• Tag Archives al Sisi
  • Wilkommen im Kindergarten!

    Unsere Presse kanns nicht lassen.

    Tagelang mit allem denkbaren Lärm: „Huurahhhh Hurraaaa, Krieg am Donnerstag!“

    Dann etwas leiser: „Äh… Nee, Krieg am Freitag!“

    Heute kleinlaut: „Öm, Krieg frühestens am Samstag, Kacke noch eins!“

    Cameron, der neben seinem glatzköpfigen Außenminister großmäuligste Brüllaffe der Kriegsgeiler hat sich einen hübschen Trick ausgedacht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen: so eine in Szene gesetzte „symbolische Abstimmung“ ist echt lässig, den muss ich mir merken. Man weiß nach all dem Getrommel auf die Brust nicht mehr, wie man sich zur Hintertüre rausschleicht, da erfindet man einen parlamentarischen Akt, der rechtlich unwirksam ist aber als Dienst am Willen des Volkes verkauft werden kann! Wow, die sind echt kreativ, die Briten!

    Nicht vergessen: das britische Militär IST in Position gebracht!

    Muss man den farblosen Pleitefranken überhaupt mit erwähnen?

    Berlin benimmt sich wie der kleine Junge, den keiner beachtet, aber nachdem sein großer Bruder Papa verärgert hat die Gelegenheit gekommen sieht, einen Schritt näher an die Position des Lieblingssohnes machen zu können.

    Unsere Presse weiß das zu würdigen und schlagzeilt: „Deutschland für Angriff auf Syrien!“

    Die größte Sauerei ist, das Volk da mit reinziehen zu wollen: auf NTV sieht das so aus:

    NTV KriegstreibereiEine derart bodenlose Frechheit, der Bevölkerung Deutschlands Kriegsbegeisterung unterstellen zu wollen, damit schlägt die Presse wirklich dem Fass den Boden aus!

    Obama stottert irgendetwas zusammen in irgendeinem Nachrichtensender, denn er kann ja kaum, nachdem er eine Pflichtrede über MLK zu halten hatte, zu den aktuellen Kriegsplänen schweigen.

    Obama weiß: an dieser Sache werden Köpfe rollen in Washington, er weiß  nur noch nicht, welche Entscheidung er treffen muss, damit seiner nicht dazu gehört!

    Häufig fällt das Wort Dekadenz, wenn man den Verfall von Prinzipienorientiertheit und Moral aus Sattheit und Langeweile heraus beschreiben möchte.

    Rom nach dem Tode des Oktavianus Augustus bezeichnet man als dekadent. Von Augustus spricht die Geschichte als den Mann, der die römische Republik liquidierte und zu dessen Regierungszeit sich eine politische Kaste geistig ungesunder Patrizier herausbildete, die schlussendlich den Untergang des römischen Reiches bedeutete. Mystiker machen sich Gedanken darüber, dass in seine Regierungszeit auch die Geburt des Jesus Christus fällt. Und sie haben auch genug Anlass zu spekulieren, bedenkt man, dass das Ereignis, welches dem, was man als das Imperium Romanum ansieht, den endgültigen und unumkehrbaren Todesstoß versetzte, die Erhebung der christlichen Religion zur Staatsreligion durch Konstantin dem sogenannten Großen auf dessen Sterbebett war.

    Shakespeare stellt uns jenes politische Ereignis, die Ausrufung des Kaiserreiches durch den Augustus, als Konsequenz aus einem Streit verliebter Jungs um die ägyptische Herrscherin Kleopatra dar und Hollywood trug in Gestalt von Richard Burton und Liz Taylor das seine dazu bei, dieses als den vom Volk bevorzugten Blick auf die Geschichte zu etablieren. (Nicht so weit verbreitet hat sich die doch wesentlich realistischere Darstellung vom Ende der römischen Republik Bertold Brechts in dessen Roman „Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar“.)

    Heute spekulieren viele vom Ende des amerikanischen Imperiums. Nun, das scheint mir doch mehr Ausdruck einer Hoffnung als einer Analyse zu sein, unzweifelhaft kann man jedoch vom Ende der amerikanischen Republik sprechen. Und wieder hat es mit der Region zu tun, der Jesus Christus entstammt und wieder spielt Ägypten eine Rolle!

    Ich hoffe, dass jetzt auch der letzte verstanden hat, dass es gut so ist, dass die bonfortzionös auf Al Jazeera inszenierte „ägyptische Revolution“ und die sich ihr anschliessende  „na hörn se maa, aus freien Wahlen hervorgegangene“ kurze Herrschaft der Moslembrüder in den Bereich der kurzen Episode verbannt wurde. Der Schreihals nach dem „heiligen Krieg“ gegen Syrien Mursi wurde abgelöst durch: „Wir haben einen Vertrag, der gegenseitige Unterstützung im Falle eines Angriffs auf eines unserer beiden Länder vorsieht.“

    Denn war die von Mubarak dominierte arabische Liga zwar alles andere als eine Organisation von der Sozialrevolutionäre träumen, so wurde sie nach dem Sturz Mubaraks zum saudisch dominierten Feigenblatt amerikanischer Aggressionsgelüste.

    „Ja, wenn sogar die arabische Liga dafür ist…“ gehört zu den Argumentationshilfen, welche die Kriegspropaganda durch solche Events erhält.

    Konfusion macht sich breit in Washington: denn wenn Mubarak sich zwar öfter gegen den Krieg der USA gegen Saddams Irak ausgesprochen hatte, so brauchte man doch keine darüber hinausgehenden Aktivitäten Ägyptens erwarten, da Mubarak nicht für Saddam seine Beziehungen zu den USA aufs Spiel gesetzt hätte.

    Das ist heute anders!

    Durch das, was im ägyptischen Bürgertum sicherlich als „Verrat Washingtons“ betrachtet wird, hat Washington seine ties gekappt und sehr viel an Einfluss verloren.

    Man weiß in Kairo, dass der Krieg gegen Syrien ein Krieg gegen das gesamte arabische Bürgertum ist!

    Alles Gerede vom Streit zwischen „säkularem Staat“ und „islamistischen Staat“ ermangelt komplett der Klassenanalyse und geht am Kern vorbei!

    Natürlich brauchen die  arabischen Aristokraten die Religion, denn wodurch sollten sie sich denn sonst legitimieren können? Eine Bande von Parasiten, die allen Reichtum für sich beanspruchen und die Menschen als Leibeigene betrachten – nutzlose Fresser, wie man so sagt.

    Man setzt  Durchgeknallte (gebildete Religionsfanatiker), Benachteiligte und Fehlentwickelte (um einen annähernd neutralen Begriff für die Kannibalen und Mordbrenner zu finden) ein, die man unter dem Banner der Religion vereinen kann. Man muss nicht gläubig sein, um Allahhuakbar zu brüllen, aber man kann den Griff nach der Macht dadurch rechtfertigen.

    Fast alle Menschen haben von Klein auf eine religiöse Erziehung genossen, religiöse Sentiments und Ressentiments sind nahezu reflexartig ankonditioniert. Nur Lügner bestreiten, in hoher Bedrängnis nicht wenigstens einen Anflug religiöser Hoffnung auf die Hilfe Gottes, und sei es nur für Sekunden, zu empfinden.

    Eine Koalition aus der amerikanischen Geldaristokratie und der wahabitischen Aristokratie ist klassenanalytisch eine naturgemäße Verbindung.

    Sie wollen ein Bild dazu? Googlen sie mal nach der Hochzeit von Chelsea Clinton. Die wurde genauso pompös und medienbegleitet inszeniert wie die Hochzeit von klein Willi und seinem It-Girl in London. Und wer bitte ist Chelsea Clinton, dass daraus ein Staatsakt wird, der global im Fernsehen übertragen wird?

    Die Politikerkaste in Berlin, Paris, London und Washington benimmt sich wie eine Clique übersättigter Erben, die es in ihrer Lebenszeit nicht mehr schaffen, erwachsen zu werden.

    Das aber ist im höchstem Maße gefährlich: nicht umsonst sind Eltern angehalten, ihre Kinder daran zu hindern mit Feuer zu spielen, sie können die Gefährlichkeit des Feuers nicht überblicken!

    Und so spielen unsere Politiker ihre Komödie, ränkeschmieden an ihre Karrieren und begreifen noch nicht einmal das Thema.

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  • irib: Ägyptischer Außenminister: Kein Schiff hat das Recht den Suez-Kanal für einen Angriff auf Syrien zu durchqueren

    "Kairo (Fars News) – Der aegyptische Außenminister hat die Anweisung erteilt, dass kein Kriegsschiff der USA, Englands oder anderer Länder, den Suez-Kanal durchqueren darf.

    Wie es in einem Bericht von Fars News heisst, hat Abdel Fattah al-Sisi betont, dass Schiffen, die sich an einem Angriff auf Syrien beteiligen wollen, keine Durchfahrterlaubnis fuer den Suez-Kanal erteilt werde. Wie es bei Reuters heißt, hat al-Sisi gesagt, dass dieser Beschluss aufgrund des gemeinsamen Verteidigungsabkommens zwischen Ägypten und Syrien erfolge und demzufolge das Vorgehen der USA und Englands im Falle eines Angriffs auf Syrien erschwert werde."

    So einfach sind die Dinge, kaum hat man den Moslembrüdern den Hintern versohlt und die Ämter in die Hände der Profis zurück gegeben.

     

    Ferner muss man dem Bundestag empfehlen, sich ein Beispiel am Parlament der Republik Östereich zu nehmen.

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  • Die Wiederherstellung der Ordnung in Ägypten löst unter Washingtons Nomenklatura Panik aus

     

    Die unheilige Allianz aus Moslembrüdern, westlicher Presse, Washington und linksintellektuellen Revolutionsromantikern hatte so gehofft: ein Freitag der Märtyrer als Antwort auf die Haftentlassung Husni Mubaraks!

    Da werden wieder die Knochen krachen, das Blut spritzen und Panzer rollen, dass es eine Freude ist, davon zu berichten!

    Nun, einen Toten hat man der Presse freundlicherweise gegönnt. So sind sie halt die Ägypter: man schlägt einen angetragenen Gefallen nie zur Gänze aus, das wäre unhöflich.

    Aber das, was geschehen ist, hat unsere Berichterstatter so baff werden lassen, dass sie nahezu verstummten.

    Der Spiegel kriegte sich als erster wieder ein und erklärt die Ruhe im Land mit: Angst schleicht durch die Straßen.

    Was war denn geschehen: eine Studentengruppe, die sich einfallsreicherweise nach einem Datum benennt zog ihren Demoaufruf unter fadenscheinigem Vorwand zurück.

    Von dem hätte ohnehin keiner etwas bemerkt, wenn er von westlicher Presse nicht so gehyped worden wäre.

    Landesweit formierten sich nach den Freitagsgeben etwa 2000 Moslembrüder zu Märschen. Die wurden in Artikeln zu mehreren tausend aufgebläht – keine Lüge, denn 2 sind mehrere 1sen, nämlich 2 davon.

    In Kairo waren es knapp einmal um die 100 Brüder, die blieben von den Sicherheitskräften völlig unbehelligt, als sie jedoch durch Shoubra (شبرا‎)marschieren wollten, wurden sie von den Einwohnern nach Strich und Faden zu Brei geschlagen.

    Damit dürfte ihnen nun endgültig klar geworden sein, dass sie lieber die nächste Zeit die Fresse halten.

    Sogar die ehemalige Spokeswoman der Moslembrüder für englischsprachiges Publikum, weil schließlich weiß man ja, dass man besser Frauen vorschickt, will man sich die Gunst westlichen Publikums erhalten, das werden ihnen die amerikanischen Kommunikationswissenschaftler, welche die PR des Vereins managen, schon eingetrichtert haben, die ausgerechnet von RT ihre Bühne bekommt, nennt sich jetzt lieber „political analyst“. Und freilich mildert es das Flair der ideologisch verordneten Frauenschänderei etwas ab, wenn irgendeines Moslembruders Töchterlein den Kakao, durch den sie gezogen wird auch noch im alternativen Medium trinkt.

    Ja, die lieben Frauen und der Freitagnachmittag des 23. August 2013. In den modernen Stadtvierteln wie Heliopolis ist die Jeanshose heute für sie nicht mehr haram.

    In den Arbeitervierteln treffen sich wie eh und je die Männer in den Straßencafés, rauchen Shisha und quatschen irgendetwas und die Ladies besuchen sich gegenseitig in ihren Wohnungen.

    Für die Schlägerei in Shoubra interessiert sich kaum wer. In einer Stadt mit, einschließlich Dunkelziffer und Palästinenserlager am Stadtrand, um die 18 Millionen Einwohnern ist eine kurze Randale irgendwo kein großes Ereignis.

    Unsere Weltrevolutionäre dürften erstaunt sein, wie unbeliebt vom Ausland über Unis implementierte Revolutionen beim gemeinen Volk sind.

    Man kann, wie unsere Presse, die Entlassung Mubaraks als Zeichen werten, wie es die attraktive junge Britin Bel Trew auf RT tut gleich Springers Blättern, dass das Rad der Zeit, wie man die Revolution gemeinhin in akademisch angehauchten Kreisen sich vorstellt, zurückgedreht wird. Man kann es aber auch, und sorry, Leute, die ihr so gerne von Revolution in fernen Ländern träumt, als die simple Wiederherstellung  des Normalzustandes interpretieren, was die meisten Leute in Kairo tun.

    Zu diesem Normalzustand hatte Jahrzehnte lang eben auch Mubarak gehört. Er war nicht der beste Präsident, er war nicht der schlechteste Präsident, er war halt einfach Präsident, weil immer irgendeiner Präsident ist.

    Kein Nasser. Der war ein Idol, ein Popstar, ein Held, der dem alten Volk der Ägypter das Selbstbewusstsein zurückgegeben hat, das sie sich in ihrer immensen Geschichte verdient hatten.

    Mursi war ein Hochstapler und Usurpator. Ein Niemand. Und dazu ein gefährlicher Fanatiker, der sich in die Belange der Einzelnen einmischt.

    Mubarak stand bis zu jenen verhängnisvollen Tagen am Tahrir einfach nur für leben und leben lassen. Nichts Spektakuläres und auch nicht das schlechteste.

    Und es ist genau diese Ruhe. Diese Gemütlichkeit des Freitagabend, die man in Kairo so wertschätzt, was in Washington Red Alert auslöst!

    DIE BEVÖLKERUNG ÄGYPTENS BESTREIKT DIE REVOLUTION!

    Ein paar Studenten meckern noch, wenn ein ausländisches Fernsehteam sie interviewt; das gehört zum guten Ton.

    Aber eigentlich freuen auch die sich schon darauf, zu ihren Vorlesungen und Büchern zurück zu kehren. Möglicherweise wird ja das Nilprojekt, das „Mubaraks“ Ingenieure in Verarbeitung der Erfahrung des „Great Man Made Rivers“ in Libyen seit Jahren entwickeln, nun wieder aufgenommen. Dann gibt’s auch wieder eine Menge guter neuer Jobs in Ägypten, für sie und für die Arbeiter, denn daran herrschte ja nun wirklich Mangel.

    Gibt es keine Revolution mehr, dann gibt es auch für Washington, Paris und London keine kraft ihrer Menschnrechtshyperentwickeltheit moralische Verpflichtung mehr, die zu Stobe geworfene Menschheit vor gar finsteren Tyrannen zu retten!

    Und exakt aus diesem Grunde legt man jetzt den einzigen Trumpf auf den Tisch, der übrigblieb und den man sich vorsorglich unter der Bezeichnung „Rote Linie“ geschaffen hatte: Giftgas in Syrien!

     

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  • Alle weinen um Revolution in der Ferne

    Von allen Seiten ist’s zu hören: in Ägypten wird Konterrevolution gemacht!

    Packen wir unser Aluminiumhämmerchen aus und klopfen es ab:

    Zu Beginn hatten wir einen durch von Soros‘ Instituten trainierten Studenten initiierten Aufstand gegen den langjährigen Verbündeten der USA Husni Mubarak. Bis dahin stets als das Muster eines arabischen Demokraten beworben mutiert er über Nacht zum Ritter Hadubrand, dem schröcklichen Barbur.

    Diese globale Color-Revolution-Gang, das hat hoffentlich mittlerweile jeder begriffen, agiert vor allem anderen im Interesse der Wall Street. Ich nehme an, die in ihr tätigen Studenten dürfen auf einen guten Start in die Wirtschaft hoffen, wenn sie mal die Uni abgeschlossen haben. die Frage, welche man sich meines Erachtens stellen sollte an dieser Stelle ist: warum knallen die amerikanischen Wirtschaftsmagnaten einen zuverlässigen Verbündeten der USA ab?

    Gespensterspuk bei Nacht und Graus
    Hält nicht der stärkste Ritter aus

    und so stürzte Mubarak.

    Gleiches geschah in Tunesien. Dort wurde ein langjähriger Verbündeter der USA gestürzt, der so unscheinbar gewesen ist, dass bis dahin kaum jemand seinen Namen Ben Ali kannte. Diesmal eine Blumenrevolution namens Jasmin.

    In beiden Fällen wurde eine erzreaktionäre, menschenverachtende religiöse Sekte, welche der britische Geheimdienst aufgebaut hatte, die inzwischen von der CIA geerbt wurde, an die Macht gespült, die Moslembruderschaft.

    Hmm. Ob da nicht ein Zusammenhang besteht?

    Die erste Amtshandlung des ägyptischen Moslembruders an der Macht Mohammed Mursi bestand darin, nach Teheran auf den Gipfel der Blockfreien zu eilen, eine Unterstützungserklärung für die syrische Regierung zu verhindern und sogar zum Sturz selbiger Regierung aufzurufen.

    Diese, die syrische Regierung, hat das Problem, dass sie sich mit bewaffneten Einheiten, die mit den Moslembrüdern verwoben sind, im Kriegszustand befindet, die von USA, UK und Frankreich unterstützt werden über die Türkei, wo der Moslembruder Erdogan Staatsboss ist. Und in Istanbul haben die bewaffneten Einheiten sogar eine politische Vertretung, die dominiert wird von – Moslembrüdern!

    Ach ja, das hab ich ja ganz vergessen, das Stück Wüste, das zwischen Ägypten und Tunesien liegt wurde zwischenzeitlich 7 Monate lang von der NATO bombardiert. Da gab’s damals nämlich einen Staat, der Libyen hieß und dessen Chef Gaddafi in die Wege geleitet hatte eine panafrikanische Währung auf der Basis des Goldstandards einzuführen. Gaaanz nebenbei bemerkt. Ist ja völlig unwichtig, nur der Vollständigkeit halber. Das konnte gerade noch mal verhindert werden und seither versuchen auch dort die Moslembrüder zu obermackern, was aber irgendwie nicht so gut klappt; weil dort spielt man lieber „Per un pugno di dollari“, nur ohne Clint Eastwood. Bietet sich landschaftlich ja auch an, ist ganz ähnlich wie New Mexico.

    Zurück zu Mursi: der flog von Teheran aus nach China: Jubel Trubel Heiterkeit in der anti-US-imperialistischen Szene. Kein Sterbenswort war offiziell zu vernehmen, was dort geredet wurde, aber schon schloss man Mursi ins Herz: HihiHaha, der Obama würde sich schwarz ärgern, wenn er’s nicht schon wäre!

    Wieso eigentlich, der fährt doch auch dauernd nach China. China ist nicht nur schärfster Weltmarktkonkurrent, sondern auch bedeutendster wirtschaftlicher Partner der USA. Die USA und die VRCh sind so abhängig voneinander, dass das eine Land ohne das andere kollabierte, fiele es plötzlich weg.

    Der nächste wichtige Schritt, den Mursi ging, war: Kredite vom IWF zu Bedingungen des IWF aufzunehmen. Mann is‘ der revolutionär!

    Das bedeutet: die Subventionen für Nahrungsmittel und Energiestoffe aufzuheben. Was eine Verdreifachung der Lebenserhaltungskosten in Ägypten bedeutet. Ist ja nicht so schlimm, wenn man reich ist. Wenn nicht, was die meisten Ägypter sind, und man so schon nicht ausreichend hat, bedeutet das eine Katastrophe.

    Sollen sich doch nicht so haben, die Egittos, die Griechen machen es doch vor, dass das kein Ding ist. Mursi war China besuchen, was beweist, der Mann ist den Amis ein Dorn im Auge, das zählt – – – Was ist los, ihr habt Hunger? Redet doch nicht immer so negativ daher. Das heißt: Wir machen kollektive Diät gegen den US-Imperialismus!

    Männer Ägyptens, was ihr braucht sind nicht billiges Brot und billiges Benzin, was ihr braucht sind schwarze Tücher, in die ihr eure Weiber wickeln könnt! Täten am Ende noch dem falschen Boy zuzwinkern, wenn man sie nicht bei Zeiten züchtigt, denn merkt euch: alles Nutten außer Mutti! Es sei denn, man ist ein Hurensohn. Und wollt ihr, dass eure Erben Hurensöhne werden?

    Was jetzt so antiimperialistisch ist an Krediten vom IWF müsste man mir auch erst einmal erklären, ich hab’s nämlich nicht kapiert.

    Genauso wenig, wie ich kapiert hab, was so antiimperialistisch daran ist, zum heiligen Krieg gegen Syrien aufzurufen.

    Wer für Mursi ist, müsste, so er zur Konsequenz befähigt, für die Bundesregierung sein, denn sowohl Merkels Austeritätspolitik als auch die Aggression gegen Syrien sind sich deckungsgleich. Merkel hat das verstanden, darum setzt sie ihre Möglichkeiten gegen die Übergangsregierung Ägyptens auch ein. Hmm. Ist Merkel jetzt auch antiimperialistisch?

    Et Cetera pp.

    Ganz Deutschland jubelte Hurra Hurra der arabische Frühling ist da!

    Und was hat er gebracht?

    Hunger, Tod, Flüchtlingsströme, Gewalt in den Straßen, Plünderungen, Niedergebrannte Amtshäuser, zerstörte Religiöse Einrichtungen, zerstörte Infrastrukturen, Einbruch der Produktion, Chaos und Unsicherheit.

    Was das ägyptische Militär gerade tut nennt man juristisch die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand.

    Ist das etwas Gutes? Nein. Es ist, wie meistens in der Politik, das geringere Übel.

     

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  • Manipulation und kritische Öffentlichkeit

    Unsere sogenannte kritische Öffentlichkeit leidet unter 2 Problemen:

    1. redet sie täglich von Demokratie, eine Mehrheit ihrer scheint aber tatsächlich keine andere Definition dafür zu haben, als alle paar Jahre mal nen Fetzen Papier in eine Urne zu werfen. Ägypten macht das offensichtlich: man argumentiert, die Herrschaft der Moslem-Bruderschaft ist aus freien Wahlen hervorgegangen, damit ist sie gut. Es interessiert dabei nicht, wer sie sind, was sie tun, was sie wollen, die Menschen in Ägypten haben ihre Herrschaft zu dulden.

    Bei einer solchen Argumentation kann man sagen: dann beschwert euch auch nicht über Merkel und Obama, die sind auch aus freien Wahlen hervorgegangen.

    Das führt uns zu

    2. Viele Leute scheinen zu meinen, wenn Obama sich explizit gegen etwas äußert, dann müssen sie dafür sein. Äußert er sich nicht explizit oder nur zurückhaltend, ist man verpflichtet dagegen zu sein.

     

    Man mag sagen: Merkel und Obama kann man abwählen; darüber hinaus verlassen wir uns darauf, dass es komplett egal ist, wer in einem Amt hockt, weil diese Person eh nichts zu sagen hat. Wir bekommen den nächsten Politikdarsteller nach der Wahl, über den wir ebenso herzerfreut wehklagen und schimpfen können und alles entwickelt sich zuverlässig weiter, wie zuvor.

    Was die Ägypter wissen aber nicht die westlichen Mursi-Fans ist: man kann die Bruderschaft zwar wählen, aber man kann sie nicht abwählen.

    Sicher, der Kairo-Splatter ist schrecklich. Aber es wäre spätestens zu einem nächsten Wahltermin, hätte es den überhaupt gegeben, dazu gekommen. Nur hätten die Brüder bis dahin zwei Kriege mindestens vom Zaun gebrochen, gegen Syrien und Äthiopien, sie hätten Millionen dem Hungertod anheimfallen lassen und tausende getötet, weil sie sich nicht ihrer Ideologie unterwerfen.

    Zwei Argumente sind oft zu hören: vor dem Sturz Mursis habe Obama mit al Sisi telefoniert. Keiner weiß, was geredet wurde, aber es spricht schon mal gegen al Sisi. Möglicherweise hat Obama ja gesagt, er solle die Brüder in Ruhe lassen und al Sisi hatte geantwortet. „Nein!“ Schon mal daran gedacht?

    Dann: Obama friert die 1,4 Milliarden Militärhilfe nicht ein. Leute, man könnte glaube ihr lest keine Zeitung: 1,4 Milliarden, das ist in der Upper Class Economy heut zu Tage gerade mal ein besseres Trinkgeld! Mariah Carey hat das, die kleine Miley Cyrus hat mit 20 schon halb so viel. Um die Soldaten ein Jahr lang mit Getränken, Reis und Bohnen und Freitags ein Huhn dazu zu verpflegen verbraucht die ägyptische Armee mehr Geld. Ein Gesetz würde das verbieten, wenn Washington nur zugäbe, dies war ein Militärputsch. Naja, wenigstens war es ein Militärputsch, der von 33 Millionen Menschen aktiv unterstützt wird. OK, es gibt ein solches Papier, das dies empfiehlt, nicht mehr, die Entscheidungsgewalt liegt beim Präsidenten: und kann mir bitte jemand ein einziges Beispiel nennen, dass dieses Papier die Washingtoner Regierung abgehalten hat, eine Militärregierung, die den USA nutzt, zu unterstützen; Süd-Korea etwa, Pinochet, Saigon?

    Die Regierungen, die gemeinhin gut informiert sind, wissen, dass Ägypten ihnen wegfällt, wenn sie die Bruderschaft zu intensiv unterstützen. Westerwelle unterstützt Terrorismus, wenn er behauptet, es habe eine friedliche Lösung gegeben und die Übergangsregierung hätte sie nur nicht wahrgenommen.

    Als Mubarak abtrat, gab es eine friedliche Lösung. Die war in dem Moment obsolet, als die Bruderschaft die „Revolution“ gehighjacket hat. Ihr Programm in Libyen war: zurück zu den Zeiten des Königs Idris, in Ägypten ist ihr Programm: zurück zu den Zeiten vor Nasser.

    Die, welche jetzt gegen die Bruderschaft vorgehen hätten auch vormals die Proteste gewaltsam zerschlagen können, als Mubarak Präsident war. Warum taten sie es damals nicht und tun es aber jetzt? Seit dem Sturz Mursis hatte die Bruderschaft über einen Monat Zeit, an den Verhandlungstisch zu kommen – warum taten sie es nicht? Die ganze Zeit über haben sie gesagt, Mursis Wiedereinsetzung sei die Voraussetzung für alle Gespräche.

    Der Vorgang ist schließlich der gleiche, ein gewählter Präsident wird gestürzt. Geht in die Bibliotheken, lest alte Zeitungen, wenn ihr es nicht mehr wißt! Wie kommt man dazu, eine vom britischen Geheimdienst aufgebaute Bande von Protofaschisten zu unterstützen gegen das Volk? Unsere kritischsten Kritiker brauchen sich über Daladier und Chamberlain nicht mehr wundern.

    Eine umfangreiche Pressekampagne versucht Druck auf die Regierungen auszuüben sowie die Bevölkerungen zum Nutzen der Bruderschaft aufzuwiegeln und verfängt.

    Die Bruderschaft redet von „Revolution“. Sie war nicht dabei, als Mubarak gestürzt wurde, sie trat erst in Aktion, als das Land führungslos war.

    Unsere Presse unterschlägt seit Tahrir hartnäckig, dass Mubarak gewählter Präsident war, weil es die „Demokratie und Freiheit“ ist, die sie überall propagieren, der Wahlzettel alle paar Jahre. Plus die moralische Belehrung durch Studentengruppen, sogenannten „NGOs“. Man hat kein Argument, das rechtfertigt, Mubarak vor Ablauf der Amtszeit zu stürzen und Mursi aufgrund einer Wahl zum einzig legitimen Präsidenten zu erklären. Aber man kann argumentieren: wenn wir das Ende der Amtszeit Mubaraks nicht abgewartet haben, dann müssen wir das Ende von Mursis Amtszeit auch nicht abwarten, der ein weit schlimmeres Regime betreibt als Mubarak.

    Mursi setzte einen Provinzgouverneur ein, auf dessen Konto die Ermordung unter anderem von einer Gruppe österreichischer Touristen geht, um Ausländer abzuschrecken in Ägypten Urlaub zu machen. Als Rache für die Zerschlagung ihrer Protestcamps brennen sie Kirchen und Amtsgebäude nieder. Nichts als willkürlicher Terror gegen die Bevölkerung. In Zukunft werden wir von Autobomben und Selbstmordattentaten in Ägypten hören. Im Irak haben wir täglich 60 bis 80 Tote, die auf das Konto der Brüder gehen. Angst ist die Essenz ihrer Ideologie. Angst, wenn sie an der Macht sind vor den drakonischen Strafen der Scharia; Angst vor den willkürlichen Akten, wenn sie es nicht sind. Sie sind wie die Landsknechte der Hexenjäger: es kann immer und überall jeden treffen.

    Leute, überlegt euch gut, mit wem ihr euch solidarisiert!

     

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  • All Hell break loose

    Stellen sie sich vor, es geschieht folgendes:

    Der Hollywood-Star Tom Cruise erhält die deutsche Staatsbürgerschaft.

    Er  gründet eine Partei, die zur Bundestagswahl antritt.

    Viele Menschen in Deutschland sind mit der 4-Parteiendiktatur unter linker Partizipation unzufrieden.

    Mr. Cruise verfügt über ausreichend Mittel und Kontakte, einen schlagkräftigen Wahlkampf zu machen.

    Bei geringer Wahlbeteiligung gewinnt er die absolute Mehrheit.

    So weit hergeholt ist das nicht.

    Kaum an der Macht tut er das was alle tun, wenn sie die Macht erobern, er verteilt die Pfründe unter seinen Kameraden/Kameradinnen.

    Nach einiger Zeit fängt er den gesellschaftlichen Umbau im Sinne der Scientology an.

    Und nach und nach fängt Scientology an, jeden Nicht-Scientologen zu tyrannisieren, zu mobben, zu bedrohen, etc.

    Zuletzt erklärt der Führer von Scientology jeden, der sich nicht an die Regeln von Scientology hält, zum lebensunwerten Leben und Bundeskanzler Tom Cruise habe Sorge dafür zu tragen, diese Leute zu bekehren oder aus dem Land, wie auch immer, durch Vertreibung oder Mord, zu entfernen.

    Damit fängt er dann auch an. Erst mal nicht hardcore. In kleinen Schritten, jeweils so groß, wie seine Macht es ihm erlaubt.

    Das ist es, was in Ägypten geschah, nur eben mit Moslembrüdern anstatt mit Scientology.

     

    Es war unvermeidlich: wo die Bruderschaft als Kraft auftritt, wird es früher oder später eine Eskalation der Ereignisse geben.

    Viele Analysten werfen den Demonstranten gegen die Bruderschaft, und die Mursis Inhaftierung begrüßt oder wenigstens toleriert haben, vor, an der Explosion der Gewalt in Ägypten mit Schuld zu tragen.

    Im Umkehrschluss sagen sie damit: sie hätten sich schikanieren, unterwerfen und misshandeln lassen sollen, um die Brüder nicht zu provozieren.

    Das kann es ja nun auch nicht sein.

    Die Brüder leben von Gewalt. Sie hatten ihr Jahr friedlichen Übergang, sie haben den weitgehend friedlichen Sturz Mubaraks für sich zu nutzen gewusst.

    Eröffnete der friedliche Sturz Mubaraks Wege eines friedlichen Neuanfangs, haben die Brüder diesen verbaut.

    Sie traten nicht einfach ab, nachdem sie heruntergewirtschaftet hatten, und gaben dem Land eine zweite Chance.

    Sie wussten, dass es nach einem Jahr ihrer Herrschaft kein Zurück an die Macht geben wird.

    Sie wussten, was zu tun ist, um die für ihre Härte berühmte ägyptische Polizei herauszufordern, damit sie zuschlägt. Es war ihr einziger Weg, sich in Position zu halten, als Opfer können sie nun versuchen im bewaffneten Kampf weiter zu machen.

    Das rechtfertigt nicht, dass diese Polizei reagiert wie erhofft, aber das Verheizen von „Märtyrern“ gehört zur Strategie der Bruderschaft. Diese Polizei schlägt nicht gegen Aufstädische, sie schlägt auf eine Gruppierung ein, die an der Macht war, diese missbraucht hatte und nun buchstäblich in die Wüste geschickt wurde.

    Moslembrüder fackeln landesweit Kirchen ab. Und das hat jetzt mit: sich gegen Polizeiübergriffe wehren – was zu tun?

    Ein Sky-News-Kameramann wurde von einem Scharfschützen getötet an einem Ort abseits des Geschehens. Das trägt die Handschrift der Bruderschaft. Der Spiegel interpretiert: es sei das Militär gewesen, weil dieser Kameramann über Polizeigewalt berichten wollte; eine blödsinnige Argumentation eingedenk dessen, dass derzeit mehrere tausend ausländische Journalisten in Ägypten unterwegs sind und davon berichten.

    Der Krieg ist da in Ägypten. Aber es ist kein Krieg Unterdrücker gegen Unterdrückte, es ist ein Krieg zwischen verschiedenen Fraktionen der Machtelite, just, was Graham und Mac Cain wollten.

    Sie hätten ihren Einfluss auf die Bruderschaft geltend machen können, um sie zu Kompromissen zu bewegen. Sie taten es nicht. Sie gossen Benzin ins Feuer.

    Will jemand Partei ergreifen, dann soll er das für die tun, die ohnmächtig von dem Geschehen überrollt werden, die nie eine Stimme hatten, aber deren Leben von den kommenden Ereignissen zermalmt wird.

    Positiv zu bemerken wäre: unser Sultan von Konstantinopel ist auch einer der Verlierer. Hatte er doch so darauf gehofft, das ägyptische Militär für sich über die Bruderschaft nutzen zu können. Natürlich schreit er jetzt mal wieder nach ausländischer Intervention. Ein wenig erinnert es ihn wohl auch noch daran, wie labil er selbst im Sattel sitzt.

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  • Deutschlands Propagandamaschine will den Krieg

             "Im düsteren Auge keine Träne

              sie sitzen vorm Rechner und fletschen die Zähne"

    kann man Heinrich Heine auf unsere von der Nazipresse wirklich nicht mehr differerenzierbare Journaille umdichten.

    Aber holla! Halt! Das ist doch ein Kampflied zu Gunsten derer, die tränenlosen Auges die Zähne fletschen, es ziemt sich nicht, das auf eine Kriegspropaganda anzuwenden!

    OK, OK, ich seh's ein. Wollte doch nur mal wieder witzig sein.

    Nun denn, ein Screenshot, Google-News, Headlines:

    Assad

    Man könnte annehmen, Deutschlands schreibende Hurenschaft ist entweder a) zu blöd einfache englische Meldungen zu übersetzen, oder b) zu googlen oder c) die deutschen Verlage können sich keine Übersetzungsdienste leisten oder alles 3 zusammen.

    Eigentlich ist die Haltung des Syrischen Präsidenten eh bekannt, eine deutsche Übersetzung seiner Grundsatzerklärung kann auf diesem Blog hier gefunden werden (Teil 1, Teil 2, Video):

    1. Zerschlagung des ausländischen militärischen Angriffes auf Syrien

    2. Aufbau einer bürgerlichen Demokratie durch alle nationalen Gesellschaftlichen Kräfte

    So einfach ist das.

    Und liest man PressTV, RIA Novosti, SANA etc. stellt man schnell fest, dass Präsident Assad nur diese Position wiederholt hat.

    Oder Syria News:

     

    "Mit Terror (gegenüber Terror) kann keine andere Lösung gefunden werden, außer ihn mit eiserner Faust zu schlagen!"

    ist der Satz, den unsere literarischen Mordbrenner ihm im Munde umdrehen.

    Natürlich ist es nicht so, dass sie dumm wären, sondern sie sind niederträchtig. Sie beabsichtigen etwas. Sie bereiten Krieg vor.

    Was Washington von einem Angriff abhält, ist, dass:

    1. General Martin Dempsey das für eine schlechte Idee hält.

    2. aller Wahrscheinlichkeit nach die Mehrheit der Türkischen Bevölkerung sich auf die Seite der Syrischen schlägt.

    3. es gut möglich ist, dass Ägyptens General al Sisi sich mit Assad verbündet.

    Das zu erkennen sind unsere Pressehuren möglicherweise tatsächlich zu blöd. Sie machen Stimmung, um die Deutsche Bevölkerung hinter einem Angriffskrieg zu versammeln.

    Sie haben kein Gewissen und sie können die Konsequenzen ihres Handelns nicht absehen.

     

    Abschließend ein Interview, dass unsere liebe Mimi aka SyrianGirl mit einem Syrischen Soldaten geführt hat:

     

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  • Erde an die westlichen Mursi-Fans: „Jetzt kommt mal wieder auf den Boden zurück!“

    Ägypten ist ein sehr komplexes Land mit einer sehr vielschichtigen Gesellschaft.

    Es ist erschreckend, wie gerade auch Geister, die durch die Fähigkeit kritischen Denkens auffallen in der Causa Mursi sich ein geradezu infantiles Weltbild basteln.

    Ich finde es aber vor allem eine Frechheit, den Ägyptern, welche die Bruderschaft ablehnen, zu unterstellen, sie wären hirnlose „Bimbos“, die gerne Ami spielen wollten. Solche mag es ja geben, weil es sie überall gibt, aber das ist tatsächlich eine verschwindende Minderheit. Ägypten ist keine DDR, wo lauter Maiks und Mandys und Susans und Kevins rumlaufen, die von Cadillacs träumen.

    Und man fällt auf den Demokratie-Trick rein: es stimmt schon, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung hinter der Bruderschaft steht, aber ein Viertel ist eben nur ein Viertel, eine Minderheit, der alle Rechte einer Minderheit zustehen, aber der es absolut nicht zusteht, sich die restlichen 3/4 zu unterjochen!

    Dieses Viertel hat Mursi gewählt und dieses Viertel hat die Verfassung der Bruderschaft gewählt.

    Ein Referendum abzuhalten, durch das eine Verfassung verabschiedet wird, ohne dass es überhaupt die Chance gab, diese Verfassung gesellschaftlich zu diskutieren, weil die meisten Leute sie gar nicht zu Gesicht kriegen und gar nicht die Zeit gegeben wird, sie zu lesen und zu besprechen ist formal vielleicht nach den Maßstäben westlicher Demokratien korrekt, aber de Facto ist es Betrug; eine Verfassung ist ein etwas komplizierteres Produkt als eine Simpsons-Folge.

    Darum sind die Leute auch nicht wählen gegangen. Sie kannten den Text, über den sie abstimmen sollten ja gar nicht.

    Aber Mursi ist ein demokratisch gewählter Präsident.

    So wie Merkel eine gewählte Bundeskanzlerin ist, und darum die Deutschen brav Ja und Amen sagen zu Lissabon, ESM etc. Man lebt dann halt in der EU unter dem Vertrag von Lissabon ohne zu wissen, was da überhaupt drin steht. Mit einem Finanzdirektorat, das über alle Gesetze erhaben ist.

    So ist das in einer Demokratie. „Wer seine Stimme abgibt hat nichts mehr zu sagen“ kommt einem in den Sinn.

    Übrigens haben 2/3 der Ägypter ihre Stimme zur Verfassung eben gar nicht abgegeben, über 50% haben bei der Präsidentschaftswahl ihre Stimme nicht abgegeben. Sie haben ihre Stimme sozusagen behalten.

    Und in den vergangenen Wochen sind sie wieder auf die Straße gegangen und haben sie erhoben.

    Mursi hatte lange genug Zeit, auf sie zuzugehen. Aber er hatte eben darauf bestanden, dass er der Big Boss ist und keiner ihm dreinzureden hätte: zu blöd für den Herrn, dass er das Militär nicht gegen die Bevölkerung einsetzen konnte, denn, oups, das hatte von ihm genauso die Schnauze voll!

    Mursi wollte das Militär einsetzen, um einen Damm-Bau in Äthiopien zu verhindern.

    Natürlich ist es berechtigt, darauf zu bestehen, dass Äthiopien das nicht einfach entscheiden kann ohne sich mit der ägyptischen Führung abzusprechen – aber so etwas regelt man ja wohl diplomatisch, was die Generäle ihm auch klargemacht haben. Schön blöd, für einen Präsidenten, wenn das Militär ihm klar macht, für seinen Kriegsplan nicht zur Verfügung zu stehen.

    Aber wie blöd muss man eigentlich sein, darauf hin Reden zu schwingen, selbiges Militär gegen Syrien werfen zu wollen, wobei ja offensichtlich ist, dass Ägypten seine Soldaten verheizen soll, um die NATO zu entlasten. War ja klar, dass die Militärführung ihm sagt: „Nix da, Alter!“

    Wenn ein Präsident zum heiligen Krieg gegen ein Land aufruft, dann ist das eine offizielle Kriegserklärung. Ist den Mursi-Fans das eigentlich klar?

    Und ihr könnt verdammt froh sein, dass selbiges Militär sich entschieden hat, diesen Psychopathen aus dem Amt zu jagen, anstatt seinem Geheiß zu folgen!

    In einem weinerlichen und vor allem wirren Fanartikel in der für gewöhnlich durchaus lesbaren „Berliner Umschau“ findet sich folgendes:

    „Auch mit der Absetzung des Generalstaatsanwalts Mahmud hatte Mursi wenig Glück. Nach dem er diese zunächst nach gewalttätigen Protesten hatte zurücknehmen müssen, versuchte er es nach ersten diplomatischen Erfolgen (Vermittlung eines Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas – also ein böses Zeichen der Selbstständigkeit) erneut. Daraufhin hieß es, damit werde die Gewaltenteilung negiert und Mursi „geriere sich wie ein Pharao“ (Originalton des „Friedensnobelpreisträgers“ Mohammed al-Baradei) . Merke: die „Gewaltenteilung“ zwischen einer von Mubarak eingesetzten und ihm jahrzehntelang treu ergebenen Justiz und eines Militärs, in dem kaum eine Person ausgetauscht worden war und einer aus freien Wahlen hervorgegangenen Regierung! Man stelle sich vor, Adenauer hätte seinen Amtseid vor dem Volksgerichtshof ablegen müssen!

    Da isser mal wieder der Deutsche, der sich die ganze Welt als deutsch vorstellt. Und natürlich heißt er Charly. Unser Charly macht den NAZI-Vergleich. Natürlich war das Mubarak-System eine höchst unerfreuliche Diktatur und ich hatte darauf bereits bestanden, als alle Welt Mubaraks System noch als Demokratie gefeiert hat und seine Partei Sektion der Sozialistischen Internationale war, der auch die SPD angehört.

    Aber es war erstens kein faschistischer Staat und zweitens bestehen sowohl Militär als auch Richterschaft aus unterschiedlichen Fraktionen; Mubarak musste immer die Nasseristen fürchten und es kann keineswegs von „treu ergeben“ die Rede sein.

    Sorry Charly, deine Lust auf Säuberung geht völlig an den ägyptischen Verhältnissen vorbei! Genauso gut könnte man fordern, jeder, der unter Mubarak Zahnarzt war, solle seine Zulassung verlieren.

    Äh – und Charly: die Hamas wurde von Israel kreiert um Arafat zu schwächen, nur so nebenbei.

    Es zeichnet sich gerade ab, dass unter Führung von Abdel Fatah al Sisi jene Nasseristen im Militär das Heft in die Hand genommen haben.

    Hört auf, den Quatsch der Moslembrüder nach zu plappern, das Militär habe Schuld, wenn in Ägypten Bürgerkrieg ausbricht.

    Der Bruderschaft wurde angeboten, sich an zukünftigen demokratischen Entwicklungen zu beteiligen.

    Es wurde festgelegt, dass für nächsten Februar Wahlen geplant sind.

    Ohne Mursi. Denn man muss wirklich kein Einstein sein, um zu erkennen, dass der Mann ein paar Schrauben locker hat.

    Nun, die Brüder haben an der Macht geleckt. Das Kalifat war schon so greifbar nahe! Es sieht nicht danach aus, dass sie sich in den Prozess einfügen. Es sieht danach aus, dass die Dinge nicht friedlich verlaufen werden. Das ist schlimm. Aber das macht die Bruderschaft noch nicht zur richtigen Seite.

     

     

     

     

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  • Die Stunde des Generals

    Werden wir der Mantras nicht müde: taucht in einem Land, auf das es die USA abgesehen haben eine neue Führungskraft auf, dann bearbeitet man sie in 3 Phasen, so nötig:

    1. Bestechen und umgarnen

    2. Erpressen und bedrohen

    3. Angreifen oder töten

    Phase 1 im Umgang mit General al Sisi ist schon am Abflauen.

    Phase 2 beginnt: es werden keine Kampfflugzeuge aus den USA an Ägypten geliefert und Sorge um die Dömogrodie wird vom Weißen Haus geäußert.

    Es beginnt immer damit, dass Demokratie und Menschenrechte beklagt werden – das unfehlbare Zeichen, dass Washington auf Sturm stellt!

    Damit will ich blutiges Vorgehen gegen die Bruderschaft nicht vollherzig verteidigen.

    Ich darf daran erinnern, dass die Bruderschaft mit dem Sturz Mubaraks nichts zu tun hatte.

    Nach getaner Arbeit hatten sie sich an die Spitze geputscht und den Rahm abgeschöpft.

    Mursi hatte eine Verfassung im Eiltempo durchgedrückt, mittels eines Referendums, das eben mal 32% Wahlbeteiligung hatte, sich als Präsident diktatorische Vollmachten eingeräumt, ist als Agent der USA auf dem Gipfel der Blockfreien aufgetreten, verkaufte Ägypten weiterhin an den IWF, lies Ausschreitungen seiner Bruderschaft gegen Christen und Linke gewähren, begann einen Einmarsch in Äthiopien vorzubereiten und rief zum heiligen Krieg gegen Syrien auf.

    Das ist schlicht die einzige Bilanz von seinem Jahr an der Macht. Das Land ging weiter vor die Hunde und Kooperationen mit Katar und Hamas brachten keinem Nutzen außer der Bruderschaft.

    Wen in Ägypten will die Bruderschaft noch damit ködern, dass Mursi gewählt wurde (mit 51% bei unter 50% Wahlbeteiligung). Keiner will’s mehr zugeben, aber auch Mubarak war gewählt, zu seiner Zeit galt Ägypten als „die einzige Demokratie in einem arabischen Land“. Lesen sie alte Zeitungen, am besten in Bibliotheken, die kann man nicht so leicht neuschreiben wie Texte im Internet. Ägypter wissen das noch gut.

    Als ich vor vielen Jahren in Kairo unter der Sultan Hassan Moschee gewohnt hatte, galt im Viertel Libyen als das beste Land.

    Jeder träumte davon, nach Libyen auszuwandern und dort zu arbeiten.

    Libyen ist nicht weit weg von Kairo.

    Was aus dem Land mit dem höchsten allgemeinen Wohlstand in Afrika geworden ist kann von dort aus jeder sehen.

    Da war wohl mal so etwas wie eine Wahl, aber im Land des Great Man Made River gibt es heute in den Städten kaum Trinkwasser mehr außer das ausländische, welches man in Plastikflaschen kaufen muss.

    Glaubt wirklich jemand, man könnte Menschen, die das Leben in der Wüste kennen, aufschwätzen, Wahlen alle paar Jahre seien toller als Trinkwasser?

    Über Mursi’s Situation ist unsere Presse mal wieder ein Lehrstück der Logik: keiner weiß, wo er ist, aber man will wissen, dass er dort mehrere Stunden am Tag verhört würde.

    Sagen wir: vorstellbar ist das natürlich. Die Anklage gegen Mursi ist eine deutliche Ansage gegenüber USA und IWF – Agent in deren Diensten!

    Schwer vorstellbar, dass man jenseits des Atlantik darüber glücklich ist: was hat der Mann alles auszupacken?!

    Der General hat dieses Wochenende gezeigt: er kann Bevölkerungsmassen mobilisieren und lässt sich vom Westen nicht einschüchtern. Und natürlich ist er entschlossen, die Moslembrüder von der Macht zu vertreiben. Aus deren Reihen hört man bereits vereinzelt Rufe nach „einer 3. Kraft, die intervenieren muss“. Malaysia wird damit kaum gemeint sein. Was soll’s, einen Angriff auf Ägypten können die Pleiteamis wohl kaum stemmen.

    Mal sehen, wie er sich macht, der General!

    Es fängt mit kleinen Schritten auf sicherem Terrain an, wer gehen lernen will! Auch jener, welcher zuletzt Olympia läuft.

     

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