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  • Ein taktischer Rückzug bedeutet die Konsolidierung der Kräfte!

    Wer Barak Obamas Rede an die Nation richtig verstanden hat, dürfte wohl kaum beruhigt sein – im Gegenteil, er wird jedem Rest Hoffnung auf Entspannung und Vernunft entsagen!

    Obamas Rede war die skrupelloseste Deklaration eines Faschismus seit Adolf Hitler!

    Das macht ihn nicht zu einem Hitler, denn Obama ist nur eine Bauchrednerpuppe, kein Führer.

    Er ist eine Bauchrednerpuppe, die in den USA noch funktioniert.

    „This is what makes us exeptional!“

    Die Welt benötigt die Herrschaft der USA um zu gedeihen. Die USA dürfen an jedem Ort zu jeder Zeit zuschlagen, sie sind unfehlbar.

    70 Jahre lang hätten die USA für Stabilität in der Welt gesorgt, in Korea,  in Vietnam, Laos, Kambodscha, wo immer sie tätig waren, in Lateinamerika, Afrika, you name it, wo immer die USA zuschlugen taten sie es mit gutem Recht. Das implizieren seine Aussagen.

    Die USA verfügen über die überlegene Lebensweise. Dabei geht es um eine Lebensweise, die de Facto gar nicht existiert, sondern lediglich in TV-Shows und auf Kinoleinwänden vorphantasiert wird. Obama erklärt sich zum Führer der „ältesten Demokratie der Welt“, alle anderen, minderen Völker haben zu folgen.

    Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!

    Schon am Tag danach begann die CIA mit der Verteilung neuer Waffen in Syrien, unter anderem ballistische Waffen.

    Viele haben herausgehört, Obama habe dem diplomatischen Weg den Vorzug gegeben.

    Das Gegenteil war der Fall: Obama erklärte, dass nur die aggressive Haltung der USA Assad zum Einlenken in der Chemiewaffenfrage gedrängt habe.

    Damit wird das Androhen von militärischer Gewalt als Mittel zum Zweck Staatsdoktrin.

    Obama sagt: wir müssen, weil es die richtigen Resultate bringt!

    Ein Argument, das Liberale überzeugt. Ein Argument, das Regierungen in der Kolonie EU anwenden können, sobald der nächste Vorstoß beginnt.

    Die syrische Armee gibt ihre Massenvernichtungswaffen auf.

    Auch Putin darf nicht missverstanden werden: das gelänge nur, wenn die USA erklärtermaßen von militärischer Gewalt absehen!

    Putin weiß, dass der Angriff ein Setup durch die Islamisten war. Als KGB/FSB-Oberst ist er gut informiert, die militärische Überwachung Syriens ist ganz sicher lückenlos und der FSB hat genug Agenten und Informanten vor Ort um ihn zweifelsfrei informieren zu können; und als russischer Präsident würde er sich nie so weit aus dem Fenster lehnen, wie er es in der jüngeren Zeit tat, würde auch nur der geringste Zweifel an seinen Aussagen bestehen.

    Die Öffentlichkeit wird keine russischen Geheimdienstergebnisse zu Gesicht bekommen, aber um die UNO am Lügen zu hindern taugen sie alle Mal.

    Darum beinhaltet Obamas Rede auch klar, dass der Sicherheitsrat nichts mitzureden habe.

    Darum wendete Putin sich heute direkt an das amerikanische Volk.

    Im 20. Jahrhundert hatte Russland zwei Weltkriege zu Ende gebracht.

    Den ersten durch die Machtübernahme der Bolschewiki und den von Lenin geschlossenen Seperatfrieden mit Deutschland, was europaweit zur Beseitigung der Monarchie inspiriert und einigenorts geführt hatte.

    Viele kritisieren den Nichtangriffsvertrag, den Molotov mit Ribbentrop geschlossen hatte als Hitler-Stalin-Pakt und übersehen dabei, dass Russland so die Zeit gewonnen hatte, die nötig war, um die Metallverarbeitende Industrie aus der Ukraine, wo sie ganz sicher der Wehrmacht in die Hände gefallen wäre, abzubauen und zum Ural zu verlegen, wo sie sicher war und wo mit ihr die Waffen geschmiedet werden konnten, die die UdSSR benötigte, um militärisch zuschlagen zu können.

    Dieser Vertrag hat es somit ermöglicht, den NAZI-Faschismus zu zerschlagen. Die USA griffen erst in das Geschehen als „Alliierter“ ein, als klar war, dass Deutschland nicht mehr zu halten ist, um zu verhindern, dass es von Russland überrollt wird. Sie griffen ein, um die Ausbreitung des Kommunismus in Europa einzudämmen, nicht um die NAZIs zu bekämpfen.

    Der Bankier Prescott Bush, Vater des Präsidenten George und Großvater George Dabbeljuhs und Skull & Bones-Mann war selbst glühender NAZI, Industrielle wie Ford und Firmen wie IBM unterstützten den Hitlerfaschismus so gut sie konnten.

    Die Ambiguität der US-Eliten im Umgang mit dem Islamismus verhält sich analog zu ihrem Umgang mit dem Hitlerfaschismus.

    Die Symbioese zwischen dem US-Imperium und dem Wahabismus ist historisch erprobt, Saudi Arabien und die USA arbeiten seit Jahrzehnten einträchtig. Der Islamismus oder Wahabismus oder Salafismus, wie immer man es nennen will, sieht eine gottgewollte Verteilung von unermesslichem Reichtum weniger und Armut vieler vor. Er verpflicht die Reichen, dafür zu sorgen, dass die armen „Geschwister“ nicht verhungern. Er sieht vor, dass jede/r, der/die nicht nach der Sunna lebt, kein Lebensrecht hat es sei denn als Sklave.

    Das macht den Wahabismus zur perfekten Ideologie einer Kolonialverwaltung. Das bis in das kleinste Detail des Lebens totalitäre System der Sunna verbietet bei Todesstrafe jede Infragestellung der gottgewollten Ordnung. Länder wie Libyen, Syrien, Tunesien, Ägypten waren durch ihre bloße Existenz Infragestellung.

    Für die US-Imperialisten eine Wohltat, läuft man doch nicht Gefahr, wechselnde Vertragspartner zu haben, und man kann zuverlässige Tyrannen rekrutieren.

    Obama heuchelte Verständnis für die „Kriegsmüdigkeit“ der Amerikaner und ihrem Wunsch, die Regierung solle sich auf die Probleme im eigenen Haus, die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Lage konzentrieren.

    Diese Verbesserung wird es ohne ein grundsätzliches Reset nicht geben.

    Aber auch nur ein Reset würde für weite Teile der US-Eliten Milliardenverluste bedeuten.

    Trotz immenser Zahlen auf Konten und in Depots sind die US-Eliten bankrott.

    Als die UdSSR kapituliert hat und mit ihr der Ostblock, war die Rede von einer friedlichen Revolution.

    Nun, die kommunistischen Führungen hatten schlicht kapituliert.

    Eine solche Kapitulation wird es von den US-Eliten nicht geben.

    Kommunistische Führer hatten Privilegien, verdienten aber auch nur einen Facharbeiterlohn.

    Sie hatten wirtschaftlich nichts zu verlieren und ein Gorbatschow konnte politische Macht gegen Reichtum eintauschen.

    Das wird mit den westlichen Führern nicht geschehen. Sie haben Milliardenwerte zu verlieren und die werden sie verteidigen bis zum letzten Hemd ihrer Untergebenen.

    Um revolutionäre Auseinandersetzungen in den Vereinigten Staaten zu verhindern, muss Kapital in den USA in Umlauf gebracht werden.

    Das gelingt nur, wenn die Konkurrenz auf dem Weltmarkt ausgeschaltet wird.

    Obama und seine strohdumme Bulldogge Kerry haben die aktuellen Möglichkeiten getestet. Noch wird Zeit benötigt, so lautet das Ergebnis des Tests.

    Indem Obama scheinbar eingelenkt hat, ist er tatsächlich einen Schritt weiter gegangen!

    Er sagt, die USA sei kein Weltpolizist, dafür gäbe es zu viele Probleme. Mit anderen Worten: Chaos und Elend, wie es durch die US-Politik erzeugt wird, muss hingenommen werden.

    Er sagt, wo es die Interessen der USA tangiert, müsse die USA aber die militärische Option haben, egal was sonst wer sagt.

    Damit stellt Washington sich einen militärischen Blankoscheck aus. Denn nur Washington entscheidet, was im Interesse der USA liegt.

    Wie einst Stalin und Molotov wussten, dass ein Vertag mit Deutschland das „Unternehmen Barbarossa“ aufschiebt, aber nicht aufhebt, so kann man sich sicher sein, dass Putin und Lavrov wissen, dass sie einen momentanen strategischen Vorteil errungen haben und diesen nutzen werden.  In diesem Kontext ist auch Putins Brief in der NYT zu verstehen.

    Was das für uns hier heißt?

    Nun, Deutschland ist eine Kolonie der USA wie Indien eine Kolonie der britischen Krone war.

    Was immer sie wählen werden, es wird daran nichts ändern.

    Jede wählbare Regierung wird bemüht sein, den US-amerikanischen Eliten so gut als möglich zu dienen.

    Das sollte keinen daran hindern, diese Dienstbeflissenheit so schwer und unangenehm wie möglich zu machen.

     

     

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  • Kriegsgrund Betriebswirtschaft

    Ich will kurz einen Aspekt in die Debatte einbringen, die meines Dafürhaltens die Analyse bereichert.

    Jedem, der sich an ernstnehmbaren Lehreinrichtungen Schulungen in Unternehmensführung unterzieht, wird man früher oder später mit aller Kraft eines versuchen einzutrichtern:

    Essentiell ist die dreiphasige Unternehmensplanung!

    1. Langfristige Planung, die auf 15-20 Jahre geht.

    2. Mittelfristige Planung auf 5-10 Jahre.

    3. Kurzfristige Planung 1-3 Jahre.

    Unterschiedliche Modelle unterscheiden sich in Details, aber im Kern ist es bei allen gleich. Leuchtet ja auch ein.

    In diese Planungen werden möglichst alle absehbaren Faktoren mit einbezogen und sie bestehen aus unterschiedlichen Komponenten.

    Egal, ob man einen kleinen Ein-Mann-Betrieb oder ein globales Multimilliarden-Unternehmen führt: diese 3 Planungsphasen entscheiden wesentlich darüber, ob ein Unternehmen marktfähig ist und sich halten kann, oder ob es untergeht.

    Dass dazu Bedürfnisanalyse der Absatzmärkte, Demographie, Analyse der Rohstoffmärkte, Produktentwicklung, wie auch immer, eben alles was mit Produktion und Handel zu tun hat gehört ist ja klar.

    Eine dieser Komponenten ist aber auch das Durchspielen möglicher politischer Szenarien und die Einflussnahme auf politische Entwicklungen, da die Politik die Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Handelns bestimmt.

    In diesem Zusammenhang darf man es nicht müde werden, darauf hinzuweisen, dass, wenn die Rede ist von „Die und die Planungsstäbe (von multinationalen Konzernen etwa, aber auch den Superreichen, wie die, die man heute gerne als ‚die Bilderberger‘ bezeichnet) haben das langfristig vorgeplant“ es eben keine Verschwörungstheorie ist, sondern simple Betriebswirtschaft, wenn auch auf höchster Ebene und most sophisticated.

    Kurzfristige Planung ist natürlich konkrete Planung, langfristige ist strategische Planung.

    Und das Kriegs-Problem, das wir jetzt haben, hat wesentlich mit eklatanten Fehlplanungen dieser Planungsstäbe in den letzten über 20 Jahren zu tun.

    Diese Fehlplanungen haben groteske Ursachen: die erste ist, dass die Apologeten des Kapitalismus Opfer ihrer eigenen Euphorie geworden sind.

    Sie haben an die Unfehlbarkeit ihrer eigenen Wirtschaftsstrategien nach dem Ende der Sozialistischen Planwirtschaft, wie sie von der UdSSR betrieben wurde, tatsächlich selber geglaubt und sich in ihre Allmachtsphantasien verrannt.

    Und das führt zum 2., der systematischen Volksverdummung durch unser Bildungswesen.

    Ich kann jetzt hier nicht von Universitäten reden, ich habe keine Wirtschaftsuniversität besucht, ich kann nur von der Betriebswirtschaft reden, wie sie etwa von der Handwerkskammer betrieben wird.

    Hier gehören die Nachteile der Planwirtschaft und die Vorteile der Marktwirtschaft zum Unterrichtsstoff.

    Ich selbst habe mich viele Jahre mit der sozialistischer Planwirtschaft der UdSSR beschäftigt, autodidaktisch, weil sie im Westen ja nicht gelehrt wurde.

    Wenn man also weiß, wovon die Rede ist und sitzt dann im Unterricht oder sieht sich ein Lehrbuch durch, dann kann man sich nur erstaunt und mit heruntergefallener Kinnlade wundern: es hat nämlich nicht das Geringste mit der Realität zu tun. Man wird mit politischen Parolen abgefüllt, die man auswendig lernen muss. Die Leute glauben dann, sie würden Gott weiß was alles wissen, weil sie in der Klausur, in welcher die Parolen abgefragt werden, gute Noten hatten.

    Nicht viel anders ist es mit Methoden der Betriebsführung, die gelehrt werden. Das im Einzelnen führt zu weit, aber man kann sagen: diesen unhinterfragt zu folgen ist zu 70% die Garantie, sehenden Auges in den Bankrott zu eilen! Denn auch da geht es mehr oder weniger um weltfremde Dogmen oder künstliche, an irgendwelchen Instituten theoretisch erdachte Modelle. Diese werden denn auch, aufgrund ihrer Erfolglosigkeit, immer wieder ausgetauscht und die Updates in Form sogenannter Weiterbildung weitergereicht. Die kann man dann auch wieder ausprobieren, man kann wieder scheitern und man kann kurz vor der Insolvenz die nächste Weiterbildung machen. Da solche Weiterbildungen den Absolventen Geld kosten, ist es eine recht erträgliche Einnahmequelle für die Kammer. Freilich kann der kleine Handwerker mit seinen bescheidenen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen den immer rasanter von Statten gehenden Veränderungen des strukturellen Wirtschaftslebens kaum folgen. Er läuft ihnen quasi immer hinterher und verläuft sich wie in einem Labyrinth, insofern sind all diese Schulungen und Weiterbildungen auch so etwas wie eine Akkuaufladung, deren Vergeblichkeit zu durchschauen das Prinzip Hoffnung ihn behindert.

    Auf der Ebene Planungsstäbe multinationaler Konzerne ist das natürlich professioneller.

    Trotzdem ist das eine Ursache: da man im Westen keine Ahnung von sozialistischer Wirtschaft hat, ist man immer davon ausgegangen, im Osten habe man keine Ahnung von kapitalistischer Wirtschaft.

    Man hat damit gerechnet, nachdem man in der Jelzin-Zeit die russische Wirtschaft gnadenlos vernichtet hatte, würde Russland als Absatzmarkt funktionieren aber nicht mehr selbst handlungsfähig werden. Russland kauft westliche Produkte und bezahlt mit russischen Rohstoffen.

    Das war aber dumm: denn an russischen Wirtschaftsinstituten wurde durchaus eine realistische kapitalistische Wirtschaftslehre vermittelt. Man musste diese nur quasi entpolitisieren. Die eigenen wirtschaftlichen Erfahrungen waren von großem Nutzen und das Studium der politischen Ökonomie ist wertfrei, sobald man den Glaubenssatz von der Überlegenheit des Sozialismus beiseiteschiebt.

    Die ganzen Länder, die vom russischen Bildungswesen ausgebildet wurden, nicht nur wirtschaftlich, auch technisch und sonst wie, sind Länder, die bereit sind, sich einen beträchtlichen Anteil des Weltmarktes zu erobern und die eigene Tragfähigkeit zu organisieren, sofern sie nicht westliche Kolonien wurden.

    Russland selbst konnte sich sehr schnell erholen, weil es sich sehr schnell eine neue Schicht handlungsfähiger Wirtschafter und Techniker heranziehen konnte.

    Alle Planung der Multis beinhaltete, es würde immer so weitergehen wie unter Jelzin.

    Die Langzeitplanung wurde nicht anhand der Realität revidiert, wie es Lehre wäre; denn dazu gibt es die mittelfristige Planung: die in ihr vorgesehenen Betriebsziele mit den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen zu vergleichen und die langfristige Planung daran auszurichten.

    Was mit dem „arabischen Frühling“ begonnen hatte, war der Versuch der gewaltsamen Angleichung der Realität an die langfristige Planung aus den 90ger Jahren.

    Das kann nicht gut gehen.

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  • Sophie Shevardnadze, die Enkelin des letzten Außenministers der UdSSR interviewt den Außenminister der Russischen Föderation

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  • „Mr. DAX“ Dirk Müller – Das ganze Interview (17.05.2012)

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  • True Greed: Goldman Sachs – Arte-Dokumentation

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  • Eine kurze Bemerkung zur gegenwärtigen Ökonomie der EU

    Natürlich sind die Leute, welche sich in erster Linie zur Lösung ökonomischer Probleme äussern sollten – surprise surprise – Ökonomen und erfahrene Kaufleute.

    Das tun sie ja auch. Vernunftorientierte staunen nicht schlecht über die wirtschaftliche Vernunftwidrigkeit der Maßnahmen und ihre absehbaren Folgen, die mittlerweile nun so offensichtlich erkennbar sind, dass eigentlich jeder, der ab und zu einkaufen geht sie durchschauen kann.

    Dennoch wird die eingeschlagene Strategie stur wie ein Panzer weiterverfolgt und sogar noch intensiviert, der offensichtlich falsche Weg zur Autobahn ausgebaut.

    Hier geht dann eigentlich die Frage an den Philosophen über, denn die Instrumentarien der Ökonomischen Wissenschaften scheinen dem Problem nicht beizukommen.

    Der Philosoph nun hat Empirie, Morphologie usw im geistesgeschichtlichen und kulturkritischen Bereich zur Verfügung und muss denn zu dem Schluss kommen: es handelt sich hier nicht um einen falschen Weg, die ihn pflasternden sind ja keine Dummköpfe, die weniger Ahnung von Wirtschaft haben als der Hund des Zigarettenhändlers, sondern es geht um eine Absicht, eine Strategie, die lange schon entwickelt nun zum Tragen kommt.

    Die Geldmenge wird sinnlos vermehrt, Kredite für den Kleinunternehmer aber kaum zu vernünftigen Konditionen erreichbar gemacht.

    Die Rot/GRÜNE Bundesregierung hatte uns die Kapitalmarkt-Anarchie und die Hartz-Gesetze, und somit ja nicht nur weniger Geld für Arbeitslose, sondern vor allem die totalitäre Fremdbestimmung aller Lebensbereiche des Arbeitslosen, beschert. Hätte eine Unionsgeführte Regierung diese beiden Projekte durchgezogen, würden sie mit einem Volksaufstand konfrontiert worden sein. Rot/GRÜN, als Kontrollinstrument des Volkes war dazu in der Lage, weil sie die in erster Linie betroffenen sozialen Schichten und gesellschaftlichen Segmente repräsentierten und nun Personen, die unter Kohl keine Karriere machen konnten ihre jetzt entstandenen Karrieremöglichkeiten nicht gefährden wollten indem sie aufmüpfen.

    Wir sehen also ein Projekt, das darin besteht, das Kleinunternehmen Stück für Stück zu Gunsten der Konzerne auszuhungern und gleichzeitig die Lebensbedingungen so zu regeln, dass man entweder verwaltetes Rohfleisch ist oder Angestellter eines dieser Konzerne.

    Das wird nicht nur durch das Bankenwesen und die Gesetzgebung begünstigt, sondern auch durch den Markt selbst.

    Mediamarkt beispielsweise als Großabnehmer kann zu sehr günstigen Rabatten einkaufen und zu Dumpingpreisen verkaufen und erzielt trotzdem eine gesunde Gewinnspanne.

    Irgendein Technikfreak, der seinen kleinen Laden macht hat gar nicht die Möglichkeit alleine in der Preisgestaltung zu konkurrieren wenn er Qualität bieten will, die Umsätze reichen oft gerade einmal für Strom, Ladenmiete und sonstige Notwendigkeiten um überhaupt arbeiten zu können. Die Kredite, die er nimmt um wirtschaften zu können, generieren Schulden, die fließen in die Spekulationsmasse ein und erzeugen der Bank Gewinn, vor allem aber dem Hedgefond.

    Da der Staat die Risiken übernimmt, kann der Kleinunternehmer jetzt gerne Pleite machen, seine Schulden sind bereits ein gewinnbringender Faktor auf dem Kapitalmarkt.

    Geht er dann in Insolvenz bleibt er dennoch mehrere Jahre beliebig schröpfbar bis auf den Hartz4-Satz. Möglicherweise ist man netter zu ihm, wenn er seine Arbeitskraft und Erfahrung einem Konzern vermietet, sprich, Arbeiten geht.

    Gerät ein Konzern in Engpässe findet die Politik schon Subventionsmöglichkeiten um sie aus dem Weg zu räumen. Das ist das Schöne an der parlamentarischen Demokratie: da können sich die Helfershelfer der Mafia vom Volk selbst als Gesetzgeber legitimieren lassen via Wahlen.

    Die Führungskräfte machen keine Fehler. Den Menschen die Existenzgrundlagen abzugraben ist Teil der Umgestaltungsstrategie.

    Die Fernsehpropaganda gehört dazu – der Hatz4er ist der Abfall, der Taugenichts, der getreten werden darf. Bis er dem Konzern dient, und sei es als Kloputzer.

    Die Politik macht ihn verantwortlich für jedes Problem.

    Dann kommen noch die "Integrationsmaßnahmen", die nichts anderes sind als zynische Umerziehungsmaßnahmen, deren Ziele die Auslöschung des Individuums und die Unterordnung der Restmasse unter die Bedürfnisse der Konzernwelt sind. Was dem Chinesen sein Umerziehungslager ist dem Deutschen seine Reha – nur dass Reha so schön bessermenschlich klingt; man kann sich sogar noch den Chinesen moralisch-menschenrechtlich überlegen fühlen, obwohl die einfach nur ehrlicher in der Benennung der Tatsachen sind. Man weiß, dass der Arbeitslose nach jedem Stock greift, der ihm hingehalten wird, es gilt nur herauszufinden, wieviel von seiner eigenen Persönlichkeit und seinem eigenständigen Leben er bereit ist aufzugeben um wieder einen Napf Chappi vorgesetzt zu kriegen, den er aus seiner Hände Arbeit Lohn bezahlt.

    Und immer das Prinzip Hoffnung: wart noch ein Jahr, dann wird alles besser – oh, die Prognose geht nach unten – und nein! heisajuhee, sie geht wieder rauf, noch ein Jährchen und dann vielleicht noch eins…

     

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  • Der 3. Weltkrieg als notwendiges Ergebnis des westlichen Freiheitsbegriffes

    Ein wesentliches Problem der Kommunikation, das die Erkenntnistheorie nur feststellen kann aber für das es keine Lösungsansätze gibt, ist, dass man eine Erkenntnis aus dem Zustand der Realität nur einer Person vermitteln kann, welche die Erkenntnis bereits selber gemacht hat und sie nur noch nicht symbolisch umsetzen kann.

    Mit Symbol meine ich hier durchaus Sprache, Bild, Ton.

    Sprache, füge ich hier der Ergänzung an, besteht auch nur aus geordneten Symbolen. Ein Wort ist ein Symbol, eine Grammatik eine Ordnung.

    Ein Musikstück besteht aus akustischen Symbolen, ein Motiv, ein Thema, eine Melodie oder die Instrumentation wirken dadurch, dass sie Assoziation hervorrufen, mit etwas, das dem Hörer dadurch symbolisiert wird. Weshalb ja Musik, die nicht auf der dur/moll-Tonalität basiert nur einen sehr begrenzen Kreis Hörer erreicht, wohingegen rein industriegefertigte Schlager, die gar nicht musikalisch gebaut sind sondern auf psychologische Reflexe spekulieren No 1 Hits werden können.

    Und auf gleiche Weise wirkt das Bild als optisches Symbol. Wir alle kennen das Bild vom ausgemergelten Mann hinter Gezäun aus Bosnien, welches zur Kriegsvorbereitung gegen Jugoslawien eingesetzt wurde. Tatsächlich war es nur ein dünner Mann in einem Zeltlager der am Zaun steht, der Betrachter wurde aber sofort an Menschenvernichtung in KZs erinnert.

    Kommunikation ist der Austausch von Symbolen wage ich jetzt mal zu behaupten. Was denn eine der häufigsten Ursachen vieler Kommunikationsprobleme erzeugt: die Beteiligten an der Kommunikation verknüpfen die Symbole unterschiedlich.

    Der Prozess der Verknüpfung ist unbewusst und findet in blitzartigen Zeiträumen statt.

    Es gib weit mehr Ursachen für Kommunikationsstörung, aber die gehören jetzt nicht hierher.

    Und das ist das Problem, das wir haben, wenn wir gegen Propaganda anreden. Ein Mensch muss der Propaganda bereits misstrauen, wenn er an die Realität, welche durch die Propaganda verfälscht wird, herangeführt werden soll/will.

    Symbole funktionieren danach, wie sie auf Gewohnheiten beruhen.

    Als Beispiel wieder das Bild des bosnischen Mannes:

     

     

    Würden wir nicht täglich in irgendeiner Weise mit der gängigen Vorstellung über die NAZIzeit konfrontiert, wäre dieses Bild als Instrument der Kriegsvorbereitung nicht in entsprechender Weise wirkungsvoll.

    Wer von NAZIzeit gar nichts weiß, könnte schlicht einen ausgemergelten Mann am Zaun sehen. Wer in einem äthiopischen Flüchtlingslager aufgewachsen ist, sieht einen unterernährten Menschen in einem Lager.

    In einem Artikel, der auf „Arbeiterfotografie“ zu finden ist, beschreibt  Thomas Deichmann den Hintergrund des Bildes folgendermaßen:

    “Im mehrstündigen Filmmaterial, das aufgenommen und tags darauf in Budapest bearbeitet, nach London gesendet und abends ausgestrahlt wurde, fanden sich auch Aufnahmen von Gesprächen der Journalisten durch den Stacheldrahtzaun hindurch mit Muslimen, darunter Fikret Alic. Diese Aufnahmen, die den Eindruck erweckten, das Lager sei von Stacheldraht umgeben, kamen zustande, indem Marshall und ihr Kameramann Irvin von einer Strassengabelung von Süden her das mit Stacheldrahtzaun umzäunte Grundstück betraten. Dort gab es vor dem Krieg Agrargüter zu kaufen, und auch Baugeräte wurden dort früher untergebracht. Um das Material vor Diebstahl zu schützen, wurde lange vor dem Krieg ein Stacheldrahtzaun errichtet. Die Journalisten passierten zunächst das Trafohäuschen und die Scheune und näherten sich dann dem Stacheldrahtzaun an der Nordseite, wo sich rasch Neugierige versammelten. Vom Innenbereich dieses Grundstücks wurden die berühmten Aufnahmen gemacht.“

     

    Die beiden Begriffe, mit welchen heutzutage schlicht alles begründet wird, sind Demokratie und Freiheit.

    Damit das hier nicht zu lange wird, beschränke ich mich auf den Begriff der Freiheit. Sie wollen ja heute auch noch etwas anderes lesen, und nicht nur die Exegesen des Herrn Johannes Löw.

    Für sich genommen ist dieser Begriff so sinnfrei, dass er mit jedem beliebigen Inhalt gefüllt werden kann.

    Freiheit an sich meint nur die Abwesenheit von Begrenzungen oder Zwängen.

    Damit drückt die Tatsache des Wortes bereits eine Unfreiheit aus, weil es zwingend nach einem Kontext verlangt: die Freiheit wovon und die Freiheit wofür.

    Als erstes unterliegt der Mensch dem Zwang zu essen und zu trinken.

    Wird der menschliche Körper schlecht genährt, leidet er Schaden, wird er gar nicht genährt, geht er ein. Damit ist dem Menschen von Natur aus ein Zwang gesetzt.

    Weitere Zwänge sind etwa, dass der menschliche Körper nur unter bestimmten Temperaturen funktionieren  kann und folglich nur bestimmte Umgebungen verträgt. Er verträgt nur eine gewiße Elememtardichte, so beschädigt es ihn, zu lange im Wasser zu sein und allzulange zerstört ihn.

    Wir sind daran gewöhnt, Westen hieß Freiheit und Demokratie, Osten hieß Unfreiheit und Diktatur.

    Tatsächlich galt in der UdSSR nur ein anderer Begriff von Freiheit:

    Als erste Pflicht hatte der Staat für die gesamte Bevölkerung Ernährung, angemessene Kleidung und Wohnraum sowie medizinische Versorgung zu gewährleisten.

    Als zweite Pflicht hatte der Staat nach seinen Möglichkeiten den Individuen eine Bildung zu ermöglichen/vermitteln, durch die sie ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können.

    Durch die Sicherung dieser beiden Grundlagen der menschlichen Existenz waren aus sowjetischer Sicht wesentlichen Grundlagen erfüllt, die eine „Glückliche“ Gesellschaft ermöglichen. Was diese beiden Grundlagen angreift musste durch die Sicherheitsorgane abgewehrt werden.

    Der Gewährleistung dieser beiden Freiheiten war das gesamte Wirtschaftssystem untergeordnet.

    Was darüber hinaus an Wünschen und Bedürfnissen auftaucht galt als zweitrangig und konnte angegangen werden solange die erstrangigen Punkte gesichert sind.

     

    Die westliche Idee von Freiheit ist dagegen recht simpel: Du kannst alles tun oder konsumieren, was du dir leisten kannst. Der Schwerpunkt liegt aber nicht auf „alles tun und konsumieren“, er liegt auf „sich leisten können“.

    Damit wird das gesamte Leben konsumiert vom Streben nach „sich leisten können“.

    Und zwar buchstäblich das gesamte Leben: Lebenszeit, Energie, Beziehungen, Interessen, Wünsche, Umwelt etc. Sie kennen das: sie kaufen sich etwas, was sie schon immer wollten, sagen wir ein Musikinstrument das sie lernen wollen. Sie haben aber gar nicht die Möglichkeit es zu nutzen, weil ihnen Zeit, Konzentration, Energie usw fehlt, da sie arbeiten. Sind sie arbeitslos haben sie das Geld nicht, es sich zu kaufen, Unterricht zu bezahlen etc.

    Wohingegen die UdSSR auf einem Verteilungssystem beruhte, beruht der Westen auf Verteilungskämpfen.

    Ein weiterer Effekt ist, dass dadurch die gesellschaftliche Ideologie dominiert wird von jenen, die das Streben nach „sich leisten können“ am erfolgreichsten bewerkstelligen.

    Leistung bedeutet in diesem Zusammenhang: erfolgreich Verteilungskampf führen. Sie können andere Maximen haben, die nutzen aber nichts, weil sie der Realität nicht standhalten.

    Und die Erfolgreichsten können sich den Staat leisten. Sie müssen sich sogar den Staat kaufen, denn das ist Bestandteil der Absicherung ihres Erfolges.

    Die Verteidigung des Erfolges ist zwangsläufige Notwendigkeit, da ja eigener Besitz und eigene Macht auf relativer Besitz- und Machtlosigkeit der Anderen beruhen.

    Anders ist es gar nicht bewerkstelligbar, da Ressourcen und Territorien begrenzt sind und somit eine neuerliche Unfreiheit manifestieren.

    Somit sind moralische Appelle, man möge doch bitte nicht so gierig sein, kompletter Unsinn, da die Aufgabe des permanenten Erweiterns und Verteidigens des Besitzes und der Machtposition den eigenen Untergang generiert – die anderen Verteilungskämpfer nehmen mir was mein ist, sobald ich irgendwo stehenbleibe.

    Logischerweise wird denen zuerst genommen, deren Machtmittel am geringsten sind, also welche sich nur die jeweils schwächeren Verteidigungsmittel leisten können.

    Dadurch entsteht die Auslöschung des Individuums, da es gezwungen ist, sich dem anzupassen, was im Verteilungskampf wirksam ist.

    Die Individuen werden selbst Besitz, welcher von denen, die sie besitzen können nach Bedarf verwendet oder abgestoßen werden, verliehen, verkauft oder ganz weggeworfen, es sei denn, es gelingt ihnen ihren Besitzer zu übertrumpfen, bzw. zu übertölpeln, egal wie ihn zu stürzen und sich selbst untertan zu machen.

    Daheraus erhellt auch der Satz des Sokrates: „Keine gute Tat bleibt ungestraft!“ – die „Gute Tat“ ist per se selbstlos und stärkt dem potentiellen Feind im Verteilungskampf, bzw. hilft ihm aus einer Notlage. Im Verteilungskampf gilt: „Was fällt, das soll man auch noch treten!“

    Man darf organisierte Wohltätigkeit (Charity) nicht mit guten Taten verwechseln; organisierte Wohltätigkeit ist Investition in die Verwirklichung eigener Interessen.

    So gesehen hatte das System der UdSSR größere Freiheit garantiert: der Mensch war Teil eines Organismuses: der Nation, ihrer Wirtschaft und ihres Staates, aber als Individuum war er frei. In diesem System ist es egal ob einer Müllabfuhr macht oder Universitätsprofessor, Klemptner oder Komponist, jeder leistet zeitlich begrenzt seinen Beitrag zum Funktionieren des Organismus und kann seine Freizeit nach den vorhandenen Möglichkeiten gestalten.

    Tatsächlich ist der Mensch immer Teil eines Organismuses, und wenn es nur der Planet ist, welcher ein Organismus ist, der Teil eines noch größeren Organismuses, dem Universum ist, usw.

    Aber das Sowjetsystem hatte schlicht den Privatbesitz am Menschen ausgeschaltet.

    Anbei bemerkt: ob die UdSSR als Sozialismus zu bezeichnen sei oder was auch immer oder auch nicht ist mir ziemlich egal; das ist eine Studentendebatte auf die es in der Realität in keiner Weise ankommt.

    Solange es den Ostblock unter der Führung der UdSSR gab und den Westblock unter der Führung der USA war den Verteilungskämpfen eine Grenze gesetzt.

    Auch in den den jeweils anderen Block betrefflichen Doktrinen war die Prinzipielle Definition des Systemes ausgedrückt: der Kalte Krieg war die Doktrin des Westens. Die Friedliche Koexistenz seit Chruschtschow die Doktrin des Ostens. Man kann auf die Idee kommen, dass Stalins Klassenkampfrhetorik hier im Grunde mehr Weitsicht verrät, in der Hinsicht, dass er sich dessen bewusst war, dass die UdSSR und ihr Einflussgebiet selbst Akteur des Verteilungskampfes ist und sobald sie aufhört um die Vorherrschaft zu ringen von den Gegnern niedergerungen wird.

    Der Krieg wurde heiß, indem die Einflusssphäre Moskaus dem System der Verteilungskämpfe untergeordnet wurde. Weil es ja klar ist, dass die neuen Mitspieler im Verteilungskampf sich nicht tatenlos unterwerfen und plündern lassen, sondern selbst sich den Bedingungen anpassen werden. Die Menschen des ehemaligen Ostblocks haben keinen Nutzen daraus, die Einschränkungen des Sowjetsystemes abzuschütteln um willenlose Sklaven des Wesens zu werden.

    Wie sagt Darvin: „Nicht die Art wird überleben, die am Stärksten oder am Intelligentesten ist, sonder diejenige, welche sich Veränderungen am schnellsten anpassen kann.“

    Die Eskalation dieser Verteilungskämpfe in einem Weltbrand ist seither nur mehr eine Frage der Zeit.

     

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