Die Wiederherstellung der Ordnung in Ägypten löst unter Washingtons Nomenklatura Panik aus

 

Die unheilige Allianz aus Moslembrüdern, westlicher Presse, Washington und linksintellektuellen Revolutionsromantikern hatte so gehofft: ein Freitag der Märtyrer als Antwort auf die Haftentlassung Husni Mubaraks!

Da werden wieder die Knochen krachen, das Blut spritzen und Panzer rollen, dass es eine Freude ist, davon zu berichten!

Nun, einen Toten hat man der Presse freundlicherweise gegönnt. So sind sie halt die Ägypter: man schlägt einen angetragenen Gefallen nie zur Gänze aus, das wäre unhöflich.

Aber das, was geschehen ist, hat unsere Berichterstatter so baff werden lassen, dass sie nahezu verstummten.

Der Spiegel kriegte sich als erster wieder ein und erklärt die Ruhe im Land mit: Angst schleicht durch die Straßen.

Was war denn geschehen: eine Studentengruppe, die sich einfallsreicherweise nach einem Datum benennt zog ihren Demoaufruf unter fadenscheinigem Vorwand zurück.

Von dem hätte ohnehin keiner etwas bemerkt, wenn er von westlicher Presse nicht so gehyped worden wäre.

Landesweit formierten sich nach den Freitagsgeben etwa 2000 Moslembrüder zu Märschen. Die wurden in Artikeln zu mehreren tausend aufgebläht – keine Lüge, denn 2 sind mehrere 1sen, nämlich 2 davon.

In Kairo waren es knapp einmal um die 100 Brüder, die blieben von den Sicherheitskräften völlig unbehelligt, als sie jedoch durch Shoubra (شبرا‎)marschieren wollten, wurden sie von den Einwohnern nach Strich und Faden zu Brei geschlagen.

Damit dürfte ihnen nun endgültig klar geworden sein, dass sie lieber die nächste Zeit die Fresse halten.

Sogar die ehemalige Spokeswoman der Moslembrüder für englischsprachiges Publikum, weil schließlich weiß man ja, dass man besser Frauen vorschickt, will man sich die Gunst westlichen Publikums erhalten, das werden ihnen die amerikanischen Kommunikationswissenschaftler, welche die PR des Vereins managen, schon eingetrichtert haben, die ausgerechnet von RT ihre Bühne bekommt, nennt sich jetzt lieber „political analyst“. Und freilich mildert es das Flair der ideologisch verordneten Frauenschänderei etwas ab, wenn irgendeines Moslembruders Töchterlein den Kakao, durch den sie gezogen wird auch noch im alternativen Medium trinkt.

Ja, die lieben Frauen und der Freitagnachmittag des 23. August 2013. In den modernen Stadtvierteln wie Heliopolis ist die Jeanshose heute für sie nicht mehr haram.

In den Arbeitervierteln treffen sich wie eh und je die Männer in den Straßencafés, rauchen Shisha und quatschen irgendetwas und die Ladies besuchen sich gegenseitig in ihren Wohnungen.

Für die Schlägerei in Shoubra interessiert sich kaum wer. In einer Stadt mit, einschließlich Dunkelziffer und Palästinenserlager am Stadtrand, um die 18 Millionen Einwohnern ist eine kurze Randale irgendwo kein großes Ereignis.

Unsere Weltrevolutionäre dürften erstaunt sein, wie unbeliebt vom Ausland über Unis implementierte Revolutionen beim gemeinen Volk sind.

Man kann, wie unsere Presse, die Entlassung Mubaraks als Zeichen werten, wie es die attraktive junge Britin Bel Trew auf RT tut gleich Springers Blättern, dass das Rad der Zeit, wie man die Revolution gemeinhin in akademisch angehauchten Kreisen sich vorstellt, zurückgedreht wird. Man kann es aber auch, und sorry, Leute, die ihr so gerne von Revolution in fernen Ländern träumt, als die simple Wiederherstellung  des Normalzustandes interpretieren, was die meisten Leute in Kairo tun.

Zu diesem Normalzustand hatte Jahrzehnte lang eben auch Mubarak gehört. Er war nicht der beste Präsident, er war nicht der schlechteste Präsident, er war halt einfach Präsident, weil immer irgendeiner Präsident ist.

Kein Nasser. Der war ein Idol, ein Popstar, ein Held, der dem alten Volk der Ägypter das Selbstbewusstsein zurückgegeben hat, das sie sich in ihrer immensen Geschichte verdient hatten.

Mursi war ein Hochstapler und Usurpator. Ein Niemand. Und dazu ein gefährlicher Fanatiker, der sich in die Belange der Einzelnen einmischt.

Mubarak stand bis zu jenen verhängnisvollen Tagen am Tahrir einfach nur für leben und leben lassen. Nichts Spektakuläres und auch nicht das schlechteste.

Und es ist genau diese Ruhe. Diese Gemütlichkeit des Freitagabend, die man in Kairo so wertschätzt, was in Washington Red Alert auslöst!

DIE BEVÖLKERUNG ÄGYPTENS BESTREIKT DIE REVOLUTION!

Ein paar Studenten meckern noch, wenn ein ausländisches Fernsehteam sie interviewt; das gehört zum guten Ton.

Aber eigentlich freuen auch die sich schon darauf, zu ihren Vorlesungen und Büchern zurück zu kehren. Möglicherweise wird ja das Nilprojekt, das „Mubaraks“ Ingenieure in Verarbeitung der Erfahrung des „Great Man Made Rivers“ in Libyen seit Jahren entwickeln, nun wieder aufgenommen. Dann gibt’s auch wieder eine Menge guter neuer Jobs in Ägypten, für sie und für die Arbeiter, denn daran herrschte ja nun wirklich Mangel.

Gibt es keine Revolution mehr, dann gibt es auch für Washington, Paris und London keine kraft ihrer Menschnrechtshyperentwickeltheit moralische Verpflichtung mehr, die zu Stobe geworfene Menschheit vor gar finsteren Tyrannen zu retten!

Und exakt aus diesem Grunde legt man jetzt den einzigen Trumpf auf den Tisch, der übrigblieb und den man sich vorsorglich unter der Bezeichnung „Rote Linie“ geschaffen hatte: Giftgas in Syrien!

 

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