Das Endspiel hat begonnen!

Ich sagte es bereits: der alte Ismail Khan ist die Art Warlord, zu der man dam Ende des Krieges sagt: „Du warst ein würdiger Gegner, doch die Kämpfe neigen sich ihrem Ende zu, es wäre mir fortan eine Ehre, dich als Partner begrüßen zu dürfen!“

Ismail Khan

Ganz anders sieht es mit dem Mayor Dostum aus, der sich selber zum Marschall befördert hat.

Dessen Soldaten sammelten sich in Mazar-i-Sharif und schworen: „Wir werden die Taliban bekämpfen bis zum letzten Atemzug!“

Tzja, seine Soldaten möglicherweise schon. Er nicht. Wie man ihn bereits gut kennt, sitzt der nämlich in einem SUV an der Grenze zu Usbekistan, genau auf der Brücke fest, über die am 15.Februar 1989 die letzten Sowjetsoldaten in die Heimat zurück kehrten. Usbekistan war damals eine Sowjetrepublik der UdSSR.

Aus guten Grunde. Denn Abdul Rashid Dostum ist die Sorte Warlord, von der man sich denkt: „Mit dem seiner Rübe wollte ich schon immer mal Fußball spielen!“

Abdul Rashid Dostum

Ich glaube es reicht, die beiden Bilder zu vergleichen und man weiß sofort, wer von ihnen welche Qualität Mann ist!

Hier zur Erinnerung das berühmte Foto von den letzten Soldaten der Roten Armee auf der Brücke zwischen Afghanistan und Usbekistan:

Und hier der Tross, in dem sich Dostum bei Nacht und Nebel vom Acker macht.

Seine Soldaten haben übrigens aufgegeben ohne sich abschlachten zu lassen.

Mazar-i-Sharif gehört seit etwa einer Stunde (21:00h MEZ) den Taliban!

Update 22:49h MEZ

Erste Videos von Taliban, die ziemlich guter Dinge in den Außenbezirk Khogyani district of Kabul eintrudeln, tauchen auf:

Ein anders Video von Taliban in Paghman district of Kabul:


Dann noch einmal zurück nach Mazar-i-Sharif. Taliban filmen in Dostums Palast:


Und wieder nach Kabul:

Donnerwetter, die Taliban sind zum Teil schon tief in der Stadt:

Jetzt wird man dann den Stadtplan brauchen, um folgen zu können:

Suhail Shaheen antwortet mittlerweile auf twitter den NATO-Propagandisten:

Laufendes updating:

Die aktuelle Meldung ist, das Gefängnis Pul-e-Charkhi, das Gefängnis von Kabul, das das größte in Afghanistan ist, wurde befreit. Dieser Video soll von vor ein paar Minuten sein, aber es wird gesagt: not confirmed.

23:46h MEZ: Es werden Gefechte aus der Innenstadt gemeldet!

Tzja, so sieht sie aus, eine ECHTE REVOLUTION, kein USA-EU-finanzierter Regime-Change-Scheiß!

Wäre klüger für ihn gewesen, auf Ismail Khans Rat zu hören.

Es heißt, 3 Helikopter sind auf dem Dach des Palastes und davor gelandet.

00:16h: Die Ghani-Regierung rät alle Botschaften zu evakuieren.

Die Stromversorgung ist in großen Teilen zusammengebrochen und es werden schwere Kämpfe aus der Innenstadt gemeldet.

00:24h: Zahlreiche US-Flugzeuge sind Richtung Kabul aufgebrochen.

00:31h: Bestätigt: die Taliban greifen von Norden, Süden und Westen gleichzeitig an. US-Luftwaffe hat einen Konvoi der Taliban angegriffen.

00:37h „Zalmay Khalilzad, der amerikanische Chefunterhändler in Doha, hatte die Taliban vor Mitternacht noch aufgefordert, Kabul nicht zu betreten, bis die USA die Evakuierungsmission abgeschlossen haben. Die Taliban forderten im Gegenzug, dass die USA die Luftangriffe auf ihre Kämpfer einstellen.“ wird gemeldet.


Dann springe ich kurz ein paar Stunden in der Zeit zurück nach gestern und ein paar tausend Kilometer rüber in die USA, wo Jimmy Dore bei Tucker Carlson Tonight seine Meinung zum Thema abgab:

Damit belasse ich es für heute.

Die Schlinge zieht sich zu!

Update:

Zahlreiche Botschaften aus NATO-Staaten haben sich bereits aus Kabul zurück gezogen oder sind gerade dabei.

Ismail Khan, genannt der Löwe von Herat, ist mittlerweile ein Bündnis mit den Taliban eingegangen. Er brach nach Kabul auf, wo er Präsident Ghani, „Ashraf der Allmächtige“, wie er genannt wird – nur im Gegensatz zu dem 75 Jahre alten Ismail Khan, der aus Respekt Löwe genannt wird, ist die Anspielung an „Allah the almighty and merciful“, hmm, aus dem Mund von Moslems Ausdruck der denkbar tiefsten Verachtung – die Bedingungen einer Kapitulation überreicht.

3000 Mariens sind derzeit am Einfliegen nach Kabul, gerüchteweise kommen noch 4000 weitere, was Ghani mutig gemacht hat; er hielt am Mittag des 14. August 2021 eine kurze Ansprache, in der er die Errungenschaften lobte, die Amerika den Afghanen brachte und Stein und Bein schwor, bis zum letzten Soldaten, der ihm verbleibt, zu kämpfen.

Zugleich stimmen alle Berichte überein, dass der Belagerungsgürtel um Kabul weiträumig, aber dicht geschlossen ist.

Die Reaktionen auf Präsident Einsteins Ansprache haben nicht lange auf sich warten lassen.

„Hund sans scho, die Taliban,“ könnte man das österreichisch-mundartlich formulieren. Vor 6 Wochen noch Gejagte, von denen zahlreiche zwar ein Gewehr, aber noch nicht einmal Schuhe hatten, heute Weltgeschichte-schreibende!

Im Westen herrscht immer noch Verwirrung und denial. Eine UN-Funktionärin schlug allen Ernstes vor, eine aus UN-Funktionären gebildete Körperschaft als Übergangsregierung in Kabul einzusetzen, die für Ordnung sorgen könnte.

Die westlichen Medien braucht man gar nicht mehr zu lesen, also die offiziellen, die werden für absehbare Zeit nur noch Gräuel-Propaganda betreiben mit Fokus auf die armen kleinen Mädilein, die jetzt doch keine deutschen Schulen bekommen.

Aber! Bezüglich der frage, die ich schon oft hier aufgeworfen habe, nämlich wie das mit dem Iran weiter gehen wird, was im Gegensatz zu ob Konzernen über einem Laschet, Scholz oder einer Baerbock als Kanzler*in die Politik in Deutschland bestimmen, tatsächlich eine Schicksalsfrage ist: wie geht es weiter zwischen Taliban und Iran???!

Und just heute, am 14. August, ist zu diesem Thema ein sehr brauchbarer Artikel erschienen!

Nämlich stammt er aus der Feder von M. K. Bhadrakumar, der ein indischer Berufsdiplomat ist, welcher sein Land in der UdSSR, Pakistan, Iran, Afghanistan und der Türkei vertreten hat, also allen in dieser Frage wichtigen Staaten außer China, und der weltweit bestens vernetzt ist.

Eine bessere Quelle werden wir nirgendwo finden, denn einerseits hat er Zugang zu massenweise Interna, andererseits ist er als indischer Profidiplomat optimal gebildeter Außenstehender, darum übersetze ich seinen – für die einen, wie mich, beruhigenden, für andere American-Horror-Story-S015-21-Gefühle auslösenden, NATO-Creeps und Heiko Maas etwa – Beitrag zum Thema!


Iran verständigt sich mit den Taliban

Der Iran und die Taliban schlagen ein neues Kapitel in ihrer unrühmlichen Geschichte auf. Aber kann die afghanische Milizengruppe, die einst von der wahhabitischen Ideologie durchdrungen war, mit Hilfe ihrer Nachbarn als Realisten regieren? Teheran ist vorsichtig optimistisch.

Ein beeindruckendes Beispiel regionaler Diplomatie zeigte sich am Freitag, als das iranische Außenministerium die Taliban aufforderte, „ernsthaft darauf zu achten, dass die Sicherheit der Diplomaten und der diplomatischen Einrichtungen“ in der westafghanischen Stadt Herat, die sich den Aufständischen ergeben hat, gewährleistet ist.

Er markiert einen ergreifenden Moment im Diskurs zwischen Iran und den Taliban. Am 8. August jährte sich zum 23. Mal der Angriff auf das iranische Konsulat in Mazar-i-Sharif, nachdem die Taliban die Stadt gestürmt hatten. Bei dem anschließenden Blutbad wurden 11 iranische Diplomaten und ein Vertreter der iranischen Nachrichtenagentur (IRNA) verschleppt, ohne je wieder aufgefunden zu werden. Der Iran zog Truppen an der Grenze zusammen und drohte mit Vergeltung.

Am Vorabend des Jahrestages gab das iranische Außenministerium diese Woche eine Erklärung heraus, in der es an diese Tragödie als „einen der bittersten Tage“ in der diplomatischen Geschichte Irans erinnerte. In der Erklärung wurden die Taliban jedoch nicht für die Geschehnisse von 1998 schuldhaft verantwortlich gemacht.

Stattdessen wurden die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervorgehoben, die „beiden Seiten keine andere Wahl lassen, als konstruktive Ansätze zu verfolgen, mit dem Blick auf die Wahrung der Interessen beider Länder“.

Die Erklärung signalisierte, dass der Iran keine Rachegedanken hege, obwohl Teheran „das Andenken an die Märtyrer dieses Vorfalls ehrt und einmal mehr den ausgeführten Terrorakt aufs Schärfste verurteilt … (und) auch gelobt, die Angelegenheit als ausdrückliche Forderung der iranischen Regierung und der Nation zu verfolgen, bis die verborgenen Aspekte des Vorfalls ans Licht kommen“. Die Erklärung warf einen Blick in die Zukunft und bekundete Unterstützung für „jede Lösung, die zur Beendigung“ des Afghanistan-Konflikts beiträgt.

Im Klartext: Teheran hegt keinen Groll gegen die Taliban für das, was vor 23 Jahren in Mazar-i-Sharif geschah. Heute erwartet man von den Taliban, dass sie die Sicherheit seines Konsulats in Herat gewährleisten.

Zufall oder nicht, am 9. August meldete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass ein hochrangiger Anführer der iranfeindlichen Terrororganisation Jaish al-Adl, bekannt unter dem Namen Amir Naroui, von den Taliban an einem unbekannten Ort in Afghanistan getötet wurde.

Die Einzelheiten sind unklar, aber offenbar hatte sich Amir Naroui im Zusammenhang mit einigen Jaish al-Adl-Aktivisten, die sich in deren Gewahrsam befanden, zu den Taliban begeben. Jaish al-Adl (Armee der Gerechtigkeit) tritt offen für die Unabhängigkeit der Provinzen Sistan und Belutschistan im Südosten Irans ein und war für mehrere Anschläge auf Zivilisten und Militärangehörige verantwortlich, darunter auch auf Angehörige des Elitekorps Islamische Revolutionsgarden.

Sie ist ein Ableger der ebenfalls in Afghanistan ansässigen Jundullah (Soldaten Allahs), die der Iran als US-saudischen Stellvertreter betrachtet. In dem fesselnden Buch Spies Against Armageddon (2012), das von Yossi Melman und Dan Raviv, zwei angesehenen israelischen und amerikanischen Journalisten, gemeinsam verfasst wurde, wird detailliert beschrieben, wie der israelische Geheimdienst Mossad, anstatt Söldner anzuheuern, relativ sicher in den Iran ein- und ausreisen konnte und ständig sichere Unterkünfte im Iran unterhielt, während israelische Agenten mit Hilfe der Jundullah unter Verwendung der Pässe anderer Länder reisten.

Es genügt zu sagen, dass die Enthauptung eines Spitzenführers von Jaish al-Adl durch die Taliban ein wichtiges Signal an Teheran ist, dass es die Sicherheitsbedenken des Irans ernst nimmt und nicht zulassen wird, dass Terrorgruppen mit Verbindungen zu Irans Gegnern von afghanischem Boden aus operieren. Natürlich wissen wir nicht, ob die Beseitigung von Amir Naroui eine koordinierte Operation war.

Interessanterweise sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Saeed Khatibzadeh, am selben Tag, an dem die Ermordung von Amir Naroui gemeldet wurde, auf einer Pressekonferenz in Teheran: „Es gab gelegentliche Entwicklungen an unseren Grenzen, aber die Grenzen sind in dieser Zeit dank der Bemühungen der Grenzschutzbeamten und der mutigen Streitkräfte ruhig geblieben. Wir haben versucht, die Botschaft (an die Taliban) zu übermitteln, dass die Grenzen des Iran ruhig bleiben müssen.“

Nach der Legitimität der Taliban befragt, fügte Khatibzadeh hinzu: „Die Taliban sind Teil der Zukunft Afghanistans. Wir haben gesagt, dass wir uns verpflichtet haben, diese Verhandlungen zu ermöglichen, und die Stimmen aller sollten gehört werden“.

Die „Demarche“ des Außenministeriums gegenüber den Taliban in Bezug auf die iranischen Diplomaten in Herat verdeutlicht das Vertrauen, das in den letzten Jahren in den Diskursen zwischen Iran und den Taliban kontinuierlich gereift ist. Teheran teilt eindeutig nicht die apokalyptischen Vorhersagen über einen Bürgerkrieg in Afghanistan. Teheran ist davon überzeugt, dass es mit den Taliban zusammenarbeiten kann.

In dieser Hinsicht befindet sich der Iran in guter Gesellschaft mit Russland, Usbekistan, China und Pakistan. Der Iran und China haben ein zusätzliches Einflusspotential, da sie ihre Beziehungen sowohl zur afghanischen Regierung als auch zu den Taliban aufrechterhalten haben.

Der Iran hatte ein turbulentes Verhältnis zu den Taliban, als diese in den 1990er Jahren als eine radikal antischiitische, iranfeindliche Gruppe mit wahhabitischen Tendenzen auftraten, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert wurde und Unterstützung von den US-Ölgesellschaften erhielt. Auch die Taliban wussten sehr wohl, dass der Iran bei der Konsolidierung der Nordallianz in den späten 1990er Jahren eine führende Rolle spielte. Beide haben in den letzten Jahren nachhaltige Anstrengungen unternommen, um diese Altlasten zu beseitigen und ein gegenseitiges Verständnis zu erreichen.

Der Iran hat seine Karten klug ausgespielt. Und glückliche Umstände haben sicherlich geholfen. So sind die Taliban aus dem saudischen Schatten getreten und haben sich offen gegen Riad gestellt. Ebenso hielten die Taliban an ihrer Forderung fest, dass alle ausländischen Truppen aus Afghanistan abziehen müssen. Die schönsten Pläne der Amerikaner, eine unbefristete Militärpräsenz in Afghanistan aufrechtzuerhalten, sind fehlgeschlagen. Summa summarum haben die USA und Saudi-Arabien die Fähigkeit verloren, Afghanistan als Sprungbrett zur Schwächung und Destabilisierung des Iran zu nutzen.

Andererseits sind die Taliban auf das Wohlwollen des Iran angewiesen und der Iran ist in der Lage, beim Wiederaufbau Afghanistans eine helfende Hand zu reichen. Indirekt gewinnt der Iran auch von der zu erwartenden Vertiefung des chinesischen Einflusses in Afghanistan in der nächsten Zukunft.

Das Wichtigste ist, dass der Iran keine Interessenkonflikte mehr mit Pakistan hat. Jeder verfolgt seine eigenen Interessen, und sie sind keine Rivalen mehr, die um Macht in Afghanistan konkurrieren. Beide sind sich darüber im Klaren, dass sie es im Vergleich zu den 1990er Jahren mit Taliban zu tun haben, die erwachsen geworden sind und mehr Erfahrung in der Handhabung unterschiedlicher Beziehungen haben.


Das klingt soweit optimal (nur das mit dem Köpfe abhacken sollten die Leute dort unten mal überdenken! Da finden sich sicher auch ein bisschen weniger brachiale Möglichkeiten.)

Genau so kann es nämlich klappen: wenn jetzt alle einen Schlussstrich unter das Vergangene ziehen und mit kühlem Kopf den Neuanfang starten!

Die NATO am Freitag dem 13.

In Afghanistan haben die USA ihre gewaltigste Niederlage seit Vietnam kassiert, die NATO insgesamt hat die bisher gewaltigste Niederlage ihrer Geschichte erlebt.

So sah es heute um 10:26h MEZ aus.

Um 15:30h fiel Pul el Alam, 50 Kilometer südlich von Kabul.

Der mächtigste Warlord der NATO-verbündeten Regierung ohne Land in Kabul, Ismail Khan, war kurzzeitig Gefangener der Taliban, wurde dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Was abgemacht wurde, blieb vor der Öffentlichkeit geheim.

Der berüchtigte Mayor Dostum befindet sich auf der Flucht.

Während Ismail Khan als Ehrenmann gilt, hat Dostum einen eher schlechten Ruf. Dostum war ein gefürchteter Militärführer der sogenannten kommunistischen Regierung, bis die in die Defensive geriet, da lief er mit seinen Soldaten zu den Mujaheddin über. Vor den Taliban flüchtete er in die Türkei. Dann kam er mit der NATO zurück. Mal sehen, wie es mit dem weiter gehen wird.

16:58h, vor einer Minute, da ich dies hier schreibe, kam die Nachricht herein, dass die Taliban die nächste Provinzhauptstadt, Gardez, umzinglen.

Die Botschaften der NATO-Länder in Kabul packen.

USA, Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Frankreich….

Heiko Maas lebt nicht in der Realität. Er meint, wenn die Taliban in Afghanistan die Macht übernehmen, würden Geldzahlungen, die derzeit an die korrupte Regierung in Kabul gehen, nicht mehr gezahlt werden und es gäbe für ein Islamisches Emirat von Afghanistan keine diplomatische Anerkennung geben.

Heiko hat noch nicht verstanden, dass er Kriegsverlierer ist und Kriegsverlierer beim Sieger nichts zu melden haben.

Die Taliban brauchen kein Geld aus Deutschland, sie bekommen Geld und Unterstützung aus China und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Erkennt die Bundesrepublik Deutschland die Regierung in Kabul nicht an, bekommt der deutsche Botschafter einen Tritt in den Steiß und fliegt raus, Ende der Geschichte. Ich weiß ja nicht, wie beeindruckt Paris gewesen wäre, wenn Ribbentrop gesagt hätte: „Wird de Gaulle Präsident, erkennen wir das nicht an!“ Das ist so ziemlich das gleiche, wenn auch nicht das selbe.

Das islamische Emirat von Afghanistan ist sicher wie das al Fatiha in der Moschee. Das ist nur mehr die Frage des wann, die des ob ist beantwortet.

Sichtlich arbeitet die NATO auf geheimdienstlicher Ebene an einer Fortsetzung des Chaos im Land als Bürgerkrieg zwischen Sunni und Schiiten. Das aber scheint auch eher ein Wunschgespinst der Presse zu werden. Die erzählte beispielsweise von einer schiitischen Frauenbrigade, die noch schnell in Kandahar aufgebaut wurde und die sich, gerüstet mit zwei Wochen Grundausbildung und NATO-Waffen, den Taliban entgegen würfen wie weiland Wonder Woman sich gegen Doomsday stellte. Es gab, soweit ich informiert bin, etwa drei Stunden lang Kämpfe zwischen Leuten Ismail Khans und den Taliban, dann war Kandahar gefallen. Wonder Woman bleib derweilen in Comic und Film.

Die Wette der NATO-Staaten, Sunniten und Schiiten in gegenseitige Massaker zu verwickeln, ging oft auf. Dennoch kann man hoffen, in Afghanistan wird das nicht passieren. Erstens wollen die Leute dort die Zeit des Krieges hinter sich haben und mit dem Aufbau beginnen. Als Vorbild scheinen die Vereinigten Arabischen Emirate zu dienen. Im Gegensatz zu Heikos Vorstellungen, mit ein paar Almosen und rotzfrechen Hinterhof-Napoleon-Sprüchen Druck ausüben zu können, ist diese Perspektive sehr realistisch!

In der Regel kann die NATO das Sunniten-vs-Schiiten-Szenario verwirklichen, indem es die Sunniten gegen die Schiiten hetzt. As wären in diesem Falle allerdings die Taliban. Um die Schiiten aufhetzen zu können, benötigten die USA Teheran. Teheran wiederum hat mehr Vorteile aus Frieden in Afghanistan. Besonders, weil das dann ein sicherer Landweg nach China würde. Iran ist vom Öl- und Gasexport nach China abhängig. Derzeit findet der Transport mit Tankschiffen statt. Das ist gefährlich wegen Israel und den USA und teuer. Eine Pipeline durch Afghanistan wäre schnell gebaut. Der Transport würde schneller, sicher und kostengünstig werden.

Die Schiiten-Sunniten-Geschichte funktionierte nur mit dem Iran an Bord. Ich denke, man sieht auch in Teheran, dass das die optimale Lösung für die USA und Israel wäre, die dann den Iran in Syrien und dem Libanon von der Westseite her und in Afghanistan von der Ostseite her in militärische Konflikte verwickeln könnten, als auch Konflikte zwischen Iran und Volksrepublik China schüfen und darüber hinaus zwischen Iran und Russland. Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass die darauf hereinfallen.

Freitag der 13. 2021, 20:48h

Inzwischen hatte ich einiges zu erledigen und das Schreiben unterbrochen.

Ist inzwischen wieder eine Menge passiert!

Die kanadische Botschaft in Kabul hat damit begonnen, alle sensiblen Dokumente zu verbrennen und abzuziehen.

Auch die amerikanische verbrennt ale Dokumente und zerstört ihre Datenträger.

Der letzte Satz mag einem komisch anmuten, hat aber eine konkrete Ursache. So ne Sachen etwa:

Die norwegische Botschaft zieht ab.

Die schweizerische Botschaft zieht ab.

Die NATO hat eine Krisensitzung gestartet und ruft alle Staaten dazu auf, eine Taliban-Regierung nicht anzuerkennen.

Die kapieren es einfach nicht: Afghanistan ist nicht ihr Land, sie haben dort nichts zu sagen! Die Leute dort können aus ihrem Land machen, was sie wollen, keinen Ausländer geht das etwas an!

Die Webseite der Taliban wurde in Deutschland blockiert.

UN Generalsekretär Antonio Guterres ruft die Taliban auf, ihre Offensive zu beenden.

🤣🤣🤣 Als ob die den, was jetzt bereits sicher ist, bedeutendsten militärischen Sieg des 21. Jahrhunderts einfach so in den Wind blasen würden!

Ein Kontingent von 3000 US-Mariens ist eingetroffen, den Abzug der Amis zu sichern. Manche spekulieren, die Amis würden zurück kommen wollen, da befürchtet wird, Kabul werde bereits dieses Wochenende eingenommen.

Ich habe mich geirrt. Ich dachte wirklich, die warten, bis die Amis weg sind. Nupe! Alles geht jetzt so Knall auf Fall, dass man gar nicht mehr hinterher kommt!

Uhhhnd: Pepe Escobar hat einen Artikel zur gegenwärtigen Lage publiziert, den ich jetzt übersetzen werde, da der, wie schon gesagt, mehr Ahnung hat als ich.


Pepe Escobar: Ein Saigon-Moment kündigt sich an in Kabul

Der 12. August 2021 wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Taliban die amerikanische Invasion rächten und ihren Mann in Kabul mit einem Schlag zu Fall brachten.

12. August 2021. Die Geschichte wird diesen Tag als den Tag verzeichnen, an dem die Taliban fast 20 Jahre nach dem 9/11 und dem anschließenden Sturz ihrer Herrschaft von 1996-2001 durch amerikanische Bombenangriffe den entscheidenden Schlag gegen die Zentralregierung in Kabul führten.

In einem koordinierten Blitzkrieg haben die Taliban drei wichtige Zentren fast vollständig eingenommen: Ghazni und Kandahar in der Mitte und Herat im Westen. Den größten Teil des Nordens hatten sie bereits erobert. Gegenwärtig kontrollieren die Taliban 14 (Kursivschrift von mir) Provinzhauptstädte, Tendenz steigend.

(AdÜ: es sind mittlerweile, 21:16h, 18)

Als erstes nahmen sie am Morgen Ghazni ein, das etwa 140 Kilometer von Kabul entfernt liegt. Die neu asphaltierte Autobahn ist in einem guten Zustand. Die Taliban rücken nicht nur näher und näher an Kabul heran: Sie kontrollieren jetzt praktisch die wichtigste Verkehrsader des Landes, den Highway 1 von Kabul via Ghazni nach Kandahar.

Das ist an sich schon ein strategischer Wendepunkt. Es wird den Taliban ermöglichen, Kabul gleichzeitig von Norden und Süden her durch eine Zangenbewegung einzukreisen und zu belagern.

Kandahar fiel bei Einbruch der Nacht, nachdem es den Taliban gelungen war, den Sicherheitsgürtel um die Stadt zu durchbrechen und aus mehreren Richtungen anzugreifen.

(AdÜ: remember: Leichte Kavallerie!)

In Ghazni schloss der Provinzgouverneur Daoud Laghmani einen Deal ab, floh und wurde dann verhaftet. In Kandahar verließ der Provinzgouverneur Rohullah Khanzada – der dem mächtigen Stamm der Popolzai angehört – die Stadt mit nur wenigen Leibwächtern.

Er entschied sich für einen ausgeklügelten Deal, bei dem er die Taliban davon überzeugte, dass sich den verbliebenen Militärs erlaubt wurde, sich zum Flughafen von Kandahar zurückzuziehen und mit Hubschraubern evakuiert zu werden. Die gesamte Ausrüstung, die schweren Waffen und die Munition sollten an die Taliban übergeben werden.

Die afghanischen Spezialeinheiten waren das Sahnestück der Truppe in Kandahar. Sie schützten jedoch nur einige wenige ausgewählte Orte. Ihre nächste Aufgabe könnte der Schutz von Kabul sein. Die endgültige Vereinbarung zwischen dem Gouverneur und den Taliban müsste bald getroffen werden. Kandahar ist tatsächlich gefallen.

In Herat griffen die Taliban von Osten her an, während der altbekannte ehemalige Warlord Ismail Khan mit seiner Miliz von Westen her einen erbitterten Kampf lieferte. Die Taliban eroberten nach und nach das Polizeipräsidium, „befreiten“ Gefängnisinsassen und zogen einen Belagerungsring um das Büro des Gouverneurs.

Game over. Auch Herat ist gefallen, und die Taliban kontrollieren nun den gesamten Westen Afghanistans bis hin an die Grenzen zum Iran.

Tet Offensive, remixed

Militäranalysten werden einen Heidenspaß daran haben, dieses Taliban-Äquivalent zur Tet-Offensive 1968 in Vietnam zu dekonstruieren. Satellitenaufnahmen könnten dabei eine wichtige Rolle gespielt haben: Es ist, als ob der gesamte Verlauf des Schlachtfelds von oben her koordiniert worden wäre.

Neben strategischem Scharfsinn gibt es jedoch auch ganz prosaische Gründe für den Erfolg des Angriffs: Korruption in der afghanischen Nationalarmee (ANA), die völlige Trennung zwischen Kabul und den Befehlshabern auf dem Schlachtfeld, unzureichende amerikanische Luftunterstützung und die tiefe politische Spaltung in Kabul selbst.

Addiere ein tiefes Empfinden des Verrats durch den Westen bei denjenigen hinzu, die mit der Regierung in Kabul in Verbindung stehen, gemischt mit der Furcht vor Racheakten der Taliban gegen Kollaborateure.

Ein sehr trauriger Nebenschauplatz ist die Hilflosigkeit jener Zivilisten, die sich in den von den Taliban kontrollierten Städten in einer Falle wähnen. Diejenigen, die es noch vor dem Angriff geschafft haben, sind die neuen afghanischen Binnenflüchtlinge, wie etwa diejenigen, die im Sara-e-Shamali-Park in Kabul ein Flüchtlingslager eingerichtet haben.

In Kabul kursierten Gerüchte, Washington habe Präsident Ashraf Ghani den Rücktritt nahegelegt, um den Weg für einen Waffenstillstand und die Bildung einer Übergangsregierung frei zu machen.

Zu Protokoll gegeben wurde, dass US-Außenminister Antony Blinken und Pentagon-Chef Lloyd Austin Ghani versprachen, weiterhin in die Sicherheit Afghanistans zu investieren.

Berichte legen nahe, dass das Pentagon plant, 3.000 Soldaten und Marines nach Afghanistan und weitere 4.000 in die Region zu verlegen, um die US-Botschaft und US-Bürger in Kabul zu evakuieren.

(AdÜ: passiert während ich übersetze)

Das angebliche Versprechen an Ghani stammte in Wirklichkeit aus Doha – und kam von Ghanis Leuten, wie ich mir von diplomatischen Quellen bestätigen ließ.

Die Delegation aus Kabul unter der Leitung von Abdullah Abdullah, dem Vorsitzenden von etwas, das sich „Hoher Rat für Nationale Versöhnung“ nennt, hat den Taliban unter Vermittlung von Katar eine Teilung der Macht angeboten, sofern sie den Ansturm einstellen. Der Rücktritt von Ghani, die wichtigste Bedingung der Taliban für jegliche Verhandlungen, wurde nicht erwähnt.

Die erweiterte Troika in Doha macht Überstunden. Die USA bieten das unbewegliche Objekt Zalmay Khalilzad auf, der in den 2000er Jahren als „Bushs Afghane“ verspottet wurde. Die Pakistaner haben den Sondergesandten Muhammad Sadiq und den Botschafter in Kabul Mansoor Khan.

Die Russen haben den Kreml-Gesandten in Afghanistan, Zamir Kabulov. Und die Chinesen haben einen neuen Gesandten für Afghanistan, Xiao Yong.

Russland, China und Pakistan verhandeln im Sinne der Shanghai Cooperation Organization (SCO): Alle drei sind ständige Mitglieder. Sie legen Wert auf eine Übergangsregierung, die Teilung der Macht und die Anerkennung der Taliban als legitime politische Kraft.

Diplomaten deuten bereits an, dass die Taliban, falls sie Ghani in Kabul stürzen, von Beijing als die rechtmäßigen Herrscher in Afghanistan anerkannt werden – was eine weitere brisante geopolitische Front in der Konfrontation mit Washington schaffen würde.

(AdÜ: war ja klar. Die NATO-Freaks, die sich heute treffen und Heiko Maas können sich Besen in den Hintern schieben, nackt auf dem Grote Markt in Bruxelles wie FFFs herumhüpfen und dabei schreien; „Wir sind Paradiesvögel!“, die internationale Einbindung des neuen Afghanistan, auch unter den Taliban, ist jetzt schon Fakt!)

Im gegenwärtigen Stadium ermutigt Beijing die Taliban lediglich dazu, ein Friedensabkommen mit Kabul zu schließen.

Das Paschtunistan-Rätsel

Pakistans Premierminister Imran Khan hat kein Blatt vor den Mund genommen, als er sich in die Auseinandersetzung einschaltete. Er bestätigte, dass die Taliban-Führung ihm mitgeteilt hat, dass es mit Ghani an der Macht keine Verhandlungen gibt – obwohl er selbst noch versuchte, sie zu einem Friedensabkommen zu überreden.

Khan beschuldigte Washington, Pakistan nur dann als „nützlich“ zu betrachten, wenn es darum gehe, Islamabad zu drängen, seinen Einfluss auf die Taliban zu nutzen, um einen Deal zu vermitteln – ohne dabei das „Desaster“ zu berücksichtigen, das die Amerikaner angerichtet haben.

Khan bekräftigte ein weiteres Mal, dass er „sehr unmissverständlich“ erklärt habe, es werde keine US-Militärstützpunkte in Pakistan geben!

Dies hier ist eine sehr gute Analyse, wie mühsam es für Khan und Islamabad ist, dem Westen und auch dem globalen Süden, Pakistans komplexes Engagement in Afghanistan zu erklären.

Die Schlüsselfragen sind ganz klar:

  1. Pakistan will eine Übereinkunft zur Teilung der Macht und tut in Doha im Zusammenspiel mit der erweiterten Troika alles in seinen Möglichkeiten Liegende, um sie zu erreichen.
  2. Eine Machtübernahme durch die Taliban wird zu einem neuen Zustrom von Flüchtlingen führen und könnte Dschihadisten der Art Al-Qaida, TTP und ISIS-Khorasan ermutigen, Pakistan zu destabilisieren.
  3. Es waren die USA, die die Taliban legitimiert haben, indem sie während der Amtszeit von Donald Trump ein Abkommen mit ihnen geschlossen haben.
  4. Und aufgrund des verworrenen Rückzugs haben die Amerikaner ihren Einfluss – und den Pakistans – auf die Taliban reduziert.

Das Problem ist, dass es Islamabad schlicht nicht gelingt, diese Botschaften zu kommunizieren.

Und dann gibt es noch mehr befremdliche Entscheidungen. Nehmen Sie die afghanisch-pakistanische Grenze zwischen Chaman (in Pakistans Belutschistan) und Spin Boldak (in Afghanistan).

Die Pakistaner haben ihre Seite der Grenze geschlossen. Jeden Tag überqueren Zehntausende von Menschen, überwiegend Paschtunen und Belutschen, von beiden Seiten die Grenze, zusammen mit einem Mega-Konvoi von Lastwagen, die Waren aus dem Hafen von Karatschi ins eingeschlossene Afghanistan transportieren. Die Schließung einer so wichtigen Handelsgrenze ist ein unhaltbares Unterfangen.

All dies führt zu dem wohl gravierendsten Problem: Was tun mit Paschtunistan?

Der entscheidende Knackpunkt in Bezug auf das pakistanische Engagement in Afghanistan und die afghanische Einmischung in den pakistanischen Stammesgebieten ist die völlig künstliche, vom britischen Empire entworfene Durand-Linie.

Islamabads endgültiger Albtraum ist eine weitere Teilung. Die Paschtunen sind der größte Volksstamm der Welt, und sie leben auf beiden Seiten der (künstlichen) Grenze. Islamabad kann schlichtweg nicht zulassen, dass ein nationalistisches Gebilde Afghanistan regiert, denn das würde absehbar zu einem paschtunischen Aufstand in Pakistan führen.

Und das erklärt, warum Islamabad die Taliban einer afghanischen nationalistischen Regierung vorzieht. Ideologisch ist das konservative Pakistan der Positionierung der Taliban gar nicht so unähnlich. Und außenpolitisch passen die Taliban an der Macht perfekt zu der unverrückbaren Doktrin der „strategischen Tiefe“, mit der Pakistan Indien gegenübersteht.

Im Gegensatz dazu ist die Position Afghanistans ganz eindeutig. Die Durand-Linie trennt die Paschtunen auf beiden Seiten einer künstlichen Grenze. Daher wird jede nationalistische Regierung in Kabul niemals ihren Wunsch nach einem größeren, vereinten Paschtunistan aufgeben.

Da die Taliban de facto eine Ansammlung von Warlord-Milizen sind, hat Islamabad durch Erfahrung gelernt, wie man mit ihnen umgeht. Praktisch jeder Warlord – und jede Miliz – in Afghanistan ist islamisch.

Auch die derzeitige Kabuler Regelung basiert auf dem islamischen Recht und wird von einem Ulema-Rat beraten. Nur wenige im Westen wissen, dass das Scharia-Recht die vorherrschende Ausrichtung der aktuellen afghanischen Verfassung ist.

Um den Kreis zu schließen: Am Ende stammen alle Mitglieder der Regierung in Kabul, das Militär und ein Großteil der Zivilgesellschaft aus demselben konservativen Stammesmilieu, aus dem auch die Taliban hervorgegangen sind.

Abgesehen von den militärischen Vorstößen gewinnen die Taliban die PR-Schlacht im eigenen Land sichtlich mit einer einfachen Gleichung: Sie porträtieren Ghani als Marionette der NATO und der USA, als Lakai ausländischer Invasoren.

Und diese Unterscheidung auf dem Friedhof der Imperien zu treffen, war immer ein Erfolgskonzept!


Soweit Pepes Einsichten.

Es ist Freitag der 13. August 2021, 23:32h.

Maidan Shar city has surrendered.

Die neunzehnte von – wievielen? 24 Städten?

Der ultimative Freitag der dreizehnte der NATO.

High-Speed Talibahn

Westpresse 11.08.21: „Schon klar, die Taliban haben da jetzt ein paar Provinzhauptstädte erobert. Aber nur so Kleinzeug.“

12.08.21: „Kandahar has fallen! Amis und Briten evakuieren ihre Botschaften in Kabul!“

HahaHeiko Maas beleidigt: „Wenn die Taliban ein islamisches Kalifat errichten, dann kriegen die aber keinen Cent deutsches Steuergeld!“

Kann mich gar nicht erinnern, dass die Taliban nach deutschem Steuergeld gefragt hätten. Was natürlich schon sein kann, ist, dass eines Tages Reparationszahlungen fällig werden und da kommt dann Deutschland nicht davon. Heiko wird dann aber längst Schnee von gestern sein. Obwohl – wer weiß, die sind ziemlich flink dort. Wenn die mit allem so schnell sind, wie mit dem lustigen Okkupanten verjagen…

„Ist Afghanistan verloren?“ fragt die Deutsche Welle. Nun ja, kommt darauf an, für wen. Nicht für die Taliban!

Die Taliban haben jetzt schon einen neuen Maßstab gesetzt in Sachen Guerilla Warfare.

Die Amerikaner zerfetzen immer noch Menschen und machen Häuser dem Erdboden gleich aus großer Höhe mit B52-Bombern.

Ein Video wurde viral, das ein Auto der Taliban zeigte, welches die Amis aus großer Höhe jagten, irgendwann haben sie es auch getroffen, allerdings dabei eine gesamten Straßenzug Wohnhäuser mit plattgemacht.

Einer der wichtigsten internationalen Sprecher der Taliban, Suhail Shaheen, erklärte den Erfolg der Taliban damit, dass sie überall erwünscht sind. „Es ist nicht möglich, 150 Provinzen in nur sechs Wochen im Kampf zu übernehmen!“ erklärte er im Auslandssender des türkischen Fernsehens.

Gegen die B52 haben sie eine simple, effektive Strategie entwickelt: solche Bomber morden und zerstören aus großer Höhe. Sie sind plump und unpräzise. Die Taliban operieren jetzt mit leichten Geländemaschinen. Ich fahre die auch gerne. Sie sind robust, wendig und schnell. Ob Urwald, Steppe oder Wüste, Flachland oder Gebirge, sie machen alles mit. Leicht zu warten, vor allem, weil afghanische Mechaniker mit fast nichts alles am Laufen halten können.

So bilden sie jetzt Schwärme aus Motorradfahrern, die gemeinsam zuschlagen können, sich dann aber wieder in 0,nix in alle Himmelsrichtungen zerstreuen.

Entspricht dem, was man früher Leichte Kavallerie nannte.

Die meisten von ihnen haben die Welt nie anders gekannt, denn als einen Kriegsschauplatz. Man wächst darin auf, man lernt von Geburt an, damit zu leben.

Jeder Mensch von dort hatte dort die letzten 42 Jahre jeden Tag, jede Stunde, jede Minute damit rechnen müssen, dass es ihn erwischen kann.

Auch damit muss man einen kreativen Umgang entwickeln.

Was in Afghanistan jetzt stattfindet, ist die Revolution der Taliban.

Eine Revolution, geboren aus 42 Jahren durch die Hölle gehen!

DAS hält keiner auf!

Suhail Shaheen spricht mit dem Auslandssender der Türkei

Der türkische Auslandssender TRT interviewt Suhail Shaheen. Suhail Shaheen war vor dem Einmarsch der NATO in Afghanistan stellvertretender Botschafter Afghanistans in Islamabad, wo er auch studiert hat. Er ist heute einer der wichtigsten Verhandler der Taliban mit ausländischen Regierungen. Suhail Shaheen gehört zur Delegation der Taliban für die Erweiterte Troika in Doha.

Fortsetzung: Afghanistan wie Pepe Escobar es sieht

Da ich nicht vor Ort bin und auch nur interpretieren kann, was ich lese, mache ich mit Übersetzen einer Quelle weiter, die mir als einsichtsvoll und vertrauenswürdig bekannt ist, im Gegensatz zu nahezu allem, was ich an deutschen Publikationen lesen kann, die fast ausnahmslos alle, von links außen bis sonst wo, auf die eine oder andere Art, die Neiderlage der NATO bejammern.

Zu viele Deutsche haben einen ganz üblen Charakterzug, der darin besteht: egal, was sie gerade für eine Ideologie im eigenen Land praktizieren, sie halten sich für den Zenit der Menschheitsentwicklung, dem nun die ganze Welt nachzueifern habe. Sind sie Faschisten, hat die gesamte Welt dem deutschen Faschismus zu huldigen, entdecken die Deutschen den Demokratismus, muss die gesamte Welt deutsch-demokrateln.

Und so fraget man traurig: „Was hat der Krieg in Afghanistan gebracht?“

Man ist sich scheinbar einig, die NATO sei dort in guter Absicht Krieg spielen.

Falls das sich noch nicht nach Deutschland herumgesprochen hat: ein Krieg wird geführt, um ein Land oder eine Region unter seine Herrschaft zu zwingen. Nichts anderes wird bezweckt. Man gibt keine 1000 Milliarden Dollar aus und führt 20 Jahre Krieg um Mädchenschulen zu bauen! Solchen Bockmist erzählt man geistig unterbelichteten! Der Krieg hätte also einzig und alleine bringen können, dass Afghanistan Besatzungszone der NATO wird. Das wurde es nicht. End of Story.

Das irgendwie anders zu diskutieren ist völlig müßig!

Niemanden geht es etwas an, wie Menschen 7000 Kilometer von der eigenen Haustüre entfernt, ihr Leben organisieren und nach welchen Gesichtspunkten! Wie man sagt: „Kümmere dich um deinen eigenen Kram!“

In Europa erzeugt der Siegeszug der Taliban geradezu komödiantische Exegesen.

Der Außenminister des UK will als replacement der Amis einmarschieren, ihm wurde abgeraten.

1842 war das Königreich mit 16 000 Mann von Indien aus nach Afghanistan einmarschiert. Kein einziger von ihnen kehrte zurück.

Vor ein paar Jahren (ich hab den Zeitpunkt nur noch vage in Erinnerung) versuchten die Briten einen Teil Afghanistans zu besetzen. Sie glaubten an einen raschen, verlustfreien Sieg. Nachdem dann die Taliban über 500 von ihnen geschlachtet hatten, mussten die Amis den Rest evakuieren, damit die nicht auch noch getötet werden.

Sagen wir, britische Ambitionen in Afghanistan waren bisher wenig von Erfolg gekrönt. Entsprechend haben sie für die Idee, die Amis in Afghanistan zu beerben, keine Freunde gefunden.

Keine?

Oh, natürlich, die Bellizisten des deutschen Bundestages unter Führung Röttgens würden mitmachen und haben das zur Sprache gebracht. Röttgen ist, gelinde gesagt, geisteskrank. Bei ihrem derzeitigen Siegeszug schicken die Taliban die Köpfe von Bundeswehrsoldaten per Post in Müllcontainern nach Berlin zurück!

Was der außenpolitische Sprecher der Linken Herr RA Dr .Gysi mit seinem Spruch zum Thema meint, verstehe ich leider inhaltlich nicht.

Erstens, warum sollten die Russen, die, da sie nicht mehr die UdSSR sind, von den Taliban nicht als Feinde betrachtet werden, sich mit den Amis zusammen tun, die von den Taliban als Auswürfe Satans und oberste Feinde gesehen werden? Zweitens, was soll ein nicht-militärischer Kampf der Ghani-Regierung, die so korrupt ist, dass die ganze eingeweihte Welt über sie lacht, gegen die Taliban sein? Irgend jemand muss dem Herrn Rechtsanwalt Dr. Gysi erklären, dass die Shanghai Cooperation Organisation mit der Befriedung Afghanistans befasst ist, was nicht von heute auf morgen geht, aber die die einzige hierfür legitime Kraft in der Region ist, da sie aus den Ländern der Region besteht. Deutschland, ich sagte es oben schon, ist kein Land der Region und hat darum gar nichts zu melden!

Ist aber auch völlig egal, es hat auf die Realität in Afghanistan exakt Null Einfluss, was man in Teutonistan zum Thema meint.


Alle Wege führen in die Schlacht um Kabul

(AdÜ: der Titel klingt deutsch so ein bisserl ungelenk, muss aber so übersetzt werden, da das Original „All roads lead to the Battle for Kabul“ eine Anspielung auf das Sprichwort: „Alle Wege führen nach Rom“ ist.)

Eine Stadt nach der anderen fielen von der Regierung ab unter die Kontrolle der Taliban, doch Afghanistans Endspiel ist noch offen

Die immer schwer fassbaren Verhandlungen über den afghanischen „Friedensprozess“ kommen diesen Mittwoch in Doha mit der erweiterten Troika – den USA, Russland, China und Pakistan – wieder in Gang. Der Kontrast zu den tatsächlichen Fakten vor Ort könnte nicht schroffer sein.

In einem koordinierten Blitzkrieg haben die Taliban in nur vier Tagen nicht weniger als sechs afghanische Provinzhauptstädte unterworfen. Die Zentralverwaltung in Kabul wird es schwer haben, ihre eigene Standfestigkeit in Doha zu verteidigen.

Es kommt noch schlimmer. Unheilvollerweise hat der afghanische Präsident Ashraf Ghani den Doha-Prozess so gut wie begraben. Er setzt bereits auf einen Bürgerkrieg – von der Bewaffnung der Zivilbevölkerung in den wichtigsten Städten bis hin zur weit reichenden Bestechung regionaler Warlords, in der Absicht, eine „Koalition der Willigen“ zur Bekämpfung der Taliban aufzubauen.

Die Einnahme von Zaranj, der Hauptstadt der Provinz Nimruz, war ein entscheidender Erfolg der Taliban. Zaranj ist das Tor für Indiens Zugang zu Afghanistan und weiter nach Zentralasien über den Internationalen Nord-Süd-Verkehrskorridor (INSTC).

Indien bezahlte den Bau der Autobahn, die den Hafen von Chabahar im Iran – den wichtigsten Knotenpunkt der gescheiterten indischen Version der Neuen Seidenstraße – mit Zaranj verbindet.

Auf dem Spiel steht ein wichtiger iranisch-afghanischer Grenzübergang und gleichzeitig ein Verkehrskorridor zwischen Südwest- und Zentralasien. Allerdings kontrollieren jetzt die Taliban den Handel auf der afghanischen Seite. Und Teheran hat gerade eben erst die iranische Seite geschlossen. Niemand weiß, wie es weitergeht.

Die Taliban setzen akribisch einen strategischen Masterplan um. Es gibt noch keine eindeutigen Beweise, aber hoch qualifizierte Hilfe von außen – pakistanische ISI-Informationen? – ist plausibel.

Zunächst erobern sie die ländlichen Gebiete – was in mindestens 85 % des Territoriums praktisch schon abgeschlossen ist. Dann kontrollieren sie die wichtigsten Grenzkontrollpunkte, wie zu Tadschikistan, Turkmenistan, Iran und Spin Boldak mit Belutschistan in Pakistan. Abschließend geht es darum, die Hauptstädte der Provinzen systematisch einzukreisen und einzunehmen – und genau da sind wir jetzt.

Der letzte Akt wird die Schlacht um Kabul sein. Dies könnte bereits im September geschehen, als verdrehte „Feier“ zum 20. Jahrestag von 9/11 und der amerikanischen Bombardierung von Talibanistan 1996-2001.

Dieser strategische Blitzkrieg

Was sich im Norden abspielt, ist sogar noch staunenswerter als im Südwesten.

Die Taliban haben Sheberghan, ein stark usbekisch geprägtes Gebiet, erobert und keine Zeit verloren, Bilder von Kämpfern in gestohlenen Gewändern zu verbreiten, die vor dem jetzt eingenommenen Dostum-Palast posieren. Der notorisch bösartige Warlord Abdul Rashid Dostum ist der derzeitige afghanische Vizepräsident.

Taliban machen sich in Klamotten aus dem Besitz des Mayor Dostum über diesen lustig; Mich erinnert das Bild derart an diese alten Italo-Western, die in der mexikanischen Revolution spielen, dass es eine wahre Freude ist.

Der große Durchbruch der Taliban gelang mit dem Einmarsch in Kundus, das noch immer nicht vollständig unterworfen ist. Kundus ist strategisch sehr wichtig. Mit 370.000 Einwohnern und ganz in der Nähe der tadschikischen Grenze ist es der wichtigste Knotenpunkt im Nordosten Afghanistans.

Die Kabuler Regierungstruppen sind einfach geflohen. Alle Gefangenen wurden aus den örtlichen Gefängnissen entlassen. Die Straßen sind blockiert. Das ist insofern von Bedeutung, als Kundus an der Kreuzung zweier wichtiger Korridore liegt – nach Kabul und Mazar-i-Sharif. Und, was besonders wichtig ist, es ist auch eine Kreuzung von Korridoren, die für den Export von Opium und Heroin genutzt werden.

Die Bundeswehr unterhielt früher einen Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Kundus, in dem heute das 217. afghanische Armeekorps untergebracht ist. Die wenigen verbliebenen afghanischen Regierungstruppen haben sich dorthin zurückgezogen.

Die Taliban sind nun entschlossen, das historisch legendäre Mazar-i-Sharif zu belagern, die große Stadt im Norden, die noch wichtiger ist als Kundus. Mazar-i-Sharif ist die Hauptstadt der Provinz Balkh. Der oberste örtliche Warlord ist seit Jahrzehnten Atta Mohammad Noor, den ich vor 20 Jahren kennen gelernt habe.

Er gelobt nun, „seine“ Stadt „bis zum letzten Tropfen meines Blutes“ zu verteidigen. Das allein deutet schon auf ein großes Bürgerkriegsszenario hin.

Das Endspiel der Taliban besteht darin, eine West-Ost-Achse von Sheberghan nach Kunduz und das ebenfalls eroberte Taloqan, die Hauptstadt der Provinz Takhar, zu errichten, und zwar über Mazar-i-Sharif in der Provinz Balkh und parallel zu den nördlichen Grenzen zu Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan.

Wenn das passiert, haben wir es mit einer unumkehrbaren, logistischen Neuausrichtung zu tun, bei der praktisch der gesamte Norden der Kontrolle Kabuls entgleitet. Die Taliban werden auf keinen Fall über diesen Sieg „verhandeln“ – weder in Doha noch anderswo.

Eine besonders verblüffende Tatsache ist, dass es in all diesen Gebieten keine paschtunische Mehrheit gibt, anders als in Kandahar im Süden und Lashkar Gah im Südwesten, wo die Taliban immer noch um die vollständige Kontrolle kämpfen.

Die Kontrolle der Taliban über fast alle internationalen Grenzübergänge, die Zolleinnahmen abwerfen, führt zu der dringenden Frage, wie es mit dem Drogengeschäft weitergeht.

Werden die Taliban erneut die Opiumproduktion verbieten, wie es der verstorbene Mullah Omar Anfang der 2000er Jahre tat? Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der Vertrieb innerhalb Afghanistans nicht erlaubt sein wird.

Letztendlich können die Exportgewinne nur der Bewaffnung der Taliban zugute kommen – gegen künftige amerikanische und NATO-„Einmischungen“. Und die afghanischen Bauern können mit dem Schlafmohnanbau viel mehr verdienen als mit anderen Feldfrüchten.

Das klägliche Versagen der NATO in Afghanistan ist in jeder Hinsicht sichtbar. In der Vergangenheit haben die Amerikaner Militärstützpunkte in Usbekistan und Kirgisistan genutzt. Die Bundeswehr nutzte jahrelang den Stützpunkt in Termez, Usbekistan.

Termez wird jetzt für gemeinsame Manöver von Russland und Usbekistan genutzt. Und die Russen haben ihre Basis in Kirgisistan verlassen, um gemeinsame Manöver in Tadschikistan durchzuführen. Der gesamte Sicherheitsapparat in den benachbarten zentralasiatischen „Stans“ wird von Russland koordiniert.

Chinas oberste Sicherheitspriorität ist es unterdessen, künftige Dschihadisteneinfälle in Xinjiang zu verhindern, wofür extrem schwierige Bergüberquerungen von Afghanistan nach Tadschikistan und dann ins Niemandsland des Wakhan-Korridors erforderlich sind. Die elektronische Überwachung Pekings verfolgt alles, was sich bewegt, in diesem Winkel des Daches der Welt.

Diese Analyse einer chinesischen Denkfabrik zeigt, wie das sich ständig verschiebende Schachbrett verfolgt wird. Die Chinesen sind sich vollkommen darüber im Klaren, dass die Taliban es vorziehen, parallel zur diplomatischen Offensive als „aggressive Kraft, die bereit ist, das Regime zu übernehmen“ militärisch Druck auf Kabul auszuüben.

Die chinesische Realpolitik ist sich außerdem darüber bewusst, dass „die Vereinigten Staaten und andere Länder die Operation in Afghanistan noch viele Jahre lang nicht einfach aufgeben werden und nicht bereit sein werden, Afghanistan zum Einflussbereich anderer Länder werden zu lassen“.

Dies führt zu der für die chinesische Außenpolitik typischen Vorsicht, die den Taliban praktisch rät, „nicht übermütig zu werden“ und zu versuchen, „die Regierung Ghani auf einen Schlag zu beseitigen“.

Wie einen Bürgerkrieg verhindern?

Ist Doha also DOA? Die Akteure der erweiterten Troika tun, was sie können, um es zu retten. Es gibt Gerüchte über fieberhafte „Konsultationen“ mit den Mitgliedern des in Katar ansässigen politischen Büros der Taliban und mit den Verhandlungspartnern in Kabul.

Den Auftakt bildet ein Treffen der USA, Russlands, der Nachbarländer Afghanistans und der UNO am kommenden Dienstag. Doch bereits im Vorfeld hat der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Naeem Wardak, Washington vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einzumischen.

Pakistan ist Teil der erweiterten Troika. Die pakistanischen Medien betonen mit Nachdruck, wie stark der Einfluss von Islamabad auf die Taliban „jetzt begrenzt ist“. Als Beispiel wird angeführt, wie die Taliban den Schlüsselgrenzübergang in Spin Boldak – in Wirklichkeit ein Schmugglerhafen – geschlossen haben und Pakistan aufforderten, die Visabeschränkungen für Afghanen zu lockern.

Dies ist ein wahres Nest von Vipern! Die meisten Taliban-Führer der alten Schule sitzen im pakistanischen Belutschistan und überwachen aus sicherer Entfernung in Quetta, was an der Grenze ein- und ausgeht.

Extra Ärger für die erweiterte Troika ist die Abwesenheit von Iran und Indien am Verhandlungstisch. Beide haben zentrale Interessen in Afghanistan, insbesondere wenn es um die hoffentlich friedliche neue Rolle des Landes als Transitknotenpunkt für Verbindungen zwischen Zentral- und Südasien geht.

Moskau wollte von Anfang an, dass Teheran und Neu-Delhi Teil der erweiterten Troika sind. Unmöglich jedoch! Der Iran setzt sich niemals mit den USA an einen Tisch und umgekehrt! Das ist jetzt in Wien bei den JCPOA-Verhandlungen der Fall, wo sie via Europäer „kommunizieren“.

Neu-Delhi weigert sich seinerseits, sich mit den Taliban an einen Tisch zu setzen, die es als einen terroristischen Stellvertreter Pakistans betrachtet.

Es besteht die Möglichkeit, dass der Iran und Indien sich verständigen, und das würde sogar eine eng abgestimmte Haltung zum afghanischen Drama beinhalten.

Als der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar letzte Woche in Teheran an der Amtseinführung von Präsident Ebrahim Raisi teilnahm, bekräftigten sie eine „enge Zusammenarbeit und Koordination“ auch in Bezug auf Afghanistan.

Dies würde in naher Zukunft verstärkte indische Investitionen in den INSTC und den Korridor Neue Seidenstraße Indien-Iran-Afghanistan bedeuten. Doch das wird nicht funktionieren, solange die Taliban Zaranj kontrollieren.

Beijing seinerseits ist bestrebt, seine Verbindungen zum Iran über einen Korridor zu optimieren, den man als persisch gefärbt bezeichnen könnte und der auch Tadschikistan und Afghanistan umfasst. Dies wird wiederum davon abhängen, in welchem Maße die Taliban die Kontrolle übernehmen.

Aber Beijing kann mit einer Fülle von Vorteilen rechnen: Plan A ist nämlich ein erweiterter chinesisch-pakistanischer Wirtschaftskorridor (CPEC), an den Afghanistan angeschlossen wird, egal wer in Kabul an der Macht ist.

Klar ist, dass die erweiterte Troika nicht das kleinste Detail der Zukunft der eurasischen Integration gestalten wird. Das wird Sache der Shanghai Cooperation Organization (SCO) sein, der Russland, China, Pakistan, Indien, die zentralasiatischen „Stans“ sowie Iran und Afghanistan als derzeitige Beobachter und künftige Vollmitglieder angehören.

Pepe Escobar über den Besuch der Taliban in Tianjin

Intro

Witzig: Tianjin war die erste Stadt, in der ich Anfang der 90ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum ersten Mal Fuß auf die Erde der Volksrepublik China setzte, indem ich von einer Fähre aus Honkong stieg. Tianjin war damals eine einzige Baustelle, auf der etwas mehr als 10 Millionen Menschen unterwegs gewesen sind.

Dieser erste Eindruck von der Volksrepublik hatte damals meinen deutschen Provinzschädel, dessen Metropolen-Erfahrungen sich auf Städte wie Berlin, Paris oder Rom beschränkten, doch zunächst ein wenig überfordert.

Heute ist es fertig gebaut und eine moderne Großstadt! In dieser Großstadt fand diese Woche das bisher wichtigste Treffen zwischen der Regierung der VR China und den Taliban statt.

Ich übersetze wieder, was Pepe Escobar dazu schreibt.

Es ist jetzt nicht so, dass ich Pepe immer kritiklos folge, in Bezug auf Myanmar sind wir in vielen Punkten sicher unterschiedlicher Ansicht, in Sachen Zentralasien ist er aber aus meiner Sicht die unzweifelhafte Autorität, Ich habe das Ereignis, das Treffen hochrangiger Taliban mit Außenminister Wang Yi auch in anderen Quellen studiert. Darunter auch ein Artikel auf Tichys Einblick, den ich allerdings nicht fertiglas, denn der war so dermaßen dummdeutsches Von-nix-ne-Ahnung-aber-zu-allem-seinen-Senf-knallen-müssen, dass er nur als antikommunistische Satire lesbar wäre – z.B. erklärt der Teutone seinem Publikum, China sei als Kolonialmacht unterwegs – für eine solche habe ich aber gerade keine Zeit, so witzig ist das auch wieder nicht. Kurz: CGTN, Straight Times, ShanghaiEye魔都眼 und zahlreiche andere berichten ausführlich über das Treffen und seine Inhalte, was die Einordnung des Treffens anbelangt, bringt es Pepe exakt auf den Punkt.


The Taliban go to Tianjin

(Anmerkung des Übersetzers: Den Titel übersetze ich nicht, erstens versteht ihn jeder, zweitens kann man ihn nicht übersetzen, da er eine pop-kulturelle Charakterisierung darstellt, etwas wie „Frankie goes to Hollywood“)

China und Russland werden der Schlüssel zur Lösung eines uralten geopolitischen Rätsels sein: Wie kann der „Friedhof der Imperien“ befriedet werden?

(AdÜ: Und diese Unterüberschrift sagt uns auch, warum der Autor von Tichys Einblicken so wütend ist – schließlich sind die reichlich NATOaffin und müssen sich langsam daran gewöhnen, dass die Niederlage gegen die Taliban der Anfang vom Ende der NATO-Weltherrschaft ist, was schwer für die zu schlucken geht! Zwar ist die Neiderlage weniger spektakulär, als gegen die Viet Kong, aber von sehr viel größerer Tragweite!)

Dies ist also die Art und Weise, wie der Ewige Krieg in Afghanistan endet – wenn man es denn ein Ende nennen kann. Vielmehr ist es eine amerikanische Neupositionierung.

Wie dem auch sei, nach zwei Jahrzehnten Tod und Zerstörung und unsagbaren Billionen von Dollar haben wir es nicht mit einem Knall – und auch nicht mit einem Wimmern – zu tun, sondern mit einem Bild der Taliban in Tianjin, einer neunköpfigen Delegation unter der Leitung des obersten politischen Kommissars Mullah Abdul Ghani Baradar, die feierlich Seite an Seite mit Außenminister Wang Yi posiert.

Seitliche Echos eines anderen Ewigen Krieges – im Irak – klingen an. Zuerst gab es einen Knall: die USA nicht als „neue OPEC“, wie es sich das neokonservative Mantra vorgestellt hatte, sondern die Amerikaner bekamen nicht einmal das Öl. Dann kam das Wimmern: „Keine Truppen mehr“ nach dem 31. Dezember 2021 – mit Ausnahme der sprichwörtlichen „Vertragsarbeiter“ – (Contractor) -Armee.

Die Chinesen empfingen die Taliban zu einem offiziellen Besuch, um ihnen wieder einmal einen sehr einfachen quid-pro-quo-Vorschlag zu unterbreiten: Wir erkennen Ihre politische Rolle im afghanischen Wiederaufbauprozess an und unterstützen sie, wenn Sie im Gegenzug alle möglichen Verbindungen zur Islamischen Bewegung Ostturkestan abbrechen, die von der UNO als terroristische Organisation eingestuft wird und für eine Reihe von Anschlägen in Xinjiang verantwortlich ist.

Der chinesische Außenminister Wang sagte explizit: „Die Taliban in Afghanistan sind eine zentrale militärische und politische Kraft in dem Land und werden eine wichtige Rolle im Prozess des Friedens, der Versöhnung und des Wiederaufbaus spielen.“

Dies folgt auf Wangs Äußerungen im Juni nach einem Treffen mit den Außenministern Afghanistans und Pakistans, als er nicht nur versprach, „die Taliban zurück in den politischen Mainstream zu bringen“, sondern auch ernsthafte innerafghanische Friedensverhandlungen zu veranstalten.

(AdÜ: das ist der entscheidende und wichtige Punkt, den die chinesischen Kommunisten leicht verstehen, politische Kräfte in Teutonistan aber nicht: du kannst die mächtigste politische Kraft eines Landes nicht ausgrenzen, doch du kannst sie, wenn sie, wie die Taliban, militant und radikal sind, bändigen und integrieren, aber dafür benötigt man wohl „chinesische“ Tugenden, deutsches Gepolter und deutsche Rechthaberei gießen nur Öl in’s Feuer)

Inzwischen ist klar geworden, dass der quälend langsame Prozess in Doha zu nichts führt. Doha wird von der erweiterten Troika – USA, Russland, China, Pakistan – zusammen mit den unversöhnlichen Gegnern, der Regierung in Kabul und den Taliban, geführt.

Taliban-Sprecher Mohammad Naeem betonte, dass es bei dem Treffen in Tianjin vor allem um politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen ging, wobei die Taliban Peking versicherten, dass afghanisches Territorium nicht von Dritten gegen die Sicherheitsinteressen der Nachbarländer ausgebeutet werde.

In der Praxis bedeutet dies, keinen Unterschlupf für uigurische, tschetschenische und usbekische Dschihadisten und anrüchige Banden der Sorte ISIS-Khorasan.

Tianjin wurde als eine Art Juwel in der Krone der aktuellen diplomatischen Offensive der Taliban hinzugefügt, die bereits auch Teheran und Moskau erreicht hat.

In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass die Shanghai Cooperation Organization (SCO), angeführt von der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China, der eigentliche „Mittelsmann“ für ein mögliches innerafghanisches Abkommen ist.

Russland und China beobachten gewissenhaft, wie die Taliban mehrere strategische Bezirke in Provinzen von Badachschan (tadschikische Mehrheit) bis Kandahar (paschtunische Mehrheit) erobern. Die Realpolitik gebietet, dass die Taliban als ernsthafte Gesprächspartner akzeptiert werden müssen!

Der pakistanische Premierminister Imran Khan (R) trifft sich am 18. Dezember 2020 in Islamabad mit dem Taliban-Mitbegründer Mullah Abdul Ghani Baradar (2d vom Fenster auf der linken Seite des Bildes) und seiner Delegation. Bild: AFP / Büro des pakistanischen Premierministers

Pakistan arbeitet derweil im Rahmen der SCO immer intensiver mit. Premierminister Imran Khan könnte nicht deutlicher werden, wenn er sich an die öffentliche Meinung in den USA wendet: „Washington strebte eine militärische Lösung für Afghanistan an, obwohl es nie eine gab“, sagte er.

„Und Leute wie ich, die immer wieder sagten, dass es keine militärische Lösung gibt, die die Geschichte Afghanistans kennen, wurden beschimpft – Leute wie ich wurden als antiamerikanisch bezeichnet“, sagte er. „Ich wurde Taliban Khan genannt.“

Heute sind wir alle Taliban

Tatsache ist, dass „Taliban Khan“, „Taliban Wang“ und „Taliban Lawrow“ alle auf derselben Seite stehen.

Die SCO arbeitet mit allem Einsatz daran, bei der nächsten Verhandlungsrunde im August einen Fahrplan für eine politische Einigung zwischen Kabul und den Taliban vorzulegen. Wie ich bereits berichtet habe – siehe z. B. hier und hier – geht es um ein umfassendes wirtschaftliches Integrationspaket, bei dem die Belt and Road Initiative und der mit ihr verbundene chinesisch-pakistanische Wirtschaftskorridor mit Russlands Greater Eurasia Partnership und der Gesamtkonnektivität zwischen Zentral- und Südasien zusammenwirken.

Ein stabiles Afghanistan ist das fehlende Glied in dem, was man als den künftigen SCO-Wirtschaftskorridor bezeichnen könnte, der alle eurasischen Akteure zusammenschließen wird, von den BRICS-Mitgliedern Indien und Russland zu allen zentralasiatischen „Stans“.

Sowohl die Regierung von Präsident Ashraf Ghani in Kabul als auch die Taliban sind mit im Boot. Der Teufel steckt natürlich in den Details, wie das interne Machtspiel in Afghanistan gehandhabt werden kann, damit es gelingt.

Die Taliban haben ihren Crashkurs in Geopolitik und Geoökonomie absolviert. Anfang Juli führten sie in Moskau ein ausführliches Gespräch mit dem Kreml-Beauftragten für Afghanistan, Samir Kabulow.

Parallel dazu räumte sogar der ehemalige afghanische Botschafter in China, Sultan Baheen – selbst kein Taliban – ein, dass Beijing für die Mehrheit der Afghanen, unabhängig von ihrem ethnischen Hintergrund, der bevorzugte Gesprächspartner und Vermittler in einem sich entwickelnden Friedensprozess ist.

Dass die Taliban Gespräche auf hoher Ebene mit der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China suchen, ist Teil einer sorgfältig kalkulierten politischen Strategie. Das bringt uns jedoch zu einer äußerst komplexen Frage: Von welchen Taliban ist die Rede?

So etwas wie „einheitliche“ Taliban gibt es nicht. Die meisten Spitzenpolitiker der alten Schule leben im pakistanischen Belutschistan. Die neue Generation ist weitaus unbeständiger – und fühlt sich nicht an politische Zwänge gebunden. Die Islamische Bewegung Ostturkestan könnte mit ein wenig Hilfe westlicher Geheimdienste leicht einige Taliban-Fraktionen in Afghanistan infiltrieren.

Nur sehr wenige im Westen verstehen die dramatischen psychologischen Folgen, die es für die Afghanen – unabhängig von ihrem ethnischen, sozialen oder kulturellen Hintergrund – hat, in den letzten vier Jahrzehnten im Wesentlichen in einem Zustand des ständigen Krieges zu leben: Besetzung durch die UdSSR, Kämpfe innerhalb der Mudschaheddin, Taliban gegen die Nordallianz und Besatzung durch die USA/NATO.

Das letzte „normale“ Jahr in der afghanischen Gesellschaft liegt weit zurück, nämlich 1978.

Andrei Kazantsev, Professor an der Higher School of Economics und Direktor des Zentrums für Zentralasien- und Afghanistan-Studien am Moskauer Elite-Institut MGIMO, ist in einer einzigartigen Position, um zu verstehen, wie die Dinge vor Ort funktionieren.

Er weist auf etwas hin, das ich selbst mehrfach erlebt habe: Die Kriege in Afghanistan sind eine Mischung aus Waffeneinsatz und Verhandlungen: Es wird ein bisschen gekämpft, ein bisschen geredet, es werden Koalitionen gebildet, dann wird wieder gekämpft und wieder geredet. Einige sind übergelaufen, haben sich gegenseitig verraten, eine Zeit lang gekämpft und sind dann zurückgekehrt. Es ist eine völlig andere Kultur der Kriegsführung und des Verhandelns.

Die Taliban werden gleichzeitig mit der Regierung verhandeln und ihre Militäroffensiven fortsetzen. Dies sind nur verschiedene Instrumente verschiedener Flügel dieser Bewegung.

Ich kaufe: Wie viel?

Die wichtigste Faktum ist, dass die Taliban de facto eine Konstellation von Warlord-Milizen sind. Das bedeutet, dass Mullah Baradar in Tianjin nicht für die gesamte Bewegung spricht. Er müsste mit jedem größeren Warlord und Kommandeur eine Schura abhalten, um ihnen einen wie auch immer gearteten politischen Fahrplan zu verkaufen, den er mit Russland und China vereinbart.

Dies ist ein großes Problem, da bestimmte mächtige tadschikische oder usbekische Befehlshaber es vorziehen werden, sich mit ausländischen Partnern, z.B. der Türkei oder dem Iran, zu verbünden, anstatt mit wem auch immer es in Kabul an der Macht sein wird.

Die Chinesen könnten einen Umweg finden, indem sie buchstäblich jeden und seinen Nachbarn mit einbeziehen. Aber das garantierte immer noch keine Stabilität.

Mit den Investitionen, die Russland und China bei den Taliban tätigen, sollen eiserne Garantien erwirkt werden:

  • Den Dschihadisten nicht gestatten, die zentralasiatischen Grenzen zu überschreiten – besonders Tadschikistan und Kirgisistan;
  • den Kampf gegen ISIS-Khorasan aufzunehmen und ihnen keinen Unterschlupf zu gewähren, wie es die Taliban in den 1990er Jahren mit Al-Qaida taten; und
  • den Schlafmohnanbau (Sie haben ihn bereits in den frühen 2000er Jahren abgeschafft!) zu beenden und gleichzeitig den Drogenhandel zu bekämpfen.

Niemand weiß wirklich, ob der politische Flügel der Taliban in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Doch mehr noch als Beijing hat Moskau deutlich gemacht: Wenn die Taliban bei den Dschihadisten-Bewegungen nachgeben, werden sie den vollen Zorn der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit zu spüren bekommen.

(AdÜ: es zeigt sich deutlich, dass Moskau hier den Chinesen vertraut, die Taliban entsprechend beeinflussen zu können, jedoch gegenüber den Taliban zurückhaltender ist, was sich darin äußert, dass der Kreml die Taliban trotz gemeinsamer Gespräche immer noch nicht von der Liste der Terroristen-Organisationen gestrichen hat. Man will erst praktische Resultate sehen, was sich mit der angespannten Lage im Kaukasus und dem Medschli-Problem auf der Krim erklären lässt, die immer wieder im Auftrag der Führung in Kiew terroristisch tätig werden)

Die SCO hat ihrerseits seit 2005 eine Kontaktgruppe für Afghanistan eingerichtet. Afghanistan hat Beobachterstatus bei der SCO und könnte als Vollmitglied aufgenommen werden, sobald eine politische Einigung erzielt wurde.

Das Schlüsselproblem innerhalb der SCO wird darin bestehen, die kollidierenden Interessen Indiens und Pakistans in Afghanistan in ein harmonisiertes Gleichgewicht zu bringen.

Das wird einmal mehr von den „Supermächten“ abhängen – der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China. Und einmal mehr wird dies der Kern des wohl größten geopolitischen Rätsels der „Raging Twenties“ sein: Wie kann der „Friedhof der Imperien“ endlich befriedet werden?


Ausklang in Tianjin

Soweit zu Pepes Text, jetzt noch eine wichtige Ergänzung.

Am 25. Juni 2021 wurde die stellvertretende US-Außenministerin Wendy Sherman vom stellvertretenden Außenminister der Volksrepublik China Xie Feng zu Gesprächen ebenfalls in Tianjin empfangen!

Dieses Zusammentreffen verlief sichtlich keinesfalls so freundlich, wie das mit den Nachbarn.

Alleine der Titel , unter dem das Organ der Kommunistischen Partei berichtet, ist für chinesische Ausdrucksweisen ein knallharter Tritt vors Schienbein:

On US arrogance, China should be more direct: Global Times editorial

Eine der Kernaussagen des Editorials ist:

Während der Gespräche in Tianjin übermittelte China den USA zwei Listen mit Hauptanliegen, die von Washington einen Kurswechsel verlangen. Ein Großteil des Inhalts bezieht sich auf die Grundrechte der chinesischen Bevölkerung und Institutionen. China bettelt die USA nicht an. Vielmehr sollten die USA, die angeblich eine verantwortungsvolle Großmacht sind, sich selbst korrigieren.

Die USA müssen eine grundlegende Realität akzeptieren: China hat sich in den letzten Jahren schneller entwickelt als die USA, und der Trend, dass Chinas Wirtschaft die der USA in Zukunft übertreffen wird, ist unumkehrbar. Die USA müssen lernen, mit einem starken und unabhängigen China in Frieden zu leben. Es ist die Illusion der USA, Chinas Entwicklung einzudämmen und China ins Chaos und in den Zusammenbruch stürzen zu können, wie sie es mit der Sowjetunion getan haben. Damit würden die USA nur die Weltordnung durcheinander bringen und die Konflikte zwischen den Großmächten verschärfen. Chinas System stellt sicher, dass wir eine größere Toleranz für Chaos haben als die USA.

Da solche Treffen, sowohl mit einer hohen US-Diplomatin als auch mit den Taliban, von langer Hand vorbereitet werden, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es durchaus beabsichtigt war und Symbolcharakter trägt, am selben Ort erst den Amis eine mit zu geben und danach mit den Nachbarn ein Grillfest zu feiern.

Die Lobbies kommen in Fahrt

Der Bericht

Als allererstes: ich bin weder dafür, noch dagegen, die NATO-Kollaborateure in Afghanistan auf die NATO-Länder zu verteilen.

Es ist das Schicksal aller, die mit ausländischen Invasoren kooperieren; zieht der Invasor ab, warst du doch nur sein Sklave, nicht sein Freund oder gar Bruder. Du bist es nicht, der unter den neuen Herren Karriere als unter Gleichgestellten macht. Sklaven lässt man als unnötigen Ballast zurück. Menschen treffen Entscheidungen; einige zahlen sich aus, andere nicht; manche gehen nach hinten los.

Das ist grausam. Natürlich. Wir reden von Menschen-Schicksalen, vom Zerbrechen der Hoffnungen derer, die auf die neuen Herren gesetzt hatten und die nun vor dem Abgrund der Verzweiflung stehen. Aber der vielzitierte Spruch ist seit den Zeiten Cäsars unterwegs: „Proditionem amosed proditores non laudo!“ (Den Verrat liebe ich, doch Verräter lobe ich nicht!) Eine Fremdherrschaft ist nur durch Kollaborateure möglich und den Verteidigern der Heimat gelten Kollaborateure als Verräter.

Von Angehörigen der Opfer der NATO-Bombardements, der US-Drohnenmorde, marodierender, vergewaltigender, raubender und schlachtender NATO-Soldaten und so weiter, ist es viel verlangt, den Dienern und Verbündeten der NATO großmütig zu vergeben!

Die Asyllobby stürzt sich auf den UNAMA-Bericht, der natürlich genau das berichtet, was die Kriegslobby und die Asyl-Lobby verknüpft: der Abzug des zivilisierten Westens geht einher mit höheren Zahlen ziviler Opfer. Das zu verkünden ist natürlich auch die Aufgabe der kanadischen Politikerin Deborah Lyons, die der UNAMA vorsteht.

Man wird in Zukunft sehr viel von zivilen Opfern in Afghanistan lesen, denn zivile Opfer in Afghanistan haben den Zweck, die NATO im Nachhinein zu rechtfertigen. Sie sollen bezeugen, dass die Einsätze de NATO weltweit das Verbreiten der Menschenliebe ist, der Schutz der Völker vor ihren eigenen politischen Kräften, die immer nur böses tun und wollen, es sei denn sie kollaborieren mit der NATO. Jeder weiß doch, dass politische Kräfte in Entwicklungsländern einzig und alleine im Sinn haben und sich zu dem einzigen Behufe organisieren, eine perverse Lust am Quälen, Massakrieren und Ausbeuten „des eigenen Volkes“ zu befriedigen, wogegen diese schwachen Einheimischen sich nicht ohne die Bringer der Zivilisation, der Demokratie und der Mädchenschulen wehren können.

Niemand weiß, wie viele zivile Opfer die NATO in den 20 Jahren verursacht hat und niemand im Westen will es wissen. Die sind nur die Kollateralschäden einer guten Sache, denn die NATO und die Staaten, die durch sie militärisch aktiv sind, kennen nur gute Absichten. Berichte von zivilen Opfern, die mit erinnerlich sind, tauchten nur auf, wenn die armen, Mädchenschulen- und Brunnen-bauenden NATO-Soldaten angegriffen wurden und sich nicht anders zu verteidigen wussten als mit der Waffe. Ab und zu mal eine Hellfire, die versehentlich nicht nur den Terroristen getötet hat, den sie treffen sollte, sondern das halbe Dorf dazu.

Und natürlich hat die kanadische Politikerin Deborah Lyon auch nur das Wohl afghanischer Frauen und Mädchen im Sinn und keinesfalls irgend welche Interessen des NATO-Staates Kanada und seines großen Bruders USA.

Was die wenigsten der Berichte-Zitierer auf dem Schirm haben: die zivilen Opfer der Taliban werden auch deswegen zunächst exponentiell ansteigen, da die Strukturen der Drogenmafia als zivile Opfer gerechnet werden! Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass die freiwillig ihr Multimilliarden-Business aufgeben werden! Das wird ein Krieg nach dem Krieg, der zum Erbe der Mädchen-Befreier von der NATO gehört, so, wie er in Myanmar zum Erbe gehörte, das die Briten hinterließen! Es ist sogar der wichtigste Teil des Erbes: es ist der Teil, der verspricht, die Region in ewiger Unruhe zu halten und es ist der Teil, der es ermöglicht, vergiftete Hilfsangebote zu machen! Und es macht sich gut für das Fernsehprogramm und die Presse, denn Auseinandersetzungen zwischen, in Myanmar Tatmadaw, in Afghanistan Taliban, und den Strukturen der Drogenmafia, lassen sich in Medien gut als Übergriffe auf Zivilisten derjenigen verkaufen, die der Westen los werden will.


In meinem letzten Artikel erwähnte ich, dass die Retter der Menschheit eine Quad (mit weiblichem Artikel, oft lese ich es auch mit sächlichem, ich weiß nicht, welcher korrekt ist) zur Rettung der afghanischen Arbeitsplätze und was man sonst noch so alles als sich selbstlos ins Zeug werfende Weltenretter retten kann, installieren wollen.

Pepe Escobar hat einen Artikel dazu veröffentlicht. Pepe ist sehr viel näher dran als ich und kann uns mit Infos versorgen, die sich von München aus nicht so leicht erschließen. Ich übersetzte diesen Artikel, da diese besonders wichtigen Fakten im deutschen Sprachraum sonst untergehen unter „Millionen Afghanen wollen nach Deutschland – Aber Merkel sagt NEIN!“- und „Hilfe, ganz Afghanistan kommt nach Deutschland“- Elaboraten. Man übersehe nicht, dass diese rechts-links-Konkurrenz-instrumentalisierte Flüchtlingsdebatte genau den Zweck verfolgt, von den tatsächlichen, langfristigen politischen und ökonomischen Entwicklungen abzulenken.

BRI vs. New Quad in Afghanistans kommendem Boom

Der Wettlauf um den Auf- und Ausbau der zerstörten Infrastruktur Afghanistans hat bereits begonnen, da rivalisierende Mächte konkurrierende Initiativen vorantreiben

Vor über einer Woche wurden die quälend langsamen Doha-Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban wieder aufgenommen und dann zogen sie sich über zwei Tage hin, beobachtet von Vertretern der EU, der USA und der UN.

Nichts ist passiert. Sie konnten sich nicht einmal auf einen Waffenstillstand während Eid al-Adha einigen. Schlimmer noch, es gibt keinen Fahrplan, wie die Verhandlungen im August weitergehen könnten. Der oberste Führer der Taliban, Haibatullah Akhundzada, veröffentlichte eine Erklärung: Die Taliban „befürworten mit Nachdruck eine politische Einigung“.

Aber wie? Unüberbrückbare Differenzen herrschen vor! Realpolitik diktiert, dass es keine Möglichkeit gibt, dass die Taliban die westliche liberale Demokratie annehmen: Sie wollen die Wiederherstellung eines islamischen Emirats.

Der afghanische Präsident Ashraf Ghani seinerseits ist selbst in diplomatischen Kreisen in Kabul beschädigte Ware, wo er als zu stur, um nicht zu sagen als unfähig, sich der Situation zu stellen, verspottet wird. Als einzige mögliche kurzfristige Lösung wird eine Übergangsregierung gesehen.

Bisher gibt es keinen Anführer mit nationaler Ausstrahlung – keine Kommandant Massoud-Figur. Es gibt nur regionale Warlords – deren Milizen ihre eigenen lokalen Interessen schützen, nicht das ferne Kabul.

Während die Fakten vor Ort auf eine Balkanisierung hindeuten, wissen die Taliban, selbst wenn sie in die Offensive gehen, dass sie eine vollständige militärische Übernahme Afghanistans unmöglich durchziehen können.

Und wenn die Amerikaner sagen, sie würden weiterhin „afghanische Regierungstruppen unterstützen“, bedeutet das, dass sie immer noch bombardieren, aber von jenseits des Horizonts und jetzt unter neuer CENTCOM-Leitung in Katar.

Russland, China, Pakistan und die zentralasiatischen „stans“ – alle sind bemüht, die Pattsituation zu umgehen. Das Schattenspiel ist, wie üblich, in vollem Gange. Nehmen wir zum Beispiel das entscheidende Treffen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (ehemalige Sowjetstaaten) – fast zeitgleich mit dem jüngsten Gipfel der Shanghai Cooperation Organization in Duschanbe und der anschließenden Central Asia-South Asia Connectivity Conference in Tashkent.

Der CSTO-Gipfel war zu 100 % leak-sicher. Und doch hatten sie zuvor „Möglichkeiten der Nutzung des Potenzials der CSTO-Mitgliedsstaaten“ erörtert, wie die hochvolatile tadschikisch-afghanische Grenze unter Kontrolle zu halten sei.

Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Eine Task Force unter der Leitung von Generaloberst Anatoli Sidorow, dem Chef des CSTO-Generalstabs, ist für „gemeinsame Maßnahmen“ zur Überwachung der Grenzen zuständig.

Jetzt kommt ein noch faszinierenderes Schattenspiel ins Spiel, das sowohl von Moskau als auch von Washington mit einem Nicht-Dementi-Dementi quittiert wird!

Die Tageszeitung „Kommersant“ enthüllte, dass Moskau dem Pentagon „Gastfreundschaft“ auf seinen Militärbasen in Kirgisistan und Tadschikistan (beides SCO-Mitgliedstaaten) angeboten hat. Das Ziel: ein gemeinsames Auge auf das sich schnell entwickelnde afghanische Schachbrett zu werfen – und Drogenmafia-Kartelle, Islamisten der Sorte ISIS-Khorasan und Flüchtlinge daran zu hindern, die Grenzen dieser zentralasiatischen Staaten zu überschreiten.

Worauf die Russen abzielen – Nicht-Dementi-Dementi hin oder her – ist, die Amerikaner für das „Chaos“ (Copyright Sergej Lawrow) in Afghanistan nicht vom Haken zu lassen und sie gleichzeitig daran zu hindern, irgendeinen Ableger des Imperiums der Basen in Zentralasien wieder zu errichten.

Sie errichteten nach 2001 Stützpunkte in Kirgisistan und Usbekistan, obwohl sie später in den Jahren 2004 und 2014 aufgegeben werden mussten. Klar ist, dass die USA auf keinen Fall wieder Militärbasen in den Mitgliedsstaaten der SCO und der CSTO einrichten werden.

Geburt einer neuen Quad

Auf dem Zentralasien-Südasien-Treffen 2021 in Taschkent, gleich nach dem SCO-Treffen in Duschanbe, geschah etwas ziemlich Verblüffendes: die Geburt einer neuen Quad (vergessen Sie dieses im Indo-Pazifik).

So wurde es vom afghanischen Außenministerium ausgesponnen: eine „historische Gelegenheit, florierende internationale Handelswege zu öffnen, [und] die Parteien beabsichtigen, zusammenzuarbeiten, um den Handel zu erweitern, Transitverbindungen aufzubauen und die Geschäftsbeziehungen zu stärken.“

Wenn das klingt wie etwas direkt aus der Belt and Road Initiative, nun, hier ist die Bestätigung durch das pakistanische Außenministerium:

„Vertreter der Vereinigten Staaten, Usbekistans, Afghanistans und Pakistans haben sich grundsätzlich darauf geeinigt, eine neue quadrilaterale diplomatische Plattform einzurichten, die sich auf die Verbesserung der regionalen Konnektivität konzentriert. Die Parteien betrachten langfristigen Frieden und Stabilität in Afghanistan als entscheidend für die regionale Konnektivität und sind sich einig, dass Frieden und regionale Konnektivität sich gegenseitig verstärken.“

(Anmerkung des Übersetzers: das entspricht wortwörtlich dem, was das US-Außenministerium auf seiner Webseite stehen hat)

Die USA machen Belt and Road direkt in Chinas Gasse? Ein Tweet des US-Außenministeriums hat es bestätigt. Nennen Sie es einen geopolitischen Fall von „wenn Sie sie nicht besiegen können, schließen Sie sich ihnen an“.

Nun ist dies wahrscheinlich der einzige Punkt, in dem sich praktisch alle Spieler auf dem Schachbrett Afghanistan einig sind: ein stabiles Afghanistan turbo-charged den Frachtfluss über einen entscheidenden Knotenpunkt der eurasischen Integration!

Taliban-Sprecher Suhail Shaheen war sehr eindeutig: Die Taliban betrachten China als „Freund“ Afghanistans und wollen, dass Peking „so bald als möglich“ in den Wiederaufbau investiert!

Die Frage ist, was Washington mit dieser neuen Quad – vorerst nur auf dem Papier – bezweckt. Ganz einfach: der von Russland-China geführten SCO, dem wichtigsten Forum für eine mögliche Lösung des Afghanistan-Dramas, einen Strich durch die Rechnung zu machen!

In diesem Sinne fügt sich die Konkurrenz der USA zu Russland bzw. China auf dem afghanischen Schauplatz vollkommen in das „Build Back Better World“-Gambit (B3W) ein, das – zumindest in der Thesenform – darauf abzielt, einen alternativen Infrastrukturplan zu „Belt and Road“ zu unterbreiten und diesen den Nationen von der Karibik über Afrika bis zum asiatisch-pazifischen Raum anzupreisen.

Außer Frage steht, dass ein stabiles Afghanistan essentiell ist, wenn es darum geht, eine vollständige Schienen- und Straßenverbindung vom rohstoffreichen Zentralasien zu den pakistanischen Häfen Karatschi und Gwadar und darüber hinaus zu den globalen Märkten herzustellen.

Für Pakistan ist, was als Nächstes passiert, eine ausgewiesene geoökonomische Win-Win-Situation – sei es über den chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridor, der ein Flaggschiffprojekt der Belt and Road-Initiative ist, oder über die neue, im Entstehen begriffene Quad.

China wird die äußerst strategische Autobahn Peshawar-Kabul finanzieren. Peshawar ist bereits mit CPEC verbunden. Die Fertigstellung der Autobahn wird Afghanistan als Teil von CPEC symbolisch besiegeln.

Und dann ist da noch der reizvolle Name Pakafuz, der sich auf das im Februar unterzeichnete trilaterale Abkommen zwischen Pakistan, Afghanistan und Usbekistan über den Bau einer Eisenbahnlinie bezieht – eine strategisch elementare Verbindung zwischen Zentral- und Südasien.

Die vollständige Konnektivität zwischen Zentralasien und Südasien ist auch ein zentraler Punkt der russischen Gesamtstrategie, der Greater Eurasia Partnership, die auf vielfältige Weise mit Belt and Road interagiert.

Lawrow verbrachte geraume Zeit auf dem Zentralasien-Südasien-Gipfel in Taschkent, um die Verflechtung der Greater Eurasia Partnership und Belt and Road mit der SCO und der Eurasischen Wirtschaftsunion zu erklären.

Lawrow verwies auch auf den usbekischen Vorschlag, „die Transsibirische Eisenbahn und den Europa-West-China-Korridor mit neuen regionalen Projekten in Einklang zu bringen.“ Alles ist miteinander verknüpft, egal wie man es betrachtet.

Dem geo-ökonomischen Fluss zusehen

Die neue Quad ist in der Tat ein Nachzügler in Bezug auf die sich schnell entwickelnde geopolitische Transmutation des Kernlandes. Der gesamte Prozess wird von China und Russland vorangetrieben, die gemeinsam wichtige zentralasiatische Angelegenheiten regeln.

Bereits Anfang Juni wurde in einer sehr wichtigen gemeinsamen Erklärung zwischen China, Pakistan und Afghanistan betont, wie Kabul vom Handel über den CPEC-Hafen Gwadar profitieren wird.

Und dann gibt es da noch Pipelineistan!

Am 16. Juli unterzeichneten Islamabad und Moskau einen Mega-Deal für eine 1100 Kilometer lange Gaspipeline in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar zwischen Port Qasim in Karatschi und Lahore, die bis Ende 2023 fertiggestellt werden soll.

Die Pipeline wird importiertes LNG aus Katar transportieren, das am LNG-Terminal in Karatschi ankommt. Dabei handelt es sich um das Pakstream-Gaspipeline-Projekt – lokal bekannt als Nord-Süd-Gas-Projekt.

Der endlose Pipelineistan-Krieg zwischen IPI (Indien-Pakistan-Iran) und TAPI (Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien) – den ich jahrelang detailliert verfolgt habe – scheint mit einem Lachenden Dritten zu enden!

Ebenso wie die Regierung in Kabul scheinen auch die Taliban sehr genau darauf zu achten, wie Afghanistan in den Mittelpunkt eines unvermeidlichen Wirtschaftsbooms rückt.

Vielleicht sollten beide Seiten auch auf jemanden wie Zoon Ahmed Khan aufmerksam achten, eine sehr kluge Pakistanerin, die Forschungsstipendiatin des Belt and Road Initiative Strategy Institute an der Tsinghua Universität ist.

Zoon Ahmed Khan weist darauf hin, dass „ein maßgeblicher Beitrag, den China durch die BRI leistet, darin besteht, die Tatsache zu bekräftigen, dass Entwicklungsländer wie Pakistan ihren eigenen Entwicklungsweg finden müssen, anstatt einem westlichen Modell der Politikgestaltung zu folgen.“

Sie fügt hinzu: „Das Beste, was Pakistan vom chinesischen Modell lernen kann, ist, sein eigenes Modell zu entwickeln. China will seinen Weg und seine Erfahrungen nicht anderen Ländern aufzwingen, was durchaus sehr wichtig ist.“

Sie ist überzeugt, dass Belt and Road „einer viel größeren Region als Pakistan zugutekommt. Was China durch die Initiative versucht, ist, den Partnerländern seine Erfahrung und die Dinge, die es anbieten kann, zu vermitteln.“

All das oben Gesagte trifft definitiv auf Afghanistan zu – und auf seine komplizierte, aber letztendlich zwangsläufige Einbindung in den laufenden Prozess der Integration Eurasiens.


😅

Uff, fertig!

Der Tag wird möglicherweise kommen…

… dass die eine oder andere Person in Afghanistan sagt: „Das war ja sehr nett von ihnen, Herr Winfried Maria Nachtwei, dass Sie uns Mädchenschulen bringen wollten, aber von den 180 Verwandten von mir, die Sie auf meiner Hochzeit umgebracht haben – also nicht eigenhändig, sondern mittels Soldaten –  wovon übrigens 45 Mädchen unter 12 Jahren gewesen sind, bringt mir das keinen zurück und die Häuser, die Sie nebenbei zerbombt haben, bauen sich auch nicht von selbst wieder auf! Lassen Sie uns doch mal über Reparationen reden!“

Und es wird nicht der „Afghanistanexperte“ von Bündnis 90/Die Grünen sein, der zur Kasse gebeten wird, obwohl er den Einsatz mit befohlen hat, es werden auch nicht die Heiko Maas‘ sein und wie es sonst noch heißt, das ganze verfluchte Mörderpack, es werden wieder diejenigen sein, die ihre Arbeitskraft in Deutschland verkaufen, die zahlen!

Wir lesen von Kerlen wie Nachtwei, sie befürchten Bürgerkrieg. Make no mistake here: das ist deren Wunschdenken!

Ein Bürgerkrieg kann herhalten, sie sauberer dastehen zu lassen. Er kann ein klein wenig das Blut, mit welchem sie besudelt sind, überdecken. NATO-Geheimdienste werden tun, was sie können, diesen Bürgerkrieg zu schüren.

Die Taliban haben der Regierung in Kabul einen 3-monatigen Waffenstillstand und Verhandlungen angeboten im Austausch für 7000 Gefangene der NATO, die jetzt Gefangene der Regierung ohne Land werden. Pakistan hatte angeboten, Friedensgespräche zwischen den in Kabul Ämter besetzenden und den Taliban auszurichten. Beides hat die Regierung ohne Land in Kabul abgelehnt. Aber es sind nicht die Taliban, die den Waffenstillstand brauchen!

Die Hindu-Regierung in Indien ist ja bekanntermaßen nicht sehr Moslem-freundlich und hatte zunächst ihre Präsenz in Kandahar verstärkt. Im Vorfeld der beiden wichtigen Gipfel, an denen sie auch beteiligt ist, in Duschanbe und danach dem Asiatisch-Pazifischen Gipfel in Taschkent, zog Indien vollständig aus Kandahar ab. Eine Geste des guten Willens, sagte Delhi.

Und ganz spannend wird es, wenn wir in der pakistanischen Tageszeitung The Express Tribune lesen, dass der Botschafter der Russischen Föderation für Indien die Taliban mit der Hezbollah vergleicht! Er rät der indischen Regierung zu Gesprächen mit den Taliban.

Man scheint zu fürchten, dass Indien den USA in die Falle tapsen und sich in einen Stellvertreterkrieg gegen Afghanistan hetzen lassen, sobald die Amis weg sind. Das wäre der Super Gau. Mit einiger Vernunft kann Indien es schaffen, in 15 bis 20 Jahren dort anzukommen, wo die Volksrepublik China heute ist. Fällt Indien aber auf die Betrügereien der USA rein, gefährden sie auch das bisher erreichte.

Russland und China arbeiten derzeit auf Hochtouren, die Gefahren, die noch nicht gebannt sind und es noch lange nicht sein werden, einzudämmen und das Fundament einer vorwiegend friedlichen Nachkriegsordnung zu bauen.

Die Taliban werden nicht müde, ihre Kooperationsbereitschaft zu verdeutlichen.

Die offizielle Rhetorik ist noch vorsichtig, nachdem es in Dushanbe eher locker zuging war man in Taschkent zugeknöpfter, dort reden auch das erzreaktionäre Australien und das liberale Neuseeland mit, aber es zeichnet sich deutlich ab, dass hinter den Kulissen schon eine Menge steht und die Regierung ohne Land in Kabul in Zugzwang geraten wird.

Partystimmung in Duschanbe

Nun fand also das Außenministertreffen anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Shanghai Cooperation Organization am 13. und 14. 07.2021 in Duschanbe statt. Das bestand aus 3 Teilen, wovon 2 sich mit Festakt und internen Angelegenheiten beschäftigten und ein dritter mit Afghanistan!

Liest man sich zusammen, wie die Presse in der Region das darstellt, so gibt es nur ein Wort, dass die Sachlage charakterisiert: Aufbruchstimmung!

Die Mörderbrut von der NATO ist verjagt! Nicht vollständig aus der Region. Die Amis hocken in Pakistan, in Usbekistan usw. und intrigieren, ihre Geheimdienste sind unterwegs und versuchen weiterhin Ärger zu verursachen, aber als kriegführende Neokolonialisten in Afghanistan wurde ihnen der Steiß eingetreten und sie trollen sich.

Man bespricht die Nachkriegsordnung. Zwei Dinge stehen völlig außer Frage:

1. Neben der Islamischen Republik Iran und der Islamischen Republik Pakistan wird es auch fürderhin eine dritte Islamische Republik geben, die in Afghanistan, in der die Taliban eine wichtige Rolle spielen. Das ist sicher wie das bismillahirrahmanirrahim in der Moschee, denn niemand kann gegen die Taliban regieren, aber man kann mit den Taliban eine Republik aufbauen, keine wie in Westeuropa, das will dort fast keiner, aber eine wie in Zentralasien!

2. Amis und ihre europäischen Knechte haben nichts mitzureden, ihre islamistischen Söldnertrupps werden neutralisiert.

Ein Unsicherheitsfaktor war, dass Iran und Taliban sich nicht ganz grün sind. Das ist ja ein klassisches Problem mit Moslems, da sagen die einen „Also mir denen reden wir schon seit 800 Jahren nicht mehr!“ und die anderen antworten „Und mit denen reden wir seit 850 Jahren nicht mehr!“ und so geht es hin und her und kein Außenstehender kapiert was überhaupt los ist. Chinas Außenminister Wang Yi hatte sich wohl mit der für Chinesen üblichen, nicht aus der Ruhe zu bringenden Art mit dem Iranischen Außenminister, dem amtierenden afghanischen Außenminister und dem Delegationsleiter der Taliban im Separee auf ein paar Snacks zusammengesetzt, die Bedeutung Afghanistans für die Neue Seidenstraße erläutert und welche Vorteile für Teheran dabei drinnen sind. Danach war auch Teherans Gesandter überzeugt, dass die Probleme, die man miteinander hat, gar nicht so groß sind, wie auf den ersten Blick befürchtet und man sich in Zukunft wohl wird einigen können.

Alle waren sich einig, dass jetzt, wo die Neokolonialisten dorthin zurück geschickt wurden, wo sie hergekommen waren, alle zusammenarbeiten, um Afghanistan zu helfen, bald Frieden im Land hergestellt zu haben und rasch eine prosperierende Ökonomie aufzubauen. Klar, in 42 Jahren Krieg leidet die Bildung, da muss viel geschehen. Es gibt sehr viel aufzubauen, Infrastruktur muss quasi ganz neu entwickelt werden, da wollen alle zusammenarbeiten. Afghanistan ist ein reiches Land, es hat bedeutende Bodenschätze und ist neben der Volksrepublik China und Nordkorea das dritte Land in der Region mit beachtlichen Vorräten an Seltenen Erden.

Wenn im September der Friedensprozess erst mal richtig in die Gänge gekommen sein wird, so hört sich das alles an, dann kann es sehr schnell gehen, bis Afghanistan beachtlichen Wohlstand aufbaut. Das liegt im Interesse aller und es ist das beste Mittel, einsickernde Terroristen zu neutralisieren.

Es sind viele Details zu klären und viele Ideen wurden angerissen.

Im folgenden dokumentiere ich die einstimmig verabschiedete Abschlußerklärung:

JOINT STATEMENT of Foreign Ministers of SCO Member States on the results of the meeting in the format of the SCO-Afghanistan Contact Group

We, the Foreign Ministers of the Shanghai Cooperation Organization Member States,
advocating Afghanistan’s emergence as an independent, neutral, unified, peaceful, democratic and prosperous state,
Aware that achieving peace and stability in that country is a major factor in ensuring security in the SCO region,
Convinced of the need to continue to assist the Afghan people in their efforts to rebuild their country and return to the path of peace and national harmony,

We declare as follows:

As friendly neighbors and important partners of Afghanistan, the SCO Member States are interested in making the country peaceful, stable and prosperous, and reaffirm their respect for the traditions and culture of all peoples inhabiting Afghanistan.
In accordance with generally recognized principles and norms of international law, especially the UN Charter, SCO Member States reaffirm their respect for Afghanistan’s sovereignty, independence and territorial integrity. They intend to assist Afghanistan in becoming a country free of terrorism, war and drugs.
We condemn the ongoing violence and terrorist attacks in Afghanistan, whose victims are civilians and representatives of State authorities, and call for their early cessation. We note that the activity of international terrorist organizations remains a key factor of instability in that country. We are deeply concerned by the growing tension in Afghanistan’s Northern Provinces caused by the increased concentration of various terrorist, separatist and extremist groups. We consider it important to step up joint efforts by SCO Member States to counter terrorism, separatism and extremism.
We urge all parties involved in the conflict in Afghanistan to refrain from the use of force and actions that could lead to destabilization and unpredictable consequences in areas along Afghanistan’s borders with SCO Member States.

The SCO Member States confirm their readiness to further develop cooperation with Afghanistan in combating security challenges and threats in the region, above all terrorism and drug-related crime in all their forms and manifestations, and to jointly confront „double standards“ in addressing these tasks.

The SCO Member States, commend the many years of hospitality and effective assistance provided by regional and neighboring countries of Afghanistan to Afghan refugees and consider the active efforts of the international community important to facilitate their dignified, safe and sustainable return to their homeland.

We believe that one of the most important factors in preserving and strengthening security and stability in the SCO region is the speedy resolution of the situation in Afghanistan. In that regard, we stress the need for the Government and people of the Islamic Republic of Afghanistan to step up their efforts to restore peace, develop the country’s economy and confront terrorism, extremism and drug-related crime. We reaffirm the position of SCO Member States that there is no alternative to settling the conflict in Afghanistan through political dialogue and an inclusive Afghan-led and Afghan-owned peace process.
We call for increased cooperation of all interested states and international organizations under the central coordinating role of the UN for the stabilization and development of this country. In this context, we note the activities of the UN Mission to Afghanistan and the Special Representative of the UN Secretary-General, as well as the UN Regional Center for Preventive Diplomacy for Central Asia.
We welcome the international community’s diplomatic support for the peace process in Afghanistan, including through the inter-Afghan peace talks in Doha, the expanded Troika, the Moscow consultation format and the Tashkent Process. We note the outcome of the ministerial meeting of the „Heart of Asia — Istanbul Process“ initiative (March 29-30, 2021, in Dushanbe).

Respecting the Afghan people’s autonomous choice of their own path to development, we are convinced that the intra-Afghan negotiation process must take into account the interests of all ethnic groups represented in the country.

We attach great importance to joint work within the SCO-Afghanistan Contact Group. We consider it necessary to consistently implement the Roadmap for further actions of the SCO Contact Group adopted on 14 June 2019 in Bishkek, in order to strengthen stability in the region and develop relations between the SCO Member States and Afghanistan.

We confirm the readiness of our countries to further deepen cooperation with Afghanistan in the fields of politics, security, economy and humanitarian interaction, including through the fullest realization of the potential of Islamic Republic of Afghanistan’s participation in the status of an Observer State in the SCO.

Dushanbe, July 14, 2021

„GEMEINSAME ERKLÄRUNG der Außenminister der SCO-Mitgliedstaaten zu den Ergebnissen des Treffens im Format der SCO-Afghanistan-Kontaktgruppe

Wir, die Außenminister der Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, befürworten die Entwicklung Afghanistans zu einem unabhängigen, neutralen, geeinten, friedlichen, demokratischen und wohlhabenden Staat, in dem Bewusstsein, dass Frieden und Stabilität in diesem Land zu erreichen ein wichtiger Faktor für die Gewährleistung der Sicherheit in der SCO-Region ist, in der Überzeugung, dass es notwendig ist, das afghanische Volk bei seinen Bemühungen um den Wiederaufbau seines Landes und der Rückkehr auf den Weg des Friedens und der nationalen Harmonie weiterhin zu unterstützen,

wir erklären wie folgt:

Als freundliche Nachbarn und wichtige Partner Afghanistans sind die SCO-Mitgliedsstaaten daran interessiert, das Land friedlich, stabil und wohlhabend zu machen, und bekräftigen unseren Respekt vor den Traditionen und der Kultur aller in Afghanistan lebenden Völker.

In Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Prinzipien und Normen des Völkerrechts, insbesondere der Charta der Vereinten Nationen, bekräftigen die SCO-Mitgliedstaaten ihren Respekt für die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität Afghanistans. Wir beabsichtigen, Afghanistan dabei zu unterstützen, ein Land frei von Terrorismus, Krieg und Drogen zu werden.

Wir verurteilen die anhaltende Gewalt und die terroristischen Anschläge in Afghanistan, deren Opfer Zivilisten und Vertreter staatlicher Behörden sind, und fordern deren baldige Beendigung. Wir stellen fest, dass die Tätigkeit internationaler terroristischer Organisationen nach wie vor ein Schlüsselfaktor für die Instabilität in diesem Land ist. Wir sind zutiefst besorgt über die wachsenden Spannungen in den Nordprovinzen Afghanistans, die durch die zunehmende Konzentration verschiedener terroristischer, separatistischer und extremistischer Gruppen verursacht werden. Wir halten es für wichtig, die gemeinsamen Bemühungen der SCO-Mitgliedstaaten zur Bekämpfung von Terrorismus, Separatismus und Extremismus zu verstärken.
Wir fordern alle am Konflikt in Afghanistan beteiligten Parteien nachdrücklich auf, von Gewaltanwendung und Handlungen Abstand zu nehmen, die zu einer Destabilisierung und unvorhersehbaren Folgen in den Gebieten entlang der Grenzen Afghanistans zu den SCO-Mitgliedstaaten führen könnten.

Die SCO-Mitgliedstaaten bekräftigen ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit Afghanistan bei der Bekämpfung der sicherheitspolitischen Herausforderungen und Bedrohungen in der Region, vor allem des Terrorismus und der Drogenkriminalität in all ihren Formen und Ausprägungen, weiter auszubauen und gemeinsam „doppelten Standards“ bei der Bewältigung dieser Aufgaben entgegenzutreten.

Die SCO-Mitgliedsstaaten würdigen die langjährige Gastfreundschaft und die wirksame Unterstützung, die die regionalen und benachbarten Länder Afghanistans den afghanischen Flüchtlingen gewähren, und halten die aktiven Bemühungen der internationalen Gemeinschaft für wichtig, um ihre würdige, sichere und nachhaltige Rückkehr in ihre Heimat zu bewerkstelligen.

Wir glauben, dass einer der wichtigsten Faktoren für die Erhaltung und Stärkung der Sicherheit und Stabilität in der SCO-Region die rasche Lösung der Situation in Afghanistan ist. In diesem Zusammenhang betonen wir die Notwendigkeit, dass die Regierung und das Volk der Islamischen Republik Afghanistan ihre Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens, zur Entwicklung der Wirtschaft des Landes und zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und der Drogenkriminalität verstärken. Wir bekräftigen den Standpunkt der SCO-Mitgliedstaaten, dass es keine Alternative zur Beilegung des Konflikts in Afghanistan durch politischen Dialog und einen umfassenden Friedensprozess innerhalb eigener afghanischer Vorstellungen und unter afghanischer Verantwortung gibt.

Wir rufen zu einer verstärkten Zusammenarbeit aller interessierten Staaten und internationalen Organisationen unter der zentralen koordinierenden Rolle der UN für die Stabilisierung und Entwicklung dieses Landes auf. In diesem Zusammenhang nehmen wir die Aktivitäten der UN-Mission in Afghanistan und des Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs sowie des UN Regional Center for Preventive Diplomacy for Central Asia zur Kenntnis.

Wir begrüßen die diplomatische Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für den Friedensprozess in Afghanistan, unter anderem durch die innerafghanischen Friedensgespräche in Doha, die erweiterte Troika, das Moskauer Konsultationsformat und den Taschkent-Prozess. Wir betonen das Ergebnis des Ministertreffens der Initiative „Heart of Asia – Istanbul Process“ (29./30. März 2021 in Duschanbe).

Die autonomen Entscheidungen des afghanischen Volkes über seinen eigenen Entwicklungsweg respektierend sind wir überzeugt, dass der innerafghanische Verhandlungsprozess die Interessen aller im Land vertretenen ethnischen Gruppen berücksichtigen muss.

Wir messen der gemeinsamen Arbeit in der SCO-Afghanistan-Kontaktgruppe große Bedeutung bei. Wir halten es für notwendig, den am 14. Juni 2019 in Bischkek verabschiedeten Fahrplan für das weitere Vorgehen der SCO-Kontaktgruppe konsequent umzusetzen, um die Stabilität in der Region zu stärken und die Beziehungen zwischen den SCO-Mitgliedstaaten und Afghanistan zu entwickeln.

Wir bekräftigen die Bereitschaft unserer Länder, die Zusammenarbeit mit Afghanistan in den Bereichen Politik, Sicherheit, Wirtschaft und humanitäre Interaktion weiter zu vertiefen, die vollständige Ausschöpfung des Potenzials der Teilnahme der Islamischen Republik Afghanistan mit Status eines Beobachterstaates in der SCO eingeschlossen.

Duschanbe, 14. Juli 2021″

Immer wieder erstaunlich, wie die Dinge ins Rollen kommen, sobald die amerikanischen und europäischen Weltverbesserer weg sind.