Wär’s nicht so traurig könnte man ja lachen…

Odessa hat nun von Poroschenko Saakaschwili als Gebietsgouverneur vor die Nase gesetzt bekommen.

Als erstes fällt langsam auf: die Ukraine, das Land, welches unter allen mir bekannten Ländern derzeit jenes ist, welches am, man vergebe mir die unflätige Ausdrucksweise, meisten nationalistischen Dünnschiß quirlt, ist mittlerweile auch das Land, in dem bald jede Führungsposition, von den einheimischen Mafiabossen abgesehen, von Ausländern besetzt ist.

Ob als Müllhalde für ausgemusterte Canaillen wie eben jenen georgischen Traum oder als Zwischenlager für amerikanische Reichensöhnchen wie Biden's Hunter, sie alle werden den einheimischen bevorzugt mit Begründungen, die andeuten, zurückhaltend ausgedrückt, dass die Einheimischen entweder zu blöd oder zu korrupt wären, ihre Geschicke selber zu leiten.

"Hurraaahhh!, wir haben den Euromaidan gerevoluzzt, jetzt fickt uns nach Strich und Faden wie ihr wollt!"

(Und abermals entschuldige ich mich für den sprachlichen Unflat.)

Der Spiegel tat sich besonders hervor mit seriöser Berichterstattung zum Thema:

Spiegel Saka

Ob der Spiegel auch schreibt "Am 11.September 2001 kamen in New York einige Menschen zu Tode, weil 3 Hochhäuser in Brand gerieten" werden wir gegen Ende des Jahres erfahren, die Medien werden uns sicherlich nicht verschonen mit mindestens einer Woche 24 Stunden täglich 'Gedenken an September eleven', und auch der Spiegel wird seinen Teil beitragen.

Schätzen wir es politisch ein: es kann nichts anderes sein, als eine Provokation der Bürger von Odessa!

Ich meine: ein Typ, der mit nem fetten Tritt in den Steiß aus dem eigenen Land rausgeflogen ist und sich dort nicht mehr blicken lassen braucht so er den Knast vermeiden will! Der wegen Korruptionsvorwürfen gesucht wird, was schlecht ausgedrückt ist, weil ja jeder weiß, wo er sich aufhält, nämlich nur wenige Kilometer von der georgischen Staatsgrenze entfernt, wird eingesetzt um die Korruption in Odessa zu bekämpfen, die vor allem darin besteht, dass die Verbrechen der Leute, die ihn einsetzen, nicht aufgeklärt werden.

Irgendwie will man die Leute zur Weißglut bringen, damit der Krieg dort fortgesetzt werden kann, denn gegen die Volksrepubliken Donezk und Lugansk traut man sich nicht mehr.

Dazu passen die Gerüchte, Poroschenko den Friedensnobelpreis verleihen zu wollen. Das Schlimme an dieser Nobelpreisgeschichte ist nicht dass sie auftaucht, das Schlimme ist, dass man sich vorstellen kann, er könne ihn tatsächlich verliehen bekommen!

Lebende amerikanische Präsidenten gehen langsam aus, Clinton fehlt noch auf der Liste. Ich vermute, der hat ihn nur deswegen noch nicht, weil zu viele Demokraten und zu wenige Republikaner Nobelpreisträger sind und die Buschs mit der Auszeichnung zu beglücken würde dann doch sogar Akademiker damit überfordern, eine Begründung zusammen zu erfinden.

Also muss Billie Blowjob leiden. Das Leben ist ungerecht.

Es kann durchaus sein, dass Poroschenko ihn bekommt, denn der Nobelpreis wird ansonsten an willfährige Knechte des amerikanischen Imperiums verliehen, um deren Image auszuwerten.

Voilà, Poroschenko tut Aufwertung not!

Dann können die Ukrainer zwar immer noch nicht visafrei reisen, aber immerhin haben sie die Ehre, die ersten zu sein, die dem Nobelpreiskomitee einen offiziellen Mafiaboss als "and the winner is" zugeführt zu haben.

Möglicherweise verbessert das die Chancen für al Capone postum ausgezeichnet zu werden für dessen Verdienste, den amerikanischen Traum popolär gemacht zu haben.

"Populär" sagen Sie? Nein, vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich schreibe.

Der ärmste, nämlich der amerikanische Traum, hat ja schon wieder am Fußball zu leiden.

Ich erinnre mich noch, als die Fußballweltmeisterschaft in den USA ausgetragen wurde.

Dort gab es zwar keine eingesessene Profiliga, aber dafür haben die Sportbosse von dort offiziell von der FIFA verlangt, die Tore ein paar Quadratmeter größer zu machen, weil das amerikanische Publikum sich bei so wenigen Toren, wie da fallen, langweile.

Kein Witz!

Aber eigentlich harmlos; Amis haben keine Kultur, sie haben nur Entertainment, da kommt so etwas schon mal vor.

Und Unterhaltsames hatte der Angriff auf die FIFA: da will man dem Blatter an das Bein, Sie wissen schon was, (zu viele unflätige Worte sind auch nicht schön) um Fußball gegen Russland zu missbrauchen, da stellt sich heraus, dass es keine Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM an Russland gab, wohl aber an Katar, mit dem man sich eigentlich gut versteht, es diente hervorragend gegen Gaddafi, es dient hervorragend gegen Assad, es wird als Kandidat gehandelt, russisches Gas zu ersetzen – und nun schnellt der Angriff wie ein Boomerang zurück!

Ich würde wirklich gerne lesen, was in 200 Jahren, sollte es dann noch Menschen geben, in den Geschichtsbüchern über unsere Zeit steht.

Lange wird es so nicht weitergehen – oder doch?

Fasst man alles zusammen, was in nur einer Woche an Idiotie und Lächerlichkeit auf der politischen Weltbühne abgezogen wird, dann wirkt es fast wie ein Wunder, dass überhaupt noch etwas funktioniert!

 "Ich halte es nicht für besonders klug, solche Einreiseverbote überhaupt auszusprechen." kommentiert Steinmeier die russischen Einreiseverbote gegen westliche Politiker.

Auf der offiziellen Seite der Bundesregierung kann man finden:

Steingeier

 

Alleine die Behauptung aufzustellen, Russland habe die MH17 abgeschossen, berechtigte Russland zu Sanktionen auch gegen Steinmeier.

Wie sagte Opa immer: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!"

Da sind sie aber ganz schön in ihrer gehirnamputierten Arroganz beleidigt, wenn sie plötzlich ihre eigene Medizin schmecken müssen!

Kein Satiriker hätte ausreichend Phantasie, sich auszudenken, was in einer Woche Berichterstattung durch die Medien geht.

Schon mal Christoph Martin Wieland's  "Geschichte der Abderiten" gelesen?

 

"Indessen konnten gleichwohl Natur, Zufall und gutes Glück mit zusammen gesetzten Kräften einmal so viel zuwege bringen, daß ein geborner Abderit Menschenverstand bekam. Aber wenigstens muß man gestehen, wenn sich so etwas begab, so hatte Abdera nichts dabei geholfen. Denn ein Abderit war ordentlicher Weise nur in so fern klug als er kein Abderit war; – ein Umstand, der uns ohne Mühe begreifen läßt, warum die Abderiten immer von demjenigen unter ihren Mitbürgern, der ihnen in den Augen der Welt am meisten Ehre machte, am wenigsten hielten. Dies war keine ihrer gewöhnlichen Widersinnigkeiten. Sie hatten eine Ursache dazu, die so natürlich ist, daß es unbillig wäre, sie ihnen zum Vorwurf zu machen.

Diese Ursache war nicht, (wie einige sich einbilden) weil sie z. B. den Naturforscher Demokrit – lange zuvor eh er ein großer Mann war – mit dem Kreisel spielen, oder auf einem Grasplatze Burzelbäume machen gesehen hatten –

Auch nicht, weil sie aus Neid oder Eifersucht nicht leiden konnten, daß einer aus ihrem Mittel klüger sein sollte als sie. Denn – bei der untrüglichen Aufschrift der Pforte des Delphischen Tempels! – dies zu denken hatte kein einziger Abderit Weisheit genug, oder er würde von dem Augenblick an kein Abderit mehr gewesen sein.

Der wahre Grund, meine Freunde, warum die Abderiten aus ihrem Mitbürger Demokrit nicht viel machten, war dieser: weil sie ihn für – keinen weisen Mann hielten.

«Warum das nicht?»

Weil sie nicht konnten.

«Und warum konnten sie nicht?»

Weil sie sich alsdann selbst für Dummköpfe hätten halten müssen. Und dies zu tun waren sie gleichwohl nicht widersinnig genug."

 

Es wird ein Wieland sein müssen, den das Schicksal beruft, die "Geschichte der Europäischen Union und ihrer Politiker" zu schreiben. Keinem anderen kann man das zumuten.

 

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