Knecht Heiko macht Aufwartung bei seinem Herren und andere Kleinigkeiten

Ich beginne jedoch mit zwei Kleinigkeiten, die für das Gesamtbild wichtig sind.

Washingtons Hitmen on the Road again

Am 16. Juli verkündeten die USA eine neu ins Leben gerufene Vierer-Runde, Quad, bestehend aus den USA, Pakistan, Usbekistan und der Regierung ohne Land in Kabul, die sich mit dem „Freidesprozess und der Nachregelungen“ in Afghanistan befassen soll. Viel ist darüber nicht bekannt, kaum jemand ist so dumm, nicht zu erkennen, dass es sich um eine Initiative der USA handelt, vor allem die Einbindung Afghanistans in die Belt- and Road Initiative zu sabotieren.

Die Ankündigung des US-State Department ist bemerkenswert kurz:

Vertreter der Vereinigten Staaten, Afghanistans, Pakistans und Usbekistans haben sich grundsätzlich darauf geeinigt, eine neue quadrilaterale diplomatische Plattform einzurichten, die sich auf die Verbesserung der regionalen Konnektivität konzentriert. Die Parteien betrachten langfristigen Frieden und Stabilität in Afghanistan als entscheidend für die regionale Konnektivität und sind sich einig, dass Frieden und regionale Konnektivität sich gegenseitig verstärken. In Anbetracht der historischen Chance, florierende interregionale Handelsrouten zu eröffnen, beabsichtigen die Parteien, zusammenzuarbeiten, um den Handel auszuweiten, Transitverbindungen aufzubauen und Geschäftsbeziehungen zu stärken. Die Parteien kamen überein, sich in den kommenden Monaten zu treffen, um die Modalitäten dieser Zusammenarbeit im gegenseitigen Konsens festzulegen.

Das ist eine Ankündigung, die nur ausdrückt, dass die Botschafter der USA den Regierungen der SCO, außer Russland und China, die Türen eingerannt haben, um Unterstützung für eine Marionettenregierung der USA in Kabul zu erhalten, aber nur in Pakistan und Usbekistan ein vages „Jaja, kann man ja in den kommenden Monaten mal drüber reden“ zur Antwort bekamen.

Bei „historic opportunity“,“historische Chance“, die sich nun auftäte, bin ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen, wenn man bedenkt, dass die historische Chance, die sich in der Region gerade ergibt, genau darin besteht, dass die NATO, sprich die Kriegsmaschine der USA, abzieht und die Länder der Region davon ungestört eine Nachkriegsordnung in Angriff nehmen können, die ihren Interessen dient und nicht alleine den Interessen der USA und der EU!

Vor Ort entwickelt sich alles wie gehabt. Während des Eid al-Adha-Gebetes am 20. Juli gab es einen Raketenangriff auf Kabul zu dem sich er Islamische Staat bekannte. Da der IS eine Söldnertruppe der NATO ist, die mit Religion, nebenbei bemerkt, nicht viel am Hut habt, sonst würden sie nämlich zu diesem Zeitpunkt gebetet haben und keine Raketen auf Betende verschießen, kann man das als Terror gegen die Bevölkerung in der Absicht, Bürgerkrieg anzuheizen, interpretieren.

Meanwhile in Damascus

Von diesen beiden Vorgängen eingerahmt am 18.Juli unterstrichen gleich zwei Ereignisse in Damaskus das Schwächer-werden der westlichen Hegemonie.

Die Vereidigung des fulminant wiedergewählten syrischen Präsidenten Baschar al Assad

und die unmittelbar darauf folgenden Gespräche zwischen dem Präsidenten Syriens und dem Außenminister der Volksrepublik China, die in die Unterzeichnung wichtiger Verträge mündeten, welche Syrien in die Belt- and Road Initiative einbinden.

Es ist sehr lange her, sich syrische und chinesische Politiker auf hochrangiger Ebene zu wichtigen Gesprächen zusammentrafen.

Die Sachlage ist: mit Afghanistan und Syrien werden zwei fehlende Teile der klassischen Seidenstraße der neuen Seidenstraße hinzuaddiert. Zugleich wird der NATO-Aggressor von beiden Territorien verdrängt.

In den vergangenen Tagen griffen israelische Bomber Syrien an. Das kann in die selbe Kategorie eingefügt werden, unter die sich der IS-Angriff auf Kabul subsummiert, ein primitiver Terrorangriff, mit ausgefuchsterer Technologie, als sie dem IS zur Verfügung steht, um eine friedliche, wirtschaftlich prosperierende, vom Imperium USA-Israel-EU unabhängige Entwicklung zu sabotieren. Westlicher staatlicher Terrorismus, der das Unabänderliche jedoch nur stört, wie Moskitostiche in lauen Sommernächten, nervt, ein unvermeidliches Übel, das die eine oder andere Sache verzögert, aber keinen bedeutenden Faktor darstellt.

In Syrien wird es darauf hinauslaufen, dass die Russische Föderation die militärische Absicherung übernimmt, während China die wirtschaftliche Aufbauarbeit maßgeblich garantiert.

Das Imperium ist in sich marode. Seine Konzepte bestehen einzig aus Erpressung, Betrug, Einschüchterung und Gewalt, physischer wie struktureller.

in eine solche Herrschaftsform ist das unvermeidliche Verfallsdatum eingebaut. Die so beherrschten müssen zwar aufpassen und zunächst mitspielen, wenn ihnen ihr Leben lieb ist, aber ihr Bemühen zielt von Anfang an darauf ab, die Herrscher abzuschütteln, sobald das möglich wird.

Trollparade in DC

Ich glaube nicht an Zufall, wenn die von deutschen Steuergeldern in Saus und Braus lebende weißrussische Bouletten-Prinzessin sich relativ zeitgleich mit Heiko Maas einen Trip in die Welthauptstadt der Demokratie gönnt.

Ich halt es auch nicht für von Ungefähr, wenn sie Josef „Joschka“ Fischers Übermutti Madelaine Albright vorgestellt wird,

von der man immer im Hinterkopf haben muss, dass sie zum engsten Kreis der Clintons gehört und den Tod von 500 000 Kindern im Irak – alleine aufgrund des Embargos, die Kriegstoten sind da noch nicht eingerechnet – einen geringen Preis fand, für den Sturz Saddam Husseins zu zahlen.

Die Bouletten-Prinzessin ist permanent auf Tournee, um das Aushungern Weißrusslands zu bewerben. In Albright hat sie eine perfekte Fürsprecherin.

Der Plan, die GRÜNEN als politische Führungskraft Deutschlands einzusetzen, ist erst einmal vom Tisch, nehme ich an, da die auserkorene Galionsfigur Baerbock ein Griff ins Klo war. Für mich sieht es so aus, dass man daraus gelernt hat und beim Etablieren einer zukünftigen Spitzenkandidatin Luisa Neubauer sorgsamer arbeitet.

Für Heiko bietet sich da Gelegenheit, in die Presche zu springen! Das, was heute unter dem Namen Deutsche auf dem Planeten lebt, sind nur Amerikaner 2. Klasse, das Land Deutschland ein untergeordneter Außenposten der USA. Wenn Heiko Außenminister bleiben will und die Position der SPD gegen die Konkurrenz der GRÜNEN verteidigen, ist die Meinung Washingtons wichtiger, als die Meinung der Wähler in Deutschland. Wenn Washington es so will, kann die SPD auch mit einstelligem Wahlergebnis Juniorpartner in der Regierung bleiben und Ministerien besetzen.

Keine andere Herleitung dieses gestrigen Papiers „Gemeinsame Erklärung der USA und Deutschlands zur Unterstützung der Ukraine, der europäischen Energie­sicherheit und unserer Klimaziele“ hat für mich Plausibilität.

Da sind mehrere Punkte, die ausschließlich den Zweck haben, sich Washington anzudienen.

Heiko kann nicht, wie Annalena Baerbock und Robert Habeck versprachen, Nord Stream 2 einfach canceln und die Kosten dafür, sowohl die Strafzahlungen für Vertragsbrüchigkeit als auch die teurere Energiegewinnung, dem deutschen Steuerzahler und Stromzahler aufbürden, da die deutschen Wirtschaftsführer und die sie vertretende Kanzlerin Merkel es nicht erlauben und Heiko ihrem Kabinett angehört.

Stattdessen mach Heiko Washington Geldgeschenke und sagt deutsche Investitionen in die ukrainische Energie-Infrastruktur zu.

Blödsinn ist, zu behaupten, der Transit von Russischem Gas durch die Ukraine sei damit auf das nächste Jahrzehnt gesichert.

Das kann er schon deshalb nicht zusagen, weil die Anlagen der Ukraine gehören und die Ukraine für die Wartung der Anlagen verantwortlich ist. Es wird übereinstimmend berichtet, dass die Ukraine dieser Verantwortung nicht nachkommt.

Dass Russland Gas durch die Ukraine leitet ist eine Art Sozialleistung, die Russland der Ukraine gewährt. Denn die Gasprom zahlt Transitgebühren. Darüber hinaus existiert kein einziger Grund, die Ukraine als Transitland zu nutzen, im Gegenteil, das Gas würde auch für die Endverbraucher bei Umgehung der Ukraine günstiger, da natürlich die Gebühren in den Verkaufspreis eingerechnet werden müssen. Heiko macht also mal wieder das, was er am besten kann, genauer gesagt, er macht das tatsächlich einzige, was er wirklich kann, er geht zur Beförderung seiner eigenen, persönlichen Karriere generös mit dem Geld anderer Leute um!

In der Erklärung taucht der seltene Begriff „Drei-Meere-Initiative“ auf.

Hier handelt es sich eigentlich um ein Projekt, das direkt im Anschluss an die Auflösung des Warschauer Vertrages 1991 von den USA initiiert worden war, um die Staaten Osteuropas und das aus der UdSSR ausgetretene Baltikum in das westliche Imperium zu integrieren. Die Beantwortung der Frage, warum Österreich dabei ist, obwohl Österreich weder als mit den Angloamerikanern konkurrierende Seemacht auffällt, noch zu Osteuropa gehört, habe ich mir nie ernsthaft zu beantworten versucht, auch wenn der Name „Österreich „sich etymologisch von „östliches Reich“ ableitet, da diese Initiative bisher ein ganz und gar stiefmütterliches Dasein führte. Sie war nur als Surrogat angeleiert worden, weil die NATO der UdSSR in die Hand versprochen hatte, keine Osterweiterung zu betreiben und man auf diese Weise doch in das Territorium des ehemaligen Warschauer Vertrag hinein expandieren konnte. Da sowohl die NATO-Osterweiterung stattgefunden hatte, als auch die betrefflichen Staaten in die EU integriert wurden, erübrigte sich eigentlich diese komische Drei-Meere-Initiative. Ich war jetzt tatsächlich etwas erstaunt, hier auf den Begriff zu treffen, um nicht zu sagen, war ich erstaunt, dass diese Initiative überhaupt noch existiert.

Ich hatte also kurz nach Vorgängen in diesem Zusammenhang aus der jüngeren Zeit gegoogelt und stieß tatsächlich auf ein Papier der Stiftung Wissenschaft und Politik vom Februar diesen Jahres: Die Drei-Meere-Initiative: wirtschaftliche Zusammenarbeit in geostrategischem Kontext.

Ob das in der Tat irgend eine Bedeutung hat, oder ob man einfach nur einen alten Schuh aus der Kommode gezogen hat, um etwas verbal aufzubauschen, vermag ich derzeit nicht einzuschätzen.

Mir fiel nur die Wortwahl in dem Satz auf,

Die Vereinigten Staaten und Deutschland bringen ihre nachdrückliche Unterstützung der Drei-Meere-Initiative und ihrer Bemühungen zur Stärkung der Konnektivität von Infrastrukturen und der Energiesicherheit in Mittel- und Osteuropa zum Ausdruck!

sprich, die Verwendung der Begrifflichkeit „Konnektivität“, die auch in der absehbar scheiternden, eingangs erwähnten Initiative der USA zur Nachkriegsordnung rund um Afghanistan gleich 3 mal auftaucht.

Selbst, wenn man in die Waagschale wirft, was dieser Doktor Sowieso von der SWP betont,

Leitmotiv des amerikanischen Verhaltens in und gegenüber Ostmittel- und Südost­europa ist die Funktion der Region im glo­balen Wettbewerb mit Russland und China. Jenseits des asiatischen Raums ist der öst­liche Teil Europas der Hauptschauplatz, auf dem Washington dem wirtschaftlichen und politischen Einfluss der beiden Großmacht­rivalen entgegentreten möchte.

fällt mir nichts ein, welche Funktion ein bisher vorwiegend auf dem Papier alleine existierendes gesondertes Forum aus untergeordneten Staatsbeamten, die sich ab und zu treffen, haben oder annehmen können soll, welches ausschließlich aus Staaten der EU und, von Österreich abgesehen, Mitglieder der NATO besteht.

Sagen wir, es war den USA erfolgreich gelungen, zu verhindern, dass eine Pipeline für Russisches Gas in den Drei-Meere-Initiative-Staat Bulgarien führt, wodurch der EU-Netto-Zahlungs-Empfänger Bulgarien hätte Gewinne generieren können, weshalb diese Pipeline jetzt Turk Stream heißt und die Gewinne an die Türkei gehen und Bulgarien das Gas nun aus der Türkei bezieht.

Man könnte demnach sogar festhalten, dass sich diese von Heiko Maas und der SWP gerühmte Drei-Meere-Initiative für die betroffene Region eher nachteilig ausgewirkt hat, wohingegen sie als feindseliges Bollwerk gegen die Russische Föderation und die Volksrepublik China über EU und NATO hinaus nichts bewirkt; wirtschaftlich ist die EU bereits ein Binnenmarkt und militärisch die NATO Block. Einen Binnenmarkt im Binnenmarkt kann es nicht geben, weil ein Binnenmarkt schon ein Binnenmarkt ist und ein militärischer Block in einem militärischen Block wäre eine Spaltung.

Kurz und schmerzlos lässt sich zusammenfassen: in diesem gesamten deutsch-amerikanischen Pamphlet ist rein gar nichts enthalten, das dem Leser einen Erkenntnisgewinn böte. Heiko versichert in einem verbalem Kotau den USA der unverbrüchlichen Loyalität der Bundesrepublik Deutschland im Kampf gegen die Russische Föderation und die Volksrepublik China solange er mitreden kann und sichert zu, auch weiterhin in der EU mit zu helfen, dass diese unter deutscher Führung den USA untergeordnet bleibt.

Das kommt nicht wirklich überraschend. Allerdings ist es kurzsichtig. Denn die Integration Afghanistans und Syriens in die Belt and Road Initiativ zeigt einmal mehr, dass hier ein moderner, digitalisierter Wirtschafts- und Kulturraum entsteht, derzeit noch von Weißrussland bis Nordkorea, von dem alle Beteiligten profitieren, der mittelfristig das morsche Imperium USA-Israel-EU unaufhaltsam überholen wird. Afrika und Lateinamerika schließen sich langsam an, noch die USA fürchtend, jedoch in exponentieller Entwicklung.

Das alte Europa ist eingeladen, mitzumachen. Man lebt auf einem gemeinsamen Kontinent! Das alte Europa sagt: unsere Grenze ist eure Grenze und wir dienen den USA!

Das alte Europa ist eingeladen, jedoch solche Einladungen stehen nicht ewig! Sie gelten so lange, wie sie von gegenseitigem Nutzen sein können. Danach wird es Europa ergehen wie Kafkas Mann vor dem Gesetz.

Orson Welles-Franz Kafka: Der Prozess, Intro

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Der letzte ist ein faules Ei

Deutsche Märchenstunden

In Deutschland sind der Schlagzeilen über Afghanistan gar nicht so viele, wie man annehmen möchte, wenn man bedenkt, dass die Bundeswehr dort 20 Jahre als militärische Besatzungsmacht tätig war und nun mit Schimpf und Schande verjagt wurde.

Will denn niemand wissen, wie es jetzt weiter geht?

Man spekuliert: wieviel Territorium kontrollieren die Taliban? 76%? 82%? 85%?

Genau die wichtigen Fragen!

Manch Medium jubiliert: „Heißa Jucheee! Frauen bewaffnen sich, um die Machtübernahme der Taliban zu verhindern!“ Illustriert durch eines der üblichen Fotos von irgendwelchen südländisch aussehenden Frauen mit Kalaschnikows, an welchen sich die modernen, progressiven Recken und Reckinnen des weltbefreienden Westens so gerne aufgeilen, welcher Fraktion auch immer man angehört, Weltrevolutionäre, Bringer-der-Demokratie…

Es ist ja schön von den Deutschen, die mit so komplexen politische Problemen konfrontiert sind, wie dass die böse UEFA verbietet, ein Stadion während eines Fußballspiels in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen, um irgend einem ungarischen Politiker eines auszuwischen, in al den Strapazen noch die Frauen tausende Kilometer weit weg trotz solcher Herausforderungen nicht zu vergessen.

War doch deutsche Ritterlichkeit das wahre Motiv, in Afghanistan einzureiten, der Wunsch, kleinen Mädchen in Kabul den Schulbesuch zu ermöglichen und dafür war es nun mal nötig, die fiesen, alten Typen mit Turban, die die Eingangstüren der Klassenzimmer Krummsäbel-schwingend versperrten, mit der eigenen geballten Faust zu vertreiben.

Aber ich muss euch enttäuschen: solche Meldungen sind banale moderne CIA-Propaganda; die wissen, dass in Deutschland (und USA, aber ich bleibe jetzt mal in Deutschland) die Weltverbesserer auf solche Meldungen anspringen wie ein ausgehungerter Hund, dem man ein saftiges, rohes Argentinischen Steak hinwirft.

Bitte, liebe Weltverbesserer weit jetzt nicht, aber meine Recherchen in der internationalen Presse lassen nur einen Schluss zu: nach 42 Jahren Krieg, davon die letzten 20 Jahre antikolonialer Widerstandskrieg gegen die Bringer der Demokratie, sind sich in Afghanistan fast alle einig: man will jetzt einen umfassenden, dauerhaften Frieden erreichen!

Es gibt Kräfte, denen das nicht schmeckt. Mächtige sogar. Der globalen Drogenmafia etwa. Auch weniger mächtige. Die von der NATO eingesetzte Regierung in Kabul kommt einem in den Sinn.

85% der afghanischen Bevölkerung, las ich am Wochenende, lehnten die Taliban ab, habe eine Umfrage irgend eines Instituts – keine Ahnung mehr welches, eines der üblichen – herausgefunden.

Wow, die müssen echt Zauberkräfte haben, die Taliban, wenn die 20 Jahre lang gegen die NATO kämpfen können, obwohl die NATO 85% der Bevölkerung in Afghanistan vertritt. Das erklärt dann wohl, wie es zu der Annahme kam, dass einige der Geschichten, die Scheherazade erzählt, aus diesem Lande stammen sollen.

Moskauer Ergebnisse

Das Außenministerium der Russischen Föderation veröffentlichte eine Presseerklärung zu den Gesprächen, die in Moskau stattfanden.

On July 8, Special Presidential Representative for Afghanistan Zamir Kabulov held consultations with a delegation from the Taliban’s political office. The discussion focused on the situation in the Islamic Republic of Afghanistan and the prospects for starting intra-Afghan talks.

The Russian side voiced their concern over the mounting tensions in the northern regions of Afghanistan and urged [the Taliban] not to allow these tensions to spread outside the county. The Taliban delegation reassured the Russian side that the Taliban would not violate the borders of the Central Asian counties and also provided guarantees of the safety of foreign countries’ diplomatic and consular missions in Afghanistan.

The representatives of the Taliban reaffirmed their interest in securing a lasting peace in their country through negotiations, taking into account the interests of all ethnic groups living in the country, as well as their readiness to observe human rights, including the rights of women, in keeping with Islamic standards and Afghan traditions.

It was separately emphasised that the Taliban is firmly determined to ward off the threat of ISIS in Afghanistan and eradicate drug production in the country after the end of the civil war.

„Am 8. Juli hielt der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Afghanistan, Zamir Kabulov, Konsultationen mit einer Delegation des politischen Büros der Taliban ab. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Lage in der Islamischen Republik Afghanistan und die Aussichten für die Aufnahme innerafghanischer Gespräche. Die russische Seite äußerte ihre Besorgnis über die zunehmenden Spannungen in den nördlichen Regionen Afghanistans und forderte [die Taliban] auf, nicht zuzulassen, dass sich diese Spannungen außerhalb des Landes ausbreiten. Die Taliban-Delegation versicherte der russischen Seite, dass die Taliban die Grenzen der zentralasiatischen Länder nicht verletzen würden, und gaben Garantien für die Sicherheit der diplomatischen und konsularischen Vertretungen anderer Länder in Afghanistan. Die Vertreter der Taliban bekräftigten ihr Interesse an der Sicherung eines dauerhaften Friedens in ihrem Land durch Verhandlungen unter Berücksichtigung der Interessen aller im Lande lebenden ethnischen Gruppen sowie ihre Bereitschaft, die Menschenrechte, einschließlich der Rechte der Frauen, im Einklang mit den islamischen Normen und afghanischen Traditionen zu gewährleisten. Es wurde gesondert betont, dass die Taliban fest entschlossen sind, die Bedrohung durch ISIS in Afghanistan abzuwehren und die Drogenproduktion im Land nach dem Ende des Bürgerkriegs auszumerzen.“

Zwar stehen die Taliban noch auf Moskaus Liste der terroristischen Organisationen, aber das Treffen in Moskau zeigt, dass es eine Bereitschaft gibt, sie von dieser zu streichen. Konflikte zwischen der UdSSR und Afghanistan, bzw. den Taliban, gehören der Vergangenheit an und sind keine Probleme zwischen der Russischen Föderation und den Taliban, auch wenn keine Seite übereilt zu handeln gedenkt.

Noch ist der Frieden in Afghanistan nicht gesichert!

Störfaktoren…

Viele Kommentatoren sehen in dem Abzug der USA und der NATO eine Finte. Sie glauben, es stecke eine besonders böse strategische Idee der USA dahinter.

Ich denke, das basiert auf der tief in die Gehirne eingegrabenen Vorstellung von der amerikanischen Übermacht.

Natürlich ist die Wühlarbeit der Geheimdienste damit nicht beendet und ich haben keinen Zweifel, dass die USA und ihre Satelliten wie die BRD alles daran setzen werden, Bürgerkrieg anzuheizen. Eingangsbeispiel „Frauen bewaffnen sich“ und ich würde mich nicht wundern, wenn Berichte von einer LGBTQIA+comunity in Kabul und Kandahar die Runde machen, die „den Widerstand gegen die Taliban anführen“. Ab und zu konnte man in den letzten Monaten schon solche aufpoppen sehen.

Aber unterm Strich überschätzen diese Kommentatoren die USA und unterschätzen die Region. Die Niederlage der NATO ist wahr! Zwar konnte der Militärisch-Industrielle Komplex mit diesem Krieg Geld scheffeln bis zum Abwinken, aber eine Fortsetzung würde die Wirtschaftskraft der USA dennoch überfordern. Denn was geschieht ist ja eine Umverteilung von zivil erwirtschaftetem Geld, das der Staat einsammelt und der Rüstungsindustrie weitergibt. Nun taucht aber genau da das Problem auf, dass die zivile Wirtschaft in den USA in weiten Teilen am Abkacken ist. Sinkendes Steueraufkommen bei steigenden Staatsausgaben bei unbedeutenden Sozialleistungen führt auch in den USA mittelfristig zu Destabilisierung. Die haben dort ja noch nicht einmal Hartz4, was zumindest das gröbste auffängt.

Das Imperium hätte noch einige Jahre weiter Krieg führen können. Aber das hätte die Taliban weiter gestärkt und das Imperium geschwächt. Wir sprechen von einem Krieg, der bereits verloren gewesen war, ehe die ersten amerikanischen Soldaten aus dem Truppentransporter stiegen.

Als gewichtiges Problem hat die Türkei sich herausgestellt. Kein bleibendes, aber ein Hindernis groß genug, den Frieden im Lande hinauszuzögern. Das ist das Ärgernis mit der Türkei seit 10 Jahren: sie ist zu schwach, um zu siegen, aber zu stark um zum Aufgeben gezwungen werden zu können.

Erdogan will den Flughafen von Kabul militärisch „sichern“. dem haben die Taliban beriets klar geantwortet, dass sie jede militärische Präsenz der Türkei auf afghanischem Territorium als ausländische Besatzer bekämpfen werden. Ob Erdogan, der es weder in Syrien noch in Libyen geschafft hat, militärische Erfolge halten zu können, sich ausgerechnet mit den Taliban anlegen sollte… Na ich weiß ja nicht. Die Taliban sind eine sehr viel größere Nummer als Khalifa Hafter und an dem beißen die Türken sich die Zähne aus!

Ob das „syrische Konzept“, Afghanistan mit IS-Söldner zu fluten, erfolgreich sein wird, bezweifle ich.

…und Perspektiven

Aus gutem Grunde.

Hier hatte ich in den letzten Tagen etwas hinzugelernt! Also einiges freilich, aber eine spezielle Sache meine ich.

Bisher hatte ich die Information, dass die militanten Uiguren eng mit den Taliban verbündet seien. Dem haben die Taliban jetzt explizit widersprochen!

Zwar war es vor 20 Jahren um Kontakte der Uiguren nach Afghanistan gegangen, allerdings waren das eben damals die Al-Kaida-Strukturen, mit denen die Uigurischen Islamisten zusammengehörten und es sind heute die IS-Strukturen.

Ausdrücklich – ich betone, ausdrücklich! – haben die Taliban der Regierung der Volksrepublik China Zusammenarbeit im Kampf gegen die IS-assoziierten Uigurischen Verbände zugesichert!

Sie nannten China wörtlich „einen Freund“ und drückten auch den Wunsch aus, zukünftig in allem eng zusammenzuarbeiten!

Das ist viel, viel größer als gute Nachbarschaft und Bündnis gegen einen gemeinsamen Feind!

Denn jetzt kommt auch Pakistan mit ins Spiel und die Belt and Road Initiative, in der Afghanistan aufgrund des NATO-Krieges ein schmerzhaft fehlendes Puzzle-Teil gewesen ist!

Chinas und Pakistans Interesse an guten Beziehungen zu Afghanistan kann gar nicht groß genug sein. Auch das Iran-China-25-Year-Cooperation-Programm würde sehr vereinfacht und One Belt One Road kann schon alleine dadurch immens gewinnen, dass in Zukunft auch Afghanistan eingebunden würde und als ein zentraler Knotenpunkt wirken könnte, wie der einfache Blick auf die Karte zeigt:

Karte Bundesanstalt für politische Bildung

Ein befriedetes, stabiles Afghanistan wäre für die gesamte Region der größte, denkbare Gewinn!

Mit dem Abzug der NATO ist dieser Traum in greifbare Nähe gerückt und bisher haben die Taliban in Bezug auf eine Perspektive, diesen Traum auch zu verwirklichen, alles richtig gemacht!

Mit Ausnahme ausländischer, staatlicher Kräfte, die sich die Herrschaft über Afghanistan aneignen wollen, islamistischer Söldner und der Drogenmafia reichen die Taliban allen die Hand zu Verhandlungen, die jedem seinen Platz in der Zukunft Afghanistans schaffen sollen. Die Taliban sind die mächtigste politische Kraft im Land. Ob es einem gefällt oder nicht, es ist die mächtigste Kraft, mit der sich die schwächeren arrangieren müssen, nicht umgekehrt.

Wenn ich alles zusammenrechne, kann ich mir gut vorstellen, dass das Treffen in Moskau auch eine Prüfung war.

Diesen Monat noch findet ein Kongress der Shanghai Cooperation Organisation (Besonders die Karte im Link beachten!) statt.

In diesem mit jedem Jahr an Bedeutung gewinnendem Gremium (Ist das der korrekte Terminus?) hat Afghanistan Beobachterstatus mit Beitrittsperspektive. Moskau wollte auf den Zahn fühlen, ob eine Taliban-dominierte Regierung als Partner geeignet sein wird. Die kurze Stellungnahme des Russischen Außenministeriums teilt mit, dass die Taliban den Test bestanden haben!

The future has just begun!

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Kabul sehen und sterben

Dezember 1979 marschiert die UdSSR in Afghanistan ein, um die Regierung der Demokratischen Volkspartei zu stabilisieren, in der selben Zeit organisieren die USA lokale Warlords als Mudschaheddin, um die Macht im Land zu ergreifen.

Sagen wir also grob, 1979 bis 2021, das macht 1979, 1989, 1999, 2009, 2019 + 2. also 42 Jahre, die die USA in Afghanistan militärisch engagiert sind.

In deutschen Medien wird der gegenwärtige Abzug so dargestellt, als habe man sich einfach mal entschlossen sich zurückzuziehen und zöge nun ab.

Ausländische Presse wird da schon deutlicher. Der Abzug der Amerikaner von ihrem Hauptstützpunkt Bagram, mit 30 000 Personen zivilem und militärischem Personal fast schon eine amerikanische Kleinstadt vor Kabul, wird beschrieben als „davonschleichen bei Nacht und Nebel wie ein Dieb“ und nicht nur Pepe Escobar, der das Land gut kennt und seit drei Jahrzehnten dort Kontakte hat, spricht von muricas zweitem Saigon.

Aber wie gewaltig die Niederlage des größten und teuersten Militärapparates der Menschheitsgeschichte, der NATO, wirklich ist, verdeutlicht der Ort, an dem Vertreter der Taliban, der aktuellen Regierung in Kabul und der Anrainerstaaten die nahe politische Zukunft im Land verhandeln: Moskau!

Man muss es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: nach all den Jahren und Geschehnissen in diesen Jahren anerkennen alle involvierten Gruppierungen aus der Region Russland als fairen Schiedsrichter!

Brunnen- und Mädchenschulen-Erbauer aus NATO-Staaten sind nicht willkommen!

Man hatte in den letzten Jahren oft gehört, dass die Taliban auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Nur positiv gewendet. Im Laufe er letzten 20 Jahre haben sich alle Kräfte dort eingefunden, die die Besatzer bekämpften, ich konnte ab und zu hören und lesen, dass sogar Anhänger und Mitarbeiter der Nadschibullāh-Regierung sich anschlossen.

Zweifel habe ich daran keine, wenn ich den Ort der aktuellen Verhandlungen bedenke.

Auch klingt das Rahmenprogramm, das die Taliban vorlegen, vernünftig und nicht mehr so ausschließlich, wie noch zu Zeiten des Mullah Omar.

Man will eine Einheitsregierung schaffen, in der alle Strömungen der Afghanen mitreden können. Kollaborateuren mit dem Feind, der USA und ihrer Vasallen wie Deutschland, reicht man die Hand, allerdings will man sicherstellen, dass ausländische Kräfte nichts zu melden haben. Die Taliban sind eine patriotische Kraft, die für die Befreiung Afghanistans gekämpft hat, man ist an Expansion nicht interessiert.

Auf mich wirkt das alles sehr glaubwürdig, die Punkte korrespondieren mit der Idee der Großen Ratsversammlung, die in der Zeit des Dschingis Khan etabliert wurde und bis in die 70ger Jahre des 20. Jahrhunderts die höchste politische Autorität im Lande war.

Wir können auch lesen, dass der unvermeidliche Erdogan seine Pfoten reinstecken will und IS-Söldner nach Afghanistan schickt. Das ist natürlich ein Störfaktor und eine Unterminierung des Wiederaufbaus durch die NATO.

Ohne Zweifel sind die Taliban die Kraft, die die nahe Zukunft Afghanistans dominieren wird. Ich persönlich wende die 100-Tage-Regelung an. Erst mal eine Chance geben, machen lassen. Wir werden sehen, was dabei rauskommt.

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X ·10¹³

Das kennen alle aus der Schule, aber die meisten haben es vergessen. Die klassischen Zehnerpotenzen, die man mit irgend etwas mal nimmt. |0,5| ; |1,7| Die Hochzahl gibt an, wie viele Stellen man schreiben müsste.

In der Biologie steht das x für Zelle.

Ein Mensch besteht aus 10 hoch 13 Zellen. Jetzt nicht abergläubisch sein, denn 13 ist die Unglückszahl!

Tatsächlich besteht ein Mensch aber auch aus 10 hoch 14 Viren!

Der menschliche Körper hat um eine Potenz, ein mal mehr mit sich selbst multipliziert, mehr Viren als Zellen!

Und wenn Sie jetzt denken: „Oh nein, jetzt kommt auch noch der mit einem Corona-Artikel!“ – dann kann ich Sie beruhigen, von dem Thema selbst habe ich keine Ahnung, ich wiederhole hier nur, was in jedem Schulbuch Biologie steht.

Aber zu denken geben kann es doch.

Jedes Jahr erkranken/sterben mehr Menschen an Zellwucherungen als an Corona-Viren. Der umgangssprachliche Begriff für Zellwucherung ist Krebs. Von den Menschen, die „an Corona“ sterben, litt ein großer Teil bereits an Zellwucherungen. Man kann es also interpretieren, „krebskranke Menschen laufen Gefahr an Corona zu sterben“ oder „damit der Krebs die Erkrankten nicht tötet, sollten sie nicht den seit Anfang 2020 im Gespräch befindlichen Corona-Viren ausgesetzt werden“.

Jeder weiß, dass Zigarettenrauchen zu Zellwucherungen in den Lungen führen kann. Jeder weiß, dass Zigarettenrauchen auf eine sehr scheußliche Art abhängig macht. Und es weiß auch jeder, dass Zigaretten absolut keinerlei positiven Effekt haben.

In Deutschland werden Zigaretten aus genau dem Grund unglaublich teuer verkauft, weil sie so stark süchtig machen; man kann ständig die Steuern auf Zigaretten erhöhen, die Leute kaufen sie. Ein starker Raucher gibt noch seine letzten 5 € für Zigaretten aus, selbst wenn er nicht weiß, was er am nächsten Tag oder sogar die nächsten Tage essen soll.

Also selbst wenn Politik und Medien den ganzen Corona-Hype veranstalten würden, um der goetheschen Maxime

Edel sei der Mensch

hülfreich und

gut

gerecht zu werden, würde man sich wohl geeignetere Maßnahmen überlegen. Man würde auch die Steuereinnahmen nicht aufpeppen mit einer Droge, von der man ganz sicher weiß, dass sie schädlich allemal ist, aber so schädlich ist, dass sie Zellwucherungen verursacht.

Also, ich baue die gesamte Corona-Maßnahmen-Politik in das Feld ein, auf dem ich mich auskenne:

Jetzt wieder schwarz unterlegtes Neon:

Die Corona-Maßnahmen dienen der Kriegsvorbereitung! Es wird getestet und ausgewertet, was es braucht, die Bevölkerung im Krieg zu steuern, zu kontrollieren und Widerstand zu zerschlagen!

Ich behaupte ausdrücklich nicht, dass das das einzige ist, was dahinter steht. Ich behaupte noch nicht einmal, dass es von Anfang an die Absicht gewesen wäre. Aber ich behaupte, dass es das ist, was sich hinter den aktuellen Maßnahmen verbirgt. Merkels Notbremse.

Auf dem eigenen Territorium war Deutschland lange nicht von den Kriegen betroffen gewesen, an denen es sich beteiligt – oder sagen wir kaum, denn die Terroranschläge, die ab und zu vorkommen, gehören in den Kontext dieser Kriege ebenso wie Flüchtlingsbewegungen.

Kaum jemand schließt eine Eskalation in der Ukraine mehr aus. Und wenn das geschieht, ist Deutschland auf eigenem Territorium unmittelbar betroffen. Das beginnt mit der Energieversorgung, die Ukraine wird als Gas-Transitland ausfallen, die USA werden der deutschen Regierung befehlen, weder über Nord-Stream-II noch sonst einen Weg russisches Gas zu beziehen, die Folge wird sein, dass die Bevölkerung in Deutschland, die jetzt schon die weltweit höchsten Strompreise bezahlt, noch mehr geschröpft werden wird. Und das wird erst der Anfang sein.

Nun haben wir April, bis zum meiner Ansicht nach geplanten Krieg sind es noch 8 bis 12 Monate.

Klappern wir dessen eingedenk ein paar Themen ab.

Rückblick

Ich springe zeitlich zurück in die Jahre 2010/2011.

Von General Wesley Clarke wussten wir seit 2004, dass beide Länder, Libyen und Syrien, auf der Abschussliste der USA stehen. Die Bush-Regierung hatte 7 Länder in 5 Jahren vor. Die geplante Reihenfolge war: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und als Top-Act Iran. Wesley Clarke war kein Heiliger, er führte als Oberbefehlshaber der NATO den Krieg gegen Jugoslawien an und hätte schon damals fast einen Krieg mit Russland vom Zaun gebrochen. Aber er wollte für die Republikaner Präsident werden und baute seine Wahlkampagne darauf auf, die USA aus Kriegsabenteuern herauszuführen. Die Republikaner wiederum hatten dank Bushs Reaktion auf 9/11 den schlechten Ruf bei Wählern, sinnlos american lifes zu opfern. Also plauderte er ein bisschen aus dem Nähkästchen, um sich von Bush abzugrenzen und sich als Person glaubwürdig zu machen, die Frieden auf Erden wünscht.

Ein Versuch Dezember 2010 – Januar 2011 in Syrien im Rahmen der CIA-Aktion „Arabischer Frühling“ Unruhen zu erzeugen, stieß ziemlich schnell an Grenzen. Es klappte gar nicht.

Also arbeitete man parallel. Libyen liegt zwischen Ägypten und Tunesien, zwei Länder, in denen die Regierung durch die Farbrevolutionen am kollabieren war. Man machte also eine Schwenk und konzentrierte sich ab Februar 2011 darauf, von Benghazi aus Libyen mittels Dschihadisten zu destabilisieren, vernachlässige aber Syrien nicht ganz, man zündelte auch dort weiter. Von Jordanien aus entfachte man im März in der grenznahen Stadt Deraa einen Aufstand, der aber zunächst lokales Ereignis blieb. Dieser Aufstand ging auf eine lange geplante Strategie des damaligen Leiters des saudischen Geheimdienstes Bandar bin Sultan und einen damaligen Stellvertreter Hillary Clintons, Jeffrey Feltman, zurück. Man kann aber vermuten, dass das seine Ursprünge schon in der Bush-Ära hatte. 2004 bis 2008 war Jeffrey Feltman Botschafter der USA im Libanon gewesen und Bandar war für den alten Bush, der auch mal CIA-Direktor gewesen war, wie ein Ziehkind gewesen und damit für George W. so etwas wie ein Halbbruder. Wie dem auch gewesen sein mag, es hatte sich für Feltman persönlich gelohnt, die USA platzierten ihn 2012 als stellvertretenden UN-Generalsekretär.

Libyen war das auch, nur Libyen war ein Land mit 5,5 Millionen Einwohnern, also 5,5·10^6.

In Washington war Barak Obama Präsident und Hillary Clinton Secretary of State, also Außenministerin. Der DNC hatte Hillary gezwungen, von ihrem als sicher nach dem Bush-Desaster in Erfüllung gehenden Wunschtraum, erste amerikanische Präsidentin zu werden, zunächst abzurücken und einem ersten afroamerikanischen Präsidenten den Platz zu räumen. Die Libyen-Frage machte es Obama schwierig, einen Angriff der US-Armee zu befehlen, denn es kommt möglicherweise nicht gut an, wenn der erste Afroamerikanische Präsident gleich mal einen Angriffskrieg gegen ein nordafrikanisches Land befiehlt. Er zögerte, Hillary trieb Krieg. Der Machtkampf zwischen Präsident und Clinton-Clan trat offen zu Tage.

Wir wissen bis heute nicht, ob Sarkozy rein aus eigenem Antrieb oder hinter verschlossenen Türen angestachelt von Hillary agierte, jedenfalls ehe Washington eine klare Linie finden konnte, befahl der damalige französische Präsident am 19.März 2011, im Namen der NATO Bombenangriffe auf Libyen zu fliegen. Für den libyschen Anführer Gaddafi ein um so schockierenderer Umstand, hatte er doch Sarkozys Wahlkampf bezahlt gehabt.

Man notiere hier, dass das sich relativ zeitgleich zu den Ereignissen von Deraa bewegt.

Obwohl Libyen nur ein Land mit 5,5 Mio. Einwohnern und 10 000 Berufssoldaten, deren Ausrüstung noch aus Sowjet-Zeiten stammte, war, benötigte die NATO 8 Monate und mehr Bomben, als während des gesamten 2.Weltkrieges von allen Kriegsparteien zusammen eingesetzt worden waren, um Libyen zu besiegen.

Die verhinderte first female president of the USA kam sich angesichts der Ermordung Gaddafis durch in Argentinien angeworbene Söldner vor, wie eine echte Juliusine Cäsar.

Anbei: mit der Vernichtung der Staatlichkeit Libyens Oktober/November 2011 begann die bis heute anhaltende bekannte Flüchtlingssituation im Mittelmeer. Alle, die seither zwischen Nordafrika und Italien ertranken, sind direkte Folgeopfer dieser Ereignisse, die Hillary so aufgeilen.

Gehen wir davon aus, dass auf subversiver Ebene in der Zwischenzeit in Syrien viel geschehen war. Die Türkei wurde Partei gegen Syrien und zum Durchreiseland für Dschihadisten aller Art, im weiteren Verlauf organisierte der Erdogan-Clan persönlich, dass Waffen aus den Beständen des libyschen Staates nach Syrien gebracht werden, um Dschihadisten gegen die syrische Regierung auszurüsten.

In einem am Samstag, 17.04.2021 veröffentlichten Interview fasst Karin Leukefeld, die zweifelsfrei kompetenteste Person in Sachen Syrien im deutschen Sprachraum, einmal sehr klar zusammen, was sich überbaulich in den Jahren 2011 bis 2021 in Syrien verändert hat.

Man kann sich die Arbeit machen, alles, was Karin Leukefeld sagt, in anderssprachigem Material überprüfen.

Ahnung und Gegenwart

Warum ich das erzähle.

Ganz einfach.

Die Herangehensweise wird wiederholt. Man springt zwischen Fronten, die angelegt werden, und erhitzt die, welche erfolgversprechender scheint, zuerst.

Gegenwärtig baut die NATO 3 Fronten auf.

  1. Syrien.
  2. Ukraine-Weißrussland-Moskau
  3. Myanmar-China-Taiwan-Hongkong.

Zu 1 ist im thematischen Zusammenhang dieses Artikels ausreichend gesagt. Ich fange bei 3 an.

Front Asien

Ein Grund für den Rückzug der USA/NATO aus Afghanistan besteht sicherlich darin, dass die Taliban die engsten Verbündeten der radikal-islamischen Uiguren sind. Ein Rückzug der USA gibt den organisierten islamistischen Uiguren und den Taliban freie Hand.

Dem deutschen Medienkonsumenten kann man das locker verkaufen, einerseits Krieg tausende Kilometer entfernt gegen die Taliban zu führen, andererseits China anzuklagen, die den selben Krieg gegen die selbe Ideologie auf eigenem Territorium in der Provinz Xinjiang führt. Der durchschnittliche deutsche Medienkonsument ist ein in der Sache völlig ungebildeter Trottel, der alles glaubt, was das Fernsehen ihm erzählt. Vor Ort, kann man annehmen, existiert eine andere Dynamik.

Ich weise noch einmal darauf hin, dass es interessant sein wird, wie die globale Drogenmafia mit den Veränderungen umgehen wird. In Afghanistan bleiben können sie nicht.

Nach Gründung der VR China 1949 organisierte die Kuomintang den Opiumanbau im Shan-Staat in Myanmar und errichtete zugleich eine Diktatur in Taiwan.

Niemand Außenstehendes weiß, was hinter den Kulissen in Nay Pyi Taw abgelaufen ist, das zur Entmachtung der NLD-Regierung durch die Tatmadaw am 01.Februar führte.

Aber wir müssen beachten, dass wenn wir etwas erfahren, Ereignisse stattfinden, dies bereits einen langen Vorlauf hatte, den wir nicht gesehen haben. Besonders in Asien. Dort hat man nicht dieses Gequatsche von wegen Transparenz etc. Man weiß, dass es Dummheit ist, sich bei Machtkämpfen in die Karten schauen zu lassen, also tut man gar nicht erst so, als gäbe es in der Politik, die ausschließlich Machtkampf ist, so etwas wie Transparenz. Man spart sich sozusagen die Zeit und das Geld, eine Show abzuziehen, von der eh jeder weiß, dass es eine Show ist. Dennoch bekommt man auf Dauer ein einigermaßenes Bild hin, wenn man die Puzzlesteine, die man findet, auf den Tisch legt und guckt, wo sie passen.

Donald Trump hatte bereits 2020 nach langen Verhandlungen seiner Leute mit den Taliban eine Vertrag mit diesen geschlossen. Dieser Vertrag wurde zwar von anderen Stellen sabotiert, die Biden-Harris-Leute haben ihn annulliert, für die Taliban allerdings galt er weiter.

Wen es interessiert, Jimmy Dore und Aaron Maté haben die Sabotage hervorragend aufgearbeitet.

Was auch immer kommen mag, die Drug-Lords müssen an die Zukunft denken. Afghanistan ist ihnen nicht mehr sicher. Auch wenn die Zeiten völlig andere geworden sind, mag es gut sein, dass sie sich wieder nach Myanmar umsehen.

Das ist dort nicht die Hauptsache, aber ein Faktor.

Hauptsache ist, dass die USA über die NLD sich der Union von Myanmar bemächtigen wollten.

Passt auch zusammen. Die USA in Kabul als Schutzmacht der Opiummafia, man zieht gemeinsam um und schafft der VR China eine Ukraine vor der Haustüre.

Es ist gescheitert. Die Tatmadaw hat die Regierung abgesetzt, die Auseinandersetzungen bleiben zwischen Polizei und NLD. Sie sind so schwach, dass das Militär selber noch nicht aktiv wurde. Und was auch immer Sie lesen: würde das Militär die Proteste niederschlagen, wären sie nach 24 Stunden spätestens Geschichte!

Hongkong bleibt eine regional begrenzte Querele zwischen studierenden Kindern aus reichen Familien und der Stadtverwaltung. Das kann gar nicht auf die Volksrepublik als Ganzes übergreifen.

Ein Beispiel: da gibt es doch außer diesem zwischen allen EU-USA-Regierungen und NGOs herumgereichten Joshua Wong, der sogar die Ehre hat, von der Endgültigen-Expertin-für-ausnahmslos-alles Greta Thunberg und Luisa Neubauer mit Solidaritätskundgebungen gepflegt zu werden, noch so ein Mädchen namens Agnes Chow. Von der BBC zur „real Mulan“ ausgerufen. 26 Jahre alt, genießt sie die persönliche Unterstützung von Madame Speaker Nancy Pelosi. Und das passt sehr gut. Diese Agnes Chow führt sich auf Demos gerne mal so auf, dass sie einfährt. Soweit so gut. Allerdings hat sie die Spezialität, dass so lange sie auf der Wache festgehalten wird, ihr schwarzer SUV mit Chauffeur vor der Türe auf sie wartet, bis sie entlassen wird. Damit weiß man alles über diese Honkong-Protestierer, was man wissen muss. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Agnes Chow persönlich, aber irgend etwas sagt mir, dass die mehreren hunderttausend Chinesen, deren Familien die Kommunistische Partei aus Jahrtausende währender Armut befreit hat, sie nicht so begeisternd finden, dass sie sie der KP bevorzugen würden.

Joshua Wong: “China führt Krieg gegen demokratische Werte!”

Luisa Neubauer:  “Wir müssen alles tun, um dich und euren Kampf zu unterstützen in eurer extrem schwierigen Lage!”

In China denkt man praktisch. Die KP hat im Vergleich zum Kaiserreich nicht sehr viele demokratische Freiheiten gebracht. Strukturell wurde der chinesische Beamtenstaat erhalten, nur modernisiert und ausgebaut, die Aristokratie durch die Kommunistische Partei ersetzt. Was auch Freiheit vermehrt, denn die Hierarchie ist damit durchlässig, sie beruht nicht auf Blutsverwandtschaft, man kann aufsteigen. Das Chinesische Kaiserreich im Geiste Konfuzius kannte so etwas wie individualistische Freiheiten seit dem 5. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung gar nicht. Das von der „Allianz der Acht Staaten“, UK, USA, Deutsches Reich, Österreich,, Italien, Frankreich, Russland und Japan besetzte China kannte nur Entrechtung, Demütigung, Zwangsarbeit, Plünderung und Opium, das japanisch-faschistisch besetzte China kannte nur Tod und Elend und Opium – historisch gesehen, hat die KP erstmals seit der Antike, die in China noch länger her ist als in Europa, ein gesellschaftliches Konzept von Entfaltung des Individuums realisiert und persönliche Freiheiten ermöglicht. Aber wie gesagt, man denkt vor allem praktisch. Die KP Chinas ist das exakte Gegenteil von deutschen Linken! Wenn die KP Chinas sagt: „Bis dann und dann hat die Volksrepublik China das und das erreicht!“, dann hat die Volksrepublik China bis dann und dann das und das erreicht. Punkt. Und solange das so bleibt, gibt es keine Konkurrenz für sie. Ein sich jährlich spürbar verbesserndes Leben tauscht man nicht aus gegen dummes Geschwätz.

Fotos aus der Wikipedia

Die neue Hauptstadt Myanmars, Nay Pyi Taw, wurde geschaffen als Symbol der asiatischen Wiedergeburt! Sie ist die Auferstehung aus dem untergegangenen Bagan und schon jetzt von Legenden umwittert.

Sie ist auch das Gegenstück zu Beijing auf der neuen Seidenstraße.

Sie ist der Beginn des Anschlusses Myanmars an den neuen Wohlstand, der kommen wird, ihr Bau war der Auftakt, aus der eigenen Kraft es dem großen Nachbarn gleich zu tun.

Verwestlichung bedeutet Abhängigkeit. Es bedeutet Unterdrückung. Westliche locken mit einem vergifteten Geschenk, das sie „Entwicklungshilfe“ nennen. Ein virtuelles Gefängnis. Sie zielt darauf ab, dass die „Geberländer“ das Land in alle Ewigkeit sich als Entwicklungsland halten. Entwicklungshilfe ist ein Geschäftsmodell, von dem die Helfer profitieren, die sich die „Hilfe-Empfangenden“ als irgendetwas zwischen Haustier und Mensch halten. Darüber ist Myanmar hinausgewachsen. Unter großen Opfern. Die Geschichte der Union seit dem Abzug der Briten war hart. Ein Teil der Härte kam aus dem Krieg gegen die globale Opium-Mafia. Sie wird dort keine Heimat mehr finden. Niemand hört kurz vor dem Ziel auf. Die USA ist besser beraten, nicht damit zu liebäugeln, aus Afghanistan abzuziehen und in Myanmar ihr Glück zu versuchen. In den NATO-Staaten macht man sich keine Vorstellung davon, mit welcher Entschlossenheit, erfüllt mit welcher Energie, Myanmar Angreifer zurückschlagen wird. Ich wage zu behaupten, im Vergleich zu dem, was die NATO dort erwarten würde, war Afghanistan Urlaub!

Weder die anti-chinesische Front, noch die „Ukrainisierung“ Myanmars haben Perspektive.

Die USA kann mit Kriegsschiffen im südchinesischen Meer provozieren. Das war’s. Mehr ist nicht drin.

Front Osteuropa

Wolodymyr Selenskyj hätte niemals Präsident werden dürfen. Niemals sollte ein Schauspieler Präsident eines Landes werden. Ein Schauspieler hat das unauflösbare Problem, dass er niemals wirklich weiß, wer er in letzter Konsequenz selber ist. Und wenn man ihn in das Präsidentenamt hievt, spielt er seine Vorstellung von einem Präsidenten. Aber er wird kein Präsident.

Vertrauen Sie mir hier, ich weiß wovon ich rede, ich bin selbst Schauspieler.

Wladimir Putin ist ein Präsident. Er weiß, wie man Faktoren erkennt und auswertet, er weiß, wie man Entscheidungen trifft und umsetzt, er hat den Überblick, die Auswirkungen der Entscheidungen einzuschätzen. Er weiß, welche Grenzen man einhält und welche man, wenn es nötig wird, sprengt. Er kann Zeitpunkte bestimmen.

Alexander Lukaschenko ist ein Präsident.

Selenskyj ist ein armes Würstchen, das sich längst in einem klebrigen Spinnennetz aus Forderungen, die an ihn gestellt werden, verfangen hat. Er ist eine Rolle, die einen Autor sucht. Manche Szenen schreiben die Uken-Nazis, manche Washington, manche Berlin und manche Stoltenberg. Sogar Erdogan schreibt ihm Szenen.

Ganz ehrlich: ich halte Selenskyj überhaupt nicht für ein Arschloch und es liegt mir fern, ihn zu verurteilen. Ich fühle mit ihm. In seiner Situation würde es mir ganz genauso gehen. Ich wäre nur nicht in diese Situation geraten. Ich kenne Leute wie ihn. Er hatte den Unterschied nicht begriffen zwischen seiner Rolle im Fernsehen und dem Amt. Er hat es so viel gespielt, dass er glaubte, er könne es in der Wirklichkeit. Und als dieser Unterschied ihn einholte, blendete er die Realität aus seinem Bewusstsein aus. Mir ist der Mechanismus bewusst, darum wäre es mir nicht passiert.

Wahrscheinlich hatte er Ronald Reagan als Vorbild. Aus Sicht konservativer Amerikaner war Reagan ein guter Präsident. Die träumen heute noch von ihm.

Das beweist aber nur, dass es in der Perspektive eines speziellen Menschenschlags klappen kann, wenn ein Western-Darsteller einen amerikanischen Präsidenten spielt.

Selenskyjs Aufgabe ist ungleich schwerer. Er hätte das Ruder in einem auf den endgültigen Kollaps zusteuernden Land, das die NATO als Aufmarschgebiet gegen Russland will, herumreißen müssen und das Land auf den Weg aus der Krise führen. Etwas, das Alexander Lukaschenko in Weißrussland gelungen war.

Die Ukraine ist nicht mehr haltbar. Ich sehe 3 Optionen. Der Wahrscheinlichkeit von geringer nach hoch geordnet: eine Möglichkeit ist, dass über das Land verteilt zahlreiche Fronten entstehen, die einander bekämpfen. Eine zweite ist, dass die Bandera-Nazis eine von der EU und der USA gestützte mörderische Diktatur errichten. Die dritte ist, was man beim Pokern ein All-in nennt. Der full-fledged war gegen die Donbass-Volksrepubliken und die Krim, um Russland zum Eingreifen zu zwingen.

Die dritte ist die, auf die die NATO hinarbeitet. Die deutsche politische Führung und die deutschen Staatsmedien treiben hier gefährlich mit an.

Juppheidi-juppheida, Annalena Charlotte Alma ist da

Nun haben die Grünen also Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin gekürt. Ich räume ihr gute Chancen ein, auch Kanzlerin zu werden. Sie ist die vollendete Zeitgeistkandidatin!

Hätten sie Habeck genommen, der könnte sich, meiner Beobachtung nach, nicht gegen einen Mann aus der Union durchsetzen. Für einen an Kuhnippeln saugenden Sonnyboy als Kanzler findet man nicht genug Wähler.

Eine optisch durchaus ansprechende, recht junge, sich mit allen Modethemen verknüpfende Frau hingegen, ist genau das, was in Deutschland mehrheitsfähig ist. Die Grünen sind die Partei der Studenten und Jungakademiker. Heute wählen studierte Eltern, was ihre Abiturienten-Kinder wollen.

Den Aufbruch in ein besseres Morgen gestalten

Und nicht den Status Quo verwalten

reimt Annalena. Für FFF-erst- oder Zweitwähler reicht jung, weiblich und ein „unite behind the science“ auf den Lippen.

Kleine Patzer, wie die Kobolde in chinesischen Batterien, fallen da eher unter die Rubrik „wir haben alle unsere Anfangsschwierigkeiten. Gebt ihr doch erst einmal eine Chance“.

Von Beginn an war es der Zweck der Grünen, linke Themen aufzugreifen und im Sinne spezifischer Eliten zu neutralisieren.

Der sogenannte Kampf gegen die WAA Wackersdorf war die Bewährungsprobe der Partei. Sie hat bestanden.

Ich habe sehr lange gebraucht, um zu begreifen, dass das damals nur so eine Art Farbrevolution gewesen ist, um die Strauß-Kohl-Politik zu unterminieren.

Tatsächlich begriffen hatte ich es erst, als ich mich zu Reportage-Zwecken Januar 2014 am Maidan in Kiew aufhielt.

Wie die Bilder sich glichen!

Maidan Januar 2014

Dass in Wackersdorf 1985ff und Kiew 2013/2014 deutsche Grüne von der Bühne herunter Reden hielten, das war kein Zufall, keine Fehlentwicklung, das war die logische, zwangsläufige Entwicklung!

Einen Unterschied gibt es. Für abhängige Länder gilt:

Farbrevolutionen greifen Konflikte auf, die tatsächlich regional oder lokal vorhanden sind, zielen aber bewusst darauf ab, keine Lösungen für diese Konflikte zu suchen, sondern sie in die Unlösbarkeit hinein zu verschärfen!

Innerhalb imperialistischer Länder dienen sie dem Machtkampf zwischen Fraktionen der wirtschaftlichen und politischen Eliten.

In Deutschland wählen die Wähler*innen nicht die Kanzler*in, sie wählen die Partei. Aber Kanzlerkandidat*in ist das Zugpferd.

Annalena Charlotte Alma Baerbock ist kein so Kotzbrocken wie Hillary Clinton. Aber sie steht nicht minder für die Konfrontation gegen Osten.

Als typisch deutsche Absolventin eines künstlichen, praktisch völlig überflüssigen Studiums, in ihrem Falle zunächst „Politikwissenschaft“, steht sie für Kulturimperialismus und westlichen Herrschaftsanspruch, ohne es selber zu bemerken. Viele dieser Leute halten die Klischees und Vorurteile, die ihrem Handeln zugrunde liegen, für Wissenschaft. Und vor allem haben diese Leute es verpasst, den Wendepunkt wahrzunehmen. Die Zeit der westlichen Hegemonialherrschaft ist vorbei! Mögen USA und EU auch in jedem Land ihre Nawalnys haben, diese Nawalnys werden zunehmend in ihrer Heimat isoliert.

Eine Kanzlerin Annalena wird Deutschland in jeden Krieg führen, egal an welcher Front, und sich dabei progressiv und antirassistisch fühlen. Egal. Es gibt keine Alternative, die Deutschland aus den geplanten Kriegen raushalten würde oder könnte.

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Über Spaltung von Gesellschaften, mit einer kurzen Anwendung auf die Union von Myanmar

Binsenweises über Spaltung

Ich erzähle niemandem etwas Neues, wenn ich sage, dass Staaten organisierte Herrschaft sind und jede Herrschaft auf dem römischen Prinzip „divide et impera“, teile und herrsche, beruht.

In Teutonistan haben wir dieses Jahr ja eines dieser sogenannten „Superwahljahre“. Der Begriff taucht immer in den Jahren auf, welche mit einer Bundestagswahl enden.

Sie hören es nicht gerne, aber ab und zu muss das jemand aussprech-schreiben:

die von fast allen heilig gesprochene westliche Demokratie ist eigentlich nur das zum Geschäftsmodell ausgebaute römische Prinzip „divide et impera“, welches durch das rechts-links-Paradigma umgesetzt wird.

Auch andere formulieren das auf ihre Art, hier eine perfekte bildliche Darstellung, die, was wunder, aus dem Netzt fast verschwunden ist:

Alles symmetrisch, nur die Party der Herrschenden nicht. Leider ist mir der Name des creators unbekannt.

Rechte erkennt man daran, dass sie sich als Mitte der Gesellschaft sehen und alles andere zu Kommunisten erklären, was so groteske Züge annimmt, Angela Merkel zur Kommunistin zu erklären, Linke erkennt man daran, dass sie sich als Mitte der Gesellschaft sehen und alles andere zu NAZIs erklären. Tatsächlich sind die wenigsten der einen Kommunisten, wie die wenigsten der anderen NAZIs sind.

Ein drittes Segment erklärt sich zur Mitte der Gesellschaft, welches sich gegen beide abgrenzt.

In Deutschland funktioniert das in exakt dieser Einteilung, nur mit über die Zeit sprachlichen Aktualisierungen, seit der Paulskirchenversammlung 1848.

Wir haben zunächst ideologische Gegensätze, die sich Anhänger rekrutieren. Diese Gegensätze werden zur Unvereinbarkeit verschärft und die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen den Teilen unterbunden. Andererseits müssen alle Teile auf dem selben Territorium leben und wirtschaftlich zusammenwirken, um das Leben im Land gestalten, bzw. überhaupt erst einmal ermöglichen zu können.

Als antreibende Spalter in diesem Kontext sind linke Akademiker besonders geeignet, da sie ihre Politik zu Wissenschaft erheben, die ganzen linken ^.-ismen (Sexismus, Rassismus), und die moderneren Varianten, Dinge mit „-phob“ zu kombinieren, sind exakt Spaltpilze, um Kommunikation zu verhindern.

Eine Verschärfung ist die Spaltung nach ethnischen Gesichtspunkten. Hier wird mit den Romantizismen der Rechten operiert.

Jugoslawien ist da der Klassiker, man hat ein prosperierendes, starkes, einflussreiches Land – immerhin war Jugoslawien die Führungsnation der Bewegung der Blockfreien – nach ethnischen Gesichtspunkten in Kleinstaaten zerschlagen, die nicht selbständig existenzfähig sind.

Der Chefideologe der Außenpolitik der US-Democrats Zbigniew Brzezinski, von allen kurz Zbig genannt, bemühte sich, diese Politik auf die UdSSR zu übertragen. Ob er Drahtzieher hinter dem Jugoslawien-Krieg war, weiß ich persönlich nicht, vorstellbar ist es. Unter Obama/Biden gelang jedenfalls eine militärische Verschärfung via Maidan-Putsch usw.

Derzeit bemüht man sich, das Konzept auf Weißrussland zu übertragen.

Anhand dieser Ereignisse kann man besonders schön darlegen, wie real bedeutungslos das Rechts-Links-Paradigma ist. In Jugoslawien war Deutschland unter der frischgebackenen „linken“ Regierung aus SPD und Grünen eine der Hauptkräfte, die die Diversion Jugoslawiens nach Ethnien betrieben hatten, obwohl die Gewichtung der Ethnien ein eher rechtes Attribut ist; selbiges gilt für das Verhalten Deutschlands in der Ukraine 2013/2014, auch hier kamen die Aufpeitscher aus Deutschland vor allem aus den Reihen der SPD und der Grünen, in Belarus ist es das nämliche.

Aktuelle Bewegungen wie Black Lives Matter sind die Spielart für innerhalb der imperialistischen Zentren. Man sagt ja, Malcolm X wurde ermordet, weil er genau das begriffen hatte: solange die Menschen in den USA sich nach Hautfarben gegeneinander aufhetzen lassen, werden sie immer die Sklaven des berühmten 1% sein.

Innerhalb des imperialistischen Zentrums USA-EU muss man nur etwas in den USA beginnen, es via TV quasi wie aus dem Zoo abbilden, dann braucht es nicht lang, bis es in der zweiten Garnitur, der EU, imitiert wird. Aldous Huxley sagte: „In der UdSSR haben sie die Partei, um die Gesellschaft zu steuern, in den USA das Fernsehen.“

Hier wird die Spaltung der Gesellschaft nach ethischen Gesichtspunkten sogar explizit zum „linken Inhalt“ umgewertet! War die Segregation, die Trennung nach Rassen, in den 20-ger Jahren noch ein reaktionäres Ziel, das die Linke bekämpfte, welche Rassenegalität forderte, so ist sie nun umgewertet zum linken Ziel. Faktisch wird genau das gleiche betrieben, nur der Intellektuelle Überbau ändert sich – man könnte sagen, Jacke wie Hose bleiben, lediglich die Mode des Schnitts ist eine andere.

Das ändert nichts daran, dass es tatsächlich sehr viele NAZIs in Deutschland gibt, aber kaum Kommunisten. Diese NAZIs treten allerdings nicht als NAZIs auf. Sie wissen schließlich, dass sie sich damit handlungsunfähig machen würden. Kommunisten treten oft schon als Kommunisten auf. Und machen sich handlungsunfähig.

Sprechen wir von Myanmar

dann muss man sich zuallererst klar sein, dass es sich bei dem Machtkampf zwischen NLD und Tatmadaw um zwei, einander ausschließende, politischen Grundvorstellungen geht!

Es ist auch nicht so, dass die einen friedlich und wehrlos und die anderen ein hochgerüstetes Militär sind.

Wie schon gesagt, ist Militär noch gar nicht zum Einsatz gekommen.

Die Auseinandersetzungen finden zwischen Polizei und NLD statt, NLD hat durchaus auch gerüstete Kampfgruppen und das völlig legal. Jede größere politische Organisation in einem solchen Land hat paramilitärische Einheiten. Das gehört ganz normal dazu.

In Myanmar hat zusätzlich jede offiziell anerkannte Volksgruppe ihr eigenes Militär. Das beruht auf den regionalen Traditionen.

Das führt zum Kern der aktuellen Auseinandersetzung. Die ist eigentlich die gewöhnliche.

Auf der einen Seite die konservativen, auf den geistesgeschichtlichen und politisch-historischen Traditionen der Region basierend, die teilweise mehrere tausend Jahre zurückreichen und sehr komplex sind. Gerade in Deutschland ist man da besonders ungebildet, es existiert meines Wissens nach noch nicht einmal eine Übersetzung der Mahabharata aus dem Sanskrit, lediglich Nacherzählungen, diese vor allem auf Grundlage englischsprachiger Übersetzungen.

Einen oberflächlichen Einblick in das Menschen- und Weltbild kann man sich durch die Bhagavad Gita verschaffen, einem Gesang aus der Mahabharata, der auf deutsch verfügbar ist. Das Übersetzen ist schwierig. Schon alleine ob Bhagavad Gita mit „Der erhabene Gesang“ oder “ Der Göttliche Gesang“ richtig übersetzt wäre, ist ungeklärt. Es ist beides möglich, beides darin enthalten, aber es ist beides nicht das gleiche, es sind 2 unterschiedliche Aspekte. Weitere Texte, das Ramayana, Veden, frühe wie späte Sammlungen, sind auf Deutsch nur unvollständig greifbar. Wie authentisch die Reden Buddhas übersetzt sind, ist umstritten. Für Myanmar gelten die Pali-Texte.

Und nun wollen Leute eiern uralten Kultur Vorschriften machen, deren Texte sie noch nicht einmal verstehen? Oder einigermaßen übersetzen können?

Dafür steht die Tatmadaw.

Auf der anderen Seit die, nennen wir sie meinetwegen Progressiven, vertreten durch die NLD. Sie kommen dem Westler verwandter vor, über sie versuchen die Globalisten sich die Herrschaft übe das Land anzueignen, aber man sollte sich auch da nicht täuschen. Überall auf der Welt können die Machtkämpfe zwischen Konservativ und Progressiv in gewaltsame Auseinandersetzung eskalieren. Aber immer müssen sie auch zu Kompromissbereitschaft gelangen.

Ob das Menschen im Westen gefällt oder nicht, dass Konflikte zuweilen auch unter Waffen ausgetragen werden, ist dort völlig normal! Das gehört in diesem Land zum Leben dazu! Das Problem ist weniger, dass die Konflikte mit Waffen ausgetragen werden, wenn es dazu kommt, es ist eher das Problem, dass sie dann mit modernen Waffen ausgetragen werden können. Ähnlich wie in Afghanistan, kann man das von außen kaum oder gar nicht beeinflussen. Ist auch gar nicht nötig. Es geht die Bevölkerungen des Westens absolut nichts an! Was würde ein Eingreifen des Westens zu Gunsten der NLD- angenommen das passierte und China ließe es zu – bewirken? Versucht man eine Besatzungsmacht zu etablieren, wird es ebenso wie in Afghanistan zum Dauerkrieg. Gewöhnliche Soldaten brauchen die Amis oder die NATO dort nicht hinschicken. Die Tatmadaw sind eines der diszipliniertesten, am härtesten trainierten, erfahrensten und loyalsten Militärs der Welt. Für gewöhnliche Soldaten wäre Myanmar ein Selbstmordkommando. Die NATO müssten also ihre Elite-Einheiten schicken. Die sich dann das nächste Vietnam-Trauma holen. Mit dem Unterschied, dass es dort keinen Ho Chi Minh gibt, der täglich seinen Soldaten predigt, sie müssten sich dem Feind moralisch überlegen erweisen, sondern dass die dort auf einen Gegner treffen, der darauf gedrillt ist, Eindringlinge bis zum letzten Mann zu vernichten. Sie werden nicht auf marxistisch geschulte Kader treffen, sondern auf Offiziere, deren Welt- und Menschenbild, als auch deren Kampf-Ethos, sich von der Bhagavad Gita ableiten.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Welt.

Westliche Regierungen sollten sich auch keineswegs einbilden, sie könnten dort an der chinesischen Grenze so etwas etablieren wie die Ukraine, sie bräuchten dafür nur ihre Leute an die Macht bringen.

Die Ukraine ist ein europäisches Land mit teilweise orthodoxer, teilweise katholisch geprägter Tradition und der UdSSR dazwischen. Der Osten war immer Teil des russischen Reiches, der Westen teils polnisch, teils österreichisch. Im Sinne von eigenständiger Nation hat es eine Ukraine nie gegeben. Von der Ukraine kann man sagen, dass die EU und die USA sich einen ständigen Krisenherd geschaffen haben, den sie je nach Bedarf hochkochen oder abkühlen können.

Auf uns wirkt Globalismus wie eine gewaltige, unabwendbare Macht, eine Ideologie unter der man lebt, der man sich anpasst, oder an der man untergeht.

Genau besehen ist er aber nur das, was Lenin als Vollendung des Imperialismus beschreibt. Einige Monopolkonzerne und Banken akkumulieren ausreichend Kapital und Macht, um die Welt unter sich aufzuteilen. Länder, Nationen spielen gar keine Rolle mehr und Staaten verkommen zu den Erfüllungsgehilfen dieser Konzerne. Globalismus ist also nicht neu, er zeichnete sich bereits vor dem 1.Weltkrieg ab. Neu ist, dass der Imperialismus, der zu Globalismus umgetauft wurde, als erstrebenswert und fortschrittlich wahrgenommen wird.

Die Ukraine ist in diesem Zusammenhang eine klassische Kolonie. Es ist unwahrscheinlich, dass die EU und/oder die NATO die Ukraine aufnehmen. Beides sind überstaatliche Gebilde, welche die einzelnen Staaten als Verwaltungsstruktur nutzen, die aber die Nationen, auf welchen die Staaten quasi stehen, abgeschafft haben. Die Ukraine ist als Staat dysfunktional, also unbrauchbar. Sie ist ein beachtliches Stück Land, das ein paar skrupellose Oligarchen unter sich aufgeteilt haben, die sich wiederum als Handlanger ausländischer Mächte hergeben. Eine Mitgliedschaft der Ukraine würde ihnen viele Rechte einräumen und Einfluss gewähren. Warum solle man aber einer Kolonie Einfluss verschaffen, wo sie doch gerade als Kolonie nützlich ist, als Clubmitglied aber stört? Etwa: man ist im Golfclub freundlich zu Barista, Hausmeister und Putzkraft, wohl wissend um ihre Wichtigkeit zum Gelingen des Clublebens. Aber man nimmt sie doch nicht als Clubmitglieder auf! Die Ukraine tut, was sie tun soll, auch ohne Mitgliedschaft. Spurt ein Oligarch nicht, der gerade die Gust der amerikanischen ode europäischen Herren hat, wird er ausgetauscht. Jeder weiß es, also spuren sie.

Myanmar hat den Status der Kolonie abgeschüttelt und kämpft darum, als eigenständige Nation sich ihren Platz in der Welt zu schaffen. Die konservativen Kräfte dort sind rigoros. Man erkennt es daran schon, dass sie zuerst den Botschafter des Landes bei den UN gefeuert hatten, sobald dieser eine Rede hielt, die den Westen um Unterstützung für Aung San Suu Kyi anrief, als auch den Botschafter in London einfach ausgesperrt haben, als dieser sich als „Kritiker der Junta“ einen Namen machen wollte. UN und London fallen natürlich sofort auf, wen man bedenkt, dass Aung San Suu Kyi unter Aufsicht der britischen Krone erzogen wurde und lange Jahre Funktionärin der UN war.

Myanmar unter Führung der Tatmadaw ist entschlossen, Nation zu bleiben. Damit verkörpert Myanmar qua seiner Existenz die Verneinung des Globalismus und darf demnach aus westlich-globalistischer Sicht überhaupt nicht existieren. Nur, das britische Empire, das größte, welches die Welt je gesehen hat, kehrt nie mehr wieder. Frankreich hat genug mit sich selbst zu tun und wird wahrscheinlich ohnehin die erste Macht in Europa sein, die diesen als Ideologie abschüttelt. Die USA werden noch lange den Westen dominieren, aber als Weltmacht sind sie morsch geworden. In Asien ist das Zeitalter Chinas angebrochen. Das ist etwas völlig neues. Ein Land, das von Europa und den USA als Kolonie genutzt und behandelt wurde, emanzipierte sich nicht nur, es stieg selbst zur Weltmacht auf.

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Im Osten nichts neues

I. Vor der Debatte

In den Tagen 04.03. bis 07.03.2021 sei es in Myanmar, so berichten die Medien übereinstimmend, zur bisher blutigsten Auseinandersetzung zwischen Polizei und den Leuten, die westliche Medien und Politiker „peaceful protesters“, friedliche Demonstranten, nennen, gekommen.

Von Toten wird berichtet, die Berichte variieren allerdings zwischen 1 Frau, die erschossen worden sei, über 5 Tote, Press.TV sprach von 18 Toten – hier ist festzuhalten, dass der Iran imperialistische Interessen in Myanmar hat, und daher nicht als zuverlässige Quelle genutzt werden kann – jemand hat bei den UN “ allegedly 32″, also vermutlich 32 Tote, gemeldet, westliche Outlets sprechen von „über 50 Toten“.

Bestätigt ist nur die 1 junge Frau.

Ein AP-Journalist wurde unter dem Vorwurf, absichtlich Falschinformationen zu verbreiten, festgenommen.

Mit dem Iran haben wir hier das genau gleiche Problem, das es bereits im Libyenkrieg 2011 gab, nämlich dass die iranische Führung mit den in den USA regierenden Democrats paktiert. Bei Muammar al Gaddafi handelte es sich um einen arabischen Führer, den der Iran auch stürzen wollte und so kam es zu einer Absprache mit der Obama-Regierung, wenn der Iran die USA hierbei unterstützt, könne man über das Atomprogramm verhandeln, der Iran würde es nicht bereuen.

Kann sein, dass wir in Bezug auf Myanmar ähnliches erleben, obwohl die Gemengelage hier komplizierter ist.

Im Gegensatz zu Großbritannien, das seine Kolonie wiederhaben will – und jetzt, nach Brexit erst recht – haben die Interessen der USA in Myanmar mit dem Land selber wenig zu tun, denen geht es darum, dass Territorium und Bodenschätze Myanmars vitaler und notwendiger, also unersetzbarer, Bestandteil der Neuen Seidenstraße sind. Somit zielen die USA auf die Eindämmung Chinas.

Dem Iran geht es mehr um die Zwistigkeiten zwischen Buddhisten und Moslems. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Iran sich wirklich mit China anlegen wird, um eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit den USA zu bekommen. Es ist absehbar, dass der nächste republikanische Präsident, die Forderungen Israels an die USA gegen den Iran erfüllen wird. Und der kommt sicher irgendwann, spätestens in 10 Jahren, sollte die #BidenHarris-Nummer so durchgezogen werden und klappen, wie viele als Plan der Dems vermuten: 2 Jahre Biden, dann zieht man den aus Altersgründen zurück, Vize Harris übernimmt und hat hernach 2 volle Amtszeiten als „first female president“.

Nun sind 10 Jahre eine lange Zeit, in der sich vieles ändern kann.

In der Union von Myanmar findet die Auseinandersetzung zwischen 2 politischen Kräften statt, die gleichzeitig eine Stellvertreter-Rolle im internationalen Kontext spielen.

Wie überall auf der Welt ist das der Kampf zwischen dem auf die eignen Traditionen gestellten, aus der eigenen Geschichte schöpfenden Kräften und auf der einen Seite, hier repräsentiert durch die Tatmadaw, und den globalistischen, westorientierten Kräften auf der anderen Seite.

II. Teutonistan will auch dabei sein

Wir finden auf twitter:

wird sofort klar:

der USA-EU-Komplex nutzt die Auseinandersetzungen in Myanmar, um geostrategische Zeile zu verfolgen.

In Deutschland ist es immer das untrügliche Zeichen, wenn so etwas öffentlichkeitswirksam auf die Tagesordnung des Bundestages kommt.

Es bedeutet, Ressourcen der Bundesrepublik Deutschland sollen eingebunden werden in einen aggressiven Vorstoß.

Warum wird unter allen gewaltsamen Konflikten zwischen gesellschaftlichen Segmenten in einem Staat ausgerechnet dieser so bewertet?

Schon die eingesetzten Standard-Floskeln sagen es: „…blutige Gewalt gegen friedliche Demonstranten…“, „… Unterdrückung des eigenen Volkes…“, … demokratische Entscheidung akzeptieren…“.

Ein Putsch ist eine gewaltsame Aktion und dass es früher oder später auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Weggeputschten kommt, liegt ziemlich auf der Hand.

Darüber, was in den jeweiligen Situationen die gewaltsamen Auseinandersetzungen ausgelöst hat, wissen wir gar nichts. Ist die Unterdrückung von Widerstand gegen den Staat im Sinne der westlichen Führungen, so werden Freaks des Typs

schnell mal zu Terroristen, die das gesamte Universum bis tief nach Alpha Centauri hinein bedrohen, welche mit der gesamten Apparatur westlicher Behörden, Sicherheitskräfte und Geheimdienste gejagt und für Jahren hinter Gitter gesperrt gehören.

Ist der Widerstand im Sinne der westlichen Führungen, so werden auch Scharfschützen und Bombenleger zu friedlichen Demonstranten.

Die Formulierung „Unterdrückung des eigenen Volkes“ ist schon semantisch von geistig minderbemittelten für geistig minderbemittelte, denn dass eine Putschregierung in Myanmar nicht das Volk von Baden-Württemberg unterdrückt, dürfte klar sein.

Zu den Aufgaben eines jeden Staates gehört die Unterdrückung der Interessen der einen zu Gunsten der Interessen anderer. Ein Anarchist, der nach seinen Grundsätzen lebt, hat das gute Recht, das zu beklagen, ein Vertreter eines Staates, wie es der deutsche Außenamts-Chef ist, hat so ein Recht nicht.

Was die „demokratischen Entscheidungen“ anbelangt, taucht im Zusammenhang mit Entwicklungsländern, auf deren Territorium das USA-EU-Imperium Interessen hat, das Problem auf, dass sie, wenn der Westen aktiv eingreifen kann, gar nicht möglich sind!

Das Imperium spricht immer von Wahlen.

Wird die Wahl von denen gewonnen, die der Westen ablehnt, verhindert der Westen, so gut er kann, die Regierung; beginnend mit Vorwürfen des Wahlbetrugs bis hin zu den color-revolutions, Sanktionen, Sabotage, Terrorismus, Attentate, kein Mittel, das nicht eingesetzt würde. Und hilft das alles nicht, wird geputscht.

Im Falle Myanmars ist es umgekehrt. Dort soll die Partei der Globalisten an die Regierung gewählt worden sein, von der nun die Gegenkraft behauptet, das sei durch Wahlbetrug geschehen. Ob da etwas dran ist oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Sicher ist, dass das Imperium keine Wahl in Frage stellt, welche seine Leute an die Regierung bringt.

Und dass eine Partei, die die Interessen der Globalisten vertritt, nicht die Interessen des „eigenen Volkes“ vertritt, das ist ebenfalls sicher.

Halten wir uns an die Fakten, die wir haben, dann wissen wir:

ein 19 Jahre altes Mädchen wurde im Rahmen der Auseinandersetzungen getötet. Das Mädchen hat einen Namen, Ma Kyal Sin. Sie wurde erschossen.

Mehr wissen wir nicht. Es kann sein, dass sie von einer Sicherheitskraft erschossen wurde, es kann aber genauso gut sein, dass eine dieser Sniper-Aktionen sie getötet hat, wie wir sie aus Syrien 2011 oder der Ukraine 2014 kennen, die eben genau darin besteht, dass ein Scharfschütze mindestens eine Person aus der Menge der Protestierenden erschießt, um die Situation anzuheizen. Oder man muss noch nicht einmal nach Syrien oder Kiew. In den USA wird diese Methode mittlerweile auch in innenpolitischen Machtkämpfen eingesetzt. Die einzige Person, die am 06.Januar 2021 beim sogenannten „Sturm auf das Capitol“ in Washington DC. gewaltsam getötet wurde, war eine Frau, Ashli Babbitt, die durch einen Polizisten von hinten erschossen wurde. Kein Scharfschütze hier, aber da diese Frau absolut gar nichts getan hatte, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, ist die einzig logische Erklärung, dass ihr gewaltsamer Tod die Auseinandersetzung anheizten sollte. Ermittlungen gegen ihren Mörder wurden auf Befehl von höchster Ebene eingestellt. (Die Meldung, ein Polizist, Brian Sicknick, wäre von Demonstranten mit einem Feuerlöscher erschlagen worden, hat sich als, wahrscheinlich gezielte, Falschmeldung erwiesen. Brian Sicknick wies laut sowohl Gerichtsmedizin als auch seiner Familie keine äußeren Einwirkungen auf, man geht von einem Schlaganfall aus.)

II. Nach der Debatte

Die Bundestagsdebatte war völlig unergiebig. Jede*r Redner*in war selbstredend Myanmar-Expertise-habende*r, man kannte Land und Leute wie seine Westentasche, die Connection vor Ort war diesmal nur nicht der Student in Yangon oder die Austauschstudentin, sondern der tourist-guide aus Yangon, der mitten im Tumult den fernen SPD-Abgeordneten anruft, um sich zu beschweren, oder die Kellnerin vom – keine Ahnung, hab vergessen welchem See – die einst dem AfD-Mann ihren unverbrüchliche Liebe zur Nobelpreisträgerin gestanden hatte.

Heiko Maas trat als hipp facebook-&-twitter-informiert auf – woraus wir mal wieder lernen: geht es um inner-USA-EU-Angelegenheiten, reduzieren sich social-media zu Brutstätten von Verschwörungstheorien, passt es aber in das Konzept, sind sie die Orte, an denen sich die Unterdrückten durch reine Wahrheit artikulieren.

Abgesehen davon, gegeneinander zu konkurrieren, welche der im Bundestag vertretenen Parteien nun die endgültige und vollständige „I❤Myanmar“-Partei sei, war man sich einig, dass es Deutschlands Pflicht und Auftrag sei, entschlossen für Demokratie in Myanmar einzutreten. Dass Aung San Suu Kyi die fleischgewordene Demokratie Myanmars wäre, stellte nur Sevim Dagdelen in Frage, die links-pflichtschuldig darauf verwies, dass die Friedensnobelpreisträgerin sich ja wohl im Rohingya-Konflikt desavouiert habe.

Vorher hatte rechts-pflichtschuldig ein AfD-Mann die Friedensnobelpreisträgerin in der Sache bereits freigesprochen mit dem Hinweis, dass die „Bengalen“ ja gar keine angestammten Ureinwohner Myanmars seien, und er vergaß auch nicht, die „Militärdiktatur“ als eine „linke“ zu brandmarken.

Eigentlich hatte ich den Eindruck, die Debatte wurde auf Druck von Außen geführt und interessierte den Bundestag selbst nur wenig. Man hatte seine sattsam bekannten innenpolitischen Positionen auf Myanmar projiziert. Ich leite davon ab, dass die BRD keine vitalen Interessen in Myanmar hat, aber sich für die Interessen der USA einspannen lässt, sobald das eingefordert wird.

III. Herzogtum Burma

Aung San Suu Kyi’s Vater starb, als sie 2 Jahr als war. Seither fand ihre Erziehung unter der Oberaufsicht von Louis Mountbatten zunächst in Asien, dann in Oxford und London statt. Der war Onkel des Ehemanns der Queen, welcher zwar dank der Gandhi-Bewegung auf den Titel „Vizekönig von Indien“ verzichten musste, aber bis zu seinem Tode, durch eine Bombe der IRA, 1979 den Titel „Earl of Burma“ trug, also Herzog von Burma. Es liegt nahe, dass sie 1988, nachdem der seit 1962 regierende General Ne Win die Macht abgegeben hatte, als Führerin der „Demokratiebewegung“ in ihre Heimat zurückkehrte, sagen wir, mit Interessen ausgestattet war. Zwischen ihrer Zeit im UK und der Rückkehr nach Asien war sie in New York ansässig gewesen und hatte dort u.a. hohe Funktionen im Apparat der UNO inne.

Der Begriff „Entwicklungsland“ meint im konservativen Sprachgebrauch, dass es sich dabei um ein Land handelt, welches die westlichen Standards von technologischer Entwickeltheit und wirtschaftlichem Wohlstand noch nicht erreicht hat, aber anstrebt. Eine moderne Definition entstand nach dem Ende der UdSSR, welche den akademischen Entwurf von westlicher Demokratie dazu rechnet.

Vor dem Ende der UdSSR galt das Prinzip, dass jedes Land seinen eigenen, aus den eigenen historischen und kulturellen Determinanten abgeleiteten Entwicklungsweg gehen müsse. Und das war tatsächlich seit Lenin die offizielle linke, antiimperialistische Position bis zum Ende der UdSSR. De facto war es die Definition von Antiimperialismus.

Ganz falsch liegt demnach der AfD-Mann nicht, wenn er die Militärs in Myanmar als „Linke“ bezeichnet. Vielleicht wuchs er in der DDR auf und kann sich noch an die Positionen erinnern.

Das beschreibt den primären Hintergrund des Konflikts, der sich in Myanmar abspielt.

Man zitiert gerne den Ausspruch von Emma Goldmann: „Könnten Wahlen etwas ändern, wären sie verboten!“ Es gibt aber einen Unterschied zwischen den westlichen Industrienationen, die man eigentlich mittlerweile Finanznationen nennen sollte, und Entwicklungsländern.

In Entwicklungsländern können Wahlen eben schon eine grundliegende Änderung verursachen.

Das führt uns zum sekundären Hintergrund des Konflikts. Philosophisch gesehen sekundär. Praktisch-lebensreal ist es für einen großen Teil der Bevölkerung wahrscheinlich der wichtigere.

Wir haben in Myanmar die traditionalistisch-buddhistische Geisteshaltung, die das Allgemeine über das Einzelne stellt, heißt, die Verwirklichung der Nation, oder Union oder Republik, wie immer man das dann nennen will, alle 3 Begriffe sind im Gebrauch, dem sich das Individuum unterordnet oder dem es untergeordnet wird.

Ihr politischer Ausdruck ist die Tatmadaw.

Und wir haben die, ich nenne sie hier einmal, Westler. In der Ideologie des Westens steht das Individuum im Zentrum, das Allgemeine dient ihm als Mittel zum Zweck der Selbstverwirklichung.

Ihr politischer Ausdruck ist die NLD.

Nun ist ja immer auch das eine im anderen enthalten und das Streben der Politik sollte danach gehen, beides zueinander in Ausgleich zu bringen.

Das ist der Konflikt, durch den die Leute in Myanmar müssen, um die Stabilität im Land zu erreichen, auf der sie Frieden und Wohlstand gründen können.

Ausländische Interventionen, welcher Art auch immer, können bei diesem Konflikt nur Öl in’s Feuer gießen. Zu einer Lösung beitragen können sie gar nichts.

Früher war man sich dessen gewahr gewesen, darum das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten.

Und die Deutschen brauchen wirklich nicht so tun, als wären sie die Weltlehrer in Sachen Demokratie.

Wenn Leute sagen, das Deutschland, welches wir heute haben, ist das beste Deutschland, dass es jemals gab, dann muss man sie erinnern, wie es dazu kam.

Vom Aufbruch des Kaiserreiches als Imperium in Konkurrenz zu Frankreich, Großbritannien, Russland und Österreich zur sozialistischen Revolution 1918/1919, die blutig niedergeschlagen wurde, was zur Weimarer Republik führte, die in das 3.Reich mündete, dessen Zerschlagung wiederum die Gründung der Bundesrepublik und der DDR auslöste, die 1989 – 1991 wieder vereint wurden und den Ossis-Wessis-Streit bis heute nicht lösen konnten.

Darum sage ich: kümmert ihr Deutschen euch um eure eigenen Sachen und überlasst Myanmar den Menschen, die dort leben!

Der gewaltsame Tod eines 19-jährigen Mädchens aufgrund einer politischen Auseinandersetzung ist eine schreckliche Sache.

Soll ich euch noch etwas verraten? Es ist immer die Politik, was die meisten Opfer fordert!

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Eine weitere kurze Anmerkung zu den Ereignissen in der Union von Myanmar

Meine Herangehensweise hierzu

Sie merken schon, ich schreibe jetzt immer kurze Anmerkungen, sage dann, eigentlich will ich ja gar nichts dazu sagen, „es ist kompliziert, Schatz“, nur soviel…

Der Grund ist einfach: die Wirklichkeit der Union von Myanmar und das Bild, welches von diesem Land über Jahrzehnte im Westen gemalt wurde, das hat einfach gar nichts miteinander zu tun!

Das Bild im Westen, wie es zum Beispiel auch der Artikel auf den Nachdenkseiten, der hier: Kurze Bemerkung – von mir heftig angegriffen wurde, zeichnet, hat mit der Wirklichkeit ungefähr so viel zu tun, als würde man sagen, „Captain America: The First Avenger“ sei ein Dokumentarfilm über Amerikas Kampf gegen den Hitlerfaschismus.

Besonders schlimm ist das, wenn so etwas auf einem kritischen Medium wie den Nachdenkseiten erscheint, weil es natürlich die Gegenargumentation liefert: „Sogar die Nachdenkseiten schreiben…“; Sie kennen das. Ich unterstelle den Nachdenkseiten keine böse Absicht hier, ich sage, sie wissen es nicht besser und es wäre klüger gewesen, zu schweigen.

Ich räume reumütig ein, dass ich in einem solchen Falle zu etwas zu aggressiven Formulierungen neige und gelobe Besserung.

DANN SPRECHEN WIR VON EINEM LAND; DAS SICH ÜBER JAHRZEHNTE VOR DER AUßENWELT VERSCHLOSSEN HAT.

Mein Problem ist, hier gegenzusteuern kann ein Blog nicht ausreichend leisten!

Bei der Ukraine geht das, das ist im Grunde ein Nachbarland, viele Ukrainer*innen leben in Deutschland etc. damals, 2013/14, konnte ich deshalb mittels Bloggen mithelfen, eine Auseinandersetzung anzustoßen, die dann Fahrt aufnimmt.

Um das Bild von Myanmar zurecht zu rücken, bedürfte es konsequenter, akribisch genauer, gut materiell unterlegter wissenschaftlicher Arbeit, was viel Zeit in Anspruch nimmt und sehr teuer ist.

Worauf ich mich hier berufe, sind Ergebnisse meiner Auseinandersetzung mit der Thematik über 3 Jahrzehnte. Dazu gehört Lesen von Büchern und Zeitungen, Gespräche in Asien, Besuche usw. Jeweils über große Zeiträume verteilt. Man kann an jemanden, der kaum Geld hat und zusätzlich zu allem, was er sonst noch zu tun hat, einen Blog betreibt, nur begrenzte Erwartungen stellen.

Also gebe ich hier nur Denkanstöße, mehr kann ich aktuell nicht leisten.

Was mir bei den Demos auffällt

Ein Unterschied von heute zu 1990 ist: Journalisten können sich akkreditieren!

Wer angestellter Journalist ist, oder einen Presseausweis hat, kann sich, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, frei im Land bewegen.

Wir hören in der Tagesschau, Hunderttausende würden demonstrieren.

Wo?

Aus der Regierungsstadt Nay Pyi Taw ist überhaupt nichts mit zu bekommen.

Das muss aber nichts heißen.

Mit dem Bau von Nay Pyi Taw wurde 2002 begonnen, sie ist eine extra als zentraler Verwaltungs- und Regierungssitz entworfene, hochmoderne Science Fiction Stadt, man kann annehmen, dass dort nur dem Militär gegenüber loyale Beamte und sonstige für das Funktionieren einer Stadt nötige Einwohner unterwegs sind.

Jetzt habe ich mit gerade den heutigen Live-stream von RT aus Yangon angesehen.

Und da fällt mir auf:

Yangon ist das wirtschaftliche Zentrum der Union von Myanmar und diese Stadt ist mit einigen über 4 Millionen registrierten Einwohnern und einer großen Dunkelziffer größer als Berlin!

Das hier ist eine Kundgebung mit vielleicht 2000 Besuchern vor einer Shopping-Mall!

Für Berichte, denen zu Folge die Polizei sich mit den Demonstranten verbündet gegen das Militär, konnte ich überhaupt keine Belege finden.

Ich halte es auch für sehr phantasievoll, zu glauben, die Polizei würde sich gegen das Militär stellen.

Flagge der NDL

Das australische Fernsehen zeigt Kundgebungen aus verschiedenen Landesteilen. Insignien machen deutlich, dass diese Kundgebungen alle von der Partei National League for Democracy, NLD, sind. Das erkennt man unmissverständlich an der Flagge, roten Tüchern usw..

Ich konnte nichts finden, wo sich zusätzlich Bevölkerung den Kundgebungen anschließt.

Die Polizei hat die Aufgabe, neutral ihren Dienst zu versehen, und ich konnte keine Belege finden, dass sie das nicht macht.

Eine illegale Kundgebung in Mandalay, einer Stadt, etwa so groß wie München, wurde mit Wasserwerfern aufgelöst. Es soll auch Warnschüsse gegeben haben.

Mandalay – immer unter dem Vorbehalt, dass das mein subjektiver Eindruck ist – kann als die am stärksten westlich orientierte Metropole des Landes angesehen werden.

Vorläufige Schlussfolgerung

Der Widerstand gegen den Militärputsch ist geringer als 1990. Damals kam es schon zu ernsthaften Straßenkämpfen. Also, auf einem Niveau, wie wir es mit den Gelbwesten in Frankreich beobachten können.

Ich überlege mir, ob das Militär mit dem aktuellen Putsch nicht auf etwas reagiert hat, geheimdienstliche Erkenntnisse zum Beispiel, was sich hinter verschlossenen Türen andeutete.

Vorstellbar wäre ein Vorstoß der USA, über die NLD Macht auszuüben, welcher starke Strukturveränderungen im Land bewirken soll oder die Beziehungen zur Volksrepublik China stören.

In den USA reden die Republicans zwar immer vom Einfluss, den China auf die Democrats ausübe würde, das kann man aber getrost in die gleiche Kategorie Bockmist einordnen, wie Russlands Einfluss auf Trump. Das ist nur politischer Lärm fürs Volk. China ist die unangefochtene Konkurrenzmacht zu den USA, entsprechend wird jede US-Regierung nach Wegen suchen, China zu schaden.

Ich kann mir vorstellen, dass CIA oder sonst wer, CIA liegt nahe, Aung San Suu Kyi nutzen wollte, amerikanische Fremdherrschaft über Myanmar zu erlangen, wie Biden Fremdherrschaft über die Ukraine aufgebaut hat.

Das Militär in Myanmar aber wird niemals eine westliche Fremdherrschaft zulassen! Ebenso wenig, wie sie eine Balkanisierung des Landes zulassen werden.

Das Militär hat Maßnahmen ergriffen, ausländische Eingriffe zu unterbinden.

Sieht für mich derzeit so aus.

Ich meine, hallo:

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Kurze Bemerkung zu einem langen Artikel

Eine Anmerkung zu „Gebrochene Flügel“, von Mario Wenzel auf den Nachdenkseiten

Vorausgeschickt sei, ich schreibe das hier jetzt nicht, weil ich Lust habe, die Nachdenkseiten anzugreifen. Tatsächlich hatte ich heute etwas völlig anderes vor, aber ich kann den Artikel zur Union von Myanmar auf den Nachdenkseiten nicht so stehen lassen. Ich schreibe das jetzt, um den Blick aus meiner Perspektive anzudeuten und dem entgegen zu halten.

Der ehemalige Gewerkschaftssekretär Mario Wenzel veröffentlichte auf den Nachdenkseiten einen umfassenden Artikel zum Putsch in der Union von Myanmar, die er mit dem britischen Kolonialnamen „Burma“ bezeichnet.

Er beginnt diesen Artikel folgendermaßen:

„Burma ist wie ein Vogel, der gerade angefangen hat, das Fliegen zu lernen. Nun hat das Militär ihm die Flügel gebrochen“, meinte ein Student in Rangun gleich nach dem Putsch.

– wobei mir sofort auffällt, dass er die größte Stadt des Landes und vormalige Regierungstadt Yangon bei ihrem eingedeutschten britischen Kolonialnamen „Rangun“ nennt.

Der Artikel beschreibt, wie eine Meute schrecklicher Monster, genannt die Militärs, plündernd, mordend und vergewaltigend, sich quasi wie die Schöpfer der Matrix in dem SF-Movie, von armen, betrogenen Völkchen ernähren. Oder man erinnert sich, wie es am Anfang von Conan der Barbar zugeht.

Dieses rassistische Narrativ, oder um Albrecht Müllers Sprachregelung die Ehre zu geben, diese rassistische Erzählung im Einzelnen zu widerlegen, kann ich jetzt hier nicht leisten.

Nur ein paar kurze Anmerkungen, zum Nachdenken geben.

Da wir mit Nachdenkseiten reden, sollte Nachdenken ein Ziel sein, erweitert durch die buddhistische These: „Der Weg ist das Ziel“, denn ein Leben ist zu kurz, um zu erreichen, die Wahrheit zu erfassen.

Das exakt gleiche Zitat vom demokratischen Vögelchen kannte ich schon. Der Student aus Yangon hatte es 1990 bereits gesagt, als das Militär die Wahlen annullierte. Ich erinnere mich gut daran, denn es ist sehr poetisch und einprägsam. Und es ist immer der Student, oder die Austauschstudentin, denn Student und Austauschstudentin sind des westlichen Mittelstandes Identifikationsfigur und Sympathieträger.

Damals hatte die Koalition von Aung San Suu Kyi die Wahl gewonnen, und ihr formaler Wahlsieg wurde vom Militär auch bestätigt. Allerdings sagte das Militär, eine Regierung der Koalition würde sich schädlich für das Land auswirken, darum würden sie ihr die Regierung nicht anvertrauen.

Mag man zu stehen, wie man will, demokratisch in einem Verständnis, wie wir es Deutschland in der Schule beigebracht bekommen, ist es sicher nicht.

Das Aufeinanderprallen von Erzählungen

Um was ich sagen will zu verdeutlichen, greife ich 2 prominente Beispiele heraus.

Beispiel 1: Der Autor schreibt zum Thema des Volkes der Karen:

Seit Mitte der 1970er Jahre drangen die Militärs jedes Jahr zum Ende der Regenzeit in ihre Gebiete ein, ermordeten und vertrieben die Menschen und steckten ihre Häuser und Felder in Brand. Die Karen kehrten am Anfang der Regenzeit wieder in die unwegsamen Gebiete zurück. Die Karen sind meist christlichen Glaubens. Etwa 400.000 Karen sind vor dem Militär nach Thailand geflohen, wo sie heute noch leben. Erst seit 2012 gilt ein Waffenstillstand.

Das ist bekannt so, man konnte es wiederholt in Zeitungen und Magazinen des Westens so lesen.

Die andere, die nicht vom Westen kontrollierte asiatische Seite, erzählt etwas völlig anderes!

Deren Geschichte klingt so:

Die Karen-Fürsten haben über Thailand mit den Yakuza aus Japan einen florierenden Handel mit illegal geschlagenem Tropenholz, vor allem dem begehrten Iron-Wood, aufgebaut. Das Militär bekämpft diese Geschäftsstruktur. Da weder die Karen-Fürsten noch die Yakuza gedachten, dieses lukrative Geschäft aufzugeben, entwickelte sich ein Krieg darum, in dem Phasen des Waffenstillstandes und der Eskalation wechseln.

Beispiel 2: zu den Shan

Der Autor schreibt:

Das Volk der Shan lebt im Osten Burmas an der chinesischen Grenze. Auch ihnen war nach dem Zweiten Weltkrieg die Unabhängigkeit versprochen worden. 1952 besetzte die Armee das Gebiet und schloss einen Handel mit der Shan State Army, aus der später die Shan United Army (SUA) des Drogenbarons Khun Sa hervorging. Die SUA bekämpfte zusammen mit dem burmesischen Militär die Aufständischen und durfte dafür unbehelligt ihre Heroinlabore im Goldenen Dreieck an der Thailändisch-Laotisch-Burmesischen Grenze betreiben. Sie betrieben dort professionelle Heroinfabriken und heuerten promovierte Chemiker an, denn die Herstellung von sehr reinem Heroin ist eine im wahrsten Sinn des Wortes explosive Angelegenheit. Das Heroin aus dem Goldenen Dreieck galt unter den Süchtigen als besonders rein und wurde in die ganze Welt verkauft. Die Hafenstädte Bangkok und Saigon waren Hauptumschlagplätze für Heroin. Ende 2011 kam es zu einem Friedensvertrag mit der burmesischen Armee. In den letzten beiden Jahrzehnten ist die Drogenproduktion von Heroin auf Amphetamin umgestiegen.

Die andere Seite sieht so aus:

Als 1949 Maos Kommunistische Partei endgültig die Macht auf dem chinesischen Festland übernahm und die Kuomintang vertrieb, baute ein Teil auf der Insel Formosa, dem heutigen Taiwan, unter Chiang Kai-shek National-China auf. Ein anderer Teil wurde von den USA in das Gebiet des sogenannten Golden Triangle, wo Myanmar an China, Laos und Thailand grenzt, angesiedelt, ausgestattet mit Waffen und Geld der USA, Opiumanbau zu organisierten, mit dem Ziel, einerseits China mit Opium zu fluten und so schwächen zu können, auf der anderen Seite mittels internationalem Opiumhandel Kapital zu schaffen, durch welches Strukturen finanzieret werden sollen, die die Kommunisten in China bekämpfen. Um das Geschäft abzusichern, organisierten die Kuomintang aus der lokalen Bevölkerung die Shan-Armee, die sich im Laufe der Zeit unter ihrem Führer Khum Sa einige Selbständigkeit erwarb.

Khum Sa gelang es, mit Hilfe der National-Chinesen, die die Verbindung zu den USA hielten, den Triaden und der thailändischen Mafia die Kontrolle über zeitweilig mehr als 80% des globalen Opiummarktes zu sichern.

Das, wie es damals noch hieß, birmanische Militär, nahm den Kampf gegen den Drogenanbau mit Unterstützung der chinesischen Kommunisten auf und war die einzige Kraft in der Region, die ernsthaft den Kampf gegen den Drogenhandel führte.

Seit die USA den Opiumanbau im Zuge des 9/11-Krieges nach Afghanistan transferierten, änderten sich auch im Golden Triangle die Dinge.

Was jetzt?

Wie in Kurosawa Akiras Meisterwerk Rashomon haben Sie nun 2 Darstellungen von 2 Entwicklungen in der Union von Myanmar bekommen, die nur eine einzige Sache gemeinsam haben: die Führung eines lokalen Volkes innerhalb eines spezifischen Staatsgebiets, das vormals britische Kolonie war, befindet sich im Krieg mit der Bundesarmee dieses Staates.

Wie unterscheiden Sie jetzt Wahrheit und Lüge voneinander?

Das können Sie erst einmal nicht.

Aber was Sie können ist, sich den Kopf offen halten und nicht voreingenommen von den in Deutschland vorherrschenden Pressenarrativen urteilen.

Sie können Augen und Ohren offen halten, ob es auch andere Informationen und Darstellungen gibt. Sie können suchen.

Wenn man die Schauergeschichte liest, die der Gewerkschaftssekretär auf den Nachdenkseiten ausbreitet, muss man schon sehr voreingenommen sein, sie anzunehmen. Das ist gnadenlos die Geschichte, die die britische Kolonialherrschaft rechtfertigen, die Ideologie von „the white mans burden“, absichern soll und im europäischen Betrachter den Glauben nähren, dass es das Empire ist, welches diesen unterentwickelten Völkern die Zivilisation bringt. Ja, ohne die Hilfe der westlichen Zivilisatoren, sind die armen hilflosen Menschlein hoffnungslos der Gier verantwortungsloser, geradezu viehischer Unterdrücker ausgesetzt, gar rettungslos verloren!

Und dabei gibt es doch den Studenten in Yangon, der einfach nur genauso toll sein will wie wir, es aber nicht darf, weil die bösen Militärs das nicht zulassen!

Zurück in die Gegenwart

Ja, die National League for Democracy hat eine breite Basis und sicherlich haben sich in der internetaffinen Jugend starke Neugierden und Sympathien in Richtung der modernen Welt entwickelt, die weit über die Grenzen des eigenen Landes und der eigenen Kultur hinausblicken.

(Wenn ich mir erlauben darf, an dieser Stelle leicht sarkastisch zu werden: die Union von Myanmar, das Bruderland der VRCh, hat nicht nur „mittlerweile“ auch ein paar Smartphones, sie hatten dort bereits in den größeren Städten ein voll ausgebautes Handy-Netz, da glaubte unser gewerkschaftlnder, global agierender Ingenieur Wenzel noch, wenn er ein Telefon mit Tastatur statt Wählscheibe benutzt, läuft er Gefahr, dass Luzifer persönlich ihm aus dem Hörer heraus ins Ohr beißt. Und wenn wir gerade dabei sind: die Ernährungslage ist im größten Teil der Union von Myanmar recht gut!)

Es gibt auch diejenigen, einige hatte ich sogar flüchtig persönlich kennen gelernt, die das waren, was die Chinesen eine Kompradoren-Bourgeoise nannten, also Einheimische, die von der Verbindung mit den Besatzern gut lebten, welche nach der Vertreibung der Briten alles verloren hatten und zweifellos benachteiligt wurden. Klar wirkt das auf mich als Außenstehenden ungerecht; auch diese Leute haben nur versucht, sich ein Leben aufzubauen.

Aber ich bin eben genau das: ein Außenstehender.

Behalten Sie im Auge:

wie oft haben Sie es denn jetzt schon erlebt, dass man Ihnen einseitig eine Welt malt, die es gar nicht gibt?

Irak

Afghanistan

Libyen

Syrien

Ukraine

Überall gelang es, die internen Probleme und Widersprüche zu nutzen, das Land in seiner gewachsenen Gestalt zu zerstören.

Mit welchem Ergebnis?

Ich meine, Kiew ist gerade einmal 2 Stunden mit dem Flugzeug von Berlin weg. Und dennoch konnte fast das ganze Nachrichten-konsumierende Deutschland von der Richtigkeit des Maidan überzeugt werden.

Syrien, über Jahrzehnte ein Tourismus-Hotspot.

Nur um die aktuellen, vordergründigen Beispiele aufzuzählen.

Ich könnte mindestens 80% der Punkte, die der Mann in diesem Artikel anführt, kontern. Ist alles, was ich zu wissen glaube wahr, alles was er schreibt falsch?

Kann ich auch nicht sagen.

Alles, was ich sagen kann ist: das kenne ich auch anders! Ich beziehe mich dabei auf Informationen, die ich in Asien gesammelt habe.

Die Mär von den blutrünstigen Militärs, den korrupten Mönchen und den armen Betelstudenten allerdings macht mich in ihrer billigen Klischeehaftigkeit durchaus ärgerlich!

Sie ist auch so primitiv! Alles traditionelle ist schmutzig, alles mit den Briten gekommene unschuldig und gut. Wenn in Myanmar höhergestellte Leute Geschäftsstrukturen aufbauen, haben sie immer böse Absichten (außer es sind Studenten, die davon träumen, auch mal so etwas tolles, wie den deutschen Bundestag zu haben), machen es Westler, sind sie Investoren und Ökonomen.

Lesern der Nachdenkseiten braucht man den Rat nicht mehr zu geben, der da lautet: Behalten Sie die Gesamt-Welt-Lage im Auge!

Beachten Sie, dass die USA und mit ihr ihre europäischen Vasallen am absteigenden Ast sind, China und weitere asiatische Staaten aufsteigende Nationen und Länder!

Die Union von Myanmar ist sehr eng mit China verbunden und das am längsten mit der Volksrepublik China kooperierende Land.

China direkt angreifen, das kann der Westen sich nicht leisten. Aber über das angrenzende Bruderland die eine oder andere Sache versuchen, das geht vielleicht!

Und noch etwas. Nicht nur asiatische Generäle haben Geschäftsinteressen, auch deutsch Gewerkschaftsobere!

Ayun San Suu Kyi und ihre best buddies Obama & Hillary
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Everybody Got this Broken Feeling Like their Father or their Dog just Died

Ehe wird auf den Artikel im alteingesessenen Time Magazine kommen, auf den ich jetzt im Zuge meines AOC-sucks-Textes stieß, lehnen Sie sich zurück, hören Sie sich entspannt Leonard Cohens „Everybody Knows“ an. Sie werden’s brauchen. Es wird spannend, obwohl es nur um 1 Artikel geht!

Everybody Knows, Dublin 2013.11.02

The Time Magazine.

Nicht einfach ein Nachrichtenmagazin. Über Dekaden DAS Nachrichenmagazin der westlichen Hemisphäre.

Eine altehrwürdige Institution.

Wen das Time Magazine zur Person of the Year erklärt, hält der Akademiker der Western World für the person of the year.

Ich hab da eine kleine Auswahl zusammengestellt, die sehenswert ist – also, man könnte anbauen, aber diese Zusammenstellung macht Sinn, wie die Zeilen eines Gedichtes, sie ist durchdacht und im Kontext diesen Textes vollendet. Die Größe des Bildes ist jeweils als Lautstärke zu interpretieren.

Charles Lindbergh, 1. Person of the Year 1927
13. Person of the Year 1938
14. Person of the Year 1939 + 17. Person of the Year 1942
1990
2007
2016
2019

Und jetzt zum Thema

The Secret History of the Shadow Campaign That Saved the 2020 Election

Lesen Sie diesen Artikel! Das ist ausnahmsweise einmal ein wirklich wichtiger Artikel! Das ist selten!

Weil:

Dieser Artikel beschreibt schlicht, wie man ein Jahr lang daran gearbeitet hat, Donald Trump um seinen Wahlsieg zu betrügen!

Es ist nicht das selbe, ob es Blogga Sowieso schreibt, oder ob es das Time Magazine schreibt.

Es mag stimmen, wenn es ein Blogger schreibt, aber wir kennen das alle, über MSM diffamiert man das dann zu einer Verschwörungstheorie und damit ist es egal, ob es stimmt oder nicht.

Aber wenn das Time Magazine so etwas publiziert in der gegenwärtigen politischen Situation, in der die USA und die EU ihre sich aktuell entwickelnde Politik auf das Ereignis vom 06.Januar bauen und Washington die Absurdität begeht, gegen einen Mann, Trump, ein Amtsenthebungsverfahren durchzuführen, obwohl er gar nicht mehr im Amt ist, dieser allerdings nicht gedenkt, mitzuspielen, dann ist es die confirmation, Bestätigung, von oberster Stelle aller Vorwürfe, die Trump erhoben hat!

Ich habe noch keine Einschätzung darüber, aus welchem Grund der, sagen wir Deep State, jetzt bestätigt, was alle Medien und demokratischen Politiker monatelang zurückweisen, was #BigTech zensiert.

Sollten Sie Probleme mit dem Englisch haben, jagen Sie den Artikel durch den

deepl.com

Übersetzer. Sie müssen ihn stückeln und die Segmente nacheinander eingeben, weil die kostenlose Version einen so langen Text auf einmal nicht erlaubt.

Natürlich schreiben sie es in politischer Sprache, das heißt, man muss die Euphemismen in Echtsprache übertragen. dafür gibt es leider keine Software.

Aus Urheberrechtsgründen werde ich hier keine Zitate einfügen.

Weitere Dinge im Zusammenhang

Ich erwähne die beiden folgenden Vorgänge im Zusammenhang mit diesem Artikel des Time Magazine, weil viele Menschen hier keinen Zusammenhang mit der Machtübernahme der Democrats in den USA erkennen können. Dann kann man hier ein paar Sätze dazu lesen und selbständig die Verknüpfungen suchen.

Schmutziger Krieg gegen Minsk

Heiko Maas will weitere 21 Millionen €, diesmal deutsche Steuergelder, in den Regierungsumsturz in Belarus investieren. Scheinbar buhlt dieser saarländische Hinterhof-Napoleon mit Röttgen um die Gunst der Bouletten-Prinzessin. (Röttgen nehme ich an, muss sich jetzt langsam mal was anderes suchen, als Politiker-Karriere, denn seit er nicht mehr Umweltminister von Muttis Gnaden ist, schafft der kein Amt mehr an Land zu ziehen, obwohl ihm jedes mal der Stern als Propaganda-Apparat zur Verfügung steht. Andererseits: kennt noch irgend jemand jemanden, der Stern liest?)

Dieser Text, den das Außenministerium des Heiko Maas auf der offiziellen Webseite des Außenministeriums der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht hat, der ist so unverschämt, übergriffig, anmaßend und im Geiste imperialen Sendungsbewusstseins, dass ich mir erst einmal die Augen reiben musste und noch einmal hinsehen, um zu glauben, was ich sehe!

Das ist ein offizielles politisches Dokument des Außenministeriums der Bundesrepublik Deutschland, kein vernachlässigbares Gesülze irgendwelcher dahergeschissener Juso-Hochschulgruppen!

Derart üble, verlogenen Hetzschriften wie unter dem SPD-Mann Heiko Maas hat das deutsche Außenministerium noch nicht einmal verbreitet, als der Hausherr Joachim von Ribbentrop hieß! Vergegenwärtigen Sie sich, was für Drohungen der gegen einen europäischen Staat da ausstößt!

Ich frage mich außerdem: die deutsch-polnisch-baltischen Agenturen, die mit Umsturzbestrebungen in Belarus betraut sind, haben doch erst vor 6 Monaten von Ursula von der Leyen 53 Millionen € aus dem EU-Topf bekommen!

Weil die Kaufkraft dieses Geldes in Weißrussland das zehnfache etwa zu Deutschland beträgt, sind das dort grob überschlagen was hier eine halbe Milliarde € ist!

Da muss ja so manche in der Kälte schlotternde, mutige Demonstrantin für Demokratisieren im Geiste Teutonistans verdammt reich mit dem in der Kälte schlottern geworden sein!

Ein guter Teil wird an die Tichanowskaja gegangen sein, die jetzt offiziell unter dem polonisierten „Künstlernamen“ Sviatlana Tsikhanouskaya tätig ist.

Die „Leader of democratic Belarus“-Rolle kostet eine Stange und das Residieren im Litauen ist teurer als in Belarus, die Trolle, die ihren Internetauftritt ausführen haben sicher alle Kommunikationswissenschaft, Politologie usw. studiert und wollen dafür ein Akademikergehalt. Auch sonst wird ihr Auftritt sichtlich von teuren Werbefirmen gestaltet, aber 53 Millionen € sind immens viel Geld! Selbst wenn man einer Werbeagentur 500 000 € springen lässt, bleiben noch 52,5 Millionen übrig. Wofür wurden die in 6 Monaten verbraucht?

Update: Fällt Ihnen noch etwas auf? Heiko will die Weißrussen nach Deutschland importieren.

The bright side is: das bedeutet in gewisser Weise auch, dass die sich bewusst geworden sind, mit der Nawalnyade im Morast zu stecken und da erst einmal nicht mehr raus zu kommen. An Stelle Nawalnys würde ich denn langsam etwas leiser treten. Die Staatsduma hat ihn geschlossen zum Agenten im Dienste ausländischer, antirussischer Interessen erklärt – wenn der noch weiter das Maul zu weit aufreißt, hat dieser Mann keine Zukunft mehr. Da können deutsche Grüne, Sozialdemokraten und Unionisten noch so viel um Feuer tanzen und krächzen „Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“, die russische Regierung hat Deutschland bereits auf rein wirtschaftliche Interessen herabgestuft.

Die Unterwerfung Weißrusslands ist offizielles politisches Ziel des deutschen Staates, der Bundesregierung und des Bundestages – und es gibt in Deutschland keinen Widerstand dagegen, sondern sogar Unterstützung der Politikerkaste aus tumbem, blödem, ignorantem Staatsvolk!

Das ist bitter!

Schwenk in die Union von Myanmar

Das Thema ist kompliziert und vor allem in einem Deutschland, wo oben genanntes zum Thema Belarus möglich ist, fast ein Nachbarland, ist das zu viel Arbeit für einen Blog, hier Licht in das Dunkel zu bringen. Im deutschen Sprachraum gibt es zur Union von Myanmar fast gar nichts, das hilfreich wäre. Und wenn ich fast sage, dann beinhaltet das, dass mir selbst nichts aktuelleres bekannt ist. Ich könnte sozusagen mal wieder Pionierarbeit leisten, wie bei der Ukraine, aber für so große Projekte habe ich kein Geld.

Ich will hier nur darauf hinweisen, dass der Putsch eine direkte Konsequenz der Regierungsübernahme von Joseph Robinette Biden Jr. und vor allem dessen, wie diese von Statten ging, ist.

Ich fasse das mal sehr, sehr knapp zusammen.

Zum einen ist die Union von Myanmar ein weitgehend nach außen abgeschotteter Vielvölkerstaat. Die größeren Völker unterteilen sich noch einmal in zahlreiche Stämme. Daran ändert es auch nichts, dass in den letzten 30 Jahren ein durchaus vitaler Tourismussektor aufgebaut wurde.

Zum anderen ist Myanmar eine extrem – und zwar wirklich weit überdurchschnittlich – konservative Ständegesellschaft.

Man kann grob sagen, der größte Teil der Bevölkerung ist das, was Studenten der französischen Revolution unter dem 3. Stand kennen. Handwerker, Kaufleute, Beamte, Künstler, Lehrer…

Das, was in der Sprache unserer Zeit Militär genannt wird, ist traditionell in der Union von Myanmar der Kriegerstand!

Dieser Kriegerstand hat 2 Aufgaben: einerseits das Land gegen Eindringlinge zu verteidigen, andererseits im Lande die Ordnung aufrecht zu halten.

Und dieser Aufgabe ist er immer nachgekommen. Natürlich gemäß deren Vorstellung.

In der Zeit, als die Union von Myanmar die britische Kolonie Burma war, hat dieser Kriegerstand keine Sekunde Ruhe gegeben und unter extremer Opferbereitschaft den antikolonialen Widerstandskampf geführt.

Einen Hauch eines Eindrucks kann man sich durch das Frühwerk George Orwells verschaffen. Der begann seine Laufbahn als britischer Kolonialpolizist in Burma. Die Unterdrückung und Niederschlagung nationalen Widerstandes war seine Hauptaufgabe, bzw. eigentlich seine einzige Aufgabe. George Orwell wurde dieser Schriftsteller George Orwell, wie wir ihn heute kennen und so hoch schätzen, genau deswegen! Ihm wurde, was er da erlebte und zu tun hatte, zu schmutzig, zu brutal, zu, ich zitiere, unjust! Er quittierte den Dienst, ging nach Europa und baut sich ein neues Leben auf.

Außer dem Roman „Burmese Days“, der mehr über die Interna der Kolonialgesellschaft der Briten, als über das Verhältnis zwischen Briten und Einheimischen verrät, geben Reportagen wie „Hanging a Man“ Eindruck davon, wie die Briten dort herrschten. Das mit den Interna macht aber trotzdem auch etwas über die einheimische Gesellschaft verständlich. George Orwell schreibt ziemlich ehrlich, er beschönigt wenig. So kennen wir ihn ja. Damit zeichnet er ein Bild der Kolonialisten, wie es auch die Einheimischen sehen. Und jetzt kann man das den buddhistischen Vorstellungen und dem buddhistischen Wertesystem, das in der Union von Myanmar vorherrscht, gegenüber stellen.

Mit zeitweiliger Hilfe der Japaner, die im 2.Weltkrieg Interesse an der Schwächung Großbritanniens hatten, gelang dem Kriegerstand die Vertreibung der Briten. (Ich hatte in der Rohschrift versehentlich das auf Indien bezogene „Kriegerkaste“ geschrieben. Das ist falsch. Einer Kaste kann man weder beitreten, noch entkommen. Dem Kriegerstand kann man beitreten, indem man sich ethisch als würdig erweise und erfolgreich die Kunst des Kampfes trainiert.) Man kann diese Gesellschaftsordnung, wie sie in den Köpfen der Menschen dort besteht, auch behelfsmäßig mit der japanischen Samurai-Gesellschaft vergleichen. Das ist, was dem am nächsten kommt und von Samurai-Gesellschaft haben doch die einen oder andern im Westen ein Bild im Kopf.

Die Vorstellungen von westlicher Demokratie ist den meisten Leuten dort vollkommen fremd. Vom Kriegerstand wird sie zähneknirschend als Relikt aus der Kolonialzeit betrachtet, mit dem sie sich arrangieren müssen.

Verstehen Sie mich richtig: ich gebe ihnen hier nur die Information, ich bewerte nicht.

Ich sagte es schon, ich bin nur der Schauspieler, nicht der Dichter.

Kennen Sie das Rätsel, mit dem man nach dem Schauspieler fragt?

Es geht: „Sie sehen mich. Aber was sie sehen, bin gar nicht ich! Wer bin ich?“

Mein Lieblings-meme dieser Tage ist natürlich schon:

Manche nennen es das mash-up von allem, was dieser Tage in der Politik wichtig ist.

Klar ist aber auch:

Ich bin Antiimperialist!

Ich spreche generell dem Westen das Recht ab, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen!

Erstens ist es eine Herr*innen-Menschen-Attitude, zweitens richten diese Einmischungen nur Schaden an! In der Regel haben diese deutschen Herr*innen-Menschen überhaupt keinen Schimmer, worum es vor Ort geht und versuchen lediglich ihr erbärmliches, dummdeutsches Bessermenschentum aufzudrücken als zu ersterbendes Ziel der Menschheitsentwicklung.

Und überlegen Sie sich folgendes: die Krieger von Myanmar haben über 4 Generationen lang gegen die britische Kolonialmacht gekämpft, mit fast nichts mehr als dem Schwur bewaffnet, ihr Land vom Eindringling zu befreien; glauben Sie, die lassen sich von einem deutschen Gartenzwerg wie Heiko Maas etwas sagen?

Bild aus Wikipedia eng.

Und hier kommen wir auf den Zusammenhang mit Bidens Antritt der Präsidentschaft.

Auch die Militärs in Myanmar beobachten genau die politischen Entwicklungen in den USA und obwohl nach außen abgegrenzt, die geopolitischen Entwicklungen.

Die haben auch die ganzen Regime-Change-Operationen der Obama-Ära studiert.

Sie haben auch gesehen, dass Biden jedenfalls nicht nach den propagierten Regeln der westlichen Demokratie in das Weiße Haus gelangte.

Aung San Suu Kyi war immer auch die Frau der Amerikaner. In all den Jahren, die sie unter Hausarrest stand, bekam sie regelmäßig Besuch von der US-Botschaft. Und zwar wöchentlich!

Wenn ich das richtig einschätze, betreibt das Militär jetzt Prävention.

Die Union von Myanmar verhält sich zur Volksrepublik China ähnlich wie Belarus zur Russischen Föderation.

In so fern liegt der Schluss nahe, dass die USA über Aung San Suu Kyi ähnliches versuchen, wie Heiko Maas über – sie wissen schon, diese Sviatlana da, mit diesem komischen, unaussprechlichen Namen, die früher Tichanowskaja hieß.

Ich finde auch den Fakt interessant, dass die UN nicht, wie beantragt von den üblichen Verdächtigen, den Putsch verurteilt hat. Nur die Freilassung der „Friedensnobelpreisträgerin“ wurde gefordert.

Offiziell wurde der Putsch mit Wahlbetrug begründet, den sie wohl auch vor den UN gut belegen konnten. Gut genug, um den Willen der USA, UKs, Deutschlands und von noch ein paar Vasallen zu kontern.

Dann hat das Militär zugesagt, in einem Jahr Neuwahlen abzuhalten.

Wir werden sehen.

Lesen Sie den Artikel im Time Magazine.

Der ist wichtig. Sie wollen ja verstehen, was um Sie herum ab geht.

Und warum das Wasser immer höher steigt, bis es ihnen zum Hals steht.

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Upgrade via Unterhaltungsbranche

Fortsetzung über den 06.Januar

Lasst Opi doch den Spaß

Dass Biden Trump via TV aufforderte, seine Leute zurückzupfeifen (siehe der Artikel davor), weist darauf hin, dass er schlicht gar nicht begreift, was um ihn herum vorgeht. Er ist ein glücklicher Senior. Beim 3. Anlauf hat er es geschafft, das Amt zu erhalten, welchem die Beschreibung „mächtigster Mann der Welt“ anhaftet.

Von der Art, wie #BigTech die Ereignisse vom 06.Januar manipuliert, gelenkt hat, kann man ableiten, dass die Einschränkung der Funktionen des Präsidenten auf der Agenda seht. Mir scheint, man will die Institution einschränken auf Formalien, wie wir es vom Bundespräsidenten der BRD her kennen. Es ist nicht so, wie einige glauben, dass der Präsident der USA unumschränkter herrschen und entscheiden kann als Ludwig XIV. Dietmar Bartsch zu Beispiel scheint das zu meinen, wenn er twittert, Trump würde zum Ende seiner Amtszeit Todesstrafen im Akkord vollstrecken lassen. Das Verfahren, eine gerichtlich verhängte Todesstrafe außer Kraft setzen zu lassen, ist ein sehr langes, schwieriges. Und erst wenn alle Instanzen durch sind, der Governor des entsprechenden Staates ein Gnadengesuch abgelehnt hat, dann kann man noch einmal versuchen, ein Gesuch an den Präsidenten zu stellen. Man kann das gerade wieder sehr gut anhand von Lisa Montgomery studieren, ein Fall, für den sich die Schauspielerin Susan Sarandon stark macht, die in diesen Dingen schon immer sehr engagiert ist und auch einen sehr sehenswerten Film zum Thema hat, Dead Man Walking von 1995. Innenpolitisch haben die einzelnen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten weit mehr Befugnis und die Bundesregierung weit weniger Einfluss, als es in der BRD der Fall ist. Das System der Gewaltenteilung, checks and balances wie es in der Sprache der Amerikaner heißt, Kontrollen und Ausgleiche, gilt auch für den Präsidenten. Außenpolitisch hingegen hat der Präsident fast unbeschränkt Handlungsfreiheit, allerdings auch hier natürlich strikt im Rahmen der Gesetze. Das liegt von der Konstruktion des Staates her nur daran, dass außenpolitisch oft schnell und unmittelbar regiert werden muss.

Generation X takes over

Biden stand seit 1973 für alles, wogegen Linke waren. Er unterstützte, oder förderte sogar, alles, was am US-Imperialismus schlimm und schädlich war, so fungierte er beispielsweise in der Vorbereitung des Krieges gegen Irak 2003 als Nexus zwischen Democrats und GOP, er initiierte vieles innenpolitisch, was das Leben der Menschen sinnlos erschwerte und einschränkte, aber die Macht der Konzerne und Milliardäre steigerte.

Wenn Biden einen auf diversity, women-empowering usw. macht, dann nicht, weil ihn das irgendwie am Herzen läge. Es ist einfach das, womit die Democrats seit 5 Jahren mobilisieren.

Warum sollte er das auch nicht tun, dafür haben die Democrats ihn aufgestellt, was ich sagen will ist, dass Biden keine Inhalte hat, sondern sich ein Leben lang dem anpasste, was für seine Karrieren opportun schien.

Zu Bidens Legacy, seinem politischen Erbe, gehört der „Violent Crime & Law Enforcement Act“ von 1994.

Dieser dient als gesetzliche Grundlage für das, was seither als mass incarceration diskutiert wird.

Den berühmten Käfigen an der Südgrenze, die Separation von Eltern und Kindern, welche illegal einwandern, für die Trump in seinen 4 Jahren immer gescholten wurde, wurden damals von Senator Joseph Robinette Biden Jr. im Auftrag von Präsident William Jefferson Clinton die gesetzliche Grundlage verschafft.

Im Süden nichts neues

Bordertown 2006

Diese Methoden fanden in der Obama-Zeit, dessen Vize Biden war, weit exzessiver Anwendung als unter Trump. Der Grund warum, liegt natürlich nicht daran, dass Trump so nett gewesen wäre. Der Grund ist: unter Obama hat es niemanden interessiert! Die gesamte Bevölkerung von links bis rechts hatte die Zustände an der Südgrenze ignoriert oder wusste darüber nur so viel, wie Spielfilme mit Nick Nolte oder ähnliche erzählten. Es geschah abseits der Wahrnehmung. Ich erinnere mich noch daran, dass Jennifer Lopez es in der Tat schaffte, mit ihrem, wie sie selbst es nannte, persönlichstem Filmprojekt, „Bordertown“, über die untragbaren Lebensverhältnisse von Frauen in Juarez, Mexico, wo amerikanische Computerfirmen Hardware herstellen lassen, eine breite gesellschaftliche Debatte anzustoßen. Der Film war nicht ursprünglich ihr Einfall, das Thema wurde an sie herangetragen, weil sie eine der bekanntesten Latinas in den USA war, sie griff es sofort auf und machte es zu ihrer Sache. Er kam in die Kinos 2006, während der Amtszeit von George W. Bush und diese Debatte verschwand auch wieder mit dem Ende der Amtszeit George W. Bushs. Die Kritik befasste sich auch nicht mit der amerikanischen Seite. Jennifer Lopez kritisierte sehr wohl, auch in der Werbekampagne für den Film, die US-amerikanischen Hersteller, die dort produzieren lassen, weil es billiger als in den USA ist, aber ihr Fokus lag darauf, dass diese sich nicht kümmerten, auf das „rückständige Mexico“ entschieden Einfluss zu nehmen, die Arbeiterinnen auch zu schützen.

„Build the wall!“ war keine Erfindung Trumps. Die „Idee“ stammt aus den Reihen der Regierung Bill Clintons. Trump griff sie nur auf. Die Käfig stammen aus der Zeit Obamas. Zum Thema wurde das erst unter Trump als Schachzug im Machtkampf. Alexandria Ocasio-Cortez, oder AOC , wie sie allgemein genannt wird, inszenierte sich denn zum Auftakt ihrer Abgeordnetentätigkeit vor versammelter Presse an der Südgrenze.

An der erfahrbaren Lebensrealität verändert hatte sich eigentlich nur eines: nutzte J.Lo noch ihre Prominenz, die sie sich vorher erworben hatte, um auf eine Situation aufmerksam zu machen, so nutzt AOC nun eine Situation, um auf sich aufmerksam zu machen, damit sie sich Prominenz erwirbt.

Ocasio-Cortez an der Grenze zu Mexico

Nach 4 Jahren Sturm im Wasserglas

Irgend eine A-List Hollywood-Schauspielerin, ich habe vergessen welche, rief zur Wahl Bidens auf, kombiniert mit der Beschwerde: „Ach je, wenn es Trump nicht gäbe, könnten wir heute alle gemütlich beim Brunch sitzen! Also wählt diesen 💀🤮💣🤠 ab, damit wir es wieder so schön haben wie vorher!“

Trumps realer Einfluss war gering. Durch ihn wurde nur alles sichtbar, was sich in dem USA seit dem Amtsantritt von Cowboy Ronnie 1981 angesammelt hatte.

In der Tat drückt sich in diesen geradezu unbedarft-weltentrückten Aussagen dieser Frau das gesamte intellektuelle Niveau des Anti-Trumpismus der Entertainmentindustrie von 4 Jahren aus, welches seine Vollendung in Arnold Schwarzeneggers Kommentar zum 09.Januar findet:



In wieweit dieser merkwürdige Clip geistiges Eigentum der „steirischen Eiche“ ist und/oder von Scriptwriters zusammengeschustert wurde, wissen wir natürlich nicht. Der Begriff „Reichskristallnacht“ wurde eigentlich schon zu meiner Schulzeit durch „Reichsprogromnacht“ und nunmehr durch „Reichspogromnacht“ abgelöst, da Kristallnacht sprachlich eher einen romantisierenden Charakter hat. Arnold mag das in der Schule noch so gelernt haben.

Wie ist dieser, für mich von der 1. bis zur letzten Sekunde peinlich anzusehende Clip überhaupt möglich? Er ist Symptom einer völlig jede Realität ignorierenden medialen Inszenierung von Politik.

Träger politischer Ämter als auch Journalisten als auch sogenannte Aktivisten, in den USA genauso wie in Deutschland, warfen die ganze Amtszeit Trumps hindurch mit Begriffen des Typs Nazi, Faschist, Antisemit um sich, wie ein Besoffener an Carneval mit Konfetti. Das lädt dann natürlich auch ein, dass jemand aus der Echokammer Hollywoods die aus der Situation hervorgegangene Ausschreitung vom 6.Januar 2021 zum 9.November 1938 aufbläht. Wenn man ein Selbstbildnis von sich haben möchte, gegen schreckliche Nazis Widerstand zu leisten, aber keine ihrem historischen Format adäquate hat, dann muss man sie eben in die Geschehnisse der politischen Entwicklungen hinein-erfinden.

popular meme

Amerikaner haben jetzt, inklusive Wahlkampf, 5 Jahre lang gehört, „Trump is literally Hitler“. Wenn es die Allgemeinbildung deutscher Oberschüler, Studenten und Jungakademiker häufig nicht mehr hergibt, zwischen einem Ereignis wie in Washington und einem landesweit aus den Behörden heraus organisierten Generalangriff auf eine Bevölkerungsminderheit zu unterscheiden, wie soll das dann den in erster Linie auf Konsumbefriedigung ausgerichteten Amerikanern der selben Generation gelingen?

Am Ende fuchtelt er auch noch mit seinem Filmschwert aus Conan the Barbarian rum. Nebenbei bemerkt: Das nehme ich jetzt wieder persönlich, da Arnold nur der Schauspieler ist, die Merits für die Figur gehören Robert E. Howard, der mit Conan 1932 ein ganz neues Genre, Sword & Sorcery, schuf, das gemeinsam mit dem Lebenswerk von H.P. Lovecraft und dem von Franz Kafka zu den wesentlichen Ursprungsinspirationen der Comic-Literatur gehört.

Aber zurück zum Thema. Die Propaganda, für die Arnold hier als Transportmittel genutzt wird, vergreift sich nicht nur in der Dimension und im Ton. Über die Diskreditierung der Trump-Bewegung hinaus hat das eine spezifische, wohl durchdachte Funktion! (Weshalb wir ruhig annehmen können, dass Arnold hier nur als Schauspieler agiert, auch wenn seine Rolle ein Image von Arnold Schwarzenegger ist.) Dieser Clip sagt mir, dass es definitiv nicht um die Person Trumps geht.

Eine Absplitterung aus einer Menschenmenge, die irgendwo zwischen 150 000 und 1,5 Millionen lag – wenn man es so angeht, dass die Trump-Gegner die geringstmögliche, die Trump-supporter die größtmögliche Schätzung angeben – griff am 06.Januar die neben dem Präsidenten oberste Instanz des Staates mit geringen Mitteln an. Am 09.November 1938 griff der Staat als solcher einen ihm wehrlos ausgesetzten, spezifisch definierten Teil der im Land lebenden Bevölkerung mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln an.

Was ist unsere schulische Bildung wert, wenn derartige Vermischungen (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein) und dadurch Tatsachen verkehrende Reden von Prominenten vorgetragen, über Fernsehen ausgestrahlt werden und das Publikum es frisst wie Kartoffelchips? Arnold stellt Nazi-Staat und Proud Boys, eine in der Realität bedeutungslose antikommunistische Gruppierung unter der Führung eines Afrokubaners, die medial hochgepusht wird, einander gleich. Ich seh‘ schon, very aware.

Eine wesentliche Gefahr, die von diesem modernen Pseudo-Antifaschismus ausgeht, ist ja auch, wenn diese Leute so offensichtlich Unsinn über die Gegenwart verbreiten, dass auch die Überlieferung auf Dauer in Frage gestellt wird. Je länger das 3.Reich zurück liegt, desto angewiesener ist man auf mediales Material. Was aber, wenn Menschen beginnen zu argwöhnen, das überlieferte Material sei von gleichen Blödköpfen erstellt worden, wie Arnold einer ist und somit nur eine mediale Parallelwelt vorstellt?

Man muss wissen, wie man ein Buch wie Einhards „Vita Karoli Magni“ liest, das kann nicht jeder. Man muss das Dokument im Ramen seines historischen Umfeldes filtern. Hierfür muss man sich ein Bild dieses Umfeldes geschaffen haben. Dann wird es informativ, auch durch den benützten Stil, und hilft, die Epoche zu verstehen.

Aber wie filtert man einen so jenseitigen Blödsinn, wie Arnolds Video?

Gar nicht. Es ist ein Dokument, das davon erzählt, wie realitätsverzerrend Massenmedien mit der Gegenwart umgehen. Das verstehen aber viele Menschen nicht! Auch kluge. Was Hollywood-Schauspieler sagen, ist für DurchschnittsamerikanerInnen der Küstenstaaten oft unbezweifelbar wie für meine Oma die Predigt des Pfarrers ihrer Kirche. Das war ja Bidens Stärke gegen Trump. Hollywood hasst ihn und rief dazu auf, Biden zu wählen, wenn auch nur um gegen Trump zu wählen, was dem sicherlich zahlreiche Millionen Stimmen einbrachte. Hollywood mobilisierte 4 Jahre hindurch täglich gegen Trump.

Man spielt mit so unseriösen Videos, wie diesen von Arnold, Neonazis in die Hände, welche die gültige Darstellung des 3.Reiches und seiner Exponenten als kommunistische Propaganda zeichnen!

Wenn die Biden-Administration am 20. Januar diesen Jahres in das Amt geht, ist Trump ihr geringstes Problem. Ihr Problem sind 74 Millionen Amerikaner, die dem Staat gegenüber loyal, aber der Regierung gegenüber feindselig eingestellt sind, die subjektiv in Trump ihre letzte Hoffnung sahen und sich um diese Hoffnung betrogen fühlen.

Man kann freilich diesen Personen nahelegen, dass sie im Laufe von Trumps Präsidentschaft ja wohl hätten feststellen können, dass diese eine Illusion sei. Da erschöpft es sich aber schon. Keine politische Kraft kann realistische Angebote machen. Am wenigsten die Demokraten. Biden verspricht, nach der Pandemie BIPOCS und women ordentlich mit Geld auszustaffieren – das er gar nicht hat!


Jaaa, das beste kommt wie immer zum Schluss: am Morgen des 12.Januar setzt twitter folgende Mitteilungen ab:

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