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  • Der Weizen trennt sich von der Spreu

    Ein Herr Florian Rötzer beschwert sich auf Telepolis, dass ihm die Wahlen im Donbass nicht genehm seien.

    Er beschimpft sie als Farce und mahnt an, sie würden den Geist der Buchstaben von Minsk nicht atmen.

    Ich selbst habe die 8 Seiten der Vereinbarung, welche die Wahlen in den Volksrepubliken Lugansk und Donetzk betreffen nicht gelesen, sowohl die Organisatoren der Wahlen als auch das russische Außenministerium in Gestalt Sergej Wiktorowitsch Lawrows persönlich haben dazu eine andere Auffassung.

    Nach dem Debakel der Wahl zur Obersten Rada in Kiew,  (an dem offiziell knapp 50% der Bürger sich beteiligten, inoffiziell hört man Dinge wie dass mindestens 500 000 Wahlzettel, die nicht abgegeben wurden, untergemischt worden sind und wer nicht blind ist, konnte bemerken, dass im Vorfeld der Wahlen eine Atmosphäre der Angst und des Terrors im Lande verbreitet wurde, so, dass von "frei" wählen keine Rede sein kann) begann ja bereits am Montag das Gezeter, die Wahlen in Novorossia seien illegitim, und Steinmeiers Kumpane, er nennt ihn "Lieber Didier", der Schweizer Burkthaler, vermeldete im Namen der OSZE, diese seien mit dem Minsker Abkommen nicht vereinbar.

    Der Faschistenversteher und Sozialdemokrat Steinlaus – äh -meier selbst verbreitete geistige Umweltverschmutzung der Art, die Wahlen würden irgendeinem Friedensprozess schaden.

    Der studierte Herr Philosoph Rötzer, seines Zeichens wohl ein Freund der französischen Theorie, also des geistreichen Geschwafels um des geistreichen Geschwafels willen, ist denn ein akademischer Schuster, der bei seinen Leisten, geistreich schwafeln, bleiben hätte sollen, aber bitte nicht politisch analysieren, sofern sein Artikel nicht dem Zweck dient, den Sozis um Schröders Mops und den Frong-Walder in den Allerwertesten zu kriechen.

    Durch seinen Artikel gelingt ihm nämlich nicht mehr denn sich als Propagandaschwätzer der impertinentesten imperialen Arroganz zu offenbaren.

    Dass Steinmeiers "Lieber Didier" die Position der Macht und nicht die des Volkes einnimmt, brauch kaum erklärt werden. Was sind schon ein paar russische Bergarbeiterfamilien im Vergleich zu den internationalen Kunden der Schweizer Banken, da denkt man nicht lange nach, mit wem von beiden man sich's als Repräsentant der Eidgenossen verscherzt, wenn schon die Entscheidung, mit wem von beiden man sich solidarisiert, ansteht.

    Nun, ich bin ein sozialer Mensch, ich helfe gerne unserem Philosophen Rötzer beim Herabblicken vom hohen Ross auf das tumbe Volk auch etwas zu sehen!

    In den Niederungen des Donbass ist es nämlich so: das Entscheidende war die Wahlbeteiligung!

    Die Fotos und Videos, welche deutlich ein hohes Interesse an der Wahl dokumentieren, sprechen für sich: man geht zu dieser Wahl, um zum Ausdruck zu bringen, dass man sich von einer Zentralregierung, die Cluster- und Phosphorbomben auf einen wirft, losgesagt hat!

    Man geht zur Wahl, um auszudrücken, dass man eine EU, die eine solche Zentralregierung in ihrer Bestialität unterstützt, nicht als neuen Herren anerkennt!

    Das freilich mag unseren Philosophen schmerzen, da er doch als Studiosus der akademischen Fabulierkunst sorbonnescher Prägung zum Weltenlehrmeister in Sachen Demokratie und Freiheit auserkoren ist, und als bundesdeutscher Autor die Demokratie geradezu mit der Muttermilch eingesogen hat.

    Rötzer steht nun da als einer von vielen, der ganzen Mischpoke aus Politikern und Journalisten der EU namentlich, welchen klar dargelegt wurde, sie hätten sich um ihren eigenen Dreck zu kümmern und nicht in die Angelegenheiten des Donbass einzumischen!

    Freilich, sich um den eigenen Dreck kümmern bereitet seit langem Kopfschmerzen, die EU ist ein Desaster und der Euro ein gefräßiger Moloch, da erteilt man lieber Menschen fremder Regionen Lehrstunden in Sachen Demokratie und beschimpft ihr politisches Handeln als Farce.

    Was bedeutet es schon, wenn die Leute zu einer Wahl Schlange stehen, die von der Weltgemeinschaft unter Washingtons Gnaden als juristisch illegal deklariert wurde!

    Wo Wahlen doch heißt, alle 4 Jahre an einem Sonntag einen  Zettel irgendwo einzuwerfen und den Rest der Zeit die Fresse zu halten uns alles zu schlucken, was die lucky winner treiben und beschließen!

    Der Sozaldemokrat Steinmeier mag nicht ganz unrecht haben mit seiner Furcht um den Frieden in der Ukraine: nicht deshalb, weil es völlig absehbar ist, dass seine Freunde in Kiew wieder versuchen werden, den Donbass mit Waffengewalt niederzuschlagen, das hat den Frong-Walder noch keine Sekunde gestört, sondern weil die Hälfte der Bevölkerung im Staate Ukraine, die letzten Sonntag nicht wählen gegangen sind, durch die Zivil-Courage der Neurussen sich agitiert fühlen könnten, das Geschmeiß in Kiew, mit dem der Frong-Walder sich so brüderlich vereint, aus Kiew zu verjagen!

    Sicher ist jetzt schon, dass die laufenden Investitionen in den Putsch unter Frag-Walders Beteiligung sich nicht rentieren.

    Sie laufen fort und fort. Jetzt kann die EU erst mal die Gasrechnungen Kiews bezahlen, die Waffen bezahlen, welche gegen den Donbass eingesetzt werden, die Gehälter und Renten im Zuständigkeitsbereich Kiews und was sonst noch alles. Ach ja, genau, die Ausfälle für den beendeten Handel der europäischen Agrarindustrie mit Russland, die Arbeitslosenunterstützung für die Firmen, die wegen der Sanktionen eingehen – der französische Schiffbauer wird bei Nichteinhaltung der Verträge Milliardensummen verschlingen -, der zurückgehende Absatz für Neuwagen aus Deutschland, weil die Russen als Kunden auf Dauer zunehmend wegfallen…

    Verbrannte Gelder und ausfallende Umsätze, nur um von den Bürgern des Donbass gesagt zu bekommen: "Geht scheißen!"

    Ich weiß nicht wie dumm der sozialdemokratische Steinmeier sein muss, dass er geglaubt hat, er könne mit Waffengewalt seine Putschisten in Kiew zum Erfolg führen.

    Bedrohlich wirkt die Propaganda.

    Der Herr Rötzer ist einfach nur weltfremd. Er bringt es mit dem Wort "Demokratie" einfach nicht in Einklang, wenn die Leute im Donbass sagen: "So, und nun bestimmen wir, wie wir unser Leben gestalten!", wo er doch als Studiosus der hohen Pülosophiererei viel besser weiß, was richtig für die Leute ist, er hat es ja schließlich in München an der Uni studiert.

    Bedrohlich werden die üblichen Verdächtigen, die schon wieder neue russische Truppen herbeihalluzinieren:

    Fatzratz

    Man beachte die Formulierung der FAZ "in die von Separatisten besetzten Gebiete".

    Also: die Leute, die dort wohnen, sind Separatisten. Nun, das kann man so stehen lassen. Aber, dass sie ihre eigene Region, mit der sie separieren wollen, besetzt haben??? Wohingegen die westukrainischen Schlächterbanden… was sind?

    Das nur nebenbei. Wichtig ist: die Presse intensiviert ihre psychologische Kriegsvorbereitung!

    Die Mäuse, die in die Zerstörung der Ukraine investiert worden sind, sollen sich auszahlen. Der Preis ist Blutvergießen. Für den sozialdemokratischen Steinmeier ist dieses Blutvergießen geradezu parteigeschichtlich gebotene Ehrensache: zielen die Volksrepubliken Donetzk und Lugansk doch auf die Enteignung der Oligarchen und die Vergesellschaftung der dortigen Rohstoffe ab!

     

     

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