Zur Bedeutung der Rede Bashir al Assads an die syrische Nation

Präsident Assad ist ein Mann, der nur selten in der Öffentlichkeit auftritt. Ein Mann, der keine laute Show abzieht und markige Parolen brüllt. Er tritt auf, wie man es von einem Mann seines Berufsstandes, Arzt mit eigener Praxis, erwartet: ruhig und zurückhaltend, aber in seinen Aussagen klar und bestimmt.

Das hat zu vielen Spekulationen geführt; auch Sympathisanten Syriens haben seinen Einfluss angezweifelt.

Als Assad gestern im Damaszener Opernhaus seine Rede an die Nation hielt, fiel mir vor allem eines auf: er tat das, wie es von einem Mann seines Schlages erwartet wird: keine Show, schlichtes Ambiente auf der Bühne, der Saal durchaus würdevoll: ein Wissenschaftler spricht auf einem Ärztekongress, der Patient die Nation.

Und so seine Rede: die erste Hälfte gilt der Diagnose, die zweite Hälfte der Kur.

Als Zuhörer war mir vor allem eines klar: dieser Mann schläft nicht wenn er in der Öffentlichkeit unsichtbar ist, er spielt nicht Börsenroulette und tingelt nicht von Party zu Party, dieser Mann studiert die Fakten, berät sich mit Offiziellen und Experten, er denkt Verschiedenes durch und entwickelt mit Bedacht die Schritte, die zu gehen sind.

Er nimmt sich Zeit zur Entscheidung zu gelangen, aber ist die Entscheidung gefallen, dann steht sie auch.

Das ist das Nötige, so wird es getan. Der Therapieplan ist einzuhalten und steht nicht zur Debatte.

Hier sprach kein Großmaul, das Wähler beeindrucken will, hier sprach der Präsident eines Landes im besten Sinne des Wortes.

Hier sprach ein Mensch, der genau weis, dass ein Mann exakt soviel wert ist wie sein Wort, nicht mehr und nicht weniger.

Auf der einen Seite entsetzt er die Führer des Imperiums, weil er deutlich und unmissverständlich klar gemacht hat: ihr habt nichts zu sagen, wir wissen sehr gut selber was zu tun ist und fallen auf eure Tricks nicht rein.

Auf der anderen Seite erniedrigt er diese prinzipienlosen Fratzen durch seine bloße Existenz: wer ist Cameron? Irgendein Schwuler, der nicht einmal den Mut hat, offen zu seiner Homosexualität zu stehen; Obama, der Mister Yes we can – aber was? Unter dem Label "mächtigster Mann der Welt" schafft er es noch nicht einmal sein erstes und einfachstes Wahlversprechen einzulösen und ein illegales Foltergefängnis zu schließen! Ohne Zweifel ist Assad ihnen ein Spiegel der ihnen die Wahrheit zeigt: ihr Dasein als winzige Abziehbilder aus Fernsehshows. Assad führt ihnen vor, was sie niemals sein werden: ein verantwortungsbewusster Staatsmann!

Spätestens seit Gestern weis man das in jedem syrischen Dorf.

Spätestens seit Gestern weis man das in jeder Hauptstadt der Erde.

Die politischen Handpuppen der Banken und Konzerne platzen vor Wut.

Woanders weis man, was ab jetzt zu tun ist.

 

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