher der Linken Herr RA Dr .Gysi mit seinem Spruch zum Thema meint, verstehe ich leider inhaltlich nicht.

Erstens, warum sollten die Russen, die, da sie nicht mehr die UdSSR sind, von den Taliban nicht als Feinde betrachtet werden, sich mit den Amis zusammen tun, die von den Taliban als Auswürfe Satans und oberste Feinde gesehen werden? Zweitens, was soll ein nicht-militärischer Kampf der Ghani-Regierung, die so korrupt ist, dass die ganze eingeweihte Welt über sie lacht, gegen die Taliban sein? Irgend jemand muss dem Herrn Rechtsanwalt Dr. Gysi erklären, dass die Shanghai Cooperation Organisation mit der Befriedung Afghanistans befasst ist, was nicht von heute auf morgen geht, aber die die einzige hierfür legitime Kraft in der Region ist, da sie aus den Ländern der Region besteht. Deutschland, ich sagte es oben schon, ist kein Land der Region und hat darum gar nichts zu melden!

Ist aber auch völlig egal, es hat auf die Realität in Afghanistan exakt Null Einfluss, was man in Teutonistan zum Thema meint.


Alle Wege führen in die Schlacht um Kabul

(AdÜ: der Titel klingt deutsch so ein bisserl ungelenk, muss aber so übersetzt werden, da das Original „All roads lead to the Battle for Kabul“ eine Anspielung auf das Sprichwort: „Alle Wege führen nach Rom“ ist.)

Eine Stadt nach der anderen fielen von der Regierung ab unter die Kontrolle der Taliban, doch Afghanistans Endspiel ist noch offen

Die immer schwer fassbaren Verhandlungen über den afghanischen „Friedensprozess“ kommen diesen Mittwoch in Doha mit der erweiterten Troika – den USA, Russland, China und Pakistan – wieder in Gang. Der Kontrast zu den tatsächlichen Fakten vor Ort könnte nicht schroffer sein.

In einem koordinierten Blitzkrieg haben die Taliban in nur vier Tagen nicht weniger als sechs afghanische Provinzhauptstädte unterworfen. Die Zentralverwaltung in Kabul wird es schwer haben, ihre eigene Standfestigkeit in Doha zu verteidigen.

Es kommt noch schlimmer. Unheilvollerweise hat der afghanische Präsident Ashraf Ghani den Doha-Prozess so gut wie begraben. Er setzt bereits auf einen Bürgerkrieg – von der Bewaffnung der Zivilbevölkerung in den wichtigsten Städten bis hin zur weit reichenden Bestechung regionaler Warlords, in der Absicht, eine „Koalition der Willigen“ zur Bekämpfung der Taliban aufzubauen.

Die Einnahme von Zaranj, der Hauptstadt der Provinz Nimruz, war ein entscheidender Erfolg der Taliban. Zaranj ist das Tor für Indiens Zugang zu Afghanistan und weiter nach Zentralasien über den Internationalen Nord-Süd-Verkehrskorridor (INSTC).

Indien bezahlte den Bau der Autobahn, die den Hafen von Chabahar im Iran – den wichtigsten Knotenpunkt der gescheiterten indischen Version der Neuen Seidenstraße – mit Zaranj verbindet.

Auf dem Spiel steht ein wichtiger iranisch-afghanischer Grenzübergang und gleichzeitig ein Verkehrskorridor zwischen Südwest- und Zentralasien. Allerdings kontrollieren jetzt die Taliban den Handel auf der afghanischen Seite. Und Teheran hat gerade eben erst die iranische Seite geschlossen. Niemand weiß, wie es weitergeht.

Die Taliban setzen akribisch einen strategischen Masterplan um. Es gibt noch keine eindeutigen Beweise, aber hoch qualifizierte Hilfe von außen – pakistanische ISI-Informationen? – ist plausibel.

Zunächst erobern sie die ländlichen Gebiete – was in mindestens 85 % des Territoriums praktisch schon abgeschlossen ist. Dann kontrollieren sie die wichtigsten Grenzkontrollpunkte, wie zu Tadschikistan, Turkmenistan, Iran und Spin Boldak mit Belutschistan in Pakistan. Abschließend geht es darum, die Hauptstädte der Provinzen systematisch einzukreisen und einzunehmen – und genau da sind wir jetzt.

Der letzte Akt wird die Schlacht um Kabul sein. Dies könnte bereits im September geschehen, als verdrehte „Feier“ zum 20. Jahrestag von 9/11 und der amerikanischen Bombardierung von Talibanistan 1996-2001.

Dieser strategische Blitzkrieg

Was sich im Norden abspielt, ist sogar noch staunenswerter als im Südwesten.

Die Taliban haben Sheberghan, ein stark usbekisch geprägtes Gebiet, erobert und keine Zeit verloren, Bilder von Kämpfern in gestohlenen Gewändern zu verbreiten, die vor dem jetzt eingenommenen Dostum-Palast posieren. Der notorisch bösartige Warlord Abdul Rashid Dostum ist der derzeitige afghanische Vizepräsident.

Taliban machen sich in Klamotten aus dem Besitz des Mayor Dostum über diesen lustig; Mich erinnert das Bild derart an diese alten Italo-Western, die in der mexikanischen Revolution spielen, dass es eine wahre Freude ist.

Der große Durchbruch der Taliban gelang mit dem Einmarsch in Kundus, das noch immer nicht vollständig unterworfen ist. Kundus ist strategisch sehr wichtig. Mit 370.000 Einwohnern und ganz in der Nähe der tadschikischen Grenze ist es der wichtigste Knotenpunkt im Nordosten Afghanistans.

Die Kabuler Regierungstruppen sind einfach geflohen. Alle Gefangenen wurden aus den örtlichen Gefängnissen entlassen. Die Straßen sind blockiert. Das ist insofern von Bedeutung, als Kundus an der Kreuzung zweier wichtiger Korridore liegt – nach Kabul und Mazar-i-Sharif. Und, was besonders wichtig ist, es ist auch eine Kreuzung von Korridoren, die für den Export von Opium und Heroin genutzt werden.

Die Bundeswehr unterhielt früher einen Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Kundus, in dem heute das 217. afghanische Armeekorps untergebracht ist. Die wenigen verbliebenen afghanischen Regierungstruppen haben sich dorthin zurückgezogen.

Die Taliban sind nun entschlossen, das historisch legendäre Mazar-i-Sharif zu belagern, die große Stadt im Norden, die noch wichtiger ist als Kundus. Mazar-i-Sharif ist die Hauptstadt der Provinz Balkh. Der oberste örtliche Warlord ist seit Jahrzehnten Atta Mohammad Noor, den ich vor 20 Jahren kennen gelernt habe.

Er gelobt nun, „seine“ Stadt „bis zum letzten Tropfen meines Blutes“ zu verteidigen. Das allein deutet schon auf ein großes Bürgerkriegsszenario hin.

Das Endspiel der Taliban besteht darin, eine West-Ost-Achse von Sheberghan nach Kunduz und das ebenfalls eroberte Taloqan, die Hauptstadt der Provinz Takhar, zu errichten, und zwar über Mazar-i-Sharif in der Provinz Balkh und parallel zu den nördlichen Grenzen zu Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan.

Wenn das passiert, haben wir es mit einer unumkehrbaren, logistischen Neuausrichtung zu tun, bei der praktisch der gesamte Norden der Kontrolle Kabuls entgleitet. Die Taliban werden auf keinen Fall über diesen Sieg „verhandeln“ – weder in Doha noch anderswo.

Eine besonders verblüffende Tatsache ist, dass es in all diesen Gebieten keine paschtunische Mehrheit gibt, anders als in Kandahar im Süden und Lashkar Gah im Südwesten, wo die Taliban immer noch um die vollständige Kontrolle kämpfen.

Die Kontrolle der Taliban über fast alle internationalen Grenzübergänge, die Zolleinnahmen abwerfen, führt zu der dringenden Frage, wie es mit dem Drogengeschäft weitergeht.

Werden die Taliban erneut die Opiumproduktion verbieten, wie es der verstorbene Mullah Omar Anfang der 2000er Jahre tat? Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der Vertrieb innerhalb Afghanistans nicht erlaubt sein wird.

Letztendlich können die Exportgewinne nur der Bewaffnung der Taliban zugute kommen – gegen künftige amerikanische und NATO-„Einmischungen“. Und die afghanischen Bauern können mit dem Schlafmohnanbau viel mehr verdienen als mit anderen Feldfrüchten.

Das klägliche Versagen der NATO in Afghanistan ist in jeder Hinsicht sichtbar. In der Vergangenheit haben die Amerikaner Militärstützpunkte in Usbekistan und Kirgisistan genutzt. Die Bundeswehr nutzte jahrelang den Stützpunkt in Termez, Usbekistan.

Termez wird jetzt für gemeinsame Manöver von Russland und Usbekistan genutzt. Und die Russen haben ihre Basis in Kirgisistan verlassen, um gemeinsame Manöver in Tadschikistan durchzuführen. Der gesamte Sicherheitsapparat in den benachbarten zentralasiatischen „Stans“ wird von Russland koordiniert.

Chinas oberste Sicherheitspriorität ist es unterdessen, künftige Dschihadisteneinfälle in Xinjiang zu verhindern, wofür extrem schwierige Bergüberquerungen von Afghanistan nach Tadschikistan und dann ins Niemandsland des Wakhan-Korridors erforderlich sind. Die elektronische Überwachung Pekings verfolgt alles, was sich bewegt, in diesem Winkel des Daches der Welt.

Diese Analyse einer chinesischen Denkfabrik zeigt, wie das sich ständig verschiebende Schachbrett verfolgt wird. Die Chinesen sind sich vollkommen darüber im Klaren, dass die Taliban es vorziehen, parallel zur diplomatischen Offensive als „aggressive Kraft, die bereit ist, das Regime zu übernehmen“ militärisch Druck auf Kabul auszuüben.

Die chinesische Realpolitik ist sich außerdem darüber bewusst, dass „die Vereinigten Staaten und andere Länder die Operation in Afghanistan noch viele Jahre lang nicht einfach aufgeben werden und nicht bereit sein werden, Afghanistan zum Einflussbereich anderer Länder werden zu lassen“.

Dies führt zu der für die chinesische Außenpolitik typischen Vorsicht, die den Taliban praktisch rät, „nicht übermütig zu werden“ und zu versuchen, „die Regierung Ghani auf einen Schlag zu beseitigen“.

Wie einen Bürgerkrieg verhindern?

Ist Doha also DOA? Die Akteure der erweiterten Troika tun, was sie können, um es zu retten. Es gibt Gerüchte über fieberhafte „Konsultationen“ mit den Mitgliedern des in Katar ansässigen politischen Büros der Taliban und mit den Verhandlungspartnern in Kabul.

Den Auftakt bildet ein Treffen der USA, Russlands, der Nachbarländer Afghanistans und der UNO am kommenden Dienstag. Doch bereits im Vorfeld hat der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Naeem Wardak, Washington vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einzumischen.

Pakistan ist Teil der erweiterten Troika. Die pakistanischen Medien betonen mit Nachdruck, wie stark der Einfluss von Islamabad auf die Taliban „jetzt begrenzt ist“. Als Beispiel wird angeführt, wie die Taliban den Schlüsselgrenzübergang in Spin Boldak – in Wirklichkeit ein Schmugglerhafen – geschlossen haben und Pakistan aufforderten, die Visabeschränkungen für Afghanen zu lockern.

Dies ist ein wahres Nest von Vipern! Die meisten Taliban-Führer der alten Schule sitzen im pakistanischen Belutschistan und überwachen aus sicherer Entfernung in Quetta, was an der Grenze ein- und ausgeht.

Extra Ärger für die erweiterte Troika ist die Abwesenheit von Iran und Indien am Verhandlungstisch. Beide haben zentrale Interessen in Afghanistan, insbesondere wenn es um die hoffentlich friedliche neue Rolle des Landes als Transitknotenpunkt für Verbindungen zwischen Zentral- und Südasien geht.

Moskau wollte von Anfang an, dass Teheran und Neu-Delhi Teil der erweiterten Troika sind. Unmöglich jedoch! Der Iran setzt sich niemals mit den USA an einen Tisch und umgekehrt! Das ist jetzt in Wien bei den JCPOA-Verhandlungen der Fall, wo sie via Europäer „kommunizieren“.

Neu-Delhi weigert sich seinerseits, sich mit den Taliban an einen Tisch zu setzen, die es als einen terroristischen Stellvertreter Pakistans betrachtet.

Es besteht die Möglichkeit, dass der Iran und Indien sich verständigen, und das würde sogar eine eng abgestimmte Haltung zum afghanischen Drama beinhalten.

Als der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar letzte Woche in Teheran an der Amtseinführung von Präsident Ebrahim Raisi teilnahm, bekräftigten sie eine „enge Zusammenarbeit und Koordination“ auch in Bezug auf Afghanistan.

Dies würde in naher Zukunft verstärkte indische Investitionen in den INSTC und den Korridor Neue Seidenstraße Indien-Iran-Afghanistan bedeuten. Doch das wird nicht funktionieren, solange die Taliban Zaranj kontrollieren.

Beijing seinerseits ist bestrebt, seine Verbindungen zum Iran über einen Korridor zu optimieren, den man als persisch gefärbt bezeichnen könnte und der auch Tadschikistan und Afghanistan umfasst. Dies wird wiederum davon abhängen, in welchem Maße die Taliban die Kontrolle übernehmen.

Aber Beijing kann mit einer Fülle von Vorteilen rechnen: Plan A ist nämlich ein erweiterter chinesisch-pakistanischer Wirtschaftskorridor (CPEC), an den Afghanistan angeschlossen wird, egal wer in Kabul an der Macht ist.

Klar ist, dass die erweiterte Troika nicht das kleinste Detail der Zukunft der eurasischen Integration gestalten wird. Das wird Sache der Shanghai Cooperation Organization (SCO) sein, der Russland, China, Pakistan, Indien, die zentralasiatischen „Stans“ sowie Iran und Afghanistan als derzeitige Beobachter und künftige Vollmitglieder angehören.

Partystimmung in Duschanbe

Nun fand also das Außenministertreffen anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Shanghai Cooperation Organization am 13. und 14. 07.2021 in Duschanbe statt. Das bestand aus 3 Teilen, wovon 2 sich mit Festakt und internen Angelegenheiten beschäftigten und ein dritter mit Afghanistan!

Liest man sich zusammen, wie die Presse in der Region das darstellt, so gibt es nur ein Wort, dass die Sachlage charakterisiert: Aufbruchstimmung!

Die Mörderbrut von der NATO ist verjagt! Nicht vollständig aus der Region. Die Amis hocken in Pakistan, in Usbekistan usw. und intrigieren, ihre Geheimdienste sind unterwegs und versuchen weiterhin Ärger zu verursachen, aber als kriegführende Neokolonialisten in Afghanistan wurde ihnen der Steiß eingetreten und sie trollen sich.

Man bespricht die Nachkriegsordnung. Zwei Dinge stehen völlig außer Frage:

1. Neben der Islamischen Republik Iran und der Islamischen Republik Pakistan wird es auch fürderhin eine dritte Islamische Republik geben, die in Afghanistan, in der die Taliban eine wichtige Rolle spielen. Das ist sicher wie das bismillahirrahmanirrahim in der Moschee, denn niemand kann gegen die Taliban regieren, aber man kann mit den Taliban eine Republik aufbauen, keine wie in Westeuropa, das will dort fast keiner, aber eine wie in Zentralasien!

2. Amis und ihre europäischen Knechte haben nichts mitzureden, ihre islamistischen Söldnertrupps werden neutralisiert.

Ein Unsicherheitsfaktor war, dass Iran und Taliban sich nicht ganz grün sind. Das ist ja ein klassisches Problem mit Moslems, da sagen die einen „Also mir denen reden wir schon seit 800 Jahren nicht mehr!“ und die anderen antworten „Und mit denen reden wir seit 850 Jahren nicht mehr!“ und so geht es hin und her und kein Außenstehender kapiert was überhaupt los ist. Chinas Außenminister Wang Yi hatte sich wohl mit der für Chinesen üblichen, nicht aus der Ruhe zu bringenden Art mit dem Iranischen Außenminister, dem amtierenden afghanischen Außenminister und dem Delegationsleiter der Taliban im Separee auf ein paar Snacks zusammengesetzt, die Bedeutung Afghanistans für die Neue Seidenstraße erläutert und welche Vorteile für Teheran dabei drinnen sind. Danach war auch Teherans Gesandter überzeugt, dass die Probleme, die man miteinander hat, gar nicht so groß sind, wie auf den ersten Blick befürchtet und man sich in Zukunft wohl wird einigen können.

Alle waren sich einig, dass jetzt, wo die Neokolonialisten dorthin zurück geschickt wurden, wo sie hergekommen waren, alle zusammenarbeiten, um Afghanistan zu helfen, bald Frieden im Land hergestellt zu haben und rasch eine prosperierende Ökonomie aufzubauen. Klar, in 42 Jahren Krieg leidet die Bildung, da muss viel geschehen. Es gibt sehr viel aufzubauen, Infrastruktur muss quasi ganz neu entwickelt werden, da wollen alle zusammenarbeiten. Afghanistan ist ein reiches Land, es hat bedeutende Bodenschätze und ist neben der Volksrepublik China und Nordkorea das dritte Land in der Region mit beachtlichen Vorräten an Seltenen Erden.

Wenn im September der Friedensprozess erst mal richtig in die Gänge gekommen sein wird, so hört sich das alles an, dann kann es sehr schnell gehen, bis Afghanistan beachtlichen Wohlstand aufbaut. Das liegt im Interesse aller und es ist das beste Mittel, einsickernde Terroristen zu neutralisieren.

Es sind viele Details zu klären und viele Ideen wurden angerissen.

Im folgenden dokumentiere ich die einstimmig verabschiedete Abschlußerklärung:

JOINT STATEMENT of Foreign Ministers of SCO Member States on the results of the meeting in the format of the SCO-Afghanistan Contact Group

We, the Foreign Ministers of the Shanghai Cooperation Organization Member States,
advocating Afghanistan’s emergence as an independent, neutral, unified, peaceful, democratic and prosperous state,
Aware that achieving peace and stability in that country is a major factor in ensuring security in the SCO region,
Convinced of the need to continue to assist the Afghan people in their efforts to rebuild their country and return to the path of peace and national harmony,

We declare as follows:

As friendly neighbors and important partners of Afghanistan, the SCO Member States are interested in making the country peaceful, stable and prosperous, and reaffirm their respect for the traditions and culture of all peoples inhabiting Afghanistan.
In accordance with generally recognized principles and norms of international law, especially the UN Charter, SCO Member States reaffirm their respect for Afghanistan’s sovereignty, independence and territorial integrity. They intend to assist Afghanistan in becoming a country free of terrorism, war and drugs.
We condemn the ongoing violence and terrorist attacks in Afghanistan, whose victims are civilians and representatives of State authorities, and call for their early cessation. We note that the activity of international terrorist organizations remains a key factor of instability in that country. We are deeply concerned by the growing tension in Afghanistan’s Northern Provinces caused by the increased concentration of various terrorist, separatist and extremist groups. We consider it important to step up joint efforts by SCO Member States to counter terrorism, separatism and extremism.
We urge all parties involved in the conflict in Afghanistan to refrain from the use of force and actions that could lead to destabilization and unpredictable consequences in areas along Afghanistan’s borders with SCO Member States.

The SCO Member States confirm their readiness to further develop cooperation with Afghanistan in combating security challenges and threats in the region, above all terrorism and drug-related crime in all their forms and manifestations, and to jointly confront „double standards“ in addressing these tasks.

The SCO Member States, commend the many years of hospitality and effective assistance provided by regional and neighboring countries of Afghanistan to Afghan refugees and consider the active efforts of the international community important to facilitate their dignified, safe and sustainable return to their homeland.

We believe that one of the most important factors in preserving and strengthening security and stability in the SCO region is the speedy resolution of the situation in Afghanistan. In that regard, we stress the need for the Government and people of the Islamic Republic of Afghanistan to step up their efforts to restore peace, develop the country’s economy and confront terrorism, extremism and drug-related crime. We reaffirm the position of SCO Member States that there is no alternative to settling the conflict in Afghanistan through political dialogue and an inclusive Afghan-led and Afghan-owned peace process.
We call for increased cooperation of all interested states and international organizations under the central coordinating role of the UN for the stabilization and development of this country. In this context, we note the activities of the UN Mission to Afghanistan and the Special Representative of the UN Secretary-General, as well as the UN Regional Center for Preventive Diplomacy for Central Asia.
We welcome the international community’s diplomatic support for the peace process in Afghanistan, including through the inter-Afghan peace talks in Doha, the expanded Troika, the Moscow consultation format and the Tashkent Process. We note the outcome of the ministerial meeting of the „Heart of Asia — Istanbul Process“ initiative (March 29-30, 2021, in Dushanbe).

Respecting the Afghan people’s autonomous choice of their own path to development, we are convinced that the intra-Afghan negotiation process must take into account the interests of all ethnic groups represented in the country.

We attach great importance to joint work within the SCO-Afghanistan Contact Group. We consider it necessary to consistently implement the Roadmap for further actions of the SCO Contact Group adopted on 14 June 2019 in Bishkek, in order to strengthen stability in the region and develop relations between the SCO Member States and Afghanistan.

We confirm the readiness of our countries to further deepen cooperation with Afghanistan in the fields of politics, security, economy and humanitarian interaction, including through the fullest realization of the potential of Islamic Republic of Afghanistan’s participation in the status of an Observer State in the SCO.

Dushanbe, July 14, 2021

„GEMEINSAME ERKLÄRUNG der Außenminister der SCO-Mitgliedstaaten zu den Ergebnissen des Treffens im Format der SCO-Afghanistan-Kontaktgruppe

Wir, die Außenminister der Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, befürworten die Entwicklung Afghanistans zu einem unabhängigen, neutralen, geeinten, friedlichen, demokratischen und wohlhabenden Staat, in dem Bewusstsein, dass Frieden und Stabilität in diesem Land zu erreichen ein wichtiger Faktor für die Gewährleistung der Sicherheit in der SCO-Region ist, in der Überzeugung, dass es notwendig ist, das afghanische Volk bei seinen Bemühungen um den Wiederaufbau seines Landes und der Rückkehr auf den Weg des Friedens und der nationalen Harmonie weiterhin zu unterstützen,

wir erklären wie folgt:

Als freundliche Nachbarn und wichtige Partner Afghanistans sind die SCO-Mitgliedsstaaten daran interessiert, das Land friedlich, stabil und wohlhabend zu machen, und bekräftigen unseren Respekt vor den Traditionen und der Kultur aller in Afghanistan lebenden Völker.

In Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Prinzipien und Normen des Völkerrechts, insbesondere der Charta der Vereinten Nationen, bekräftigen die SCO-Mitgliedstaaten ihren Respekt für die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität Afghanistans. Wir beabsichtigen, Afghanistan dabei zu unterstützen, ein Land frei von Terrorismus, Krieg und Drogen zu werden.

Wir verurteilen die anhaltende Gewalt und die terroristischen Anschläge in Afghanistan, deren Opfer Zivilisten und Vertreter staatlicher Behörden sind, und fordern deren baldige Beendigung. Wir stellen fest, dass die Tätigkeit internationaler terroristischer Organisationen nach wie vor ein Schlüsselfaktor für die Instabilität in diesem Land ist. Wir sind zutiefst besorgt über die wachsenden Spannungen in den Nordprovinzen Afghanistans, die durch die zunehmende Konzentration verschiedener terroristischer, separatistischer und extremistischer Gruppen verursacht werden. Wir halten es für wichtig, die gemeinsamen Bemühungen der SCO-Mitgliedstaaten zur Bekämpfung von Terrorismus, Separatismus und Extremismus zu verstärken.
Wir fordern alle am Konflikt in Afghanistan beteiligten Parteien nachdrücklich auf, von Gewaltanwendung und Handlungen Abstand zu nehmen, die zu einer Destabilisierung und unvorhersehbaren Folgen in den Gebieten entlang der Grenzen Afghanistans zu den SCO-Mitgliedstaaten führen könnten.

Die SCO-Mitgliedstaaten bekräftigen ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit Afghanistan bei der Bekämpfung der sicherheitspolitischen Herausforderungen und Bedrohungen in der Region, vor allem des Terrorismus und der Drogenkriminalität in all ihren Formen und Ausprägungen, weiter auszubauen und gemeinsam „doppelten Standards“ bei der Bewältigung dieser Aufgaben entgegenzutreten.

Die SCO-Mitgliedsstaaten würdigen die langjährige Gastfreundschaft und die wirksame Unterstützung, die die regionalen und benachbarten Länder Afghanistans den afghanischen Flüchtlingen gewähren, und halten die aktiven Bemühungen der internationalen Gemeinschaft für wichtig, um ihre würdige, sichere und nachhaltige Rückkehr in ihre Heimat zu bewerkstelligen.

Wir glauben, dass einer der wichtigsten Faktoren für die Erhaltung und Stärkung der Sicherheit und Stabilität in der SCO-Region die rasche Lösung der Situation in Afghanistan ist. In diesem Zusammenhang betonen wir die Notwendigkeit, dass die Regierung und das Volk der Islamischen Republik Afghanistan ihre Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens, zur Entwicklung der Wirtschaft des Landes und zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und der Drogenkriminalität verstärken. Wir bekräftigen den Standpunkt der SCO-Mitgliedstaaten, dass es keine Alternative zur Beilegung des Konflikts in Afghanistan durch politischen Dialog und einen umfassenden Friedensprozess innerhalb eigener afghanischer Vorstellungen und unter afghanischer Verantwortung gibt.

Wir rufen zu einer verstärkten Zusammenarbeit aller interessierten Staaten und internationalen Organisationen unter der zentralen koordinierenden Rolle der UN für die Stabilisierung und Entwicklung dieses Landes auf. In diesem Zusammenhang nehmen wir die Aktivitäten der UN-Mission in Afghanistan und des Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs sowie des UN Regional Center for Preventive Diplomacy for Central Asia zur Kenntnis.

Wir begrüßen die diplomatische Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für den Friedensprozess in Afghanistan, unter anderem durch die innerafghanischen Friedensgespräche in Doha, die erweiterte Troika, das Moskauer Konsultationsformat und den Taschkent-Prozess. Wir betonen das Ergebnis des Ministertreffens der Initiative „Heart of Asia – Istanbul Process“ (29./30. März 2021 in Duschanbe).

Die autonomen Entscheidungen des afghanischen Volkes über seinen eigenen Entwicklungsweg respektierend sind wir überzeugt, dass der innerafghanische Verhandlungsprozess die Interessen aller im Land vertretenen ethnischen Gruppen berücksichtigen muss.

Wir messen der gemeinsamen Arbeit in der SCO-Afghanistan-Kontaktgruppe große Bedeutung bei. Wir halten es für notwendig, den am 14. Juni 2019 in Bischkek verabschiedeten Fahrplan für das weitere Vorgehen der SCO-Kontaktgruppe konsequent umzusetzen, um die Stabilität in der Region zu stärken und die Beziehungen zwischen den SCO-Mitgliedstaaten und Afghanistan zu entwickeln.

Wir bekräftigen die Bereitschaft unserer Länder, die Zusammenarbeit mit Afghanistan in den Bereichen Politik, Sicherheit, Wirtschaft und humanitäre Interaktion weiter zu vertiefen, die vollständige Ausschöpfung des Potenzials der Teilnahme der Islamischen Republik Afghanistan mit Status eines Beobachterstaates in der SCO eingeschlossen.

Duschanbe, 14. Juli 2021″

Immer wieder erstaunlich, wie die Dinge ins Rollen kommen, sobald die amerikanischen und europäischen Weltverbesserer weg sind.

Der letzte ist ein faules Ei

Deutsche Märchenstunden

In Deutschland sind der Schlagzeilen über Afghanistan gar nicht so viele, wie man annehmen möchte, wenn man bedenkt, dass die Bundeswehr dort 20 Jahre als militärische Besatzungsmacht tätig war und nun mit Schimpf und Schande verjagt wurde.

Will denn niemand wissen, wie es jetzt weiter geht?

Man spekuliert: wieviel Territorium kontrollieren die Taliban? 76%? 82%? 85%?

Genau die wichtigen Fragen!

Manch Medium jubiliert: „Heißa Jucheee! Frauen bewaffnen sich, um die Machtübernahme der Taliban zu verhindern!“ Illustriert durch eines der üblichen Fotos von irgendwelchen südländisch aussehenden Frauen mit Kalaschnikows, an welchen sich die modernen, progressiven Recken und Reckinnen des weltbefreienden Westens so gerne aufgeilen, welcher Fraktion auch immer man angehört, Weltrevolutionäre, Bringer-der-Demokratie…

Es ist ja schön von den Deutschen, die mit so komplexen politische Problemen konfrontiert sind, wie dass die böse UEFA verbietet, ein Stadion während eines Fußballspiels in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen, um irgend einem ungarischen Politiker eines auszuwischen, in al den Strapazen noch die Frauen tausende Kilometer weit weg trotz solcher Herausforderungen nicht zu vergessen.

War doch deutsche Ritterlichkeit das wahre Motiv, in Afghanistan einzureiten, der Wunsch, kleinen Mädchen in Kabul den Schulbesuch zu ermöglichen und dafür war es nun mal nötig, die fiesen, alten Typen mit Turban, die die Eingangstüren der Klassenzimmer Krummsäbel-schwingend versperrten, mit der eigenen geballten Faust zu vertreiben.

Aber ich muss euch enttäuschen: solche Meldungen sind banale moderne CIA-Propaganda; die wissen, dass in Deutschland (und USA, aber ich bleibe jetzt mal in Deutschland) die Weltverbesserer auf solche Meldungen anspringen wie ein ausgehungerter Hund, dem man ein saftiges, rohes Argentinischen Steak hinwirft.

Bitte, liebe Weltverbesserer weit jetzt nicht, aber meine Recherchen in der internationalen Presse lassen nur einen Schluss zu: nach 42 Jahren Krieg, davon die letzten 20 Jahre antikolonialer Widerstandskrieg gegen die Bringer der Demokratie, sind sich in Afghanistan fast alle einig: man will jetzt einen umfassenden, dauerhaften Frieden erreichen!

Es gibt Kräfte, denen das nicht schmeckt. Mächtige sogar. Der globalen Drogenmafia etwa. Auch weniger mächtige. Die von der NATO eingesetzte Regierung in Kabul kommt einem in den Sinn.

85% der afghanischen Bevölkerung, las ich am Wochenende, lehnten die Taliban ab, habe eine Umfrage irgend eines Instituts – keine Ahnung mehr welches, eines der üblichen – herausgefunden.

Wow, die müssen echt Zauberkräfte haben, die Taliban, wenn die 20 Jahre lang gegen die NATO kämpfen können, obwohl die NATO 85% der Bevölkerung in Afghanistan vertritt. Das erklärt dann wohl, wie es zu der Annahme kam, dass einige der Geschichten, die Scheherazade erzählt, aus diesem Lande stammen sollen.

Moskauer Ergebnisse

Das Außenministerium der Russischen Föderation veröffentlichte eine Presseerklärung zu den Gesprächen, die in Moskau stattfanden.

On July 8, Special Presidential Representative for Afghanistan Zamir Kabulov held consultations with a delegation from the Taliban’s political office. The discussion focused on the situation in the Islamic Republic of Afghanistan and the prospects for starting intra-Afghan talks.

The Russian side voiced their concern over the mounting tensions in the northern regions of Afghanistan and urged [the Taliban] not to allow these tensions to spread outside the county. The Taliban delegation reassured the Russian side that the Taliban would not violate the borders of the Central Asian counties and also provided guarantees of the safety of foreign countries’ diplomatic and consular missions in Afghanistan.

The representatives of the Taliban reaffirmed their interest in securing a lasting peace in their country through negotiations, taking into account the interests of all ethnic groups living in the country, as well as their readiness to observe human rights, including the rights of women, in keeping with Islamic standards and Afghan traditions.

It was separately emphasised that the Taliban is firmly determined to ward off the threat of ISIS in Afghanistan and eradicate drug production in the country after the end of the civil war.

„Am 8. Juli hielt der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Afghanistan, Zamir Kabulov, Konsultationen mit einer Delegation des politischen Büros der Taliban ab. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Lage in der Islamischen Republik Afghanistan und die Aussichten für die Aufnahme innerafghanischer Gespräche. Die russische Seite äußerte ihre Besorgnis über die zunehmenden Spannungen in den nördlichen Regionen Afghanistans und forderte [die Taliban] auf, nicht zuzulassen, dass sich diese Spannungen außerhalb des Landes ausbreiten. Die Taliban-Delegation versicherte der russischen Seite, dass die Taliban die Grenzen der zentralasiatischen Länder nicht verletzen würden, und gaben Garantien für die Sicherheit der diplomatischen und konsularischen Vertretungen anderer Länder in Afghanistan. Die Vertreter der Taliban bekräftigten ihr Interesse an der Sicherung eines dauerhaften Friedens in ihrem Land durch Verhandlungen unter Berücksichtigung der Interessen aller im Lande lebenden ethnischen Gruppen sowie ihre Bereitschaft, die Menschenrechte, einschließlich der Rechte der Frauen, im Einklang mit den islamischen Normen und afghanischen Traditionen zu gewährleisten. Es wurde gesondert betont, dass die Taliban fest entschlossen sind, die Bedrohung durch ISIS in Afghanistan abzuwehren und die Drogenproduktion im Land nach dem Ende des Bürgerkriegs auszumerzen.“

Zwar stehen die Taliban noch auf Moskaus Liste der terroristischen Organisationen, aber das Treffen in Moskau zeigt, dass es eine Bereitschaft gibt, sie von dieser zu streichen. Konflikte zwischen der UdSSR und Afghanistan, bzw. den Taliban, gehören der Vergangenheit an und sind keine Probleme zwischen der Russischen Föderation und den Taliban, auch wenn keine Seite übereilt zu handeln gedenkt.

Noch ist der Frieden in Afghanistan nicht gesichert!

Störfaktoren…

Viele Kommentatoren sehen in dem Abzug der USA und der NATO eine Finte. Sie glauben, es stecke eine besonders böse strategische Idee der USA dahinter.

Ich denke, das basiert auf der tief in die Gehirne eingegrabenen Vorstellung von der amerikanischen Übermacht.

Natürlich ist die Wühlarbeit der Geheimdienste damit nicht beendet und ich haben keinen Zweifel, dass die USA und ihre Satelliten wie die BRD alles daran setzen werden, Bürgerkrieg anzuheizen. Eingangsbeispiel „Frauen bewaffnen sich“ und ich würde mich nicht wundern, wenn Berichte von einer LGBTQIA+comunity in Kabul und Kandahar die Runde machen, die „den Widerstand gegen die Taliban anführen“. Ab und zu konnte man in den letzten Monaten schon solche aufpoppen sehen.

Aber unterm Strich überschätzen diese Kommentatoren die USA und unterschätzen die Region. Die Niederlage der NATO ist wahr! Zwar konnte der Militärisch-Industrielle Komplex mit diesem Krieg Geld scheffeln bis zum Abwinken, aber eine Fortsetzung würde die Wirtschaftskraft der USA dennoch überfordern. Denn was geschieht ist ja eine Umverteilung von zivil erwirtschaftetem Geld, das der Staat einsammelt und der Rüstungsindustrie weitergibt. Nun taucht aber genau da das Problem auf, dass die zivile Wirtschaft in den USA in weiten Teilen am Abkacken ist. Sinkendes Steueraufkommen bei steigenden Staatsausgaben bei unbedeutenden Sozialleistungen führt auch in den USA mittelfristig zu Destabilisierung. Die haben dort ja noch nicht einmal Hartz4, was zumindest das gröbste auffängt.

Das Imperium hätte noch einige Jahre weiter Krieg führen können. Aber das hätte die Taliban weiter gestärkt und das Imperium geschwächt. Wir sprechen von einem Krieg, der bereits verloren gewesen war, ehe die ersten amerikanischen Soldaten aus dem Truppentransporter stiegen.

Als gewichtiges Problem hat die Türkei sich herausgestellt. Kein bleibendes, aber ein Hindernis groß genug, den Frieden im Lande hinauszuzögern. Das ist das Ärgernis mit der Türkei seit 10 Jahren: sie ist zu schwach, um zu siegen, aber zu stark um zum Aufgeben gezwungen werden zu können.

Erdogan will den Flughafen von Kabul militärisch „sichern“. dem haben die Taliban beriets klar geantwortet, dass sie jede militärische Präsenz der Türkei auf afghanischem Territorium als ausländische Besatzer bekämpfen werden. Ob Erdogan, der es weder in Syrien noch in Libyen geschafft hat, militärische Erfolge halten zu können, sich ausgerechnet mit den Taliban anlegen sollte… Na ich weiß ja nicht. Die Taliban sind eine sehr viel größere Nummer als Khalifa Hafter und an dem beißen die Türken sich die Zähne aus!

Ob das „syrische Konzept“, Afghanistan mit IS-Söldner zu fluten, erfolgreich sein wird, bezweifle ich.

…und Perspektiven

Aus gutem Grunde.

Hier hatte ich in den letzten Tagen etwas hinzugelernt! Also einiges freilich, aber eine spezielle Sache meine ich.

Bisher hatte ich die Information, dass die militanten Uiguren eng mit den Taliban verbündet seien. Dem haben die Taliban jetzt explizit widersprochen!

Zwar war es vor 20 Jahren um Kontakte der Uiguren nach Afghanistan gegangen, allerdings waren das eben damals die Al-Kaida-Strukturen, mit denen die Uigurischen Islamisten zusammengehörten und es sind heute die IS-Strukturen.

Ausdrücklich – ich betone, ausdrücklich! – haben die Taliban der Regierung der Volksrepublik China Zusammenarbeit im Kampf gegen die IS-assoziierten Uigurischen Verbände zugesichert!

Sie nannten China wörtlich „einen Freund“ und drückten auch den Wunsch aus, zukünftig in allem eng zusammenzuarbeiten!

Das ist viel, viel größer als gute Nachbarschaft und Bündnis gegen einen gemeinsamen Feind!

Denn jetzt kommt auch Pakistan mit ins Spiel und die Belt and Road Initiative, in der Afghanistan aufgrund des NATO-Krieges ein schmerzhaft fehlendes Puzzle-Teil gewesen ist!

Chinas und Pakistans Interesse an guten Beziehungen zu Afghanistan kann gar nicht groß genug sein. Auch das Iran-China-25-Year-Cooperation-Programm würde sehr vereinfacht und One Belt One Road kann schon alleine dadurch immens gewinnen, dass in Zukunft auch Afghanistan eingebunden würde und als ein zentraler Knotenpunkt wirken könnte, wie der einfache Blick auf die Karte zeigt:

Karte Bundesanstalt für politische Bildung

Ein befriedetes, stabiles Afghanistan wäre für die gesamte Region der größte, denkbare Gewinn!

Mit dem Abzug der NATO ist dieser Traum in greifbare Nähe gerückt und bisher haben die Taliban in Bezug auf eine Perspektive, diesen Traum auch zu verwirklichen, alles richtig gemacht!

Mit Ausnahme ausländischer, staatlicher Kräfte, die sich die Herrschaft über Afghanistan aneignen wollen, islamistischer Söldner und der Drogenmafia reichen die Taliban allen die Hand zu Verhandlungen, die jedem seinen Platz in der Zukunft Afghanistans schaffen sollen. Die Taliban sind die mächtigste politische Kraft im Land. Ob es einem gefällt oder nicht, es ist die mächtigste Kraft, mit der sich die schwächeren arrangieren müssen, nicht umgekehrt.

Wenn ich alles zusammenrechne, kann ich mir gut vorstellen, dass das Treffen in Moskau auch eine Prüfung war.

Diesen Monat noch findet ein Kongress der Shanghai Cooperation Organisation (Besonders die Karte im Link beachten!) statt.

In diesem mit jedem Jahr an Bedeutung gewinnendem Gremium (Ist das der korrekte Terminus?) hat Afghanistan Beobachterstatus mit Beitrittsperspektive. Moskau wollte auf den Zahn fühlen, ob eine Taliban-dominierte Regierung als Partner geeignet sein wird. Die kurze Stellungnahme des Russischen Außenministeriums teilt mit, dass die Taliban den Test bestanden haben!

The future has just begun!

Im Osten nichts neues

I. Vor der Debatte

In den Tagen 04.03. bis 07.03.2021 sei es in Myanmar, so berichten die Medien übereinstimmend, zur bisher blutigsten Auseinandersetzung zwischen Polizei und den Leuten, die westliche Medien und Politiker „peaceful protesters“, friedliche Demonstranten, nennen, gekommen.

Von Toten wird berichtet, die Berichte variieren allerdings zwischen 1 Frau, die erschossen worden sei, über 5 Tote, Press.TV sprach von 18 Toten – hier ist festzuhalten, dass der Iran imperialistische Interessen in Myanmar hat, und daher nicht als zuverlässige Quelle genutzt werden kann – jemand hat bei den UN “ allegedly 32″, also vermutlich 32 Tote, gemeldet, westliche Outlets sprechen von „über 50 Toten“.

Bestätigt ist nur die 1 junge Frau.

Ein AP-Journalist wurde unter dem Vorwurf, absichtlich Falschinformationen zu verbreiten, festgenommen.

Mit dem Iran haben wir hier das genau gleiche Problem, das es bereits im Libyenkrieg 2011 gab, nämlich dass die iranische Führung mit den in den USA regierenden Democrats paktiert. Bei Muammar al Gaddafi handelte es sich um einen arabischen Führer, den der Iran auch stürzen wollte und so kam es zu einer Absprache mit der Obama-Regierung, wenn der Iran die USA hierbei unterstützt, könne man über das Atomprogramm verhandeln, der Iran würde es nicht bereuen.

Kann sein, dass wir in Bezug auf Myanmar ähnliches erleben, obwohl die Gemengelage hier komplizierter ist.

Im Gegensatz zu Großbritannien, das seine Kolonie wiederhaben will – und jetzt, nach Brexit erst recht – haben die Interessen der USA in Myanmar mit dem Land selber wenig zu tun, denen geht es darum, dass Territorium und Bodenschätze Myanmars vitaler und notwendiger, also unersetzbarer, Bestandteil der Neuen Seidenstraße sind. Somit zielen die USA auf die Eindämmung Chinas.

Dem Iran geht es mehr um die Zwistigkeiten zwischen Buddhisten und Moslems. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Iran sich wirklich mit China anlegen wird, um eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit den USA zu bekommen. Es ist absehbar, dass der nächste republikanische Präsident, die Forderungen Israels an die USA gegen den Iran erfüllen wird. Und der kommt sicher irgendwann, spätestens in 10 Jahren, sollte die #BidenHarris-Nummer so durchgezogen werden und klappen, wie viele als Plan der Dems vermuten: 2 Jahre Biden, dann zieht man den aus Altersgründen zurück, Vize Harris übernimmt und hat hernach 2 volle Amtszeiten als „first female president“.

Nun sind 10 Jahre eine lange Zeit, in der sich vieles ändern kann.

In der Union von Myanmar findet die Auseinandersetzung zwischen 2 politischen Kräften statt, die gleichzeitig eine Stellvertreter-Rolle im internationalen Kontext spielen.

Wie überall auf der Welt ist das der Kampf zwischen dem auf die eignen Traditionen gestellten, aus der eigenen Geschichte schöpfenden Kräften und auf der einen Seite, hier repräsentiert durch die Tatmadaw, und den globalistischen, westorientierten Kräften auf der anderen Seite.

II. Teutonistan will auch dabei sein

Wir finden auf twitter:

wird sofort klar:

der USA-EU-Komplex nutzt die Auseinandersetzungen in Myanmar, um geostrategische Zeile zu verfolgen.

In Deutschland ist es immer das untrügliche Zeichen, wenn so etwas öffentlichkeitswirksam auf die Tagesordnung des Bundestages kommt.

Es bedeutet, Ressourcen der Bundesrepublik Deutschland sollen eingebunden werden in einen aggressiven Vorstoß.

Warum wird unter allen gewaltsamen Konflikten zwischen gesellschaftlichen Segmenten in einem Staat ausgerechnet dieser so bewertet?

Schon die eingesetzten Standard-Floskeln sagen es: „…blutige Gewalt gegen friedliche Demonstranten…“, „… Unterdrückung des eigenen Volkes…“, … demokratische Entscheidung akzeptieren…“.

Ein Putsch ist eine gewaltsame Aktion und dass es früher oder später auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Weggeputschten kommt, liegt ziemlich auf der Hand.

Darüber, was in den jeweiligen Situationen die gewaltsamen Auseinandersetzungen ausgelöst hat, wissen wir gar nichts. Ist die Unterdrückung von Widerstand gegen den Staat im Sinne der westlichen Führungen, so werden Freaks des Typs

schnell mal zu Terroristen, die das gesamte Universum bis tief nach Alpha Centauri hinein bedrohen, welche mit der gesamten Apparatur westlicher Behörden, Sicherheitskräfte und Geheimdienste gejagt und für Jahren hinter Gitter gesperrt gehören.

Ist der Widerstand im Sinne der westlichen Führungen, so werden auch Scharfschützen und Bombenleger zu friedlichen Demonstranten.

Die Formulierung „Unterdrückung des eigenen Volkes“ ist schon semantisch von geistig minderbemittelten für geistig minderbemittelte, denn dass eine Putschregierung in Myanmar nicht das Volk von Baden-Württemberg unterdrückt, dürfte klar sein.

Zu den Aufgaben eines jeden Staates gehört die Unterdrückung der Interessen der einen zu Gunsten der Interessen anderer. Ein Anarchist, der nach seinen Grundsätzen lebt, hat das gute Recht, das zu beklagen, ein Vertreter eines Staates, wie es der deutsche Außenamts-Chef ist, hat so ein Recht nicht.

Was die „demokratischen Entscheidungen“ anbelangt, taucht im Zusammenhang mit Entwicklungsländern, auf deren Territorium das USA-EU-Imperium Interessen hat, das Problem auf, dass sie, wenn der Westen aktiv eingreifen kann, gar nicht möglich sind!

Das Imperium spricht immer von Wahlen.

Wird die Wahl von denen gewonnen, die der Westen ablehnt, verhindert der Westen, so gut er kann, die Regierung; beginnend mit Vorwürfen des Wahlbetrugs bis hin zu den color-revolutions, Sanktionen, Sabotage, Terrorismus, Attentate, kein Mittel, das nicht eingesetzt würde. Und hilft das alles nicht, wird geputscht.

Im Falle Myanmars ist es umgekehrt. Dort soll die Partei der Globalisten an die Regierung gewählt worden sein, von der nun die Gegenkraft behauptet, das sei durch Wahlbetrug geschehen. Ob da etwas dran ist oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Sicher ist, dass das Imperium keine Wahl in Frage stellt, welche seine Leute an die Regierung bringt.

Und dass eine Partei, die die Interessen der Globalisten vertritt, nicht die Interessen des „eigenen Volkes“ vertritt, das ist ebenfalls sicher.

Halten wir uns an die Fakten, die wir haben, dann wissen wir:

ein 19 Jahre altes Mädchen wurde im Rahmen der Auseinandersetzungen getötet. Das Mädchen hat einen Namen, Ma Kyal Sin. Sie wurde erschossen.

Mehr wissen wir nicht. Es kann sein, dass sie von einer Sicherheitskraft erschossen wurde, es kann aber genauso gut sein, dass eine dieser Sniper-Aktionen sie getötet hat, wie wir sie aus Syrien 2011 oder der Ukraine 2014 kennen, die eben genau darin besteht, dass ein Scharfschütze mindestens eine Person aus der Menge der Protestierenden erschießt, um die Situation anzuheizen. Oder man muss noch nicht einmal nach Syrien oder Kiew. In den USA wird diese Methode mittlerweile auch in innenpolitischen Machtkämpfen eingesetzt. Die einzige Person, die am 06.Januar 2021 beim sogenannten „Sturm auf das Capitol“ in Washington DC. gewaltsam getötet wurde, war eine Frau, Ashli Babbitt, die durch einen Polizisten von hinten erschossen wurde. Kein Scharfschütze hier, aber da diese Frau absolut gar nichts getan hatte, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, ist die einzig logische Erklärung, dass ihr gewaltsamer Tod die Auseinandersetzung anheizten sollte. Ermittlungen gegen ihren Mörder wurden auf Befehl von höchster Ebene eingestellt. (Die Meldung, ein Polizist, Brian Sicknick, wäre von Demonstranten mit einem Feuerlöscher erschlagen worden, hat sich als, wahrscheinlich gezielte, Falschmeldung erwiesen. Brian Sicknick wies laut sowohl Gerichtsmedizin als auch seiner Familie keine äußeren Einwirkungen auf, man geht von einem Schlaganfall aus.)

II. Nach der Debatte

Die Bundestagsdebatte war völlig unergiebig. Jede*r Redner*in war selbstredend Myanmar-Expertise-habende*r, man kannte Land und Leute wie seine Westentasche, die Connection vor Ort war diesmal nur nicht der Student in Yangon oder die Austauschstudentin, sondern der tourist-guide aus Yangon, der mitten im Tumult den fernen SPD-Abgeordneten anruft, um sich zu beschweren, oder die Kellnerin vom – keine Ahnung, hab vergessen welchem See – die einst dem AfD-Mann ihren unverbrüchliche Liebe zur Nobelpreisträgerin gestanden hatte.

Heiko Maas trat als hipp facebook-&-twitter-informiert auf – woraus wir mal wieder lernen: geht es um inner-USA-EU-Angelegenheiten, reduzieren sich social-media zu Brutstätten von Verschwörungstheorien, passt es aber in das Konzept, sind sie die Orte, an denen sich die Unterdrückten durch reine Wahrheit artikulieren.

Abgesehen davon, gegeneinander zu konkurrieren, welche der im Bundestag vertretenen Parteien nun die endgültige und vollständige „I❤Myanmar“-Partei sei, war man sich einig, dass es Deutschlands Pflicht und Auftrag sei, entschlossen für Demokratie in Myanmar einzutreten. Dass Aung San Suu Kyi die fleischgewordene Demokratie Myanmars wäre, stellte nur Sevim Dagdelen in Frage, die links-pflichtschuldig darauf verwies, dass die Friedensnobelpreisträgerin sich ja wohl im Rohingya-Konflikt desavouiert habe.

Vorher hatte rechts-pflichtschuldig ein AfD-Mann die Friedensnobelpreisträgerin in der Sache bereits freigesprochen mit dem Hinweis, dass die „Bengalen“ ja gar keine angestammten Ureinwohner Myanmars seien, und er vergaß auch nicht, die „Militärdiktatur“ als eine „linke“ zu brandmarken.

Eigentlich hatte ich den Eindruck, die Debatte wurde auf Druck von Außen geführt und interessierte den Bundestag selbst nur wenig. Man hatte seine sattsam bekannten innenpolitischen Positionen auf Myanmar projiziert. Ich leite davon ab, dass die BRD keine vitalen Interessen in Myanmar hat, aber sich für die Interessen der USA einspannen lässt, sobald das eingefordert wird.

III. Herzogtum Burma

Aung San Suu Kyi’s Vater starb, als sie 2 Jahr als war. Seither fand ihre Erziehung unter der Oberaufsicht von Louis Mountbatten zunächst in Asien, dann in Oxford und London statt. Der war Onkel des Ehemanns der Queen, welcher zwar dank der Gandhi-Bewegung auf den Titel „Vizekönig von Indien“ verzichten musste, aber bis zu seinem Tode, durch eine Bombe der IRA, 1979 den Titel „Earl of Burma“ trug, also Herzog von Burma. Es liegt nahe, dass sie 1988, nachdem der seit 1962 regierende General Ne Win die Macht abgegeben hatte, als Führerin der „Demokratiebewegung“ in ihre Heimat zurückkehrte, sagen wir, mit Interessen ausgestattet war. Zwischen ihrer Zeit im UK und der Rückkehr nach Asien war sie in New York ansässig gewesen und hatte dort u.a. hohe Funktionen im Apparat der UNO inne.

Der Begriff „Entwicklungsland“ meint im konservativen Sprachgebrauch, dass es sich dabei um ein Land handelt, welches die westlichen Standards von technologischer Entwickeltheit und wirtschaftlichem Wohlstand noch nicht erreicht hat, aber anstrebt. Eine moderne Definition entstand nach dem Ende der UdSSR, welche den akademischen Entwurf von westlicher Demokratie dazu rechnet.

Vor dem Ende der UdSSR galt das Prinzip, dass jedes Land seinen eigenen, aus den eigenen historischen und kulturellen Determinanten abgeleiteten Entwicklungsweg gehen müsse. Und das war tatsächlich seit Lenin die offizielle linke, antiimperialistische Position bis zum Ende der UdSSR. De facto war es die Definition von Antiimperialismus.

Ganz falsch liegt demnach der AfD-Mann nicht, wenn er die Militärs in Myanmar als „Linke“ bezeichnet. Vielleicht wuchs er in der DDR auf und kann sich noch an die Positionen erinnern.

Das beschreibt den primären Hintergrund des Konflikts, der sich in Myanmar abspielt.

Man zitiert gerne den Ausspruch von Emma Goldmann: „Könnten Wahlen etwas ändern, wären sie verboten!“ Es gibt aber einen Unterschied zwischen den westlichen Industrienationen, die man eigentlich mittlerweile Finanznationen nennen sollte, und Entwicklungsländern.

In Entwicklungsländern können Wahlen eben schon eine grundliegende Änderung verursachen.

Das führt uns zum sekundären Hintergrund des Konflikts. Philosophisch gesehen sekundär. Praktisch-lebensreal ist es für einen großen Teil der Bevölkerung wahrscheinlich der wichtigere.

Wir haben in Myanmar die traditionalistisch-buddhistische Geisteshaltung, die das Allgemeine über das Einzelne stellt, heißt, die Verwirklichung der Nation, oder Union oder Republik, wie immer man das dann nennen will, alle 3 Begriffe sind im Gebrauch, dem sich das Individuum unterordnet oder dem es untergeordnet wird.

Ihr politischer Ausdruck ist die Tatmadaw.

Und wir haben die, ich nenne sie hier einmal, Westler. In der Ideologie des Westens steht das Individuum im Zentrum, das Allgemeine dient ihm als Mittel zum Zweck der Selbstverwirklichung.

Ihr politischer Ausdruck ist die NLD.

Nun ist ja immer auch das eine im anderen enthalten und das Streben der Politik sollte danach gehen, beides zueinander in Ausgleich zu bringen.

Das ist der Konflikt, durch den die Leute in Myanmar müssen, um die Stabilität im Land zu erreichen, auf der sie Frieden und Wohlstand gründen können.

Ausländische Interventionen, welcher Art auch immer, können bei diesem Konflikt nur Öl in’s Feuer gießen. Zu einer Lösung beitragen können sie gar nichts.

Früher war man sich dessen gewahr gewesen, darum das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten.

Und die Deutschen brauchen wirklich nicht so tun, als wären sie die Weltlehrer in Sachen Demokratie.

Wenn Leute sagen, das Deutschland, welches wir heute haben, ist das beste Deutschland, dass es jemals gab, dann muss man sie erinnern, wie es dazu kam.

Vom Aufbruch des Kaiserreiches als Imperium in Konkurrenz zu Frankreich, Großbritannien, Russland und Österreich zur sozialistischen Revolution 1918/1919, die blutig niedergeschlagen wurde, was zur Weimarer Republik führte, die in das 3.Reich mündete, dessen Zerschlagung wiederum die Gründung der Bundesrepublik und der DDR auslöste, die 1989 – 1991 wieder vereint wurden und den Ossis-Wessis-Streit bis heute nicht lösen konnten.

Darum sage ich: kümmert ihr Deutschen euch um eure eigenen Sachen und überlasst Myanmar den Menschen, die dort leben!

Der gewaltsame Tod eines 19-jährigen Mädchens aufgrund einer politischen Auseinandersetzung ist eine schreckliche Sache.

Soll ich euch noch etwas verraten? Es ist immer die Politik, was die meisten Opfer fordert!

Wrong Turn 2021

„falsch abgebogen 2021“ ist der Titel eines neuen Horror-Flicks und anfangs wollte ich in diesem Artikel nur über Hergänge in der Unterhaltungsindustrie meckern; der Mädchenschnüffler Joseph Robinette Biden Jr. zwingt mich aber leider, mit einem ernsthafteren Thema anzufangen. Also eigentlich gibt es für mich, Schauspieler, Fotograf usw., nichts ernsthafteres als die Qualität der Geschichten und wie sie vorgetragen werden, aber wenn creepy uncle Joe einen Nuklearkrieg vom Zaun bricht, dann gehen auch alle Geschichten in Rauch auf und alle, die sie erzählen könnten.

Der Brief

Am 22.02.2021 haben mehrere demokratische Abgeordnete einen Brief an Biden verfasst, der anregt, in die Mechanismen im Zusammenhang mit dem nuklearen Arsenal der USA zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und Entscheidungsprozesse einzuführen.

Wie immer, wenn es um etwas Wichtiges geht, hat AOC nicht unterschrieben, aber immerhin hat von der Squad Ilhan Omar unterschrieben – sie kommt aus Somalia und Biden ließ in seiner kurzen Amtszeit Somalia bereits bombardieren – und auch die Namen von Cori Bush und Ayanna Pressly fehlen, was möglicherweise daran liegt, dass deren gesamtes Vokabular sich auf die drei Worte „systemisch“, „Rassismus“ und „Sexismus“ reduziert, weshalb so ein Brief oberhalb ihres Begriffsvermögens angesiedelt ist.

Update 19:39h. Oups – gerade eben habe ich entdeckt, dass ich den Namen Ayanna Pressly überlesen hatte, sie hat doch unterschrieben. My apology here, Mrs. Pressly!

Es wurde von der Presse spekuliert, dass das damit zusammen hängt, dass Biden dement ist und die Abgeordneten die Gefahr, er könne aus einer puren geistigen Fehlzündung heraus einen Nuklearangriff starten, eingrenzen wollten.

Gestern ließ Biden Syrien angreifen und auf syrischem Territorium wiederum den Iran, in Gestalt von völlig legal in Syrien anwesenden Iranern.

Anlass für mich, Sie mit einem Gerücht vertraut zu machen, das mich erreichte, über das ich ursprünglich nicht schreiben wollte, weil es eben nur ein Gerücht ist. Dieser Angriff auf Syrien/Iran gibt ihm aber genug Gewicht, es unter dem Vorbehalt, dass es nicht bewiesen ist, weiter zu erzählen.

Nämlich, dass der Brief einen viel gefährlicheren Hintergrund hat!

Ich habe schon erzählt, dass NLD-Aktivisten in Myanmar mit Schildern auf Englisch unterwegs sind, die zum militärischen Angriff der USA auffordern.

Es heißt, dass Joseph Robinette Biden Jr. tatsächlich einen Militärschlag gegen die Union von Myanmar anordnen wollte! Nun sollen seine Generäle ihn aber darauf hingewiesen haben, dass es einen militärischen Beistandsvertrag zwischen der Union von Myanmar und der Volksrepublik China gibt, der, ebenso wie der Artikel 5 des NATO-Pakts, einen Bündnisfall auslöst und automatisch zu einem Krieg mit der Nuklearmacht China führt!

Auch kann im Falle des direkten Nachbarlandes und ältesten Verbündeten Chinas davon ausgegangen werden, dass die Wahrscheinlichkeit, die Chinesen verhalten sich vertragstreu, bei annähernd 100% liegt.

Und

Über allen Gipfeln
Ist Ruh‘,
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.

J.W.v.Goethe

Kurz: keine Panik, aber im Auge behalten. Ich weise hier noch einmal darauf hin, dass die USA sehr wahrscheinlich nach der nächsten Bundestagswahl, bzw. nach Vereidigung der nächsten Bundesregierung, einen großen Krieg anfangen werden.

Syrien ist ja auch nicht ohne. Wenn man bedenkt, dass die Amis sich dort illegal eingenistet haben, um mit Kurden als Kulis das syrische Öl zu stehlen. Noch zu Trump-Zeiten, Ende letzten Jahres, haben die Amis in einem Akt der Piraterie einen iranischen Tanker gekapert, das Öl gestohlen und verkauft. Die Lage verschärft sich. Biden hat 2000-$-Stimulus-Cheques versprochen, die er nicht auszahlt. Das verärgert auch seine Wähler.

Und was war jetzt mit der Unterhaltungsindustrie

Ah ja, genau.

Wrong Turn 2021

Es ist nicht zu fassen!

Wrong Turn ist ja eine seit 2003 fest etablierte Serie von Horrorfilmen. Gore. Splatter. Abartige Kreaturen, die in Wäldern leben und auf Menschenjagd gehen. Bloß nicht falsch abbiegen und in deren Jagdrevier landen. Das überlebt keiner schadlos.

Ich gestern Abend. Hurrah, der neue Wrong Turn, der nunmehr 7. Flick in der Reihe, ist raus! Kaffee ist gekocht, Cola kaltgestellt, Snacks zubereitet, Beamer angeschmissen, los geht’s –

-also, hier da, ne, solche Kollegen erwartet man sich, und ich betone, völlig zu Recht:

und hier zum Beispiel, schleichen sich voll fies von hinten an eine schon leicht abgekämpfte Eliza Dushku ran, blutend, aber Schminke und Frisur sitzen perfekt, von der der Zuschauer natürlich unbedingt will, dass sie entkommt:

Ja. diese Art Trash konnte man 6 Filme lang erwarten und hat sie bekommen.

Also, im Jahre 2021 gibt es das nicht mehr!

Das heißt zwar Wrong Turn, aber wo Wrong Turn draufsteht, ist 2021 kein Wrong Turn mehr drinne!

Sondern:

Hollywood schafft es, sogar eine Serie aus Gore-Splatter-B-Movie-Horror-Flicks zu killen, indem sie, anstatt die Erwartung des Publikums zu befriedigen, DAS PUBLIKUM MIT EINER LINKS-LIBERALEN MORALPREDIGT ÜBER RASSISMUS UND SEXISMUS BELÄSTIGEN!!!! Und selbst die
Perversen im Wald sind ganz normal aussehende, nur überdurchschnittlich doofe Rednecks…

Aber, hey, the bright side is: wenn die Filmindustrie jetzt nur noch Demokraten-Propaganda-Schrott produziert, hat man keinen Grund mehr, seine Zeit mit deren Produkten zu verbringen und kann sie für sinnvolleres nutzen! – und manchmal melancholisch sich an die guade, oide Zait erinnern…

No one f#cks with Wendy Testaburger

Die Ereignisse, welche mit dem 06.Januar 2021 ihren Anfang nahmen, stellen tatsächlich einen jener historischen Wendepunkte dar, hinter die es, innerhalb der ihnen zeitgenössischen Generationen, kein Zurück mehr gibt.

Aber nicht, weil ein paar Gestalten, deren geistige Unzulänglichkeit schon alleine daran bemessen werden kann, dass sie sich beim illegalen Aufenthalt im #Capitol hübsch geselfiet oder gegenseitig mit ihren Smartphones fotografiert haben – man hätte sich von der Antifa wirklich abschauen können, dass man bei so etwas eine Sturmhaube und im optimalen Fall noch eine Sonnenbrille dazu trägt! – , sondern aus 2 Gründen:

Der erste, allerdings von der Bedeutung sekundäre, ist: das politische Establishment in #WashingtonDC, #Democrats wie #Republicans, einschließlich des nicht in eine Partei eingeschriebenen Senators des Zwergstaates Vermont, Bernie Sanders, inszenierten und inszenieren anhand von Donald Trump ein Fanal, das jeder lebenden Kreatur einhämmert: solange sie leben, wird niemand es mehr wagen, einen Posten in Washington zu besetzen, den sie nicht selber ausgesucht haben!

Sekundär in der Bedeutung, denn ähnliches werden sich Ludwig XVI mit Marie Antoinette oder Zar Nikolaj II und Alexandra auch gedacht haben, ehe der Sturm der Geschichte sie in ihre Brandung riss.

Ob das Washingtoner Establishment, wie wir es heute kennen, die nächsten 10 Jahre überlebt, halte ich für ausgesprochen zweifelhaft.

Die Präsidentschaftswahl 2020 und die Folgen eignen sich eher dazu, diese Politikelite verhasster zu machen als ihr Anerkennung zu verschaffen.

Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob #Biden die Wahl gegen Trump gewonnen hat, oder nur durch Wahlbetrug in das Amt gelangt. Tatsächlich wirkt es auf mich sehr unglaubwürdig, dass der seit 1973 vor allem für seine ausgeprägte Camäleonhaftigkeit bekannte Joseph Robinette Biden Jr. die Wahl gewonnen haben soll. Was Bewohner Teutoniens nicht wissen, aber für politisch interessierte Amerikaner, und die gehören ja zum Wahlvolk, kein Geheimnis ist: Bidens Karriere in Washington begann als Senator von Delaware. Delaware hat genau 2 Geschäftszweige: der 1. ist, amerikanischen Milliardären und Großkonzernen Steuervermeidung in großem Stil zu sichern, der 2. ist, dem selben Klientel die Möglichkeit der unbehelligten Geldwäsche zu bieten. Und einer, den Delaware als Senator nach Washington schickt, hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt. Dass dieses Klientel Biden nach alles in allem 50 Jahren treuer Dienstbeflissenheit seinen letzten Lebenstraum zu verwirklichen gewähren möchte, ihn als Präsident zu casten, klar. Dass Biden die Wahl aber auch gewinnt… Hmm. Nicht so klar.

Was wahr ist, weiß ich nicht, aber die vielen Millionen Wähler, die sich betrogen fühlen, wurden und werden durch die aktuellen Ereignisse seit dem 06.Januar zusätzlich provoziert.

Nicht überzeugender ist auch Kamala #Harris. Diese Frau ist in den USA noch unbeliebter als Sawsan Chebli in Deutschland. Hinzu kommt, dass sie, im Gegensatz zu der lauten aber harmlosen Sawsan Chebli, immer einen Ruf als Karrieristin der schlimmsten Sorte hatte. Als Staatsanwältin hatte sie viele, vor allem Afroamerikaner, wegen ein bisschen Haschischbesitz und Kiffen in das Gefängnis sperren lassen, um sie als Zwangsarbeiter nutzbar zu machen. Sie hatte sogar dafür gesorgt, dass Leute nach Verbüßung ihrer Strafe weiterhin in Haft bleiben, bis gerichtliche Anordnungen sie zwangen, das sein zu lassen. So etwas vergisst man nicht.

Und ich will noch einen weiteren wichtigen Puzzlestein beschreiben. The Squad.

Zu Beginn ihrer Zeit nannten sie sich noch The Freshmen Squad. Das Freshmen blieb dann weg, weil sie ja 5 females und nur 1 Typ sind. 6 junge Wilde, die Progressives, die 2019 4 und 2 2021 in den Kongress einzogen. 2 von ihnen, die Einwanderin aus Somalia Ilhan Omar und die New-Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez haben es schnell zu Celebrity-Status gebracht.

Die letztere, die davor unter dem Namen Sandy Cortez Barmädchen in Queens war, hatte ja auch ich zu Beginn sozusagen unterstützt. Glenn Greenwald hatte sie promotet, Jimmy Dore gab ihr Raum in seinen Shows, die Comic-Zeichner von Queens empfahlen sie ihren Lesern. 3 amerikanische Stimmen, die mein Vertrauen haben. Ich hörte mir also auch an, was sie zu sagen hatte und fand sie ausreichend interessant, um mit zu helfen, sie in Deutschland bekannt zu machen. Es gab selten jemanden, der sich schneller den Gepflogenheiten des Washingtoner Politikbetriebs angepasst hat, als Sandy Cortez. Cortez. Ob auf dem Namen ein Fluch liegt, der Fluch des Hernán Cortés? Ein paar Auftritte in TV-Shows haben gereicht, um auf die zu pfeifen, die sie groß gemacht haben und die Inhalte, ob derer man sie groß gemacht hatte, in der Praxis geradezu zu konterkarieren. Medicare for all? Now is not the time. Vote Nancy.

Alexandria Ocasio-Cortez

Der Preis des Verrates ist aber nicht alleine die Enttäuschung über die Person. Der Preis des Verrats ist, dass die Leute, die sie in den Kongress gebracht haben, glaubten, etwas bewirken zu können, nur um feststellen, verarscht worden zu sein. Die kalte, stählerne Wahrheit des politischen Systems zu fühlen, nichts zu sagen zu haben, obwohl man doch in der Schule gelernt hatte, Demokratie würde das Wunder bewirken, dir eine Stimme zu geben!

Und mit jedem Verrat wird der Glaube in das politische System schwächer, dünner, nebliger, die Demokratie ein Phantasma, das sich jedes Mal wie ein kühler Windhauch verflüchtigt, wenn man sie zu greifen sucht.

Ob die Washingtoner Politikelite die nächsten 10 Jahre überlebt?

Nun, davon abgesehen, dass die Hälfte in 10 Jahren sowieso auf die 100 zugeht, kann ich mir gut vorstellen, dass wir Erschütterungen erleben werden, mit denen wir bislang nicht gerechnet hätten.

Trump ist ihnen in jede Falle getreten, die sie aufgestellt haben, auch die auffallendste. Aber vergessen wir nicht, dass Trump überhaupt gewählt wurde, war das Symptom der Ablehnung, die Washington entgegen gebracht wird! Mit der Biden-Harris-Administration kehrt die ganze Bush-Clinton-Obama-Gang zurück, die man doch mit Trump entmachten wollte! Trump tastete sie nicht an, jetzt bäumen sie sich auf und zertrümmern sein Leben. Und machen ein Kreuz auf jeden, der mit Trump zusammengearbeitet hat.

Die Demokraten agieren hier in einer Arroganz und Ignoranz der Macht, die bei vielen Menschen unterdrückte Wut hervorruft, die Republikaner reagieren in einer windelweichen Unterwürfigkeit, die anekelt.

Das täuscht manche darüber hinweg, was die tatsächliche, lebensverändernde Bedeutung des 06.Januar ausmacht! Manche, viele aber haben es intuitiv auch erkannt.

Der 06.Januar 2021 war der climax, an dem #BigTech sich die unumschränkte Herrschaft über den Westen angeeignet hat!

Der 06.Januar war ein Staatsstreich, ein Coup.

Aber nicht, wie die geistigen Blindgänger aus dem Spektrum Mitte-bis-links glauben, ein gescheiterter Trumps gegen irgendwas, das Demokratie heißt. Es war der Staatsstreich, mit dem die globalen Konzerne von Silicon Valley und ein paar Hedge-Fond-Manager offen Washington DC ihrer Macht unterwarfen!

Ich hatte die Geschehnisse in Washington auf mehreren Streams verfolgt, mehreren Sendern, mit twitter und sonstigem Zeug außer Facebook, das ich nicht anfasse, (naja, fast nicht, WhatsApp musste ich wegen Lohnarbeit installieren und auf Instagram verfolge ich manches Entertainment-Zeug), und live via Internet war die Chronologie der Ereignisse wie folgt:

Trumps Team hatte ziemlich viel Material zusammentragen können, welches belegt, dass es bei der Präsidentschaftswahl nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Auf den gewöhnlichen Wegen, die die Verfassung und das Wahlgesetz – bzw. die Wahlgesetze der einzelnen Staaten – vorsehen war er aber gegen Mauern gelaufen.

Um das klar zu stellen: ich beschreibe im folgenden, wie es für mich unter Zuhilfenahme von 1 Rechner, 1 Tablet und 1 Smartphone in 6812 km Entfernung aussah!

Der 6.Januar war nun der Tag, an dem im Kongress die Auszählung der Stimmen des Electoral College vollendet würde und das Ergebnis verkündet werden sollte.

Trump hatte für dieses Event seine Anhänger zu einer Kundgebung vor dem Capitol aufgerufen. Es waren auch zahlreiche seiner Anhänger aus allen Staaten gekommen. Die Never-Trumper sprachen von 150 000, Trumps Leute vom 10-fachen dessen. Ich kann die Zahl aus den live-streams nicht einschätzen, es waren aber wirklich sehr viele Menschen.

Mike Pence hatte offiziell die Aufgabe, die Sitzung, in der das Ergebnis verkündet würde, zu leiten.

Während Trump seine Rede hält, kam es seinem Vieze Mike Pence zu, dem Ergebnis im Haus zu widersprechen. Brav nickte er aber das Ergebnis ab.

Trump war längst mit seiner Rede fertig und zurück im White House, als sich in der Menge die Nachricht verbreitete. Der Satz war: „Pence back stabbed Trump!“ – Pence habe Trump das Messer in den Rücken gestoßen.

Tumultartige Szenen entwickelten sich, einige drangen in das Capitol ein, wo sie dann keine Ahnung hatten, was sie dort sollen. Sie lungerten irgendwo rum, spielten mit ihren Smartphones, unwichtiger Quatsch.

Eine Antiquität mit antiquarischen Büchern wurde beschädigt. Es sollen die „Books of Women in Politics“ gewesen sein, was seitens der Democrats als ganz besonders perfide angesehen wird.

Eine ehemals bei den US Air Force beschäftigte Frau, Ashli Babbitt, wurde ohne ersichtlichen Grund vor laufenden Handy-Cameras hinterrücks angeschossen. Auf mich hatte das so gewirkt, als habe man sie erschossen, um die Menge zu gewaltsamen Aktionen anzuheizen. Die Umstehenden waren aber eher schockiert und kümmerten sich darum, die Frau in ein Krankenhaus bringen zu lassen, wo sie dann verstarb.

Einige der Abgeordneten scheinen den Inhalt ihres Darms in die Hose oder das Kleid entleert zu haben, mehr ist ihnen nicht passiert.

Zuletzt nun forderte via Fernsehen Joe Biden Trump auf, seine Leute zurück zu pfeifen.

DAS TAT DER AUCH UMGEHEND!!!

Und das ist nun der Witz an der gesamten Geschichte! In dem Moment, in dem Trump einen Video publizierte, in dem er die Leute aufforderte, illegales Verhalten zu unterlassen und nach Hause zu gehen, wurden seine sämtlichen Zugänge zu Internetplattformen gecancelt!

Der Video verschwand kurz nach Veröffentlichung, sein twitter wurde abgeschaltet, usw.

Das war kein Coup, den Trump angeführt hatte, es war eine Ausschreitung. Ob spontan von irgendwelchen Chaoten initiiert oder von Agents provocateurs, ich weiß es nicht. Das wird schon irgend wann herauskommen. Spätestens in 30 Jahren, wenn die entsprechenden Dokumente declassified werden.

Das zu Begreifen wichtige hier ist, dass die Tech-Giganten ihre Zugriffsmöglichkeiten genutzt haben, Trump daran zu hindern, einzugreifen!

Aufbauphase

Das machen sie schon lange. Der erste Regime-Change-Versuch der Obama-Administration gemeinsam mit den #BigTech war die sogenannte Grüne Revolution im Iran. Zur Erinnerung, damals hatte Mahmud Ahmadineschād, den Washington absolut nicht haben wollte, die Präsidentschaftswahl im Iran gewonnen. Auf einmal tauchten überall im Westen vor iranischen Botschaften vorgedruckte Schilder auf „Where is my Vote“, Parlamente in Washington, London und Berlin traten zusammen und reifen zum Umsturz im Iran auf, man propagierte Ahmadinedschads Gegner, den ehemaligen Premier Mir-Hossein Mousavi.

Twitter kam zum Einsatz um überall im Iran zu Aufständen aufzurufen. Aber nicht nur. Die schwedische Pirate-Bay, eigentlich ein torrent-tracker, richtete eigens eine Plattform ein, die Iranern, welche die Wahl nicht anerkennen wollten, zur Kommunikation dienen sollte.

Mir persönlich schien das absolut dubious. Mousavi war nie der westlich orientierte Liberale, als welche unsere Presse ihn dem westlichen Publikum anpries. Mousavi war der Schlächter von 1989! Damals war Mousavi Prämier. Als die UdSSR zu kollabieren drohte, ließ er zahlreiche linke Männer, also als Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten bekannte, massakrieren. Wir haben bis heute keine genauen Zahlen, es waren mehrere 10 000! Ihre Ehefrauen und Töchter wurden ausgepeitscht und verkauft. Mousavi war eine der brutalsten, zynischsten und skrupellosesten Führungskräfte, die die Islamische Republik je hatte. Unwahrscheinlich, dass er als „Hoffnung der Liberalen“ eine Wahl gewonnen hat.

Aber es war eine erste Generalprobe von #BigTech, einen Wahlausgang umzudrehen.

Einen erfolgreichen Einsatz hatte #BigTech beim Sturz der Arabisch-Sozialistischen Jamahirija in Libyen 2011. Dort fungierten Facebook und twitter als Kommunikationsplattform für die Anti-Gaddafi-Kräfte. Das war zwar nicht entscheidend, denn entscheidend war die Landung französischer Spezialeinheiten gemeinsam mit Dschihadisten in Tripoli bei einer Nacht- & Nebelaktion, nachdem die NATO über Libyen mehr Bomben abgeworfen hatte als während des gesamten 2.Welrkrieges von allen Beteiligten zusammen eingesetzt wurden, aber sie hatten eine wichtige, strukturbildende Funktion. Auch waren die Technischen Möglichkeiten des Internets von in Libyen akkreditierten westlichen Journalisten genutzt worden, Daten zu sammeln und an das Militär der Angreifer weiter zu leiten, z.B. um ihnen Ziele für Bombardierungen zu liefern, Bewegungsprofile von Offiziellen erstellen zu können usw. – schlicht, Geheimdiensttätigkeiten zu verrichten.

Heute leben wir in einer Umgebung, in der ohne #BigTech nichts mehr geht. Männer wie Christopher Walken, die stolz verkünden, weder Smartphone noch Internet zu haben, sterben aus. Alles ist vernetzt, private wie wirtschaftliche Strukturen bewegen sich in Abhängigkeit zu #BigTech. Es gibt Millenials, die könnten ohne Smartphone den Laden schräg gegenüber ihrer Wohnungstüre nicht finden. Man zählt die Stunden, bis wann das Bargeld abgeschafft sein wird und man ohne Smartphone keine Semmel mehr kaufen kann.

Ihr übriges tun die Corona-Lockdowns. Die Leben der Menschen, privat wie beruflich, bleibt nur noch über Internet und Smartphone funktionsfähig.

Am 06.Januar 2021 demonstrierten twitter, Facebook, Google und die ganzen usual Suspects allen, die es sehen konnten, wenn sie nur wollten: Es ist endgültig so weit! #BigTech hat Euch bei den Eiern!

South Park S01E11

Fortsetzung folgt