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  • Zwischen Neujahr und Christi Geburt in Kiew

    da ja die orthodoxen Weihnachtsfeierlichkeiten am 6. Januar beginnen.

    Ich verknüpfe eine knappe Aktualisierung über die laufenden Ereignisse mit einer Kritik an einem Jahresrückblick Ukraine der russischen Nachrichtenagentur Itar-tass, deutsch nachlesbar hier, in dem an Realitätsverzerrung und Ärgerlichkeit die russischen Journalisten ihren deutschen Kollegen in nichts nachstehen, wenngleich in andere Richtung und aus anderer Motivation heraus – aber darüber, warum russische Medien Ukrainer gerne als einen Haufen Trottel darstellen mag jeder selber spekulieren.

    Ich zäume das Pferd von hinten auf: die russischen Freunde beschwören die Gefahr eines Bürgerkrieges – ich kann's ja verstehen wenn Journalisten dramatisieren, wir von der schreibenden Zunft müssen konkurrieren mit YouTube-Snuff, Egoshootern und knackiger Hollywood-Action, die auch noch mit richtig sexy Girls daherkommt, gegen die unsere Buchstaben alleine schon optisch nichts zu bieten haben, aber keinesfalles sollte man die Grenze zur Desinformation überschreiten.

    In der Ukraine besteht nicht die mindeste Gefahr eines Bürgerkrieges!

    Sylvester auf dem Maidan hat das in eindrucksvoller Weise besiegelt: es waren tatsächlich wie jedes Jahr viele Tausende dort, diesmal sicher noch mehr als sonst, um Feuerwerk zu gucken und die Unabhängigkeit des Landes zu feiern – und zwar aus allen Schichten und Lagern, bei Zero Politik, als WÜRDE ES GAR KEINE NERVIGEN OPPOS GEBEN!

    Auf dem Maidan ist ein Zeltlager für Obdachlose, die in gasbeheizten Zelten wohnen dürfen und kostenlos Essen bekommen, dafür müssen sie brav ja zu Oppositionspolitikern sagen, ein Teilzeit-Job für die Ärmsten des Landes also.

    Eine blutige Gefahr besteht allerdings doch: kein Bürgerkrieg, aber ein  nicht unerklecklicher Haufen militanter NAZIs, die selbstbewusst nach der Macht greifen und angeheizt werden durch europäische und amerikanische Dunkelmänner!

    Die haben ihren jährlichen Stepan-Bandar-Fackelzug denn diesmal auch mit mehr Beteiligung durchgezogen als sonst.

    UKRAINE-HISTORY-POLITICS-BANDERA-MARCH

    Dabei kam es zu einem Zwischenfall, bei dem einzelne Brandsätze in ein Hotel warfen.

    Das führt allerdings dazu, dass die NAZIS vom Rest der Bevölkerung eher weiter isoliert werden.

    Die Gefahr ist also nicht der Bürgerkrieg, die Gefahr sind etwa 10000 militante NAZIS, die Sabotage, Provokation, Übergriffe etc veranstalten und von der EU dafür belohnt werden.

    Sogar unser politisierender Preisboxer hatte sich dazu hinreisen lassen, sich zaghaft von dem Spuk zu distanzieren, was ihn aber nicht davon abhält, sich weiterhin mit Jazenjuk und Tjagnibok zum Affen zu machen.

    Diese Affigkeit hat einen neuen Höhepunkt erreicht:

    Einer von Knastjules Anwälten, ein Herr Serhiy Vlasenko, wurde vor einiger Zeit von seiner Ehefrau angezeigt, er würde sie misshandeln., konkret, nachdem er sie geschlagen habe.

    Diese Woche hat der Strafprozess gegen ihn begonnen, und unsere 3 Oppositionsführer halten Reden: das sei natürlich ein Komplott der Justiz mit der Regierung, der Mann ist ein Engelchen an Tugend und solle nur abgesägt werden, weil er sich heldenmutig für Madame Tymoschenko einsetzt und die EU und die USA müssen ihm gegen diese Ungerechtigkeit zu Hülf eilen. Oppo ist, scheint es, derzeit insofern eine lukrative Sache, da man versuchen kann, für  jedes soziale Verbrechen, das man begeht, straffrei auszugehen, indem man es als Regierungskomplott tituliert und von der EU dafür gefördert wird – Knastjule hat vorgemacht, wie's geht!

    Nicht nur Herr Klitschko selbst scheint eine hoffnungslose politische Weichbirne zu sein, sondern ebenso seine Berater:

    Immer mehr Dinge kommen in Umlauf, die ihn als ausländischen Agenten dastehen lassen, wie etwa dieses Video, das belegt, dass Israel ein Interesse daran hat, die UDAR und Vaterlandand an die Macht zu buxieren, in dem Vertreter Israels dem von Juschtschenko und Tymoschenko eingesetzten Botschafter der Ukraine in den USA Oleh Schamschur Gelder zusagen:

     

    Die exponentiell sinkende Zustimmung, welche die Oppos in der Bevölkerung genießen, versucht Klitschko nun wett zu machen, indem er sich mit dem Vizepräsidenten des Europaparlamentes Gianni Pitella trifft und ihm erklärt, moralischer Support genüge nicht, die EU müsse Sanktionen gegen die ukrainische Regierung verhängen.

    Naja, ob eine Strategie: will das Volk mich nicht an der Macht, die EU aber schon, dann muss die EU eben besser nachhelfen! – so erfolgreich sein wird, darf bezweifelt werden. Bin gespannt, wann der Mann zu seinem festen Wohnsitz in Hamburg zurückkehrt und sich zur Exiloppositionsführung ausruft.

    Vielleicht hat er aber auch Manschetten nach Hamburg zurück zu fahren, weil dort die Bullen eben wirklich so brutal zuschlagen, wie Klitschkos Hausblatt BILD von der Ukraine behauptet.

    Hier können Sie sich ein paar Szenen davon ansehen, was unser Preisboxer und die EU "friedliche Demonstranten" und "brutale Polizei" nennen:

     

    Womit wir bei der Polizeistrategie sind. Hier liegt Itar-tass micht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig.

    Der Vergleich mit der Orangenrevolution drängt sich natürlich auf und es war von den Otporstrategen auch so geplant.

    Es gibt 2 Gründe, warum es diesmal chancenlos war.

    Die Präsidentsschaftswahlen, die jener vorausgingen fanden zwischen dem Chef der ukrainischen Zentralbank Juschtschenko und dem Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftswissenschaften Janukowitsch statt und wurden von letzterem denkbar knapp, es ging um ein halbes Prozent, gewonnen.

    Nachdem in der Ukraine, ebenso wie in Russland, die 90ger Jahre von Anarchie des Typs Chicago 1930 geprägt waren und das Land gnadenlos von Gangstern in den Ruin getrieben wurde, hatte man nun 2 Wirtschafts-Koryphäen als Kandidaten, die beide gleichermaßen das Vertrauen der Bevölkerung genossen, und in die beide aufgrund ihrer Qualifikation die Hoffnung gesetzt wurde, für geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sorgen zu können.

    So gelang es dem Westen, mit einer Color-Revolution den Wahlverlierer doch noch an die Macht zu putschen, da dieser, Juschtschenko, den modernen Neocon-Lehren anhing, und somit dem Westen nützlicher ist, wohingegen Janukowitsch konservativ ist und auf die Entwicklung der Realwirtschaft setzt. (NATO-Interessen spielen natürlich auch eine Rolle, die von Juschtschenko befriedigt und von Janukowitsch abgelehnt wurden).

    Und über Juschtschenko wurde bekanntermaßen die Ma Baker der Ukraine Tymoschenko zur bestimmenden Figur der Politik, was den Ruin des Landes erheblich vertiefte.

    Diesmal standen die Zeichen von Hause aus für die "Rövölütionöre" schlecht, weil Professor Dr. Janukowitsch fordert heraus – wer -? Ein Preisboxer?

    Es gibt also nur eine Möglichkeit, Erfolg zu haben, man provoziert Ärger, um die natürliche Abneigung des Volkes gegen staatliche Repression einspannen zu können.

    Diese Orangenparty liegt nun bald 10 Jahre zurück und die Polizeistrategen haben im Gegensatz zu den Revos gelernt – nach anfänglicher Konfrontation wurden schlicht die federführenden Beamten ausgetauscht und die mit den modernen Methoden damit betraut, dem Euromaidan zu begegnen.

    Die Polizei bekam die Aufgabe zur Verhinderung des Schlimmsten präsent zu sein, aber im Wesentlichen passiv zu bleiben. Straftäter werden erfasst und katalogisiert.

    So gesehen hat Itar-tass recht, als die Mittel der Color-Revo umgedreht wurden und die Oppos in die Leere rannten. Und mit ihrem Gejammer über den bösen Staat sich lächerlich machen.

    So würdelos die Selbstinszenierung der Täter als Opfer auch ist, so bleibt sie dennoch als Waffe des Imperiums gefährlich: wir müssen damit rechnen, wenn die Behörden die Faschisten stoppen müssen, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es dazu kommen wird, sowohl die EU als auch die USA als Schutzmacht der Faschisten auftreten und wir können uns sicher sein, dass Bessermenschen wie Amnesty International und möglicherweise Human Rights Watch das entsprechende Menschenrechtskonzert zu Gunsten der armen Faschisten anstimmen werden.

    Dann werden möglicherweise auch die Sanktionen gegen die Regierung, die unter gegenwärtigen Umständen lediglich jenen Verfahren vor internationalen Gerichten einbrächten, die sie verhängen, aktuell.

    Das bringt uns zur Wirtschaftspolitik.

    Kein Land westlich von Russland hat so gute Voraussetzungen, unabhängig wirtschaftlich zu prosperieren als die Ukraine. Die Ukraine hat alles, vielfältige Bodenschätze, nicht nur Kohle und Eisen, sondern auch andere Metalle wie Gold, sie hat reichlich Seltene Erden, die heute noch wertvoller sind als Gold, Mineralien aller Art etc. die im Boden schlummern. Es ist sogar ein gewißes Kontingent an Erdöl und Erdgas vorhanden, das den Eigenbedarf viele Jahre lang decken kann.

    Landwirtschaftlich braucht man nicht reden, alles von Korn, Gemüse, Viehzucht, Wein etc. kann reichlich gesät und geerntet werden. Sie hat Fischgründe.

    Sie hat reichhaltige Kulturgüter und fast unberührte Naturschätze um Touristen zu befriedigen. Sie hat eine gut ausgebildete Bevölkerung.

    Die wirtschaftlichen Probleme der Ukraine haben 2 Ursachen: die erste ist, dass die Ukraine über Jahrhunderte in das russische Reich integriert war und wirtschaftlich lediglich den Interessen Moskaus, oder was den Westen betrifft, wechselweise den Interessen Polens und Österreichs untergeordnet war. In der Zeit der UdSSR war sie Bestandteil der Sowjet-Ökonomie und den Plänen dieser untergeordnet.

    Sie muss also, seit der Unabhängigkeit, erst eigene Strukturen entwickeln. In der Anfangszeit war sie den Raubzügen von Gangstern ausgesetzt, was weitere Nachteile verursacht hat. Erst seit Tymoschenko gefeuert wurde, konnte die Ukraine beginnen, wirksame Wirtschaftsmechanismen zu entwickeln und aufzubauen.

    Das ist sehr schwierig. Was fehlt, ist Investitionskapital, um eine Realwirtschaft aus Produktion und Dienstleistung aufzubauen. Um ihre Möglichkeiten voll entfalten zu können benötigt die Ukraine 15 bis 20 Jahre Zeit.

    Das verlangt Geduld und harte Arbeit.

    Hier nun die 2. Ursache, mangelndes verfügbares Investitionskapital.

    Das einzige, was die Ukraine daran hindern kann, ein prosperierendes Land zu werden, sind die EU und die USA. Sie würden das Land in Abhängigkeit vom westlichen Kapitalmarkt bringen und seine Schätze plündern.

    Unter Juschtschenko/Tymoschenko wäre die Ukraine fast dem IWF anheimgefallen, die gegenwärtige Regierung konnte sie gerade noch im letzten Augenblick aus dessen Falle befreien.

    Sehr zum Groll des IWF zahlt die Ukraine pünktlich die Schulden, welche die Vorgängerregierung gemacht hatte, ohne die brutalen, völkermörderischen Verpflichtungen einhalten zu müssen.

    Das ist eigentlich auch das Hauptärgernis des Westens an dem Russland-Deal – dass die Ukraine nicht die Austeritätsmaßnahmen verwirklichen muss, die der IWF verlangt hätte.

    Im Gegenteil: Janukowitschs Plan ist klug: er sieht statt Entlassungen, Lohnkürzungen und Subventionsstreichungen Lohnerhöhungen vor, was zu mehr Kapitalzirkulation im Land führen wird, die nun von Russlands Krediten finanziert werden, und die Schaffung von mehr produktiven Arbeitsplätzen, die über chinesische Investitionen und später auch über russische, erreicht werden. Die Ukraine könnte, wird dieser Kurs erfolgreich weitergefahren, zu einem lebenden Gegenbeispiel zu Merkels Alternativlosigkeit werden mit der Spar-dich-ins-Grab-oder-bist-du-Frau-ins-Puff-Politik.

    Die Freunde von Itar-tass unterschätzen Präsident Janukowitsch gewaltig, wenn sie in der Ukraine Stillstand sehen. Es sind eben nur keine spektakulären Maßnahmen, sondern solche, die langsam und stetig dem allgemeinen Wohlstand heben.

    Es ist zu hoffen, dass die Bürger der Ukraine das Einsehen und die Geduld aufbringen, welche eine solche Politik zum Erfolg benötigt, und nicht auf die Sprüchklopferei des Westens hereinfallen.

    Hierfür richtet das Handelsministerium eine Telefon-Hotline ein, bei der sich die Bürger über Themen die EU betreffend informieren können. Vor allem aufgrund der technologischen und industriellen Dominanz des Westens muss natürlich ein Modus gefunden werden, der für ukrainische Bürger günstige Bedingungen erwirkt, an die begehrten Waren heranzukommen. Das kann  ja jeder ehrliche Mensch verstehen, ich habe mir eben zu Weihnachten auch ein geiles Xperia Z1 geschenkt, obwohl mein 10 Jahre altes Samsung-Handy zum Telefonieren allemal noch gut wie am ersten Tag ist.  Es bringt den Leuten aber nichts, wenn sie arbeitslos sind und das Z1 nur im Schaufenster eines Bonzenladens bewundern können. Und genau um das zu verhindern stehen die trilateralen Gespräche Russland-Ukraine-EU auf der Tagesordnung.

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  • Herr Vitali Klitschko steckt bis zum Hals im Sumpf

    Eine kurze Pressemeldung sollte keinesfalles unbedacht übergangen werden:

    Klitschko hatte sich mit Guido Westerwelle in Berlin getroffen: AZ und andere melden, er habe den bundesdeutschen Außenminister gebeten, zur Tat zu schreiten und gegen die Ukraine vorzugehen, und jetzt das Wichtigste: Vertreter des ukrainischen Staates mit Sanktionen zu belegen!

    Nun ist es ja kein Geheimnis, dass Herr Klitschko kein eigenes politisches Denken hat sondern bei Westerwelle war, um vom deutschen Außenministerium gebrieft zu werden, wie er sich weiter zu verhalten hätte, und Westerwelle hat in Wirklichkeit Klitschko gesagt, was Klitschko dann vor der Presse vertritt.

    Mit diesem Auftritt unseres Celebs geht er aber über die Rolle des naiven Handlangers hinaus: Er wird, indem er sich in eine solche Offensive einbinden lässt, zum ausländischen Agenten!

    Wir bewegen uns auf eine Situation zu, die es immer schwerer macht, diesen Mann nachsichtig zu bewerten.

    Er sinkt auf das Niveau der unappetitlichen Gangsterbraut Timoschenko und deren London-Paris-New York-Tochter herab, welche die dazugehörige Karte spielen und vor der „Janukowitsch-Diktatur“ „warnen“.

    Damit zeichnet sich das Muster ab, wie es sich jedesmal ergibt, wenn EUUSA ein Land ins Fadenkreuz nehmen.

    Oberflächlich betrachtet mag es weit hergeholt klingen, sich zu fragen: „Und, wann wird das „Ukrainian National Council“ ins Leben gerufen?“ In der Tat aber ist die Frage naheliegend!

    Und wir müssen sie uns zur Schande unseres Boxweltmeisters stellen!

    Dafür gibt es mehrere Gründe:

    1. Zu einer O-Saft-Revolution reloaded werden nicht ausreichend Menschen in der Ukraine mobilisierbar sein. Diese Option fällt flach. Wer sich einmal reinlegen lässt ist ein Opfer, wer sich zweimal reinlegen lässt ein Idiot, und die Ukrainer sind keine Idioten.

    Da setzt die klassische Form der Low Intensity Warfare ein: Subversion, zunächst sporadischer Terror etc. politische Instabilität und handlungseingeschränkte Institutionen.

    Die Abkommen zwischen EU und Ukraine werden nicht ratifiziert: das bedeutet Handelsnachteile für die Ukraine, Verteuerung der Waren aus der EU und in diesem Falle vor allem: eine restriktive Visa-Politik.

    Wird offen in der Presse über Sanktionen gesprochen, können wir davon ableiten, dass die Sanktionen beschlossene Sache sind. Sie müssen nur noch verkauft werden, und der Zuschlag für diese Aufgabe ging an Vitali Klitschko! Sanktionen sind der erste erklärte Angriff.

    2. Auch wenn der Focus derzeit auf Libanon-Syrien-Iran liegt, der Weg nach Moskau führt über Kiew! Nicht vergessen, die Russische Schwarzmeerflotte hat ihren Heimathafen in der Ukraine. Russlands Position die Aggression des Imperiums in mittleren Osten eindämmen zu können ist schwach genug, entsprechend große Probleme mit der Ukraine könnten hier geradezu eine Achilles-Ferse werden. Im NATO-Osterweiterungskonzept, das die gesamte Fläche Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Moldawien, Weißrussland und Ukraine umfasst, ist die Ukraine der bedeutendste Faktor. Weißrussland fällt aus und Armenien derzeit auch. Georgien hat die NATO mehr oder weniger in der Tasche, aber es ist nur ein Stützpunkt. Die Ukraine ohne einen einzigen Schuss zu erobern verpasst dem gesamten antiimperialistischen Widerstand einen kaum wettzumachenden Schlag.

    Man nimmt sich mit Syrien noch etwas Zeit. Der Franzose Hollande tritt erstaunlich leise und hat den Ball erstmal London zugespielt, London tippelt unbeholfen. Ich meine, Assad geradezu auf den Knien anzuflehen, dem Imperium doch bitte den Gefallen zu tun und sein Land aufgeben, damit steckte Cameron sich ja geradezu die rote Clownsnase ins Gesicht. Andere Verlautbarungen aus der Themsenstadt, der Einsatz britischer Truppen sei in wenigen Monaten organisierbar sagt in dem Zusammenhang eher aus „Hilfäää, wir sind noch nicht soweit…!“

    3. Leider ist das mit dem Reinlegen in Deutschland ein Kinderspiel – die deutschen Schafe blöken mit dem Hammel! Der Taschenspielertrick, einen Präsidenten oft genug Diktator nennen, ein bis zwei Identifikationsfiguren als Oppositionsführer ausrufen, das Bild vom bösen Staat und dem armen unterdrückten Völkchen zeichnen funktioniert jedesmal. Es gibt zwar immer mehr Skeptiker, aber unterm Strich bewegt sich das immer noch im Bereich verschwindend kleiner Minderheit. Dem Deutschen die Butter vom Brot zu nehmen reicht nicht, man kann ihm verklickern, das sein zu seinem eigenen Besten. Erst wenn das Brot auch weg ist, fängt er an sich zu wundern, warum es zu seinem eigenen Besten sein soll, dass er nichts zu essen hat. Und dann können immernoch Presse, Politiker und Wissenschaftler ihm weis machen, dass er viel zu fett ist und sein Vorteil darin besteht, endlich Diät zu machen.

    Mit Timoschenko hat man zwar eine ideale Partnerin, um das Land von Brüssel und Berlin aus regieren zu können: eine Verbrecherin, die am seidenen Faden hängt kann gar nicht erst auf die Idee kommen, auch mal eine eigene Entscheidung zu treffen, gar eine, die ihren Herren missfällt, man hat sie vollständig in der Hand und wenn man sie fallen lassen will, ist das nur eine Frage von ein paar Telefonaten. Man braucht aber jetzt noch den Tribun, der Massen ziehen kann. Ein international geachteter Sportler und Medienstar ist da ein ebenfalls perfektes 2. Pferd im Stall. Was die Ukrainer wovon halten, interessiert das Imperium nicht, der eigene Plebs muss ruhig gehalten werden.

    Die Ukraine wäre ein Land, das wirklich Möglichkeiten hat in vergleichsweise kurzer Zeit sich Wohlstand aufzubauen. Ein breites Spektrum an Bodenschätzen, unerschöpfliche landwirtschaftliche Möglichkeiten, Natur- und Kulturschätze und eine – noch – gut gebildete Bevölkerung.

    Es wäre ein Jammer, fiele sie der EU in die Hände.

    EU-Politik sollte nunmehr bekannt sein: Sie lockt mit billigen Bonbons; die sind lecker, aber leider wohldosiert mit Heroin vergiftet.

    Hat das Heroin die Beschenkten süchtig gemacht, werden sie ganz plötzlich verdammt teuer. Der Süchtige aber brauch jetzt immer mehr davon und er zahlt, bis er nichts mehr hat und vergiftet sich dabei langsam aber unweigerlich zu Tode.

    Klitschko ist zum Promotion-Angestellten für die Billigbonbons geworden.

    Und macht sich die NATO dort erst einmal breit, dann ist die Kacke wirklich fett am Dampfen!

     

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  • Im Osten nichts Neues

    Wenn auch an unbedeutenderer Stelle als Seite 1, so geht das Gezeter über Wahlfälschungen in der Ukraine Runde um Runde weiter, um die Boxersprache zu bemühen.

    Die NZZ zitiert indirekt aus der politischen Suppenküche Vitali Klitschkos: „Der Profiboxer und Udar-Chef Vitali Klitschko kritisierte die von der Partei der Regionen relativ kurz vor den Wahlen durchgesetzte Änderung des Wahlgesetzes, die nicht mehr allein auf den Parteienproporz abstellt, sondern für die Hälfte der Sitze die früher abgeschafften Einerwahlkreise wieder einführte. Klitschko sagte, das Gesetz begünstige in den Einzelwahlkreisen Manipulation, weil es auf breiter Basis die Anfechtung von Resultaten ermögliche.“

    Hierzu sind 3 Anmerkungen zu machen.

    Die erste: Ich glaube kaum, dass Herr Klitschko sich diesen Blödsinn selbst ausgedacht hat, sondern von seinen CDU-Auftraggebern diese Aussagen eingeflüstert bekommen hat. CDU-Auftraggeber sei zu hart ausgedrückt? Dann lesen sie es selbst auf der offiziellen Webseite des CDU-Abgeordneten Jostmeier, wo es wörtlich heißt: „Klitschko wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung damit beauftragt, in der Ukraine eine christlich-konservative Partei unterstützend mit auf die Beine zu stellen und zu etablieren. Seine Aufgabe als Parteichef der „Ukrainischen demokratischen Allianz für Reformen“, UDAR (Ukrajinskyj demokratytschnyj aljans sa reformy) nimmt er dabei sehr ernst. Auf dem Weg zu einem politischen Schwergewicht wünschte Jostmeier ihm weiterhin viel Erfolg.“

    Schockierend ist die Selbstverständlichkeit und Dreistigkeit, mit welcher unsere EURO-Bürokraten sich einbilden, die Geschicke anderer Länder diktieren zu können. Da lobt man sich die Gesetze der Volksrepublik China, wo Leute für ein solches Verhalten im Knast landen.

    Ein  wenig mehr Selbstbewusstsein, Українці, es ist euer Land und wenn es weg ist, bekommt ihr kein neues mehr!

    Natürlich wünsche ich Herrn Klitschko keinen Knastaufenthalt, sondern es geht darum, dass Parteien aus der Mitte des Volkes gegründet werden sollten und orientiert an den Interessen der Bewohner des Landes und nicht im Dienste der Herrschaftsinteressen ausländischer Mächte.

    Oder sollte ich lieber sagen, man lobt sich die Gesetze der USA, wo man für solch ein Verhalten im Knast landen würde? Vorausgesetzt, man wird nicht als ausländischer Agent postwendend und ohne Verhandlung hingerichtet, was ein häufiger Umgang der US-Behörden mit Personen ist, die im Dienste ausländischer Mächte gegen die nationalen Interessen der USA verstoßen.

    Vitali Klitschko ist bisher nicht mit besonderem Verständnis in politischer Theorie auffällig geworden und diese Aussagen propagieren schlicht die Vorstellungen deutscher Bundestagsparteien, denen zu Folge das Volk zu entmündigen ist und die Auswahl von Abgeordneten und Regierung Aufgabe der Parteien sei.

    Bringt mich zu Anmerkung 2: Die Partei der Regionen arbeitete jahrelang daran, die Gesetze rückgängig zu machen, welche die direkte Wahl von Abgeordneten abgeschafft hatten. Dass es erst wenige Monate vor den Parlamentswahlen gelungen ist liegt daran, dass die Opposition ständig mit Randale und ähnliche Mitteln effektive politische Arbeit im Parlament behindert.

    Natürlich ist es demokratischer, wenn die Bevölkerung selbst bestimmen kann, wer sie im Parlament vertritt. Das muss nicht erklärt werden.

    Das würde Manipulationen begünstigen? Das ist ja wohl der totale Witz! Betrachten wir uns nur Deutschland: die Auswahl der Abgeordneten ist nichts als Manipulation! Eine Bundestagspartei in Deutschland ist eine Karriereapparatur, sonst nichts. In einer solchen Partei macht derjenige Karriere, der am wenigsten eine eigene Meinung hat und am überzeugendsten ihm vorgeschriebene Meinungen vertreten kann. Und wer die Karriere gemacht hat, wird dem Volk als Vertreter vorgesetzt. Verlieren kann er dabei nicht, denn sobald er untragbar wird, zieht er sich aus der Politik zurück und sammelt die Belobigungen von der Wirtschaft ein.

    Und so vertritt denn auch Herr Klitschko keine eigene Meinung, sondern die, zu welcher er in der Konrad Adenauer Stiftung gecoacht wird.

    Dritte Anmerkung: dass „in den Einzelwahlkreisen Manipulation“ begünstigt seien, „weil es auf breiter Basis die Anfechtung von Resultaten ermögliche“ ist eine Aussage, die sich nun wirklich jeder Logik entzieht.

    Es ist sogar grotesk, wenn man in Betracht zieht, dass die Timoschenko-Klitschko-Swoboda-Opposition jedesmal, wenn sie eine Wahl verliert, Rabatz macht um die Wahlergebnisse zu sabotieren.

    Wie es Wahlbeobachtern ergeht, die sich nicht an dem vorbereiteten Geschrei über Wahlfälschung beteiligen, kann man in einem, wie immer hervorragend recherchierten, Artikel von Alexandra Bader auf Ceiber-Weiber nachlesen: „Das BZÖ und die Wahl in der Ukraine“.

    Unterziehen wir das Wahlergebnis der Betrachtung durch die Logik:

    Bei Auszählung von 99,98% der Stimmen haben wir folgende Ergebnisse:

    Partei der Regionen: 30,00%

    Kommunistische Partei: 13,18%

    Das ist das Regierungsbündnis, macht zusammen: 43,18%.

    Dann:

    Batkiwschtschyna (Timoschenkos Bündnis): 25,54%

    UDAR (CDU-Klitschko): 13,96%

    Swoboda (Faschisten): 10,44%

    Macht zusammen: 49, 94%

    Wer auf der gesamten Welt wäre so bescheuert, eine Wahl zu fälschen ohne sich dabei eine komfortable Parlamentsmehrheit zu verschaffen?

    Insbesondere in der Ukraine, wo man genau weis, dass die Oppos EUUSA-gesponserten Ärger machen werden, wenn sie eine Wahl verlieren.

    Herr Klitschko, Herr Klitschko, falsches Spiel war bisher nicht ihr Ding: steigen sie aus, bevor es zu spät ist!

    Wer einem Gegner im Boxring gewachsen ist, der ist noch lange keinem „Freund“ in der Politik gewachsen! Sie tun sich keinen Gefallen, sie tun ihren Landsleuten keinen Gefallen, und der Union einen Gefallen zu tun wird sich nicht lohnen. Sie sollten die preußische Regel lernen: „Ist die Zitrone ausgepresst,wirft man die Schalen weg!“ Nicht um sie anzuwenden, sondern um zu begreifen, in was sie hineingeraten sind.

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