Orson Welles‘ Kafka, Sucker Punch und Der Justice-League-Snyder-Cut

Achtung! Enthält Spoiler!

The Trial & Sucker Punch

Der Spielfilm (einschließlich Serien, die für TV oder Streaming-Dienste produziert werden) ist eine junge Kunstform, sie befindet sich erst im 2. Jahrhundert ihrer Existenz.

Stellte man mir die Frage, nach meinem „Lieblingsfilm“, so habe ich zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche. Dennoch ordne ich zwei Filme ihrem Jahrhundert zu, als diese gesamt aus meiner Sicht charakterisierend: für das XX. ist das Orson Welles‘ Kafka-Verfilmung „The Trial“. Dem XXI, dessen erstes Fünftel wir nunmehr hinter uns haben, ordne ich Zack Snyder’s „Sucker Punch“ zu.

Orson Welles fand die, wie man das nennt, kongenialen Bilder zu der Geschichte Kafkas, Der Prozess, die zu Beginn des XX. Jh. den, ich sage einmal, Charakter dieses Jahrhunderts einfing. Das Individuum, welches schuldlos schuldig geworden seine Schuld erlebt, aber nicht erkennt und so durch eine fremde Welt irrlichtert und die Ursache seiner Schuld sucht, aber sie nicht findet. Zuletzt endet er, den die Suche nihilistisch gemach hat, in der Sachgasse. Der letzte Akt von Selbstwertgefühl, das ultimative Aufbäumen des Widerstands gegen das Schicksal, ist die Verweigerung des Freitods. Darum konnte jeder diese Geschichte mit seiner eigenen Lebenserfahrung in Einklang bringen. Die Erfahrung des XX. Jahrhunderts. Insgesamt, mit Unterbrechungen, hatte Franz Kafka vom Sommer 1914 bis 1916 an den Texten zum Prozess gearbeitet, der 1. Weltkrieg trat August 14 in die heiße Phase. Der erste Weltkrieg war das Feuer, in dem das christliche Abendland, wie es unter Karolus Magnus seinen Anfang nahm und sich über 1200 Jahre entwickelte, über das Russische Reich bis an das Japanische Meer reichte, verbrannte.

„Jemand musste K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

Mit diesem, vielleicht einen Monat bevor österreichische Truppen Richtung Serbien aufbrachen und deutsche Truppen in Belgien einmarschierten geschriebenen Satz, beginnt die Geschichte des K. und jeder ist entweder K. oder einer der anderen, ein Jahrhundert lang und mehr.

Der Roman beschreibt vielleicht die endgültige, verbotene Wahrheit der Demokratie. Dass du es nicht selber tun musst, das Böse. Dass es die, wie es genannt wird, demokratisch legitimierten Führer sind, die das Böse tun, für das du dann verantwortlich bist. In das diese dich hineinziehen qua der Staatsarchitektur. Das dem christlichen Abendlande folgende Zeitalter der Diktatur – – – was für ein freudscher, es muss hier natürlich „Demokratie“ stehen – ist keine Befreiung, es ist keine Erlösung, es ist ihr Gegenteil. Politik machen heißt schuldig werden. Es bedeutet, die Leben anderer für die Verwirklichung deiner Interessen vernichten.

In meiner Vorstellung ist „Sucker Punch“ die filmische Antwort aus den XXI. Jh. darauf. Ein Mädchen, das später Babydoll heißen wird und vorher keinen Namen hatte, begeht einen tragisch scheiternden Akt des Widerstandes. Das tragische Scheitern ist die ungewollt begangene böse Tat, durch die auch ihr eigenes Leben zerstört wird, ehe es begann – statt den gemeinsamen Feind zu töten, tötet ein Schuss aus der Waffe in ihrer Hand die kleine Schwester, die sie beschützen will. Der Widerstand war gerecht, aber eine zu große Aufgabe für sie, und so wurden ihre Schwester und sie vom Akt des Widerstands vernichtet.

Der Feind bringt sie in eine psychiatrische Anstalt.

Der Film erzählt das Folgende auf 3 Ebenen. Die erste, die Realität in der Anstalt. Die zweite, wie sie diese Realität empfindet, als Zwangsprostituierte in einem Bordell, das Wohlabenden Minderjährige und junge Frauen anbietet. Die dritte nun ist die Traumwelt, ein mythischer Krieg, in dem die Mädchen sich freikämpfen.

Von den Ureinwohnern Australiens wird gesagt, dass für sie die Traumwelt die wirkliche Welt ist, und die auf Erden erfahrbare nur ein Alptraum. Wie dem auch sei, auf allen 3 Ebenen findet der selbe Prozess statt und so fallen zuletzt die 3 Ebenen ineinander zu einer.

Endet Kafkas Geschichte, in der Verfilmung von Orson Welles sehr viel deutlicher als im Roman selbst, mit dem finalen Akt des Widerstandes, indem K. aus der Tiefe der Grube den Geheimpolizisten zuruft: „Ihr wollt das ich mich umbringe? Oh nein, das müsst ihr schon selber machen!“ – so endet „Sucker Punch“ damit, dass Babydoll sich opfert, damit eine andere leben kann. Es ist ein mathematisch genaues Selbstopfer, kein schillersches Pathos, nur die kalte Erkenntnis der Realität und die notwendige Konsequenz daraus.

In „The Trial“ entwickelt sich ein dem Lauf der Dinge angepasster Durchschnittstyp zur selbstbewussten Persönlichkeit, die sich dem Schicksal entgegenstellt, bei „Sucker Punch“ lernt ein widerspenstiges Mädchen die Macht des Schicksals anzuerkennen.

Justice League

Nach „Sucker Punch“ wurde Sack Snyder als Regisseur der neuen Superman-Filmreihe verpflichtet, die quasi als die DC-Konkurrenz zu Marvel’s Avengers – MCU fungieren sollte.

Das ist analog zu den Comic-Books. Charaktere, die über Jahrzehnte eigenen Serien hatten, Hulk, Spiderman, Captain America, Black Widow usw. schlossen sich bei Marvel zu den Avengers zusammen, bei DC schlossen sich führende Charaktere zur Justice League zusammen.

Der Film Justice League ist der dritte unter der Regie von Zack Snyder, der erste war „Man of Steel“, der zweite „Batman vs. Superman – Dawn of Justice“.

Der Dritte in der Reihe, Justice League, beschreibt, wie aufgrund der im zweiten Film beschriebenen Ereignisse Batman das Team aufbaut, welches dann zusätzlich aus Wonder Woman, Aquaman, Flash und Cyborg besteht.

Aus familiären Gründen musste Zack Snyder aber aussteigen und übergab den Regiestuhl Joss Whedon. Die DC-Gemeinde war mit dem November 2017 erschienenen Kinofilm sehr unzufrieden. Ich selbst komme aus der Marvel-Ecke, DC-Verfilmungen kann ich nicht so gut beurteilen. Mir hat der Film schon gefallen. Verglichen mit den Avengers-Movies fand ich ihn allerdings oberflächlich und die Geschichte inkonsistent. Mir hat die innere Logik gefehlt, warum sich das eine notwendig aus dem anderen ergeben soll.

Letztes Jahr wurde bekannt, dass Zack Snyder die Arbeit an „Justice League“ noch einmal aufnimmt und via Streaming-Dienst publizieren wird.

Am gestrigen Donnerstag wurde das Ergebnis veröffentlicht. Ein über 4-stündiger Film in 6 Kapiteln, der mir ebenfalls ganz gut gefallen hat – aber eigentlich auch nicht mehr. Dinge geschehen, es plätschert vor sich hin. Einige kitschige Unnötigkeiten, die der Kinofilm hatte, wurden rausgeworfen. Ansonsten hat der Film die selben Mankos wie der Kinofilm. Zwingende Notwendigkeiten fehlen. So wird es zur Existenzfrage, dass Superman sich an der Justice League beteiligt, ohne ihn ginge es nicht. Aber warum unser Team ohne Superman unmöglich die Gefahr hätten besiegen können, das bleibt unklar. Wie die Situation dann aufgelöst wird, war Superman’s Beitrag marginal.

Das ist jetzt leicht kryptisch ausgedrückt, aber ich will nicht zu viel spoilern und wer den Film gesehen hat, weiß was ich meine.

Wenn man Fantasy-Action-Movies mag, ist es gute Unterhaltung. Aber nichts darüber hinaus.

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3 Sonette aus dem 30-jährigen Krieg

Wir kennen sie schon aus de Schulzeit.

Vergangenheit ist Zukunft.

Man kann sich erinnern, was einmal war, hier im Land, vor langer Zeit, was um dieses Land herum geschieht und wieder geschehen wird, wenn die Politik so weiter macht.

Joseph Robinette Biden Jr. ist nicht der bemitleidenswerte Greis, der ihm fremden Interessensgruppen gehorcht, er ist Teil der Gruppe. Trotz seiner Gebrechlichkeit führt er ein wirklich extrem großes Maul.

Die Ukraine verlegt Truppen in Richtung Donbass.

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George Orwell: What is Fascism

Sollten Sie den Text auf Englisch nicht lesen können, hauen Sie ihn durch den deepl.com Übersetzer.

Sie werden beim Lesen feststellen, dass ( wenn Sie einzelne Personen oder Einrichtungen, die heute in der Form nicht mehr vorhanden oder wichtig sind, einfach nur beliebig austauschen mit Vergleichbarem aus der Gegenwart) sich bezüglich der Frage „Was ist Faschismus“, bis heute nichts geändert hat.

As I Please

in Tribune

24 March 1944

George Orwell


OF ALL the unanswered questions of our time, perhaps the most important is: ‘What is Fascism?’One of the social survey organizations in America recently asked this question of a hundred different people, and got answers ranging from ‘pure democracy’ to ‘pure diabolism’. In this country if you ask the average thinking person to define Fascism, he usually answers by pointing to the German and Italian régimes. But this is very unsatisfactory, because even the major Fascist states differ from one another a good deal in structure and ideology.

It is not easy, for instance, to fit Germany and Japan into the same framework, and it is even harder with some of the small states which are describable as Fascist. It is usually assumed, for instance, that Fascism is inherently warlike, that it thrives in an atmosphere of war hysteria and can only solve its economic problems by means of war preparation or foreign conquests. But clearly this is not true of, say, Portugal or the various South American dictatorships. Or again, antisemitism is supposed to be one of the distinguishing marks of Fascism; but some Fascist movements are not antisemitic. Learned controversies, reverberating for years on end in American magazines, have not even been able to determine whether or not Fascism is a form of capitalism. But still, when we apply the term ‘Fascism’ to Germany or Japan or Mussolini’s Italy, we know broadly what we mean. It is in internal politics that this word has lost the last vestige of meaning. For if you examine the press you will find that there is almost no set of people—certainly no political party or organized body of any kind—which has not been denounced as Fascist during the past ten years. Here I am not speaking of the verbal use of the term ‘Fascist’. I am speaking of what I have seen in print. I have seen the words ‘Fascist in sympathy’, or ‘of Fascist tendency’, or just plain ‘Fascist’, applied in all seriousness to the following bodies of people:

Conservatives: All Conservatives, appeasers or anti-appeasers, are held to be subjectively pro-Fascist. British rule in India and the Colonies is held to be indistinguishable from Nazism. Organizations of what one might call a patriotic and traditional type are labelled crypto-Fascist or ‘Fascist-minded’. Examples are the Boy Scouts, the Metropolitan Police, M.I.5, the British Legion. Key phrase: ‘The public schools are breeding-grounds of Fascism’.

Socialists: Defenders of old-style capitalism (example, Sir Ernest Benn) maintain that Socialism and Fascism are the same thing. Some Catholic journalists maintain that Socialists have been the principal collaborators in the Nazi-occupied countries. The same accusation is made from a different angle by the Communist party during its ultra-Left phases. In the period 1930�35 the Daily Worker habitually referred to the Labour Party as the Labour Fascists. This is echoed by other Left extremists such as Anarchists. Some Indian Nationalists consider the British trade unions to be Fascist organizations.

Communists: A considerable school of thought (examples, Rauschning, Peter Drucker, James Burnham, F. A. Voigt) refuses to recognize a difference between the Nazi and Soviet régimes, and holds that all Fascists and Communists are aiming at approximately the same thing and are even to some extent the same people. Leaders in The Times (pre-war) have referred to the U.S.S.R. as a ‘Fascist country’. Again from a different angle this is echoed by Anarchists and Trotskyists.

Trotskyists: Communists charge the Trotskyists proper, i.e. Trotsky’s own organization, with being a crypto-Fascist organization in Nazi pay. This was widely believed on the Left during the Popular Front period. In their ultra-Right phases the Communists tend to apply the same accusation to all factions to the Left of themselves, e.g. Common Wealth or the I.L.P.

Catholics: Outside its own ranks, the Catholic Church is almost universally regarded as pro-Fascist, both objectively and subjectively;

War resisters: Pacifists and others who are anti-war are frequently accused not only of making things easier for the Axis, but of becoming tinged with pro-Fascist feeling.

Supporters of the war: War resisters usually base their case on the claim that British imperialism is worse than Nazism, and tend to apply the term ‘Fascist’ to anyone who wishes for a military victory. The supporters of the People’s Convention came near to claiming that willingness to resist a Nazi invasion was a sign of Fascist sympathies. The Home Guard was denounced as a Fascist organization as soon as it appeared. In addition, the whole of the Left tends to equate militarism with Fascism. Politically conscious private soldiers nearly always refer to their officers as ‘Fascist-minded’ or ‘natural Fascists’. Battle-schools, spit and polish, saluting of officers are all considered conducive to Fascism. Before the war, joining the Territorials was regarded as a sign of Fascist tendencies. Conscription and a professional army are both denounced as Fascist phenomena.

Nationalists: Nationalism is universally regarded as inherently Fascist, but this is held only to apply to such national movements as the speaker happens to disapprove of. Arab nationalism, Polish nationalism, Finnish nationalism, the Indian Congress Party, the Muslim League, Zionism, and the I.R.A. are all described as Fascist but not by the same people.

It will be seen that, as used, the word ‘Fascism’ is almost entirely meaningless. In conversation, of course, it is used even more wildly than in print. I have heard it applied to farmers, shopkeepers, Social Credit, corporal punishment, fox-hunting, bull-fighting, the 1922 Committee, the 1941 Committee, Kipling, Gandhi, Chiang Kai-Shek, homosexuality, Priestley’s broadcasts, Youth Hostels, astrology, women, dogs and I do not know what else.

Yet underneath all this mess there does lie a kind of buried meaning. To begin with, it is clear that there are very great differences, some of them easy to point out and not easy to explain away, between the régimes called Fascist and those called democratic. Secondly, if ‘Fascist’ means ‘in sympathy with Hitler’, some of the accusations I have listed above are obviously very much more justified than others. Thirdly, even the people who recklessly fling the word ‘Fascist’ in every direction attach at any rate an emotional significance to it. By ‘Fascism’ they mean, roughly speaking, something cruel, unscrupulous, arrogant, obscurantist, anti-liberal and anti-working-class. Except for the relatively small number of Fascist sympathizers, almost any English person would accept ‘bully’ as a synonym for ‘Fascist’. That is about as near to a definition as this much-abused word has come.

But Fascism is also a political and economic system. Why, then, cannot we have a clear and generally accepted definition of it? Alas! we shall not get one—not yet, anyway. To say why would take too long, but basically it is because it is impossible to define Fascism satisfactorily without making admissions which neither the Fascists themselves, nor the Conservatives, nor Socialists of any colour, are willing to make. All one can do for the moment is to use the word with a certain amount of circumspection and not, as is usually done, degrade it to the level of a swearword.

 

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Ich bin, worum sich euer Leben drehen soll, denn ich bin AOC!

2. Teil von: Joe Biden, AOC und das Ende der Linken

Und ganz ehrlich, wenn ich sehe wie sich diese Kongresspersonen auf dieser Veranstaltung darstellen, dann sehe ich Menschen, die ich nicht nur nicht respektieren kann.

Ich sehe Menschen, die meine tiefste, aufrichtig empfundene Abscheu erregen!

Diese Heulsuse in rotem Leder, Rashida Tlaib, die da mit Beistand von AOC ihren Psycho abzieht, war am 06.Januar noch nicht einmal in Washington DC.

Alexandria Ocasio-Cortez, AOC, hat zahlreichlich junge, unbedarfte Fankids, die an ihren Lippen kleben. Für eine junge Kongressabgeordnete in einem Land der Bevölkerungsgröße der USA ist das zu erreichen keine große Herausforderung.

Die Personen, welche es ihr ermöglicht hatten, Kongressabgeordnete zu werden, haben sich weitgehend von ihr abgewendet. Die meisten Bekannten unter denen, die ihre Kampagne zu ihrer ersten Wahl mobilisiert hat und die ihr halfen, sagen übereinstimmend: AOC ist eine Person, die, egal welches Thema, alles zu etwas macht, bei dem es sich zuletzt nur noch um ihr Ego dreht.

Allerdings beinhaltete ihre ganze Kampagne ein paar Mogeleien.

AOC’s Weg in den Kongress

Sie war nicht, wie sie sich darstellte, das arme, unterdrückte Puerto-Ricaner-Mädchen, sie war Tochter eines wohlhabenden Architekten und wuchs in Westchester auf, eine der vornehmsten suburbs New Yorks, wo auch die Clintons residieren.

Auch purzelte sie nicht, wie der Mythos, den Werbefachleute um sie verbreitet hatten, spontan wie aus dem Nichts in die Politik. Sie hatte als Studentin in Boston eine Anstellung bei Senator Edward Kennedy, wo sie Einwanderer-Angelegenheiten bearbeitete und gehörte bei Senator Bernard „feel the burn“ Sanders Präsidentschaftskampagne 2016 der obere Riege seiner Equipage an.

Die Professionals, die Bernies Kampagne managten, managten dann auch ihre Kampagne auf den Sitz im Kongress für den Wahlkreis Queens und South Bronx 2018.

Dazu sollte man noch eines wissen:

Als der vormalige Staatsanwalt Rudy Giuliani von Januar 1993 bis Dezember 2001 Bürgermeister von New York war, säuberte er radikal Manhattan von Straßen-Strukturen der Mafia, Sexshops, Drogenhandel. Er holte umfangreiche Investitionen nach Manhattan. Das führte zwangsläufig auch zu Gentrifizierung. Die jungen, wilden Subkulturen Manhattans konnten sich das Leben dort bald nicht mehr leisten. Sie wanderten ab nach Brooklyn und vor allem nach Queens.

Die so in Queens entstandene Bohème bildeten AOC’s Basis. Der seit 20 Jahren für diesen Wahlkreis im Kongress sitzende Abgeordnete der Democrats, Joseph Crowley, erfreute sich in diesen Kreisen keiner Beliebtheit. Als junge Latina, die in einer Bar jobbte, war AOC genau das, wodurch eine hippe, linke, urbane Künstler- und Jungakademiker-Szene sich im Jahr 2 der Präsidentschaft des aus Queens nach Manhattan übersiedelten Baulöwen Donald J. Trump vertreten lassen wollte.

Radikale Sprüche und radikale Anpassung

AOC hat alle Sprüche drauf, die junge Leute gerne hören.

Dass die Partei nichts freiwillig tue, man sie nach left pushen müsse, wie man den alten Säcken Feuer unterm Hintern macht, orange man bad… Mit Fototerminen an der mexikanischen Grenze, lustigem Tratsch in allen Late-Night-Shows, das ganze Programm.

Ihre letzten Unterstützer außerhalb der Schüler- und Jungsemester-Studenten-Kreise hinaus verlor sie wohl durch ihr Verhalten bei der jüngsten Wahl Nancy Pelosis zur Madame Speaker am 03.Januar 2021.

Ihre Basis und viele Linke reifen sie auf, Nancy Pelosi klar zu machen, das diese nur AOC’s Stimme bekommen würde, wenn sie zusagt, Medicare for All durchzusetzen. Im drittmächtigsten Amt des Staates läge das bei entsprechender Unterstützung in der Bevölkerung, die vorhanden ist, in ihren Möglichkeiten.

Pelosi hatte das in den 1980ger Jahren selbst öffentlich gefordert. Mit zunehmender Karriere in Washington, war ihr das dann irgendwann entfallen.

AOC nutze ihre Kanäle in die Medien, Schmutzkampagnen gegen diejenigen zu starten, die das an sie herantrugen. Jetzt sei nicht die Zeit für allgemeine Krankenversicherung, jetzt sei die Zeit, Donald Trump zu stürzen. Dafür brauchen die Democrats den Speaker-Posten und dafür vorgesehen ist Pelosi.

Das war es. AOC wählte Pelosi bedingungslos.

Bis dahin hat es schon zahlreiche Beispiele gegeben, ich habe die jetzt im Einzelnen nicht mehr im Kopf, in denen AOC vor die Entscheidung gestellt, für konkrete Wahlversprechen einzutreten oder sich bei der Parteiführung lieb-Kind zu machen, ohne Zögern letzterem den Vorzug gab.

Wie weiter? -: Allgemeine Krankenversicherung ist ja schön und gut, aber jetzt ist erst einmal am dringendsten, ein Amtsenthebungsverfahren gegen einen Präsidenten anzustrengen, der gar nicht mehr im Amt ist.

Trumps beste Schülein: AOC

Seine Anhänger direkt ansprechen war Trumps Ding.

Als alter Mann nutzte er dafür Massenveranstaltungen und twitter.

Old school könnte man sagen.

AOC inszeniert sich nun vollständig als Social-Media-Personality.

Einen Höhepunkt erreichte das, als sie in der Folge des 06.Januar extrem dramatisch die Menschheit unterrichtete, Todesängste ausgestanden zu haben.

Angangs wurden Personen, die das für überzogen hielten und das auch sagten, wie etwa Tucker Carlson, als unsensible Zeitgenossen beschimpft und noch mit den üblichen Mode-Diffamierungen der Linken, sie seien böse alte Männer, beworfen.

Hätte sie es dabei belassen, wäre dieser Schlagabtausch zu ihren Gunsten verlaufen.

Aber etwas, worein ihre Eitelkeit involviert ist, auf sich beruhen lassen, ist AOC’s Sache nicht!

AOC legt nach. Und sie trägt so dick auf dabei, dass ihre Gegner nachhacken.

Aus AOC wird Alexandria-Ocasio-Smollett

Vielleicht – aber als deutsches Publikum wahrscheinlich eher nicht – erinnern Sie sich an den Skandal um den jungen, schwulen POC-Schauspieler Jussie Smollett. Der spielte in einer Serie, über die ich nichts sagen kann, weil ich keine 5 Minuten davon gesehen hatte, da mich das Genre, in das sie gehört, null interessiert, namens „Empire“. Er hatte sonst noch diverse Nebenrollen in seine Lebenszeit gehabt.

Es gibt Filmschauspieler, die haben kaum mehr als 2 Minuten und 3 Sätze, die stechen dem übergroßen Anteil des Publikums so in das Auge, dass von da an sich ihnen Türen und Tore öffnen.

Es gibt Schauspieler, in deren Promotion eine Agentur hunderttausende investiert, die Vitamin-B bis zum Abwinken haben, und die doch vom Publikum übersehen werden.

Ein solcher war der arme Jussie.

Er hatte alles. Er gehörte zum persönlichen Umfeld von Michelle Obama. Seine Agentur rannte Kampagne um Kampagne um ihn im Publikum beliebt zu machen. Es lief nicht.

Da kam ihm eine zündende Idee. Warum nicht orange-man-bad’s Präsidentschaft nutzen!

Als Jussie eines Nachts zwischen Mitternacht und Morgen in seinem Appartement in Chicago vom Hunger gequält war, der Kühlschrank leer war und er die Telefonnummer von Liefernado ums Verrecken nicht finden konnte, brach er auf, sich ein Sandwich von Subway zu holen.

Auf dem Rückweg traten 2 Finstermänner an ihn heran. Die riefen ihm zu, das hier sei MAGA-Country, er sei eine miese Schwuchtel und ein N-Wort, sie prügelten ihn, legten ihm einen geknüpften Galgenstrick um den Hals, achteten aber darauf, dass sein Sandwich nicht zu Schaden kommt.

Das katapultierte Jussie in das, wie er sich den 7.Himmel vorstellt. Interviews von CNN bis Late Night Shows, die Interviewerin weint fast mit, als Tränen dabei über seine Wangen kullern, wenn er den strukturellen Rassismus der USA und die Bösartigkeit der Weißen, homophoben Rasse beklagt – nein, nicht anklagt, sind sie doch selbst nur arme Opfer der Gehirnwäsche des bösen Superschurken Donald Trump!

Dann aber öffnet sich der Himmel wieder. Und Jussie plumpst hernieder auf den harten Erdboden der Realität.

Die Polizei hatte herausgefunden, dass die beiden Angreifer keine weißen, bluttrinkenden KKK-Anhänger aus dem Sumpf Donald Trumps waren, sondern zwei Brüder aus Nigeria, die zufällig auch noch als Jussies personal trainer arbeiteten und von diesem bezahlt wurden, ihn auf dem Rückweg von Subway, verkleidet als Trump-supporter, abzufangen. Wenn ich mich recht erinnere, wusste Klatschpresse sogar zu berichten, dass sein Kühlschrank in besagter Nacht zu allem Überfluss proppenvoll gewesen war mit allen Leckereien, die man sich so als Fernseh“star“ kaufen kann.

Sie wissen, was jetzt kommt.

In einem Meme:

AOC ließ es krachen wie ein Ungewitter im Frankensteinfilm.

Dann funkt ihr plötzlich unbeabsichtigt die Schauspielerin Evan Rachael Wood dazwischen. Diese Frau hatte ein langjähriges Verhältnis mit dem Skandal-Rocker Marilyn Manson. Der nun habe sie diese Beziehung durch vergewaltigt und missbraucht.

The name of my abuser is Brian Warner, also known to the world as Marilyn Manson. He started grooming me when I was a teenager and horrifically abused me for years. I was brainwashed and manipulated into submission. I am done living in fear of retaliation, slander, or blackmail. I am here to expose this dangerous man and call out the many industries that have enabled him, before he ruins any more lives. I stand with the many victims who will no longer be silent.

So öffnet sie sich auf Instagram, AOC’s Domäne.

Für die Skandalpresse ein Knaller, wie es ihn seit Harvey Weinstein und Kevin Spacey nicht mehr gegeben hat.

Da gab es kein Halten mehr für AOC!

Ihre Story muss toppen!

Aus ihrer anfängliche Todesangst vor Männern mit Speeren, die sich ihrem Fahrzeug näherten, entwickelte sich in wenigen Tagen, dass der texanische Senator Ted Cruz sie töten wollte, und darum aus dem Senat geworfen werden müsse und Harvard ihm seinen akademischen Abschluss aberkennen müsse, bis hin zu einer Opfershow auf Instagram am 03.02.2021, die man finden kann und die geradezu unbeschreiblich ist.

Von Trump-supporters, die sie wegen Ihrer Hautfarbe schlachten wollen würden, bis zu einem Polizisten, von dem sie nicht wusste, ob er Freund oder Feind ist, der an ihre Türe hämmerte und böse rief „Wo ist sie“, breitet sie mit großer Geste eine Schauergeschichte aus.

AC bestürzt ihr Publikum wild gestikulierend damit, wie sie sich verbarg im Bad, sie gruselt ihre Follower auf Instagram mit Details, still wie nie zuvor in ihrem Leben sei sie gewesen. Der monströse Polizist drang ein in ihr Büro. Ja will er sie denn töten? „Soll ich denn sterben“ durchfährt es sie, „noch bevor ich Mutter geworden bin!“

Die schreckliche Todesangst, die sie auch jedes mal durchmachen muss, wenn sie republikanische Abgeordnete sieht, ja, diese Angst hat eine Ursache! Auch sie, auch AOC war Opfer sexueller Gewalt geworden. Irgendwann. Irgendwo. In den schrecklichen Stunden, in denen Männer in Halloween-Kostümen die Macht über Amerika und damit über die ganze Welt an sich reißen wollten, kehrte denn auch dieses Trauma in ihr Bewusstsein zurück!

Das Pathos, mit dem AOC sich als Opfer inszeniert, die Rundum-Schläge, die sie damit versucht, stoßen so ab, dass es Leute überprüft haben, die AOC von Hause aus nicht besonders gerne mögen.

AOC war während des gesamten Geschehens 1.3 miles, also fast 2 Kilometer weit entfernt!

Aber auch Leute, die sie vor 2 Jahren noch unterstützt hatten, haben die Faxen mit ihr dicke.

AOC noch ganz im Rausch der Macht, zu denen zu gehören, zu deren Gunsten #BigTech Trumps Social-Media-Präsenz abgedreht hatte, ertappt erleidet sie öffentlich Tobsuchtsanfälle und fordert ihre Simps und #BigTech zur Verteidigung ihrer Opferehre auf:

Tim Pool ist ein prominenter Journalist aus Jersey. Bekannt geworden war er mit seiner spektakulären, innovativen Echtzeit-Berichterstattung über „Occupy Wall Street“, 2011. Das war phantastisch! Ich schätze ihn seither wirklich sehr! In gewisser Weise wirkte das fast wie eine urbane Version des Spielfilms „The Blair Witch Project“ aus 1999, nur dass es eben kein Spielfilm, sondern Wahrheit war.

Tim Pool war 2016 noch fast so etwas wie ein Bernie-bro. Interessanterweise bekannte er sich im Vorfeld der 2020ger-Wahl zu Trump. Bernie hatte seine Unterstützer zu oft im Regen stehen gelassen. Tim Pool sprach immer gut über AOC.

Er hat die verfügbaren Fakten zusammengetragen und in Zusammenhang gesetzt:

Tim Pool kommt zu dem Schluss, dass über die Örtlichkeit hinaus, die Geschichte, wie AOC sie erzählt, gar nicht möglich sein kann, da dieser sogenannte Sturm auf das Capitol über 1 Stunde nach dem begonnen hat, was AOC auftischt.

Kann denn Linke Sünde sein

Die organisierte Linke ist die politische Kraft, die glaubt, diejenigen, die sich ihr anschließen wollen, sind blöd.

Das sagt schon sehr viel über sie aus.

AOC wird den Skandal überleben, wie Joe Biden seine Skandale überlebt hat. Denn viele, die sich der organisierten Linken anschließen, sind blöd. In der Regel belieben sie aber nicht blöd.

Darum sortiert sich das aus. Es bleiben die, die linke Karrieristen werden und die anderen ziehen sich aus dem linken Spektrum zurück.

AOC baut ihre Karriere auf alle unpolitischen Merkmale auf, durch die Linke die Politik ersetzt haben. Das ist übrigens nicht neu. Das kommt von Universitäten. In Deutschland haben RAF-Leute in den 80ger Jahren damit geworben. Triple Oppression nannte man das damals. Opfer per Definition weil Frau, der 3.Welt entstammend und Unterklasse.

Naja, die Unterklasse hat sie sich dazu erfunden, bzw. ihr Werbeteam. Sie ist kleinbürgerlicher Mittelstand, umgeben von Wohlhabenden gewesen.

Aber sie ist weiblich und ihre Wurzeln reichen auf die Insel zurück, die seit der West Side Story jeden gegen Tränen ankämpfen lässt:

AOC hat sich schon einmal mit dem Spruch rausgeredet: „Ich brauche nicht faktisch recht zu haben, um moralisch im Recht zu sein!“

Identitätspolitische Linke wirken auf mich wie Menschen, die einen Herrschaftsanspruch erheben, aber nichts anbieten können, was diesen Herrschaftsanspruch rechtfertigt. Und so begründen sie ihn wie mittelalterliche Priester: sie seien schließlich diejenigen, die moralisch höher entwickelt seien als ihre Untertanen.

Das mag sie so finden, aber es führt dazu, dass immer mehr Menschen sich von der Linken abwenden.

Auf der anderen Seite fragen Konservative sich: was unterscheidet diese Linken eigentlich von gewöhnlichen Kriminellen?

Das bekommt aktuell noch eine besondere Note.

Biden macht sich mit Nawalny gemein. AOC mach sich mit Nawalny gemein. Nawalny, der ein gewöhnlicher Krimineller ist, welcher sich über die Masche „politisch Verfolgter“ aus seinem Schlamassel ziehen möchte und gleichzeitig Profit aus seiner Lage schlagen.

Worin unterscheiden die sich von gewöhnlichen Kriminellen, die sich mit gewöhnlichen Kriminellen gemein machen? Selbst wenn man von Biden sagt, der ist schon zu vergreist, um zu wissen wer Nawalny ist und das Spiel zu durchschauen, für AOC gilt das nicht.

Die Democrats unterstützen AOC natürlich ebenso wie die Propagandamaschinen WaPo, NYT, MSNBC, CNN u.a.

¡Denn das gesamte Konstrukt der geplanten globalen Herrschaftssicherung des US-EU-Imperialismus der kommenden Jahre, steht und fällt mit dem Mythos vom 06.Januar!

AOC’s Aufgabe besteht darin, genau diesen Mythos via neo-linker Identitätspolitik abzusichern. Wer will schon das Monster sein, das eine arme, vergewaltigte, vom Tode bedrohte Frau unter 30 aus Migrantenfamilie angreift, der Lüge zeiht?

Man lausche ihrem Schmerz. Man fiebere mit bei der Gefahr, den großen Gesten, die sie schildern. Man jauchze und singe angesichts der wundersamen Rettung!

Und man vergesse darüber ganz, dass linker Imperialismus die Linke überflüssig macht.

Wladimir Wladimirowitsch Majakowskij: Über die Lumperei

Moskau 1920/1921


Lesen Sie in der nächsten Ausgabe, wie Elektra und Daredevil sich in Washington treffen, um die wahren Drahtzieher des 06.Januar aufzudecken! Wie sie against all odds einer Verschwörung auf den Grund gehen, von der es hieß, sie habe beinahe den Tod aller demokratischen Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus bedeutet! Kommt ihre von Liebe und Zorn, Anziehung und Enttäuschung geprägte Beziehung dieser wichtigen Mission genau dann in die Quere, als sie auf die überraschende Wendung stoßen? Und welche Rolle spielt einmal mehr

Die Hand?

Nee, Schmarrn, ich arbeite gar nicht bei Marvel. Wussten Sie, dass Comic-Figuren urheberrechtlich geschützt sind? Ich darf mir gar keine Daredevil-Elektra-Geschichten ausdenken. Also, ich darf sie mir natürlich schon ausdenken, aber ich darf sie Ihnen dann nicht erzählen!

Aber ich guck‘ jetzt WandaVision! Episode 05 ist seit heute raus! Und diese Erholung habe ich mir ja wohl redlich verdient!

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Sergej Alexandrowitsch Jessenin: Rückkehr in die Heimat

Der heutige Sonntag

Es ist Sonntag, der 31.01.2021 und Wochenende 02 der Großen Nawalnyade blieb aus, ein paar dutzend da, ein paar hundert dort. Absichtlich unangemeldete Demonstrationen, die Polizei löst noch nicht einmal wirklich auf, nur wenn aus den Aufzügen heraus Gewalttaten verübt wurden.

Das hängt freilich auch damit zusammen, dass der Video über den „Putinpalast“ inzwischen als amerikanischer Fake enttarnt wurde. Kein Putin, der Rohbau eines Apart-Hotels, welches einem gewissen Arkadi Rotenberg gehört. Ich weiß nicht, wozu ARD und ZDF Studios in Moskau betreiben, wenn die noch nicht einmal ein Telefonbuch so lesen können, dass sei es auch benutzen können. Die einzigen auf der ganzen Welt, die noch nicht mitbekommen haben, dass der Nawalny-Video ein von einer amerikanischen Film-Firma aus LA zusammengeschusterter Fake ist – ist das 8 Milliarden € schwere deutsche Fernsehen!

DAs Russische Fernsehen hat 2 Beiträge geliefert.

Kaliningrad-Domizil hat beide Beiträge für das deutsche Publikum aufbereitet. Die Pressekonferenz hatte Rotenberg allerdings nicht gemacht.

Die nawalnyschen Pupshintern schafften es heute gar nicht erst, auf twitter zu trendeln, zu groß war die Konkurrenz:

In Jerusalem beerdigen Orthodoxe Juden einen ihrer Angesehenen unter zahlreichem demonstrativem Ignorieren der Corona-Bestimmungen:

In Paris demonstrieren mehrere 10 000, es kommt zu Straßenschlachten, auch in anderen Städten Frankreichs kommt es zu Demos.

In Wien findet ein verbotener „Stadtspaziergang“ mit mindestens 5000 Teilnehmern statt, wo sich zu allem Überfluss auch noch Polizei mit den Demonstranten solidarisierte.

Ergänzung 23:44h: inzwischen wurde die Kundgebung vom österreichischen Pendant zum SEK aufgelöst.

In Niederlande und Dänemark gegen Corona-Maßnahmen, in Polen gegen die Regierung aufgrund des Abtreibungsgesetzes, überall ist heute mehr los, als auf den Nawalny-Märschen.

Was mich an RT extrem nervt, ist dass die ein russisches staatlich finanziertes Portal sind, es aber nicht schaffen, selber aus Russland zu berichten, sondern die Meldungen von Reuters und ähnlichen Agenturen verarbeiten. Weil, dass die nur vorbereitete Texte verbreiten, die das Wunschdenken ihrer Regierungen ausdrücken, ist ja eigentlich klar. Die ständige Anbiederei an den westlichen Mainstream wird nicht dazu führen, dass der westliche Mainstream sie plötzlich ganz dolle lieb hat.

Zum heutigen literarischen Text

Gemeinsam mit Alexander Alexandrowitsch Blok und Ossip Emiljewitsch Mandelstamm gehörte Sergej Jessenin zu den Hauptvertretern des sogenannten russischen Symbolismus.

Alle drei verbindet auch ein tragisches Schicksal: denn alle drei gehörten zu den Unterstützern erster Stunde der Bolschewiki und für alle drei ist das übel ausgegangen: Blok starb 1921 an Unterernährung in Petrograd, wie Peterburg kurzzeitig aufgrund des Kriegsgeschehens zwischen Russland und Deutschland hieß, Mandelstamm verstarb 1938 im Arbeitslager, Jessenin beging am 28.Dezember 1925 Selbstmord in jetzt Leningrad, wie Peterburg in der Zeit der UdSSR hieß. Ein Ende des XX. Jahrhunderts in die Welt gesetztes Gerücht, Jessenin sei von der GPU ermordet worden, entbehrt jeder Grundlage.

Vorausgeschickt sei auch, dass mit Übertragungen in das Deutsche bei Jessenins Texten teilweise dahingehend Probleme existieren, dass der Übersetzer versucht, die eigene politischen Meinung einzufärben. Das mag nicht völlig ungewöhnlich sein, fällt aber bei Jessenin besonders ins Auge. So war das im folgenden Gedicht der Fall, wo die Schwestern durch Einfügen von besonders wertebelasteten Worten als dumm und niederträchtig dargestellt werden sollten, die im Originaltext aber überhaupt nicht vorkommen. Ich habe sie schlicht rausgekürzt. Der Übersetzer überschreitet durch inhaltliche Manipulation dieser Art, aus meiner Sicht, bei weitem seine Kompetenzen. Im übrigen fügt es in Jessenins Lyrik eine Grobheit ein, die sie nicht hat.

Die Ballade

Rückkehr in die Heimat

verfasste er 1924.

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Wladimir Wladimirowitsch Majakowskij: Seht, so ward ich ein Hund

Dieses Gedicht setze ich mal in die aktuelle politische Situation, die zu einem Teil davon gekennzeichnet ist, dass die Übernahme der three branches of government in den USA durch die Demokraten, der Dammöffner war, eine sichtlich lange vorbereitete Regime Change Operation gegen Russland zu starten, unter Einsatz des russo-faschistischen Nawalny, der schon häufiger dadurch auffiel, bei Geschäfte mit höheren Geldsummen Gesetze zu übersehen.

Wie gewohnt, ist das deutsche Auswärtige Amt eigentlich nur der Sykophant des Bösen.

Die wissen, dass die von ihnen verbreitete Erklärung der „G7-Außenminister“ vom 26.01.2021

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/g7-proteste-russland-nawalny/2437134

barer Unsinn ist. Bis auf „Demonstranten“, die an Gewalttätigkeiten beteiligt waren, sind alle lediglich zur Personalienfeststellung vorübergehend festgehalten worden. Das ist eine völlig normale Praxis von allen Staaten, dass Personalien von Beteiligten an unangemeldeten Demos festgestellt werden.

Anarchisten können sich darüber beschweren, von den sogenannten G7 ist es lächerlich. Sie suggerieren in dieser Erklärung, es seien die zur Personalienfeststellung gebrachten immer noch in Haft. Sie wissen, dass das nicht der Fall ist.

Auch wissen die Verfasser und ihre Auftraggeber, dass Nawalny bis 30.12.2020, 23:59h Zeit hatte, sich bei der Behörde zu melden. Nawalny hatte am 29.12.2020 noch großmäulig im Internet herumgeprahlt, dass er das nicht tun werde. Also wissen die beteiligten Beamten der G7-Außenministerien, dass Nawalny nach in ihren eigenen Staaten ganz genauso gültigen Verfahren in Haft genommen wurde.

In jedem G7-Staat wäre Nawalny unter diesen von ihm provozierten Umständen inhaftiert worden!

Auch davon können wir ableiten, dass wir hier mit einer großangelegten Strategie konfrontiert sind, die durch die Wahl Joseph Robinette Biden, Jr zum Präsidenten, aktiviert wurde.

Heiko Maas ist ein gutes Beispiel, wie es heute möglich ist, zugleich sich bei jeder Gelegenehit, die sich bietet, als Gutmensch darzustellen und zugleich ein Unternehmen Barbarossa 2.0 mit in Marsch zu setzen.

Heiko schafft es sogar zugleich von „Auschwitz und seine Befreiung“ zu reden, während er den Angriff auf Russland mit vorbereitet.

„Keine Zukunft ohne Erinnerung“, da pflichte ich ihm bei. Ich erinnere an den Einfall der Nazi-Horden in die UdSSR. #NieWieder auch dieses!

Da es in der kommenden Zeit zunehmend wichtiger wird, nicht auf die Standard-Propaganda-Medien angewiesen zu sein, aber in der Regel Deutschsprachige kein Russisch können, sei auf die folgenden Möglichkeiten verwiesen:

Den Anti-Spiegel kennt ja mittlerweile jeder, nehme ich an. Wenn nicht, dort sollte man nachschlagen, wenn Vorgänge wie diese Nawalny-Kampagne gefahren werden, der Betreiber ist gut vernetzt und reagiert schnell. Lästig ist die zunehmend länger werdende Ladezeit der Seite in Deutschland. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht zufällig geschieht.

Empfehlenswert ist auch das weniger bekannte Kaliningrad-Domizil.

Wovon ich sonst Gebrauch mache, um russische Medien oder Regierungsseiten zu durchforschen, ist: man kann den Yandex-Browser installieren und russische Internetauftritte mit der Übersetzungsfunktion absuchen. Die aktiviert man mit dem Symbol in der Adressleiste rechts:

In all diese ungustösen Dinge passt ein Gedicht, das Wladimir Wladimirowitsch Majakowskij 1915 verfasste, welches genau den Unmut ausdrückt, der entsteht, wenn die Sprache als Mittel der Korrektur von Lügen wirkungslos verpufft:

Wladimir Wladimirowitsch Majakowskij:

Seht, so ward ich ein Hund

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Federico Garcia-Lorca: Drei Städte

Die sind:

I. Malagueña

II. Barrio de Córdoba

III. Tanz (in Sevilla)

Das erste Stück, Malagueña, hat Dmitrij Schostakowitsch vertont als den 2. Satz der 14. Sinfonie. Im Gegensatz zum 1.Satz, wo Schostakowitsch den Vers Lorcas in seine quälenden Finsternisse hinabgezerrt hat, steigt Schostakowitsch mit „Malagueña“ aus dieser Tiefe empor und lässt sich vollkommen gelöst von Lorca tragen.

Ich wiederhole jetzt nicht mehr, was oben schon steht.

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Federico Garcia-Lorca: de Profundis

Dann hangle ich mich gleich an Schostakowitschs Sinfonie entlang weiter.

Die beginnt… äh … völlig überraschend mit dem ersten Satz – ? – ihr wisst, was ich meine – mit dem „de profundis“, „aus der Tiefe rufen wir“, die verzweifelte Anrufung Gottes durch den Katholiken, wie Federico Garcia-Lorca es verstand. Ein Teil der katholischen Liturgie. Federico Garcia-Lorca, der innovativste spanische Dichter des XX. Jahrhunderts, hatte davon seine ganz eigene Vorstellung.

Der russische Tonmeister bettet das Gedicht als ersten Satz seiner 14. in eine monotone Düsternis, die geradezu Furcht erregt.

Da kann ich als Schauspieler doch wahrhaft froh sein! Meine Aufgabe besteht darin, dass südländisch-groteske, welches sich durch die Lyrik Garcia-Lorcas zieht, zum Klingen zu bringen!

Federico Garcia Lorca

aus: Dichtung vom Cante Jondo, 1921

Eingedeutscht von Enrique Beck

de Profundis

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Guillaume Apollinaire: Antwort der Saporoger Kosaken an den Sultan von Konstantinopel

Ich hatte davon schon mal eine Verarschungsversion gemacht, jetzt machen wa dette maa richtig.

Dieses Gedicht ist tatsächlich etwas schwer vorzutragen.

Einerseits darf man ja die Bandbreite des Lyrikvortrags nicht verlassen, damit würde man den Text als Gedicht zerstören. Auf der anderen Seite spielt es mit vulgären Formulierungen, die Verachtung und Übermut ausdrücken sollen, und so muss man natürlich auch im Vortrag übertreiben.

In seiner 1969 uraufgeführten 14. Sinfonie op.135, der „Liedersinfonie“, hat Dmitrij Schostakowitsch 6 Stücke dieses Dichters verwendet (neben 2 Texten von Rilke und 2 von Federico Garcia Lorca, von welchem sich sicher auch noch Gedichte einsprechen werde, sowie einem Text von Wilhelm Küchelbecker) , die „Kosaken“ liegen dem Satz 8 zugrunde.

Nun hat es der Musiker hiermit leichter, da er die künstlerische Ausdrucksform Lyrik in die künstlerische Ausdrucksform Musik einbettet, eines anderen Sprache in die eigene fügt.

Der Schauspieler hat die Verpflichtung, der Sprache des Dichters zu folgen und muss hier quasi den Schnittpunkt zwischen Lyrikvortrag und dem, was man heute auf YouTube gerne einen „rant“ nennt, also ein Showschimpfen, finden, anders ausgedrückt, er muss das klassische Vortragen verlassen ohne in Filmschauspielerei zu verfallen.

Ein paar historische Fakten, damit man weiß, worum es geht

Im Russischen Reich wurde die Leibeigenschaft erst im Jahre 1861 abgeschafft, als vorletztes Land in Europa. Das letzte war Rumänien.

Kosaken waren ursprünglich aus der Leibeigenschaft geflohene Bauern, die sich zusammengeschlossen und an den Flüssen Don, Dnjepr und Dnjestr niedergelassen hatten.

Nach anfänglichen Kämpfen konnten sie durchsetzen, nach ihren eigenen Regeln zu leben und nur dem Zar untertan zu sein.

Das Gedicht bezieht sich allerdings auf Ereignisse aus den russisch-türkischen Krieg von 1877, als Abgesandte des Osmanischen Reiches Kosaken auffordern, sich ihrem Sultan zu unterwerfen.

Guillaume Apollinaire

Ein makabres Detail, das in unsere aktuelle Realität passt, soll hier noch Erwähnung finden: Apollinaire starb am 09. November 1918, also exakt am allerletzten Tag des 1.Weltkrieges, in Paris, an der spanischen Grippe.

Jetzt aber zur Sache:

Antwort der Saporoger Kosaken an den Sultan von Konstantinopel

Das geht noch besser.

Aber nicht heute.


Zum Schluss noch der Text im französischen Original:

Réponse des Cosaques Zaporogues au Sultan de Constantinople

Plus criminel que Barrabas
Cornu comme les mauvais anges
Quel Belzébuth es-tu là-bas
Nourri d’immondice et de fange
Nous n’irons pas à tes sabbats


Poisson pourri de Salonique
Long collier des sommeils affreux
D’yeux arrachés à coup de pique
Ta mère fit un pet foireux
Et tu naquis de sa colique

Bourreau de Podolie Amant
Des plaies des ulcères des croûtes
Groin de cochon cul de jument
Tes richesses garde-les toutes
Pour payer tes médicaments

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