Wilkommen im Kindergarten!

Unsere Presse kanns nicht lassen.

Tagelang mit allem denkbaren Lärm: „Huurahhhh Hurraaaa, Krieg am Donnerstag!“

Dann etwas leiser: „Äh… Nee, Krieg am Freitag!“

Heute kleinlaut: „Öm, Krieg frühestens am Samstag, Kacke noch eins!“

Cameron, der neben seinem glatzköpfigen Außenminister großmäuligste Brüllaffe der Kriegsgeiler hat sich einen hübschen Trick ausgedacht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen: so eine in Szene gesetzte „symbolische Abstimmung“ ist echt lässig, den muss ich mir merken. Man weiß nach all dem Getrommel auf die Brust nicht mehr, wie man sich zur Hintertüre rausschleicht, da erfindet man einen parlamentarischen Akt, der rechtlich unwirksam ist aber als Dienst am Willen des Volkes verkauft werden kann! Wow, die sind echt kreativ, die Briten!

Nicht vergessen: das britische Militär IST in Position gebracht!

Muss man den farblosen Pleitefranken überhaupt mit erwähnen?

Berlin benimmt sich wie der kleine Junge, den keiner beachtet, aber nachdem sein großer Bruder Papa verärgert hat die Gelegenheit gekommen sieht, einen Schritt näher an die Position des Lieblingssohnes machen zu können.

Unsere Presse weiß das zu würdigen und schlagzeilt: „Deutschland für Angriff auf Syrien!“

Die größte Sauerei ist, das Volk da mit reinziehen zu wollen: auf NTV sieht das so aus:

NTV KriegstreibereiEine derart bodenlose Frechheit, der Bevölkerung Deutschlands Kriegsbegeisterung unterstellen zu wollen, damit schlägt die Presse wirklich dem Fass den Boden aus!

Obama stottert irgendetwas zusammen in irgendeinem Nachrichtensender, denn er kann ja kaum, nachdem er eine Pflichtrede über MLK zu halten hatte, zu den aktuellen Kriegsplänen schweigen.

Obama weiß: an dieser Sache werden Köpfe rollen in Washington, er weiß  nur noch nicht, welche Entscheidung er treffen muss, damit seiner nicht dazu gehört!

Häufig fällt das Wort Dekadenz, wenn man den Verfall von Prinzipienorientiertheit und Moral aus Sattheit und Langeweile heraus beschreiben möchte.

Rom nach dem Tode des Oktavianus Augustus bezeichnet man als dekadent. Von Augustus spricht die Geschichte als den Mann, der die römische Republik liquidierte und zu dessen Regierungszeit sich eine politische Kaste geistig ungesunder Patrizier herausbildete, die schlussendlich den Untergang des römischen Reiches bedeutete. Mystiker machen sich Gedanken darüber, dass in seine Regierungszeit auch die Geburt des Jesus Christus fällt. Und sie haben auch genug Anlass zu spekulieren, bedenkt man, dass das Ereignis, welches dem, was man als das Imperium Romanum ansieht, den endgültigen und unumkehrbaren Todesstoß versetzte, die Erhebung der christlichen Religion zur Staatsreligion durch Konstantin dem sogenannten Großen auf dessen Sterbebett war.

Shakespeare stellt uns jenes politische Ereignis, die Ausrufung des Kaiserreiches durch den Augustus, als Konsequenz aus einem Streit verliebter Jungs um die ägyptische Herrscherin Kleopatra dar und Hollywood trug in Gestalt von Richard Burton und Liz Taylor das seine dazu bei, dieses als den vom Volk bevorzugten Blick auf die Geschichte zu etablieren. (Nicht so weit verbreitet hat sich die doch wesentlich realistischere Darstellung vom Ende der römischen Republik Bertold Brechts in dessen Roman „Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar“.)

Heute spekulieren viele vom Ende des amerikanischen Imperiums. Nun, das scheint mir doch mehr Ausdruck einer Hoffnung als einer Analyse zu sein, unzweifelhaft kann man jedoch vom Ende der amerikanischen Republik sprechen. Und wieder hat es mit der Region zu tun, der Jesus Christus entstammt und wieder spielt Ägypten eine Rolle!

Ich hoffe, dass jetzt auch der letzte verstanden hat, dass es gut so ist, dass die bonfortzionös auf Al Jazeera inszenierte „ägyptische Revolution“ und die sich ihr anschliessende  „na hörn se maa, aus freien Wahlen hervorgegangene“ kurze Herrschaft der Moslembrüder in den Bereich der kurzen Episode verbannt wurde. Der Schreihals nach dem „heiligen Krieg“ gegen Syrien Mursi wurde abgelöst durch: „Wir haben einen Vertrag, der gegenseitige Unterstützung im Falle eines Angriffs auf eines unserer beiden Länder vorsieht.“

Denn war die von Mubarak dominierte arabische Liga zwar alles andere als eine Organisation von der Sozialrevolutionäre träumen, so wurde sie nach dem Sturz Mubaraks zum saudisch dominierten Feigenblatt amerikanischer Aggressionsgelüste.

„Ja, wenn sogar die arabische Liga dafür ist…“ gehört zu den Argumentationshilfen, welche die Kriegspropaganda durch solche Events erhält.

Konfusion macht sich breit in Washington: denn wenn Mubarak sich zwar öfter gegen den Krieg der USA gegen Saddams Irak ausgesprochen hatte, so brauchte man doch keine darüber hinausgehenden Aktivitäten Ägyptens erwarten, da Mubarak nicht für Saddam seine Beziehungen zu den USA aufs Spiel gesetzt hätte.

Das ist heute anders!

Durch das, was im ägyptischen Bürgertum sicherlich als „Verrat Washingtons“ betrachtet wird, hat Washington seine ties gekappt und sehr viel an Einfluss verloren.

Man weiß in Kairo, dass der Krieg gegen Syrien ein Krieg gegen das gesamte arabische Bürgertum ist!

Alles Gerede vom Streit zwischen „säkularem Staat“ und „islamistischen Staat“ ermangelt komplett der Klassenanalyse und geht am Kern vorbei!

Natürlich brauchen die  arabischen Aristokraten die Religion, denn wodurch sollten sie sich denn sonst legitimieren können? Eine Bande von Parasiten, die allen Reichtum für sich beanspruchen und die Menschen als Leibeigene betrachten – nutzlose Fresser, wie man so sagt.

Man setzt  Durchgeknallte (gebildete Religionsfanatiker), Benachteiligte und Fehlentwickelte (um einen annähernd neutralen Begriff für die Kannibalen und Mordbrenner zu finden) ein, die man unter dem Banner der Religion vereinen kann. Man muss nicht gläubig sein, um Allahhuakbar zu brüllen, aber man kann den Griff nach der Macht dadurch rechtfertigen.

Fast alle Menschen haben von Klein auf eine religiöse Erziehung genossen, religiöse Sentiments und Ressentiments sind nahezu reflexartig ankonditioniert. Nur Lügner bestreiten, in hoher Bedrängnis nicht wenigstens einen Anflug religiöser Hoffnung auf die Hilfe Gottes, und sei es nur für Sekunden, zu empfinden.

Eine Koalition aus der amerikanischen Geldaristokratie und der wahabitischen Aristokratie ist klassenanalytisch eine naturgemäße Verbindung.

Sie wollen ein Bild dazu? Googlen sie mal nach der Hochzeit von Chelsea Clinton. Die wurde genauso pompös und medienbegleitet inszeniert wie die Hochzeit von klein Willi und seinem It-Girl in London. Und wer bitte ist Chelsea Clinton, dass daraus ein Staatsakt wird, der global im Fernsehen übertragen wird?

Die Politikerkaste in Berlin, Paris, London und Washington benimmt sich wie eine Clique übersättigter Erben, die es in ihrer Lebenszeit nicht mehr schaffen, erwachsen zu werden.

Das aber ist im höchstem Maße gefährlich: nicht umsonst sind Eltern angehalten, ihre Kinder daran zu hindern mit Feuer zu spielen, sie können die Gefährlichkeit des Feuers nicht überblicken!

Und so spielen unsere Politiker ihre Komödie, ränkeschmieden an ihre Karrieren und begreifen noch nicht einmal das Thema.

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