Wenn es Nacht wird in Paris

Wäre ich Angehöriger der getöteten Mitarbeiter des Magazins "Charlie Hebdo", ich wüsste nicht mehr wohin mit meinem Hass!

Hass auf die Presse, die die Morde ausbeutet bis zum Geht-nicht-mehr um sich als Verfechter des "freien Wortes", als die Heroen des "Ich lass mir doch den Mund nicht verbieten" in Szene zu setzen!

Hass auf die Politiker, die ihren verlogenen Dünnpfiff von "Unsere Werte", "Unsere Freiheit", "Unsere Demokratrie" ausstoßen, welchen der Anschlag gelte.

Hass auf den intellektuellen Gossenabschaum, der nahezu erigiert, ein neues Fanal erhalten zu haben, das gegen den bösen Moslem in das Feld geführt werden kann.

Sind sie nicht klasse, unsere Terroristen? Da liefern sie uns doch wirklich immer zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Anschlag auf dem Silbertablett!

Über viele Jahre war Charlie Hebdo ein gänzlich bedeutungsloses französisches Heftchen aus der Kategorie der "Mad"Imitate und krebste stets am Rande der Pleite.

Es war vor allem für geschmacklose Sex-Witze bekannt sofern es überhaupt bekannt war.

Eines Tages, vor einigen Jahren, brachte man dann Mohammed-Karrikaturen.

In Holland hatte es bereits den Tod von Theo van Gogh gegeben und einen Skandal über Mohammed-Karrikaturen in Dänemark.

Der untenehmensberaterische Tip ging auf: die Ausgabe wurde zum Kiosk-Hit, seither konnte man nach und nach die Auflage steigern und immer wenn die Verkaufszahlen schrumpften legte man eben Mohammed-Karrikaturen nach.

Es gibt wirklich sehr gefährliche Presseorgane, die als Kriegswaffe fungieren.

Warum dann ein paar Randfiguren killen, die davon leben, den schlechten Geschmack zu bedienen?

Und die Presse ungeschoren lassen, die ihre Propagandafeldzüge im Dienste der Milliardäre führt und die Journalisten, die ihren Job nutzen sich als Zuträger für NATO- und Geheimdiensteinsätze zu prostituieren?

Ja, ihr sogar noch zu helfen, ein Totschlagargument gegen die Welle der Kritik, die seit Jahren auf sie einstürmt, zu finden?

"Südfront" fragt, warum die Ermordungen der russischen Journalisten durch ukrainische Todesschwadroneure nicht zählen:

Kann ich euch sagen: die russischen Journalisten bilden eine Gegenstimme zu den westlichen Medienkonzernen, die erstickt werden soll, und werden sie getötet, wird zudem Konkurrenz vom Markt gefegt. Potentielle Konkurrenz aus dem eigenen Land, die alternative Medienarbeit macht, erhält die Botschaft: du bist mit unseren Konzernmedien embedded unterwegs oder du wirst abgeknallt!

Das "freie Wort", die "Grundfeste unserer Demokratie", gilt nur für die Hassprediger, die im Auftrag des westlichen Kapitals unterwegs sind.

Vom Geburtstagsständchen für die Kanzlerin bis zum Rumpelstilzchen-Tanz "Jouuh, un' jetzt zwingen wir Russland wirtschaftlich in die Knie! Hähähähähähhh, geil!" – diese Sorte geistiger Umweltverschmutzung freilich hat alle Freiheit in die Welt hinausposaunt zu werden.

PEGIDA und die Lügenpresse, hier können sie gemeinsam feiern!

In den Wirtschaftsabteilungen der Ölkonzerne rechnet man schon mal nach: merkwürdigerweise hocken ja vor allem Russen und Moslems auf den Ölfeldern und die Bilanz für 2015 will kalkuliert werden.

In den Überwachungszentralen bestellt man auch schon einmal neue Software, die Sicherheit unserer Freiheit muss flächendeckend verbessert werden  – war da nicht unlängst vor Weihnachten was mit irgendeinem blödsinnigen Film, Nordkorea und Sony, was dann aber in Feiertagstrubel unterging? Oder besser, in den Feiertagssorgen, die daher rührten, dass die Geschenkeinkäufe von Jahr zu Jahr weniger üppig ausfallen, bei den Schenkenden wie im Einzelhandel verdeutlicht, wie schrumpfend die Wirtschaft für die Bevölkerung ist, die für einige Wenige wächst?

Nachdem es nicht wirklich gefruchtet hatte, diese D-List-Celebrities aus Hollywoodoo zu Heroen der Freiheit der Kunst zu machen, obwohl es doch täglich in der Zeitung stand, dass sie es sind, weil sie das kleine, schwache Amerika gegen die gewaltige nordkoreanische Übermacht verteidigen, bekommt man nun plötzlich Märtyrer der freien Presse frei Haus geliefert!

Die fielen, weil sie sich mit Bleistift und Feder dem Mongolensturm entgegenwarfen – – äh, Moslemsturm meine ich natürlich, sie wissen schon, diese Typen, "alles Kerle", die da scharenweise in unseren Asylantenheimen rumlungern, nix als unsere Weiber bumsen, Haschisch verkaufen, HARTZ4 schnorren und Bomben legen wollen.

 

Update: was soll man sagen: das Blättchen kann jetzt seine Auflage verzehnfachen! http://rt.com/news/220979-charlie-hebdo-million-copies/

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