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  • Die saporoger Kosaken reagieren richtig auf den osmanischen Sultan

    Ich hatte nach dem Böhmermann-Video, bei dem es mir nicht eigentlich um den Böhmermann ging, sondern um das Verhalten der Bundesregierung, oder des Bundesstages insgesamt, noch einen zweiten gemacht mit historischen Texten, der merkwürdigerweise von YouTube sich in das Nirvana verflüchtigte. Vielleicht hat aber auch gar nicht die Zensurabteilung von YouTube zugeschlagen, sondern die von Heiko Maas oder die von Anetta Kahane, und irgend einer von deren eifrigen Denunzianten hat die Löschung gefordert.

    Ich wechsle mal zu Vimeo und versuche es dort.

     

    Warum finde ich das Thema so wichtig, dass ich mir so viel Arbeit damit mache? Ein Fernsehfuzzi reiht Begriffe aus der Porno-Sprache aneinander und verbindet die mit einem ausländischen Staatschef. Das wird aus dem Programm des Fernsehens genommen. Der Staatschef will Satisfaktion.

    Na und? – könnte man sagen.

    Ist aber nicht so nebensächlich, wie es scheint!

    Komplex A:

    Erdogan ist der neue Beste Freund der Bundesregierung.

    Die Bundesrepublik Deutschland macht sich in jeder Beziehung zum Erfüllungsgehilfen Erdogans.

    Erdogan ist das, was man einen faschistischen Führer nennt.

    Komplex B:

    Die Bundesregierung führt ständige Hetzkampagnen gegen Russland.

    Alles, was sie Russland unterstellt lässt sich zwar bei Überprüfung in Russland nicht feststellen, Erdogans Türkei hingegen handelt exakt so, wie die Bundesregierung es von Russland behauptet.

    Der Krieg tobt, die Türkei ist NATO-Außengrenze, der Krieg tobt an dieser Grenze und die Bundesregierung führt uns in den Krieg NATO versus Russland.

    Komplex C:

    Die Bundesregierung unterstützt Erdogan in allem, was bedeutet, die Bundesregierung handelt mit!

    Die Bundesregierung macht sich zum Erfüllungsgehilfen Erdogans sogar auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland.

    In der Verfolgung des kurdischen Widerstandes macht sie das bekanntermaßen schon immer.

    Das gefährdet nicht nur Deutsche, es gefährdet deutsche Staatsbürger türkischer Herkunft und Bürger der Türkei, die in Deutschland leben, aber keine Erdogan-Unterstützer sind.

    An dieser Stelle wollen wir mal darauf hinweisen, was das Wort "Asyl" überhaupt bedeutet, nachdem wir täglich damit unter Dauerbeschallung stehen: nämlich Personen vor dem ungerechtfertigten Zugriff eines Staates zu schützen!

    Wie intensiv der türkische Geheimdienst in Deutschland tätig ist und die türkischen Communities ausspioniert oder beeinflusst können wir derzeit zwar nicht beurteilen, ebenso wenig können wir die Zusammenarbeit türkischer und deutscher Geheimdienste in der Sache beurteilen, weil die ja geheim ihren Dienst versehen, aber wir müssen den Einfluss des türkischen Staates in Deutschland zurück drängen, und bei nicht geheimen Einflussnahmen können wir anfangen.

     

    Die ukermärker Kröte hat in Zwischenzeit ihrem Herren zugestimmt, und Deutschland unter die Oberhoheit der Türkei gestellt.

    Man kann sagen: Deutschland ist eh schon kein Land mehr, sondern nur noch ein Wirtschaftsraum, aber wir bezahlen es zu teuer, dieses Berliner Geschmeiß nicht so rasch wie möglich aus den Ämtern zu entfernen!

    Wir können uns noch ein Beispiel ansehen: Pussy Riot in der Christ Erlöser Kathedrale.

    Über deren Prozess konnte sich das Gemerkel überhaupt nicht genug das Maul zerreißen, wobei es in deren Prozess nicht darum ging, dass die gegen Putin ihren Unflat abgelassen hatten, sondern es in der Christ Erlöser Kathedrale taten, was wenn man einmal durchgehen lässt, hunderte Trittbrettfahrer produzieren würde.

    Die Trittbrettfahrer sind für Putin ungefährlich, behindern die Gläubigen aber an der Ausübung ihrer Religion.

    Daran sieht man, dass die Spitzen der Vertreter des deutschen Staates überhaupt nicht wissen was sie tun, sondern sich lediglich irgendwie inszenieren und jedesmal, wenn es um eine politische Frage geht, mit hundertprozentiger Zielsicherheit versagen!

    Sie haben überhaupt keine Prinzipien, nach denen sie vorgehen, keine Kriterien, nach denen sie Entscheidungen treffen.

    Dass die SPD im Bundestag ein bisserl dagegen anquackt ist egal. Sie sind mit dem faschistischen Erdogan-Regime ebenso im Bunde wie die Ucker-Kröte und haben von Anfang an mit gespielt.

    Man braucht sich ja nur Steinmeiers Statement zu Gemüte führen:

    „Das war eine schwierige Entscheidung. Für beide Alternativen gibt es gute Gründe. Die SPD geführten Ressorts haben nach sorgfältiger Überlegung gegen die Erteilung der Ermächtigung gestimmt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Bundeskanzlerin. Wir sind der Auffassung, dass die Ermächtigung zur Strafverfolgung nicht hätte erteilt werden sollen. Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit sind höchste Schutzgüter unserer Verfassung.“

    Das ist nur armseliges, unpolitisches Bürokratengelaber.

    Oppermann gibt den politisch korrekten Korithenkacker ohne zu erkennen, worum es geht: " „Ich halte die Entscheidung für falsch. Strafverfolgung von Satire wegen ‚Majestätsbeleidigung‘ passt nicht in moderne Demokratie.“

    Alleine schon, weil Deutschland keine Demokratie ist, schon gar keine moderne, sondern ein bürokratisches Monster; allerdings fühlen sich Bürokraten in so etwas wohl, und die SPD ist von einer Arbeiterpartei zu einer Bürokratenpartei mutiert.

    Das bedeutet nicht, dass der armseligste Dödel nicht der Volker Kauder ist, welcher sich aufplustert: " „Die Entscheidung der Bundesregierung im Fall Böhmermann ist richtig. Satire darf alles, aber nicht jede Beleidigung ist Satire. Wo die Grenze liegt, entscheiden in unserem Rechtsstaat die Gerichte. Deswegen hat die Bundesregierung hier richtig gehandelt.“

    Aha. Und was ein SF-Roman oder ein Liebesroman ist entscheiden dann auch die Gerichte in "unserem" Rechtsstaat. Überhaupt entscheiden dann demnächst die Gerichte, was Literatur ist und was nicht, was Mathematik ist und was nicht, was Limonade ist und was nicht… Dem schwappt ja wohl irgend etwas in seiner Eierbirne, bloß kein Gehirn. Rotz nehme ich an. Ist aber nur ne Vermutung, weil er so viel Schleim absondert, wissen kann ich es nicht, ich bin ja kein Arzt.

    (Politiker zitiert nach DWN)

    Es kann nur eines geben: ABWÄHLEN!

    Und ich bin mir sicher, dass das daran mal wieder ein paar Millionen Menschen mehr in Deutschland begriffen haben.

    Jeder har seine Erfahrungen mit der Lebensrealität und weiß wie es läuft. Wollt Ihr wirklich weiterhin Kreaturen unterstützen, die sich mit Leuten wie Erdogan gemein machen?

    Denkt immer daran: heute trifft es diesen Böhmermann, aber schon morgen kann es dich treffen! Wenn die Bundesregierung so einen Schnuller vom deutschen Fernsehen "ausliefert", was denkst du, Mr. oder Mrs. XY, welchen Stand du hast?

    Keinen Deut besser ist freilich die Hofpresse: die versucht sich sowohl beim empörten Publikum als auch bei der Regierung einzuschleimen und flüchtet in Bürokratismus. Ein Beispiel: FAZblöd schreibt:

    FAZblöd

    Auch der Hinweis auf Gewaltenteilung ändert nichts daran, dass es eine politische Entscheidung war. Der Hinweis auf Gewaltenteilung unterstreicht nur, was für ein feiges Gezücht diese Leute sind, und dass der deutsche Bürokratenstaat stets Möglichkeiten offen lässt, sich hinter Formalitäten zu verstecken. Der Hinweis auf die Gewaltenteilung besagt nur, dass dieser F(r)AZ ebenso wenig begriffen hat, wovon er schreibt, wie die Bundestagsparteien begriffen haben, worüber sie reden.

    Freilich sollte man sich seriös ausdrücken und keine unflätigen Worte verwenden, aber das ist Menschen vorbehalten, die man respektieren kann, eine Regierung, wie Deutschland sie hat, darf man gar nicht respektieren.

    Dass Erdogan persönlich Strafanzeige gestellt hat, steht ihm zu wie jedem anderen auch. Die Regierung hätte ihm sagen können, dieser Rechtsweg stünde ihm natürlich offen, ein Ansuchen an die Regierung der BRD sei aber zurück zu weisen.

    Das wäre Gewaltenteilung gewesen: juristisch kann er dagegen vorgehen, aber die Politik mischt sich nicht ein.

    Die Politik hat sich aber eingemischt durch das Verhalten der Bundesregierung und sich auf Seiten des faschistischen Erdogan-Regimes gegen die Bundesbürger gestellt!

    Erdogan weiß das auch, der ist übel aber kein Dummkopf. Er wollte die Bundesregierung absichtlich vorführen und wusste, dass das ein Klacks sein wird!

     

     

    Kurz zur Gestaltung: ich habe ja keine Mitteilung erhalten, warum dieser Video so böse ist, dass er nicht existieren darf, bin also auf Vermutungen angewiesen, und ich könnte mir vorstellen, dass die Darstellung des Sultans Anstoß genommen hat.

    Die entspricht völlig dem "Was guckst du"-Klischee. Hier bedenke man: erstens stellt es den Sultan dar, und nicht den normalen Türken. Zweitens sind die Worte des Sultans extrem großmäulig und selbstverliebt., natürlich konstruiere ich eine Analogie zu Erdogan. Drittens passt es auch in so fern gut zu Erdogan, da der Sultan die Kosaken angegriffen hatte, aber den Kosaken in Verdrehung der Tatsachen Überfälle vorwirft. Etwas, dessen sich Erdogan ebenfalls permanent bedient. Siehe Syrien. Erdogan greift Syrien an und führt sich dann auf, er sei angegriffen worden, Erdogan lässt ein russisches Flugzeug abschiessen, führt sich dann über eine vermeintliche Luftraumverletzung auf, Erdogan versorgt die Terrorristen und beschwert sich, wenn die Versorgungswege gekappt werden, die Liste ist fortsetzbar.

    Also, hier der Video:

    Der Sultan des osmanischen Reiches befielt den Saporoger Kosaken Unterwerfung und erhält eine geharnischte  Antwort, nach

    GogolNikolaj Wassiljewitsch Gogol (1809 – 1852)

    Die Saporoger Kosaken und der Sultan der Türkei nach Gogol from Johannes Loew on Vimeo.

     

     

    Und ein weiterer Video: "Brief der Saporoger Kosaken an den Sultan von Konstantinopel" von

     

    apollin2Guillaume Apollinaire (1880 – 1918)

     

    "Brief der Saporoger Kosaken an den Sultan von Konstantinopel" von Guillaume Apollinaire from Johannes Loew on Vimeo.

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  • Third Person – Realität und Wahrnehmung

    Nun, ich glaube nicht an Objektivität!

    I

    Sie ist eine akademische Erfindung, und glaubt man an einen Schöpfer des Universums, so wäre dies die einzige Kreatur, die der Objektivität fähig sein kann.

    Objektivität ist der moderne Irrglaube oder Aberglaube.

    Sie ist meines Erachtens eine Folge des Cartesianismus, ein menschlicher Größenwahn, der als Reflex auf den christlichen Totalitarismus des Abendlandes entstanden ist.

    Der Glaube, der dem Christentum entgegengesetzt wird läuft unter dem Namen Wissenschaft, Methoden, die ständig damit befasst sind, Irrtümer mit neuen Irrtümern zu korrigieren.

    Selbst die vermeintlich exakten Wissenschaften wie die Physik stoßen sehr schnell an die Grenzen der Wahrnehmung.

    Physiker wie Schrödinger und Heisenberg haben nachgewiesen, dass die aller Technologie zugrunde liegende Physik physikalisch falsch ist.

    Es handelt sich um Modelle, die funktionieren, und eine Sprache, in der die Ingenieure kommunizieren können, um ihre Arbeit zu machen.

    Dagegen gibt es natürlich gar nichts einzuwenden; bedenke ich, dass ich gestern mit meinem alten Corolla aus dem 20.Jh. durch die wütendsten Stürme Bayerns mit 140 kmh über die Autobahn brausen konnte, so muss ich sagen, die Ingenieure haben bei der Konstruktion des Fahrzeuges gute Arbeit geleistet ebenso wie die Arbeiter bei der Produktion des Fahrzeuges.

    Die Arbeit schreitet voran, das aktuelle Nachfolgemodell ist noch dutzendmal besser.

    Flugzeuge fliegen um die Welt und wenn sie abstürzen hat das meines Überblicks nach nie zur Ursache, dass sie fehlerhaft konstruiert wurden.

    Andere Geräte, deren Herstellung höchste Präzision erfordern, Saiteninstrumente etwa, wurden schon gebaut ehe die Physik als Wissenschaft wesentlich wurde. Die Geigen, mit denen Julia Fischer oder Hilary Hahn arbeiten, wurden von Handwerkern gebaut, die ihre Arbeit ebenso ernst genommen hatten wie die genannten Solistinnen und nicht von Wissenschaftlern.

    Andere Wissenschaften sind schon etwas problematischer, entbehren aber nicht der Berechtigung, wie zum Beispiel die Sprachwissenschaften.

    Natürlich macht es Sinn, die Sprachen der Menschen zu analysieren und die Ergebnisse zu systematisieren.

    Hier fängt aber bereits ein Problem an, das die sogenannte Wissenschaft erzeugt: die Dogmatisierung der Sprache!

    Beispiele:

    1. Im Schulunterricht wird oft ( es gibt auch sehr gute Lehrer, die andere Ergebnisse erzielen, was aber an ihren individuellen Fähigkeiten als Vermittler liegt) das Dogma eingepflanzt, die Verwendung der Materie aber unterdrückt. So hat man den Widerspruch, dass Schüler zwar gute Noten, sagen wir in Englisch haben, aber nicht in der Lage sind, auf Englisch zu kommunizieren oder englische Texte so zu lesen, dass sie den Inhalt erfassen. Sie haben das System verstanden, aber nicht den Sinn.

    2. Ich schreibe in einen Text die Formulierung: "Das stimmt nix!" um auszudrücken, dass eine Aussage, mit der der Text sich beschäftigt,  falsch war. Eine Türkin liest es und macht sich lustig, da würde ja ihr kleiner Neffe wissen, dass man das nicht so schreibt.

    Tatsächlich entstammte die Formulierung genau so von einem jugoslawischen Arbeiter, der sie in einer konkreten Situation gebraucht hatte, ich hatte sie also der lebendigen Sprache entnommen und in den Text eingefügt, weil es im Kontext für mich Sinn ergeben hat, so zu verfahren und nicht die hochdeutsche Formulierung "Das stimmt nicht" anzuwenden.

    Das konnte die Türkin nicht wissen, es hat sie auch nicht interessiert, sie wollte prahlen, als Türkin einen Deutschen in der Anwendung seiner Muttersprache übertreffen zu können, was genau genommen eine tragikomische Situation war. Ich habe schon häufiger erlebt, dass Ausländer den Sprachgebrauch von Deutschen nicht verstehen, aber glauben, sie müssten Deutsche in der Verwendung ihrer eigenen Sprache schulmeistern, eine Sache, über die man sich auch ärgern kann und eine Sache, die nur Deutsche sich gefallen lassen. Engländer etwa würden einen Ausländer, der ihr Englisch verbessert schlicht auslachen!.

    Ähnliches ist mir mit einer Ukrainerin passiert, als ich in einem Text die Endung -heit/keit in dem Sinne verwendet hatte, wie Martin Heidegger das machte. Sie kommentiert das prompt mit: "Das ist kein deutsches Wort, weil es steht nicht im Duden!" Nachdem sie nachgeschlagen hatte, versteht sich.

    Nein, wir sind keine Engländer, wir übergehen so eine Anmaßung höflich.

    3. Es gibt einen deutschen Horrorfilm mit dem besonders deutschen Titel "Lost Place".

    Die Geschichte selbst ist nicht besonders originell, sie wurde schon oft erzählt, aber mir hat dieser Film wirklich gut gefallen! Das lag vor allem daran, dass die SchauspielerInnen völlig natürlich reden, wie man eben in der Gegend, aus der sie kommen redet, und kein Schauspielschul-Hochdeutsch. Wäre letzteres der Fall gewesen, wäre der Film zu nichts weiter geronnen als eine nicht erwähnenswerte Imitation eines amerikanischen Drehbuchs.

    Die Dogmatisierung der Sprache ist auch noch nicht besonders alt, sie entstand um den ersten Weltkrieg herum, und bedeutet vor allem eine Verstümmelung der Sprache.

    Interessant ist dabei auch der Fakt, dass mit zunehmender Dogmatisierung der Sprache das Niveau der Literatur in der Breite betrachtet proportional abnimmt. (In der Breite, Ausnahmegenies wie der literaturgeschichtlich betrachtet erst kürzlich verstorbene Thomas Bernhard sterben natürlich nicht aus, was meine Aussage aber nur bestätigt, denn die literarisch interessanten Arbeiten im Deutschen kommen in absoluten Zahlen viel häufiger aus dem weniger dogmatischen Österreich als aus dem wesentlich bevölkerungsreicheren Deutschland.)

    Oder ist das kein Fakt sondern nur meine subjektive Wahrnehmung?

    Gänzlich abgleiten in das Reich des Herumphantasierens tut die Wissenschaft (und nein, das ist kein schlechtes Deutsch sondern absichtlich so ausgedrückt) in akademischen Disziplinen des Typs Psychologie, Soziologie, etc.

    In einer Abhandlung eines nahmhaften Psychologen, ich habe leider vergessen, wer das jetzt war, es ist zu lange her, über Siegmund Freud bin ich auf den Satz gestoßen "Siegmund Freud war ein schwacher Theoretiker aber ein guter Arzt", der trotz seiner Theorien bei seinen Patienten hervorragende Ergebnisse erzielte. Der Abhandler psychologisiert das dahingehend, dass Freuds Theorien diesem halfen, seine Arbeit zu machen, quasi als Stützgeländer, aber nicht auf andere Ärzte übertragbar seien.

    Ich bin kein Arzt, ich kann das nicht beurteilen und es trägt diese Anekdote zu meinem Text hier auch nicht viel bei, sie soll nur darauf hinweisen, dass die Betreiber dieser Disziplin sich über die theoretische Grundphilosophie, mit der sie arbeiten, gänzlich uneins sind.

    Ich urteile als einer, der schon mal auf der Couch  lag – bildlich gesprochen, versteht sich, denn in Wirklichkeit saß ich immer auf unbequemen Stühlen.

    Haben Sie schon mal eine Therapie gemacht?

    Nun, ich schon.

    Anfangs habe ich über Tatsachen zu reden versucht, es stellte sich aber schnell heraus, dass diese Leute nichts kapieren von dem, was ich sagen will, im Gegenzuge aber versuchen mich nach angelernten Schemata, die sie für unumstößliche Weisheit ihrerseits halten, zu manipulieren.

    Widerspricht man ihnen, werden sie ärgerlich und das Gespräch wird zäh.

    Gibt man ihnen recht sind sie glücklich und das Gespräch wird kurz.

    Nach einer Weile bin ich dazu übergegangen, ihnen kompletten Bockmist zu erzählen und mich an ihrer Dünkelhaftigkeit im Reagieren darauf zu ergötzen.

    Auf Dauer verliert das seinen Reiz, vor allem, wenn man bedenkt, wie teuer diese Leute sind und man wesentlich günstiger wesentlich bessere Shows haben kann.

    Aber es gibt durchaus Leute, die mir versichert haben, die Gespräche mit Psychologen konnten ihnen sehr helfen.

    Möglicherweise mag das Studium der Psychologie für andere Dinge durchaus Nutzen haben: der Horror-Regisseur Wes Craven hatte Psychologie studiert ehe er im Filmgeschäft anfing.

    Ich denke schon, dass das zu seinen Erfindungen von Figuren und Szenen beigetragen hat. Aber die sind ja zum Glück nur Reflexion von Realität und keine Realität.

    Journalismus kann man auch studieren, muss es aber nicht, und das ist nun als akademische Disziplin gänzlich der Griff ins Klo!

    Das Studium des Journalismus soll dem Journalisten den Nimbus des Objektiven verleihen.

    Ich habe noch nicht einmal den Anspruch an Journalisten, objektiv zu sein, weil ich eben an Objektivität nicht glaube.

    Ich beanspruche aber Fairness von ihnen. Oder der Journalistin.

    Ein Journalist kann nur die Informationen verarbeiten, die ihm zugänglich sind. Diese reflektiert er unter vielerlei subjektiven Gesichtspunkten.

    Alleine, wenn ein Gesprächspartner ihm sympathisch ist, neigt er mehr dazu, ihm Glaubwürdigkeit zuzubilligen als einem, den er nicht mag.

    Er ordnet und gewichtet Informationen gemäß seines Weltbildes, seiner Vorerfahrungen etc., das kann ein Mensch nicht abstellen und soll es auch gar nicht.

    Auf diese Weise kann die Presselandschaft in unterschiedlichen Medien unterschiedliche Gesichtspunkte darstellen, und die Konsumenten haben die Möglichkeit, aus diesen unterschiedlichen Darstellungen ihr eigenes Bild herauszufiltern.

    Das Parteibuch verweist mal wieder auf einen Fall, in dem die Tagesschau die Wirklichkeit aber wieder derart geradezu vergewaltigt, dass es nur mehr als skandalös bezeichnet werden kann!

    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2015/04/02/jemen-kurz-zensiert-von-der-deutschen-marchenschau/#more-14206

    Und wenn ein Tageschausprecher allen Ernstes im neuesten Krieg der freiheitlich-demokratischen Menschenrechtler, diesmal in Gestalt der Saudis, die Aggressoren in einem Angriffskrieg als "saudische Verteidiger" bezeichnet, dann macht sich diese Kreatur zum schreibtischtäterischen Kriegsverbrecher!

    Wie mein Zitat von der Deutschen Presse Agentur im vorherigen Beitrag zeigt, wissen deutsche Journalisten sehr genau was im Jemen geschieht!

    Die dpa äußerte sich zu Jemen fair!

    Also weiß es auch dieser jämmerliche Fernseh-Fuzzi!

     

     

     

    II

    So, nun weiß man zwar ziemlich viel darüber, was ich mir zum Thema Realität und Wahrnehmung denke, hat aber noch keinerlei Hinweis darauf bekommen, warum der Titel mit "Third Person" anfängt.

    Tja, das ist ein Film, den ich mir diese Woche angesehen habe! In Horrorfilmen kann ich mir wirklich alles ansehen, was der kranken Phantasie entspringt, es kann mir nichts anhaben, weil ich mir immer bewusst bin, dass es Quatsch ist. Sie reizen die Nerven, erzeugen Schrecksekunden, Grusel oder Ekel, sofern sie gut sind, sie dienen vor allem meiner Unterhaltung.

    Third Person plätschert dahin, ohne dass viel geschieht, aber hinterlies bei  mir einen sehr flauen Magen!

    Liam Neeson spielt einen Schriftsteller bei der Arbeit.

    Der Film beginnt mit Liam Neeson am Schreibtisch und endet mit Liam Neeson am Schreibtisch.

    Die Geschichten, die dazwischen passieren, sind ein Gewebe aus den Phantasien, die er zu Papier bringt, oder, wie das heute ausgedrückt werden müsste, in den Rechner, und seinen Erlebnissen, die zu den Geschichten führen, wobei der Zuschauer nicht unterscheiden kann, was Fiktion und was Erlebtes ist.

    Mila Kunis spielt ein Mädchen, das es immer von Herzen gut meint, aber derart verspult ist, dass ihr nichts gelingen kann.

    James Franco scheint mir ein imaginärer Alter Ego Liam Neesons zu sein.

    Vor allem beeindruckend und nachwirkend fand ich aber den Charakter von Olivia Wilde. Die ist mir bislang nicht besonders aufgefallen bis auf dass sie bemerkenswert hübsch ist, was bei Hollywood-Frauen nun nicht gerade zu den seltensten Eigenschaften zählt, in diesem Film aber spielt sie ein Frauen-Opfer der krassesten Sorte, und das dermaßen plastisch lebensecht, dass mir zwischenzeitig durch den Kopf ging "Der wird es doch hoffentlich im wirklichen Leben nicht auch so ergangen sein!".

    Die Geschichte mit Olivia Wilde wäre für mich gar nicht aushaltbar gewesen, würde nicht eine weitere Geschichte, die eigentlich auch nicht nett ist aber irgendwie eben doch nett ist, dazwischengestreut, in der Adrian Brody als amerikanischer Angeber in Rom auf eine Zigeunerin trifft.

    Ein Zuschauer eines Filmes neigt dazu, sich mit der Hauptfigur des Filmes zu identifizieren, und Liam Neeson führt einen da wirklich in einen üblen Abgrund!

    Sie können am Ende des Filmes die Frage, was er getan hat und was er nur ausgedacht hat, nicht beantworten, denn Sie können die Realität seines Charakters nicht herausfiltern.

    Sie bleiben, sozusagen, auf Ihrer subjektiven Wahrnehmung sitzen!

    mila-kunis-olivia-wilde-third-person-tiff-portrait-session-17

    In diesem Sinne wünsche ich eine frohe Ostern und ich wünsche sie auch unseren Journalisten.

    Denen gebe ich noch den Rat mit: Sie glauben natürlich nicht an die Auferstehung Christi, und Sie glauben auch nicht daran, dass Hasen Schokoladeneier legen.

    Aber halten Sie sich vorsichtshalber trotzdem an das 9.Gebot: "Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!"

    Wissen können Sie es nämlich nicht, ob Sie nicht am Ende doch vor einem Gott stehen, der Rechenschaft von Ihnen verlangt! Sie vermuten nur, es wäre nicht wahr, so, wie Christen nur vermuten, es sei wahr!

     

     

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  • Grau in Grau ist das neue Bunt

    Beim Autofahren lasse ich in der Regel einen Sender laufen, der mit "Der beste Mix aus Oldies und Hits" wirbt.

    Die 4. Schostakowitsch etwa nachts bei Regen auf der Autobahn hören geht nicht, da bekomme ich Angst.

    Physisch betrachtet ist Musik organisiertes Geräusch.

    Der "Mix" liefert also altbekannte Geräusch-Gebäude angereichert durch unbekanntere oder gar neue, was wenig Aufmerksamkeit vom Verkehr abzieht aber vor Müdigkeit schützt.

    Dazwischen Nachrichten und Geschwätz von Moderatoren. Wochenlang Gelaber über irgendwelches Zeug im Dschungelcamp, dass Dschungelcamp dieses Jahr aber langweiliger sei als sonst, und ich entnahm den Beteuerungen "also bei uns in der Redaktion ist Dschungelcamp ja Dauerthema", dass die Mitarbeiter des Radiosenders dennoch kein besseres Thema haben, worüber sie sich unterhalten könnten.

    So habe ich erfahren: Dschungel-Camp ist over now, denn ich besitze keinen Fernsehapparat um  sich selbst überzeugen zu können.

    Jetzt geht es permanent um "50 Shades of Grey".

    Das sei der Renner im weiblichen Teil der Bevölkerung. Ein Top-Bestseller! Alle sind schon ganz aufgeregt: "Hurraahhh, endlich die Verfilmung!"

    Inhaltsabgabe: eine junge, sexuell wenig erfahrene Studentin interviewt den erfolgreichen Unternehmer Grey, den sie nach anfänglichen Bedenken voll scharf findet und lässt sich auf eine Sado-Maso-Geschichte mit ihm ein, was sie scheint's total aufgeilt und die Leserinnen dazu. Demnächst die Kino-Besucherinnen.

    Keine wirkliche Neuerung im Softporno.

    Als ich Teenager war, hieß die Storyline "Geschichte der O".

    Später hieß sie "9 1/2 Wochen".

    Jetzt heißt sie "50 Shades of Grey".

    Die Autorin wird sich wohl doch besonders schlau vorgekommen sein. Hihi, kein Schwarz-Weiß, alles Graubereiche, 50 Graustufen (wie das im Fachjargon eines Fotografen heißt) und, "wow! bin ich originell, ham Sie's bemerkt, voll cool ey, der Mann im Buch heißt Grey! Also, der Mann heißt Grau, und der Sex findet in Graubereichen statt: versteh'n se?!"

    Was sich geändert hat? Als ich Teenie war, fanden die Mädchen solches Zeug abstossend. Ich nebenbei auch.

    Wäre ein Junge einem Mädchen mit "Geschichte der O" gekommen, hätte sie sich angewidert von ihm abgewandt und des Rest ihres Lebens mit ihm kein Wort mehr geredet.

    Sie hätte sich bedroht gefühlt und andererseits auf den Status konsumierbaren Fleisches reduziert.

    Was sagt es über unsere feministisch erzogene Frauengeneration aus, wenn genau diese Phantasie anturnt?

    In der Dschungekcampzeit, also letzte Woche, kam in den Nachrichten, dass München einen neuen Umweltreferenten genau einen Tag hatte. Der Mann war danach ausgewählt worden, der fachlich am besten geeignete Bewerber gewesen zu sein.

    Dann stellte sich aber heraus, dass er als Teenager in einem Verein war, der sich gegen Abtreibung richtet.

    Also wurde er nach einem Tag gefeuert!

    Man braucht also im heutigen katholischen Bayern kein Kommunist mehr sein, um von einem kalten Berufsverbot betroffen zu sein, es reicht, gegen Abtreibung zu sein oder in seinem Leben damit einmal auffällig geworden zu sein!

    Sein-sein-sein.

    Am besten redet man über gar nichts mehr, prahlt aber mit sexueller Abartigkeit.

    Und ist man dann noch rücksichtslos in der Beschaffung von Privateigentum: Alter, dann geniest Mann noch Anarchie und die "weiblichen Exemplare" der Menschheit unterwerfen sich lustvoll…

    "Mach mich zum Fleisch! Eventuelle Föten kann man ja abtreiben und der Wissenschaft zur Verfügung stellen!" Oder einfach absaugen wie mit dem Staubsauger – ich bin voll kinky, hey, meet you at the upper floor!

    Ansonsten macht der Nachrichtenteil des Senders natürlich kräftig Propaganda für die Auslöschung des Donbass.

    Wir aufgeklärten, weltoffenen Bürger der Sub-USA wollen schließlich in der Aneignung von Privatbesitz nicht eingeschränkt werden, schon gar nicht von so ein paar doofen russischen Bergarbeitern!

     

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