• Tag Archives Alexis Tsipras
  • Die Ukraine wird Europa!

    Natürlich nicht so, wie naive UkrainerInnen sich das vorgestellt hätten, und nein, es wird für sie auch in absehbarer Zeit keine Reisefreiheit geben.

    Und natürlich ist der Titel irreführend: was ich sagen will ist: Europa wird ukrainische Verhältnisse bekommen, unausweichlich und brutal, bereitet euch darauf vor!

    Wie sagte nicht William Hurt in "Dark City": "Nobody ever listens to me!"

    Ich werfe Alexis Tsipras nichts vor.

    Die "Tsipras hat Griechenland verraten aka das griechische Volk verraten!"-Pathetiker widern mich an. Dummes Gerede!

    Tsipras hatte schlicht keine Chance! Alleine gegen die ganze Brut aus Betonköpfen und Geldgeilern: Was hätte er denn tun können?

    Zurücktreten?

    Damit hätte er auch zukünftige Optionen weggeworfen, die nicht, noch nicht, im Gespräch sind.

    Die Technokraten und Cognak-Säufer, die Griechenland in die Situation gebracht haben, aus der er es herauszuführen angetreten ist, kehrten zurück und "die Welt wird was sie war, eine Heimat für Herren und Sklaven" (Zitat Heiner Müller).

    Merkel spekuliert darauf, dass sie ohnehin zurückkehren, Martin Schulz spekuliert darauf, ihre Gefolgschaft tut es.

    Aber das ist jetzt nicht mehr wichtig.

    Europa wird zerfallen, euphemistisch gesprochen. Es wird, genau genommen, explodieren, oder noch genauer: implodieren und dann explodieren.

    Ich erinnere mich: Europa ist eine verlassene Mätresse des Zeus, die auf Geheiß Heras in ein Rindvieh verwandelt wurde!

    Ein Opfertypus, genau genommen.

    Und heute erleben wir es wieder!

    Genau jene haben sich durchgesetzt, die längst versagt haben und stur weitermachen wie bisher und lügen und betrügen im Glauben, ihr Versagen falle schon nicht auf.

    Die Pressehunde bellen ihnen Beifall.

    Möglicherweise ist es insgesamt die letzte Krise der alten europäischen bürgerlichen Klasse, die nach dem 1.Weltkrieg die politische Macht von der Aristokratie übernommen hat und schon, relativ zur Aristokratie in sehr kurzer Zeit, bereits als herrschende Klasse scheitert.

    Es wird zum Bürgerkrieg in Europa kommen, wie es zum Bürgerkrieg in der Ukraine gekommen ist.

    Falsche Propheten werden Anhänger um sich scharen und gegeneinander hetzen.

    Ob Bürgerkrieg der richtige Begriff ist, bin ich mir nicht sicher.

    Nationale Bewegungen werden stark und europäische Einheits-Streitkräfte werden sie zu zerschlagen versuchen.

    Heute marschieren die Wirtschaftskrieger im Griechenland ein und übernehmen die Administration.

    Merkel hat den Griechen befohlen, Gesetze zurückzunehmen, die das griechische Parlament verabschiedet hatte!

    Hat man je von so etwas gehört? Nein, es ist unerhört!

    Widerstand wird wachsen, dann marschiert Euro-Polizei ein.

    Griechenland, das ist der neue Donbass!

    Und dann wird es eine Union werden, die sich nur noch mit Waffengewalt gegen die Bevölkerung halten kann.

    Nicht lange. So etwas geht nicht lange!

     

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  • Warum Syriza?!

    Von kommunistischer Seite wird geschimpft, Syriza würde ja gar nicht den Kapitalismus kritisieren, sondern nur eine andere Version des Kapitalismus bevorzugen. Die Lösung wäre der Klassenkampf eigentlich?

    Ich bin jetzt 50, kenne Linke aller Variationen seit ich 17 war und habe mich fast 20 Jahre versucht aktiv einzubringen.

    Ich weiß nicht von welchem Klassenkampf die reden!

    Um die Sache einfach und klar auszudrücken: Griechenland hat 60% Jugendarbeitslosigkeit und die 40% in Arbeit haben zum großen Teil ein unzureichendes Einkommen!

    Die griechischen Mädchen, die so aussehen sollten:

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    müssen sich täglich mit dem Gedanken herumschlagen, bald so auszusehen:

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    Syriza, die eine Partei der jungen Leute ist, jener, die das Land erben und jetzt Verantwortung übernehmen müssen oder untergehen hat nur eine Möglichkeit: die Probleme unter den gegenwärtigen Bedingungen angehen!

    In Deutschland mag man ja sich den Luxus leisten können, Politik als Hobby zu betreiben und für die Abenteuerlustigen angereichert durch ein real-life-Rollenspiel "Revoluzzer und Schandi" mit dem besonderen Kick, dass der Schandi auch wirklich echt ist, aber die Leute im Süden haben einfach keine Zeit mehr, bis anno ultimo über Trotzki und Stalin, den spanischen Bürgerkrieg und wer gegen wen, was Hauptwiderspruch und was Nebenwiderspruch, welche Klasse was wie wann warum, etc. zu debattieren.

    Sie müssen handeln. JETZT!

    In Griechenland. In  Spanien. In Italien. In Portugal. In Frankreich.

    Die EU ist eine Tatsache.

    Die EU-Granden des Nordens trampeln auf den Ländern herum wie Caudillos auf der Finca.

    Frankreich darf noch ein bisschen den Juniorpartner des mächtigen deutschen Nachbarn spielen. Nicht was die Stimmung in der Bevölkerung anbelangt, die ist im Bewusstsein Lichtjahre ihren Politikern voraus!

    Syriza repräsentiert dieses Voraussein in der Politik!

    Ich sage es jetzt etwas deutlicher als im letzten Artikel: wenn Syriza scheitert, rutschen wir in eine katastrophale Situation: unter der Betonkuppel der alten Herrschaftsstrukturen werden die Menschen unverschuldet darben und in eine perspektivlose Zukunft blicken.

    Das werden die Menschen nicht akzeptieren, und sie werden Wege suche, die Betonkuppel zu sprengen.

    Schaut auf die Ukraine: dort könnt ihr sehen, wie Europas nahe Zukunft aussieht, wenn die alten Herrschaftsstrukturen sich durchsetzen!

    Wollen wir das, ein Europa, das in Unordnung, Hass und Gewalt versinkt?

    Was wir brauchen, sind neue Wege, die den Erfordernissen der Gegenwart Rechnung tragen.

    Kompromisse ja, aber eben Kompromisse und keine Unterwerfung.

    Der heutige Tag kann der erste Schritt auf diesem neuen Weg werden.

    Setzt sich das OXI durch, werden unsere Führungskader bocken. Sie haben die Weitsicht nicht, zu begreifen, dass die EU, wie wir sie kennen, gescheitert ist, aber das Projekt mit neuem, wirklichen Leben gefüllt werden kann und die Bevölkerung reif dafür ist.

    Dann fängt unsere Arbeit an!

    Dann müssen wir sagen: "Schluss, es reicht! Ihr habt eure Chance gehabt und ihr habt sie vermasselt! Jetzt lasst die jungen Leute ran, die neuen Kräfte, die frische Ideen entwickeln können!"

    OXI

     

     

     

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  • Ach ja, Frau Dr.Merkel, was ich ihnen schon immer mal gesagt haben wollte

    kommt morgen:

    300 Tsipras

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  • Merkel’s Schlacht von Asculum

    In Alexis Tsipras Haut will man nicht stecken:

    Vor ihm die die EU im Machtrausch, als größte Finanzmacht unter Washington und eine Ansammlung von 27 Staaten mit der NATO gegen ein kleines Land wähnen sie sich doch tatsächlich im Vorteil.

    Als Staatenbund der Helden werden sie damit nicht in die Geschichte eingehen, aber die Konstellation spricht doch deutlich dafür, dass Griechenland kaum Mittel hat, sich da durchzusetzen.

    Im Rücken agitieren die Linksradikalen, deren Propaganda von der EU bestätigt wird.

    Das Militär droht mit einem Putsch, der sich im Land auf die Rechtsradikalen und außerhalb auf die USA stützen kann.

    Denn eines muss man wissen: wenn die Option des Militärputsches von der offiziellen Presse in das Gespräch eingeführt wird, dann wurde das Szenario hinter den Kulissen längst durchgespielt und liegt als Option auf dem Tisch; ich vermute, das ist so seit der Wahl Syrizas zur Regierungspartei. Es über Presse anzusprechen ist der Testballon, wie die Akzeptanz der Bevölkerung oder die Empörung darüber ausfällt, wovon abgeleitet wird, was noch nötig ist, ihn durchzuführen.

    Sehen wir uns an, was die Politik Syrizas unter Tsipras versuchte:

    Syriza praktizierte eine Politik, welche die EU als Staatenbund gleichberechtigter Nationen anerkannte.

    Syriza ging den Weg, der in westlichen Staaten zur Verteilung der politischen Macht vorgesehen ist.

    Syriza verhandelte um Möglichkeiten, eine wirtschaftliche Strategie, die zu Ungunsten der Bevölkerungsmehrheit ausfällt, mit den Mitteln, die das Recht vorsieht, abzuwenden und einen für alle, also auch die Milliardäre, zufriedenstellenden Kompromiss zu erzielen.

    Natürlich sind Griechenlands Reeder, die Milliardäre, Griechenlands Hauptproblem. Die Reeder machen ihre Milliarden mit einer lukrativen und erfolgreichen Handelsflotte, und bezahlen keine Steuern. Witzig, gelle, die EU verlangt drastische Steuererhöhungen von der griechischen Bevölkerung, mit der Klythemnestra, besser transkribiert Klytämnestra, (Κλυταιμνήστρα ) Merkel, wie sie im Bundestag betonte, ja so unendlich solidarisch ist, aber spricht die Reeder nicht einmal an. Sie halten in Griechenland Hafenanlagen und haben eine Urlaubsvilla irgendwo, aber sie leben nicht in Griechenland und haben ihr Vermögen nicht auf griechischen Banken. Tsipras hat hier überhaupt keine Handhabe. Wer eine hätte, ist die EU, die aber friert lieber 200,00€ schwere Konten von Russen ein als griechische Reeder zu zwingen, ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrzunehmen.

    Tsipras fuhr in St.Petersburg die Spannungen mit Russland herunter und öffnete eine Türe, aus der Spirale der Eskalation auszusteigen.

    Tsipras ging der Troika viel weiter entgegen als gut ist, doch die Troika akzeptiert nur eine Antwort auf ihre Forderungen: die bedingungslose Kapitulation.

    Was sie nicht wissen: sie leiten damit ihren langsamen, qualvollen Selbstmord ein! Der Selbstmord der EU ist nicht der rasche-Kugel-durch-den-Kopf-Tod, es ist das qualvolle Ersticken dessen, der sich erhängt, aber so dämlich dabei anstellt, dass sein Genick nicht bricht, sondern der zuckend und röchelnd erwürgt wird vom Seil, das er selbst sich um den Hals gewunden hat.

    Linksradikale und Rechtsradikale wittern schon Aasgeruch; sie lauern mit triefenden Lefzen und lüsternem Lechzen in ihren Löchern, endlich die Kadaver der Syriza-Regierung ausweiden zu dürfen!

    Die EU opfert ihren unschuldigsten Anhänger: es war ja nicht die Regierung Tsipras, welche das Problem verursacht hat, es war nur Tsipras, der angetreten war, um es zu lösen.

    Tsipras zur Kapitulation zu zwingen führt aller Welt vor: Politik ist überflüssig. Verhandlungen gibt es nur als Beiwerk zu Sektparties mit Jean-Claude & friends, Wahlen sind sinnlos und nur eine kostspielige Volksverarsche!

    Die EU-Granden wollen das, weil es ihnen einen Machtrausch verpasst, Radikale wollen das, weil es ihnen Zulauf verschafft.

    Desparate people take desperate masures, und wenn es legal keinen Weg gibt, dann schlage ich mir einen! – so wird es für weite Teile der Bevölkerung weitergehen.

    Griechenland ist nur der Anfang, das spüren alle.

    Spanien und Italien werden unweigerlich folgen.

    Dann Frankreich.

    Freut euch nicht darauf. Denn es ist nichts Gutes daran.

     

     

     Bleibt übrig, ist die Elegie des Simonides zu singen:

    "Wanderer, kommst du nach Sparta,

    verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen

    wie das Gesetz es befahl!"

     

     

     

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  • Die Geier kreisen über Athen

    wohingegen die Eulen eilig zu ihrer Herrin Pallas Athene fliegen.

    Ein Dadaist würde jetzt wohl etwas sagen wie:

    "Die Haie bellen kotzende Wut!"

    und dem Klassiker fallen Zitate ein des Typs:

    "Es ist der Bruder hier im Haus

    Es ist Orest, der es getan hat!"

    Die FAZ titelt "Empörung über Athen".

    Aigistos Schäuble und Klythemnestra Merkel hatten sich das leichter vorgestellt: Blockieren, die Macht des Volumens Deutschland gegen das Volumen Griechenland setzen, dann werden die schon einbrechen.

    Ich führe die Symbolik der Mythen um Argos (hier nach Hugo von Hoffmannsthals Version) nicht von ungefähr ein: Tsipras ist jung und unerfahren, aber sichtlich ein guter Kämpfer! Er hat die alte Machtelite, die Demokratie predigt und Diktatur ausübt, vorgeführt!

    Merkel und Schäuble stehen wie Klythemnestra und Aigistos für eine alte Herrschaftsstruktur, unter der die Menschen psychisch und geistig kaum mehr Luft bekommen und die überwältigende Bevölkerungsmehrheit ökonomisch ihr Leben für ein paar Euros verkaufen muss.

    Sie stehen für eine Herrschaftsschicht, die bereit ist, das Wohl aller für den eigenen Erhalt zu opfern.

    Alexis Tsipras hingegen repräsentiert eine frische, unverbrauchte Offenheit der Zukunft gegenüber.

    "Ich muss hier warten. Bis sie mich rufen.

    Ich habe einen Auftrag an die Frau!"

    Wenn man Lust hat, kann man das Ganze auch in Klamotten beschreiben.

    Syriza kleiden sich nicht, wie die alte Platzhirsche in ihren Einheitsanzügen, denen man schon ansieht, dass die darin eingewickelten etwas zu verbergen haben.

    Sie kleiden sich nicht wie wir, als wir noch junge Linke gewesen sind, als kämen wir gerade frisch aus der Mülltonne gekrochen, was von meiner Seite die Verbundenheit mit den Verdammten dieser Erde inmitten der Wohlstandsgesellschaft ausdrücken sollte.

    Und sie kleiden sich nicht wie – igitt, mir wird schlecht, wenn ich nur daran denke! – wie GRÜNE, die mit trotzig-beleidigter Mine im Bundestag Socken stricken.

    Sie tragen moderne, schicke Kleider, lässig, wie der Stil es verlangt.

    Die Aigists und Klythemnestras haben verstanden: Hat Syriza Erfolg, sind ihre Tage gezählt!

    Hier geht es nicht um Geld (allein).

    Hier geht es um Weichenstellung!

    Tsipras Aufgabe: den europäischen Süden auf Augenhöhe mit dem europäischen Norden zu bringen!

    Tsipras Haltung: leben und leben lassen!

    Tsipras Kampf: das Schwert gegen die alten Eliten erheben! (Theatralisch gesprochen, versteht sich!)

    Ihr wollt uns stürzen?

    Die EU-Herrscher haben uns nicht gewählt, das griechische Volk hat uns das Mandat gegeben. Fragen wir das griechische Volk, ob wir weitermachen sollen oder aufgeben, das ist das Referendum!

    Die EU hat verstanden und Aigist Schäuble spielt seine letzte Karte aus: Geld.

    Es ist das einzige, was die EU hat, immer hatte, das sind ihre europäischen Werte, ihre Demokratie, ihre Freiheit, ihr Humanitarismus.

    Ihre einzige Kraft, ihr trockenes Blut.

    Schäuble schlägt wütend die Türe zu und brüllt, Tsipras habe die Tür zugeschlagen.

    Aber wir wissen: dieses Türknallen ist nicht das Ende. Es ist der Anfang!

    Und wir hören Elektra rufen:

     

    Ich habe Finsternis gesät
    und ernte Lust über Lust.
    Ich war ein schwarzer Leichnam
    unter Lebenden, und diese Stunde
    bin ich das Feuer des Lebens und meine Flamme
    verbrennt die Finsternis der Welt.
    Mein Gesicht muß weißer sein
    als das weißglühende Gesicht des Monds.

    Wenn einer auf mich sieht,
    muß er den Tod empfangen oder muß
    vergehen vor Lust.
    Seht ihr denn mein Gesicht?
    Seht ihr das Licht, das von mir ausgeht?

     

     

     

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  • „καλημέρα!“ – „привет!“

    Der Besuch von Alexis Tsipras in Petersburg kann gar nicht überschätzt werden.

    Es war kein Leichtes, vor den Russen aufzutreten, die Skepsis war den Anwesenden in das Gesicht geschrieben.

    Ich glaube eigentlich nicht, wie andere Analysten, dass es daher kam, dass die anwesenden Russen vorwiegend Konservative waren und Tsipras ein Linker, ich denke, dass es ein menschlich tiefergehendes Problem ausdrückt als irgendeine politische Selbstverortung: Tsipras gehört als griechischer Führungspolitiker zur EU, und in Russland hat man sich langsam daran gewöhnt, dass Hinterhältigkeit der zweite Vorname eines jeden europäische Politikers ist.

    Obama versucht seit geraumer Zeit, Tsipras gegen Merkel auszuspielen, aber Tsipras scheint nicht blöd genug zu sein, auf die Intriganz Washingtons hereinzufallen. Er kriecht nicht unter den Mantel Obama's gegen Merkel, er spricht mit Putin.

    Seine Rede vor dem Petersburger Wirtschaftsforum war da unmissverständlich: ihr kann herausgehört werden, dass er die Zukunft der Weltwirtschaft nicht in Unterordnung des Planeten unter das Diktat und die Bedürfnisse Washingtons sieht.

    Tsipras begrüßt die multipolare Ordnung, wie sie von den BRICS verfolgt wird. Er kritisiert den europäischen Imperialismus.

    Jetzt muss er nur noch beweisen, wie ernst es ihm ist. Ein erster Schritt hierfür ist getan: die Unterzeichnung des Pipeline-Vertrages.

    Turkish-Stream ist eine Antwort Russlands auf die erpresserische Politik der EU betreffs South-Stream, Griechenland wird mit an Bord sein.

    Damit schwächt Griechenland die Kriegstreiberfront der EU.

    Genau genommen übernimmt er damit indirekt auch die Aufgabe Berlins, zum Wohle der Bundesbürger zu handeln und nicht gegen deren Wohl.

    Andererseits: während Griechenland und die EU nur ein unbeliebtes politisches Konstrukt und eine dysfunktionale Währung verbindet, haben Russen und Griechen die byzantinische Konfession als Gemeinsamkeit, was eine politische Annäherung erleichtern mag.

    Während dessen hört man von griechischen Linksradikalen, die durch Europa ziehen und anstatt auch nur einen winzigen konstruktiven Beitrag zu leisten das einzige tun, wozu Linksradikale befähigt sind: großmäulig herumlästern und die politische Arbeit sabotieren.

    Das könnte vernachlässigbar sein angesichts des geringen Zuspruchs, den sie genießen, doch es sorgt für unnötigen Ärger, wenn diese Angeber einem wo sie können in den Rücken fallen, und es unterstützt und stärkt die Aggression der EU-Führung.

    Wer weiß: vielleicht hören wir ja noch von einer Olivenzweig-Revolution in Athen.

    Es hat Logik, dass Pussy Riot unter Linksradikalen beliebt ist – beide sind überlaut, querulant und für das Gemeinwohl nutzlos.

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  • „Feinde brauchst du nicht fürchten,

    es sind deine Freunde, vor denen du Angst haben solltest!"

    Dieser Spruch, geringfügig unterschiedlich formuliert, taucht häufiger einmal auf und wird unterschiedlichen Individuen als Ursprung zugeordnet, Admiral Canaris ist darunter, antike chinesische Weise und antike römische Senatoren.

    I

    Ich selbst bevorzuge alte Römer als Urheber.

    Das unentwirrbare, irrwitzige Chaos aus Intrigen und Morden, welches das römische Kaiserreich kennzeichnet, lässt den oberflächlichen Betrachter wundern, wie dieses Reich überhaupt hat funktionieren können.

    Die Antwort ist aber einfach: es hat nicht funktioniert dank der politischen Klasse, es hat funktioniert trotz der politischen Klasse.

    Die gewöhnlichen Menschen haben die Eigenschaft, solange es irgend eingerichtet werden kann, komme was da wolle, ironisch formuliert: stur wie ein Panzer, ihre tägliche Arbeit zu verrichten.

    Politiker tun, was auch immer in ihrer Macht steht, und als Lenker des Staates ist das viel, den Menschen das Leben sinnlos zu erschweren, die Arbeit sinnlos zu erschweren, sie plündern den Ertrag der Arbeit wenn sie Geld brauchen ihre Phantasien umzusetzen, sie zerstören das Ergebnis der Arbeit, wenn ein Machtkampf das erfordert, aber die Menschen arbeiten unbeirrt weiter.

    Zerstörte ein Krieg, welcher dem Machtzuwachs einer der Fraktion der römischen Patrizier diente, einen Teil des Reiches, die Menschen bauten ihn wieder aus den Trümmern auf.

    Raubten die Patrizier, um diesen Krieg zu führen, noch größere Anteile des Arbeitsertrages, die Menschen mühten sich ab, die Verluste wieder ausgleichen zu können.

    Solange Ressourcen vorhanden sind, zu welchen sie Zugang haben.

    II

    Joschka Fischer, oberster Führer der Clique, die sich "68-ger an der Macht" nannte, maßregelt die Syriza-Regierung.

    An sich kann man das dumme Geschwätz des Frankfurter Taxifahrers als Harvard-Dozent vernachlässigen.

    Mein Lieblings-Joschka-Fischer-Zitat ist immer noch: "China wird immer mehr zur wirtschaftlichen Weltmacht. Wenn das gut läuft, hmm, dann ist es gut, wenn es aber schlecht läuft, ja, dann ist es schlecht!" Das ist sozusagen die global-politische Version der bayrischen Bauernregel: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich's Wetter oder es bleibt wie's ist".

    Diesen Artikel aber, der mir über seine Besprechung in der FAZ bekannt wurde, lohnt es sich anzusehen.

    Fischer V 1

    Die Argumentation diese widerwärtig frechen Großmauls ist nicht so, dass er Griechenland etwas zu sagen habe, aber sie charakterisiert, was Fischer repräsentiert.

    Fischer V 2

    Was Fischer hier zum Ausdruck bringt, ist, wie der Österreicher sagen würde, akkurat das, was die westdeutsche Linke der Zeit vom Ende der UdSSR zur Rot/GRÜNEN Bundesregierung kennzeichnet, nicht alleine die GRÜNEN, ebenso die Autonomen, die Antiimps und wie sie noch alle hießen.

    Man postuliert radikale Forderungen, macht Rabatz, wirft Steine und Mollies, was auch immer, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und für sich zu werben.

    Wer vom Fußvolk darauf reinfällt ist selber blöd.

    Die Ziele, für die man wirbt, bedeuten nichts darüber hinaus. Es geht um die Ergreifung der Posten, den eigenen individuellen Karriereweg.

    Fischer verlangt von Syriza die selbe Handlugsweise, welche besagte westdeutsche Linke kennzeichnet, nachzuvollziehen.

    Fischer V 3

    "Marxistische Denktradition von Theorie und Praxis", werch (um Ernst Jandl die Ehre zu geben) ein Humbug.

    Eine für Politiker und Journalisten typische, semantisch gesehen zu hundert Prozent sinnfreie Aneinanderreihung von Worten, die oberflächlich den Eindruck besonderen Tiefsinns erweckt.

    Sie erfüllt aber eine Funktion, nämlich soll sie Fischer links verorten und sein Handeln als erwachsen gewordenes Links-sein taggen.

    Im Originaltext heißt es:

    Fischer V 4

    Most of them haben also zumindest aus Theorie und Praxis gelernt, dass man seine Gläubiger nicht verprellen soll.

    Aha. Die meisten anderen haben das im Kindergarten gelernt, wenn sie sich etwas ausgeliehen haben, das sie nicht zurückgeben wollten und eine Szene machten, um durchzusetzen, es behalten zu können. Bei den Eltern hat das funktioniert, die Kindergärtnerin aber fordert das Verliehene erbarmungslos zurück.

    Man kann diese Banalität natürlich "dialektische Einheit von Theorie und Praxix" nennen, klingt hochtrabend, ist nichts als heiße Luft.

    Hier überhaupt den Namen Marx zu erwähnen kennzeichnet das geistige Niveau des Szenemarxismus: man wirft mit irgendwelchen willkürlich aufgeschnappten Phrasen um sich, einfach der Show halber. Da sowieso keiner weiß, wovon man redet, aber alle mitreden, fällt es auch nicht weiter auf.

    Fischer verkörpert die westdeutsche radikale Linke der 80ger Jahre! Er verlangt von Tsipras nichts geringeres, als dass Syriza ihre Wähler und Agitierten verladen, so wie die westdeutsche Linke ihre Agitierten und speziell die GRÜNEN ihre Wähler, die noch irgendwie an Friedensbewegung etc. geglaubt hatten, verladen haben.

    Gewaltanwendung ist die ultimative Grenzüberschreitung des zivilen Kodex der bürgerlichen Gesellschaft. Aber keiner sollte sich an diesem Punkt in die eigene Tasche lügen: wer politische Ziele verfolgt, ist bereit seine politischen Ziele mit Gewalt, auch mörderischer Gewalt, gegen die konkurrierenden politischen Fraktionen durchzusetzen. Und es ist Teil des Spiels, die Gewalt der Gegner zu denunzieren, die eigene zu rechtfertigen.

    Es hat häufig den Anschein, dass Gewalt der einzige Weg ist, politisch etwas durchzusetzen. Jüngstes Beispiel: Baltimore! Baltimore galt lange Zeit als die gewalttätigste Stadt der Welt, sieht man von Ländern, innerhalb derer ein Krieg ausgetragen wird, ab.

    Es gibt eine Fernsehserie, "The Wire", welche sehr nüchtern die sozialen und politischen Verhältnisse in Baltimore darstellt, erfreulich frei von dem sonst unvermeidlich erscheinenden nervigen amerikanischen Selbstverherrlichungspathos.

    Die Mörder von Freddie Grey werden sich vor Gericht verantworten müssen. Der Grund: nicht weil sie ein Verbrechen begangen haben, sondern weil der Hexenkessel Baltimore am Explodieren ist und das Feuer gelöscht werden muss. Gewalt gegen die Gewalt, so die Berichterstattung stimmt, führte sie hier zum erwünschten Ergebnis.

    Auf der anderen Seite, die Gewalt der etablierten europäischen und amerikanischen Politik: Odessa.

    Auch diese Stadt hätte sich von Kiew losgesagt. Odessa war nicht wie Baltimore. Es ist ebenfalls ein großer Hafen, aber es war eine ruhige, friedliche Stadt für einen internationalen Hafen. Man karrt NAZIs an, verbrennt ein paar Zivilisten, tyrannisiert die Menschen in den Straßen.

    Die freiheitlich demokratischen Menschenrechtler des Westens schweigen dazu oder machen die Opfer verantwortlich – sie hätten sich ja nur der Kiewer Junta unterwerfen brauchen, die mittels Gewaltanwendung die Macht an sich gerißen hatte. Wer dazu schweigt oder es rechtfertigt macht sich zum Komplizen. Brüssel, allen voran die Russenfresserpartei "Die GRÜNEN", gehören zu den Mördern von Odessa. Ohne die Rückendeckung der EU und der USA kann die Junta kein Spiegelei braten.

    Die EU und die USA sind an der Eskalation der Gewalt in der Ukraine interessiert, sie sind an einem Krieg gegen Russland interessiert und hoffen darauf, die Eskalation der Gewalt in der Ukraine zieht Russland in einen solchen hinein. Nur so kann es gedeutet werden, dass die Parteien der in den Parlamenten die sogenannte Aufhebung der Sanktionen von der Umsetzung des Ergebnisses Minsk II abhängig machen, gleichzeitig aber alles unternehmen, dass die Junta es nicht umsetzt, amerikanische, kanadische und britische Militärs die Nationalgarde fördern und die Junta mit Kriegsgerät ausstatten für weitere Angriffe.

    Nur Heuchler bestreiten, dass das grundlegende Element der Durchsetzung politischer Forderungen oder Zielsetzungen Gewalt ist.

    Im Auftrag des höheren Zieles, damals war es grob zusammengefasst der Kommunismus, gehörte Gewaltanwendung zum alltäglichen Rüstzeug Fischers in Frankfurt, bis er für die GRÜNEN Umweltminister wurde.

    Als Außenminister war Fischer treibende Kraft Deutschland in den Angriffskrieg gegen Jugoslawien einzubinden.

    Natürlich im Auftrag des höheren Zieles. "Ich habe aus der Geschichte nicht nur Nie wieder Krieg sondern auch Nie wieder Auschwitz gelernt" rechtfertigte er es, direkt und unmittelbar in die Fußstapfen der NAZIs zu treten, deutsche Bomben auf Belgrad.

    Hier wird ein Charakterzug deutlich. Worum es geht, ist völlig ambivalent und austauschbar. Es ist die Bereitschaft, für die persönlichen Karriereambitionen über Leichen zu gehen! So bombardiert Fischer unter Vorwand als Bundespolitiker ein anderes Land für genau das gleiche Kapital, gegen das er vorher als Taxifahrer Mollies geworfen hatte.

    Mit der gleichen menschenverachtenden Brutalität deckt Antifa-Fischer heute die Faschisierung der Ukraine und wiegelt gegen Russland auf.

    Das "Höhere Ziel", "Greater Good", ist wohlfeil.

    Unterm Strich bleibt: Leute, die Gesetze brechen um ihr eigenes, armseliges Ego zu befriedigen sind nichts weiter als gewöhnliche Kriminelle!

    Eine Linke, die Sprüche klopft, Psychoterror und physische Gewalt ausübt und rechtfertigt bis das persönliche Karriereziel in dem System, welches ihrer Propaganda nach alles Übel der Welt verursacht, erreicht ist, ist nicht mehr als eine sich politisch tarnende Drückerbande.

    Fischer ist kein Einzelfall. In ihm verkörpert sich der Charakter des/der durchschnittlichen Spät70ger-80ger-Jahre-Linken. Er wurde nur der erfolgreichste. Denn das war der Witz als welcher sich diese Linke entpuppt hatte: sie vertrat keine Inhalte, sie besetzte Inhalte, welche sie gar nichts angingen.

    Das muss nicht so sein. Noch kann ich nicht einschätzen, wie es mit Syriza weitergehen wird. Als Griechen, die gewählt wurden um für Griechenlands Interessen einzutreten geht es sie jedenfalls etwas an, was sie aus ihren Möglichkeiten machen. Fischers Ratschlägen zu folgen wäre politischer Selbstmord.

     

     

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  • Die Spiele sind eröffnet

    Genaugenommen ist es noch zu früh für mich, über die neue griechische Regierung etwas zu sagen; abwarten, wie sie sich entwickelt!

    Ihre Aufgabe ist die Umsetzung des Wählerwillens, sprich: die Erfüllung der Wahlversprechen! Eine Umgestaltung des Landes wurde von KKE vorgeschlagen und KKE hat nicht den Wählerauftrag erhalten. Ihre Zeit ist noch nicht gekommen.

    Diesen Wählerauftrag scheint der PASOK-Bruder Martin Schulz besser zu kennen, als die griechische Regierung!

    "Tsipras wurde nicht gewählt, um Russland-Sanktionen zu boykottieren!" schulmeistert der, nachdem ein brüsseler Hütchenspiel aufgeflogen war.

    Das bestand darin, für die Einhaltung der Formalien zu sorgen, indem einerseits ein Fetzen Papier nach Athen gelangte, welches die Beschlüsse der EU-Clique formal in das Land überstellte, aber keine zuständigen Schreibtische erreichte.

    Brüssel nutzte quasi, das ist unübersehbar, die Amtseinführung für einen Betrug!

    Der ging nicht auf: die griechische Regierung sprach sich offiziell gegen neue Sanktionen aus! Sie wies darauf hin, nicht konsultiert worden zu sein.

    "Nix da,", blöken die brüsseler Hütchenspieler: man habe doch ein Papier nach Athen geschickt; das muss wohl in einem Amt untergegangen sein; jedenfalls gab es keine offizielle Antwort, und Schweigen würde als Zustimmung gewertet!

    Die neue griechische Regierung machte unmissverständlich klar, dass es eine solche stillschweigende Zustimmung nicht gibt!

    Syriza sei die 5.Kolonne Moskaus, brüllt die NZZ in die Welt hinaus, obwohl die NZZ als schweizer Zeitung gar nicht dafür zuständig ist, die Einheitsfront der EU als propagandistischer Kettenhund zu bewachen.

    Schulz reist nach Griechenland, um mit den Leuten dort "Tacheles" zu reden. Ich übersetze das kurz: die neue griechische Regierung zu erpressen!

    Was dem "keene-Böcke"-Schulz davon gelingt, bleibt abzuwarten.

    Vorsichtshalber versucht man jedenfalls die deutsche Bevölkerung gegen Griechenland in Stimmung zu bringen. Der deutsche Steuerzahler müsse um seinen Notgroschen bangen.

    Eine Koalition von Syriza und den extrem Konservativen sei für das Volk nicht gut, weiß der Schulz, der stets eine Koalition von seinen PASOK-Kumpanen mit der ND für gut hielt, wovon besagtes Volk ja  nun wirklich eines besseren belehrt wurde!

    Das letzte Mal, dass auf höchststaatlicher Ebene in Europa eine Einigung zwischen einer linksradikalen Mehrheit und einer stark konservativen Minderheit versuch werden sollte fand meines Wissens in Italien statt und endete mit der Ermordung von Aldo Moro durch die NATO unter Nutzung der Roten Brigaden.

    Also Vorsicht, Griechen, die Sache ist nicht ungefährlich!

    Der Schritt kann nur als im besten Sinne fortschrittlich bezeichnet werden!

    Radikale Linke müssen sich der Frage stellen, was im Falle eines Machtzuwachses mit den Menschen sein wird, die nicht ihrer Meinung sind, und da kann die griechische Linke jetzt viel Lehrreiches tun.

    Steine schmeißen auf PEGIDA beantwortete diese Frage jedenfalls auf die denkbar schlechteste Weise, denn jeder Mensch, der solches Benehmen auf staatliche Ebene hochrechnet sieht sich zu Recht in seiner Existenz bedroht und hat guten Grund, Machtzuwachs der Linken verhindern zu wollen.

    Erfolgreiches Wirken der neuen griechischen Regierung ist aber genauso eine Art GAU für die institutionalisierten politischen Karriereapparate, die heutzutage die Bezeichnung "Volksparteien" führen.

    Jeder weiß, dass sie Hütchenspieler sind, aber glaubt nicht daran, sie in seinem Leben vermeiden zu können.

    Der Sozialdemokrat Schulz reist also auch im Eigeninteresse nach Athen: zeigt Griechenland, dass es Alternativen zur Alternativlosigkeit gibt, kann das in Europa ein politisches Erdbeben auslösen! Leute wie Schulz sind bereits zu weit gegangen, um von einem solchen Erdbeben nicht in den Abgrund gerissen zu werden!

     

     

     

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