Eine weitere kurze Anmerkung zu den Ereignissen in der Union von Myanmar

Meine Herangehensweise hierzu

Sie merken schon, ich schreibe jetzt immer kurze Anmerkungen, sage dann, eigentlich will ich ja gar nichts dazu sagen, „es ist kompliziert, Schatz“, nur soviel…

Der Grund ist einfach: die Wirklichkeit der Union von Myanmar und das Bild, welches von diesem Land über Jahrzehnte im Westen gemalt wurde, das hat einfach gar nichts miteinander zu tun!

Das Bild im Westen, wie es zum Beispiel auch der Artikel auf den Nachdenkseiten, der hier: Kurze Bemerkung – von mir heftig angegriffen wurde, zeichnet, hat mit der Wirklichkeit ungefähr so viel zu tun, als würde man sagen, „Captain America: The First Avenger“ sei ein Dokumentarfilm über Amerikas Kampf gegen den Hitlerfaschismus.

Besonders schlimm ist das, wenn so etwas auf einem kritischen Medium wie den Nachdenkseiten erscheint, weil es natürlich die Gegenargumentation liefert: „Sogar die Nachdenkseiten schreiben…“; Sie kennen das. Ich unterstelle den Nachdenkseiten keine böse Absicht hier, ich sage, sie wissen es nicht besser und es wäre klüger gewesen, zu schweigen.

Ich räume reumütig ein, dass ich in einem solchen Falle zu etwas zu aggressiven Formulierungen neige und gelobe Besserung.

DANN SPRECHEN WIR VON EINEM LAND; DAS SICH ÜBER JAHRZEHNTE VOR DER AUßENWELT VERSCHLOSSEN HAT.

Mein Problem ist, hier gegenzusteuern kann ein Blog nicht ausreichend leisten!

Bei der Ukraine geht das, das ist im Grunde ein Nachbarland, viele Ukrainer*innen leben in Deutschland etc. damals, 2013/14, konnte ich deshalb mittels Bloggen mithelfen, eine Auseinandersetzung anzustoßen, die dann Fahrt aufnimmt.

Um das Bild von Myanmar zurecht zu rücken, bedürfte es konsequenter, akribisch genauer, gut materiell unterlegter wissenschaftlicher Arbeit, was viel Zeit in Anspruch nimmt und sehr teuer ist.

Worauf ich mich hier berufe, sind Ergebnisse meiner Auseinandersetzung mit der Thematik über 3 Jahrzehnte. Dazu gehört Lesen von Büchern und Zeitungen, Gespräche in Asien, Besuche usw. Jeweils über große Zeiträume verteilt. Man kann an jemanden, der kaum Geld hat und zusätzlich zu allem, was er sonst noch zu tun hat, einen Blog betreibt, nur begrenzte Erwartungen stellen.

Also gebe ich hier nur Denkanstöße, mehr kann ich aktuell nicht leisten.

Was mir bei den Demos auffällt

Ein Unterschied von heute zu 1990 ist: Journalisten können sich akkreditieren!

Wer angestellter Journalist ist, oder einen Presseausweis hat, kann sich, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, frei im Land bewegen.

Wir hören in der Tagesschau, Hunderttausende würden demonstrieren.

Wo?

Aus der Regierungsstadt Nay Pyi Taw ist überhaupt nichts mit zu bekommen.

Das muss aber nichts heißen.

Mit dem Bau von Nay Pyi Taw wurde 2002 begonnen, sie ist eine extra als zentraler Verwaltungs- und Regierungssitz entworfene, hochmoderne Science Fiction Stadt, man kann annehmen, dass dort nur dem Militär gegenüber loyale Beamte und sonstige für das Funktionieren einer Stadt nötige Einwohner unterwegs sind.

Jetzt habe ich mit gerade den heutigen Live-stream von RT aus Yangon angesehen.

Und da fällt mir auf:

Yangon ist das wirtschaftliche Zentrum der Union von Myanmar und diese Stadt ist mit einigen über 4 Millionen registrierten Einwohnern und einer großen Dunkelziffer größer als Berlin!

Das hier ist eine Kundgebung mit vielleicht 2000 Besuchern vor einer Shopping-Mall!

Für Berichte, denen zu Folge die Polizei sich mit den Demonstranten verbündet gegen das Militär, konnte ich überhaupt keine Belege finden.

Ich halte es auch für sehr phantasievoll, zu glauben, die Polizei würde sich gegen das Militär stellen.

Flagge der NDL

Das australische Fernsehen zeigt Kundgebungen aus verschiedenen Landesteilen. Insignien machen deutlich, dass diese Kundgebungen alle von der Partei National League for Democracy, NLD, sind. Das erkennt man unmissverständlich an der Flagge, roten Tüchern usw..

Ich konnte nichts finden, wo sich zusätzlich Bevölkerung den Kundgebungen anschließt.

Die Polizei hat die Aufgabe, neutral ihren Dienst zu versehen, und ich konnte keine Belege finden, dass sie das nicht macht.

Eine illegale Kundgebung in Mandalay, einer Stadt, etwa so groß wie München, wurde mit Wasserwerfern aufgelöst. Es soll auch Warnschüsse gegeben haben.

Mandalay – immer unter dem Vorbehalt, dass das mein subjektiver Eindruck ist – kann als die am stärksten westlich orientierte Metropole des Landes angesehen werden.

Vorläufige Schlussfolgerung

Der Widerstand gegen den Militärputsch ist geringer als 1990. Damals kam es schon zu ernsthaften Straßenkämpfen. Also, auf einem Niveau, wie wir es mit den Gelbwesten in Frankreich beobachten können.

Ich überlege mir, ob das Militär mit dem aktuellen Putsch nicht auf etwas reagiert hat, geheimdienstliche Erkenntnisse zum Beispiel, was sich hinter verschlossenen Türen andeutete.

Vorstellbar wäre ein Vorstoß der USA, über die NLD Macht auszuüben, welcher starke Strukturveränderungen im Land bewirken soll oder die Beziehungen zur Volksrepublik China stören.

In den USA reden die Republicans zwar immer vom Einfluss, den China auf die Democrats ausübe würde, das kann man aber getrost in die gleiche Kategorie Bockmist einordnen, wie Russlands Einfluss auf Trump. Das ist nur politischer Lärm fürs Volk. China ist die unangefochtene Konkurrenzmacht zu den USA, entsprechend wird jede US-Regierung nach Wegen suchen, China zu schaden.

Ich kann mir vorstellen, dass CIA oder sonst wer, CIA liegt nahe, Aung San Suu Kyi nutzen wollte, amerikanische Fremdherrschaft über Myanmar zu erlangen, wie Biden Fremdherrschaft über die Ukraine aufgebaut hat.

Das Militär in Myanmar aber wird niemals eine westliche Fremdherrschaft zulassen! Ebenso wenig, wie sie eine Balkanisierung des Landes zulassen werden.

Das Militär hat Maßnahmen ergriffen, ausländische Eingriffe zu unterbinden.

Sieht für mich derzeit so aus.

Ich meine, hallo:

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