State of Play

Aus antiimperialistischer Sicht kann man, stellt man den Vergleich zum Dezember des Vorjahres an, einen gewißen positiven Trend erkennen.

Am herausragendsten zu würdigen finde ich erst einmal, dass es der Ukraine erfolgreich gelungen ist, einen von der EU und den USA betriebenen Putsch abzuwehren, der das Ziel hatte, aus diesem Land ein "Mexiko" Europas zu schaffen.

In Zukunft wird man die Ukraine ernst nehmen müssen.

Das denke ich haben auch alle treibenden Kräfte in der EU begriffen, selbstredend mit Ausnahme der GRÜNEN, wenn man sich das Gesülze von Rebecca Harms auf Phoenix anhört, aber dieser Club der "Kerndlfresser", wie der bayrische Volksmund solche Leute nennt, ist so viel damit beschäftigt, nicht in das Nirvana der politischen Bedeutungslosigkeit einzugehen, dass man sie quatschen lassen kann ohne sich ärgern zu müssen.

Alle anderen EU-Politiker geifern noch etwas in offensichtlichen Rückzugsgefechten, sie werden weiterhin konspirieren, worauf die dortigen Behörden nun vorbereitet sind, Russlands Außenminister Lavrov geht in die Offensive und arbeitet auf die seit langem vorgeschlagenen trilateralen Verhandlungen EU-Ukraine-Russland hin, die alle 3 Beteiligten gleichberechtigt behandeln sollen.

In Syrien sind die wahabitischen Mörderbanden ganz offiziell dazu übergegangen, die Hand zu beißen, die sie füttert.

Das ist eine bombastische Niederlage der USA, die den USA von Anfang an vorausgesagt wurde mit Hinweis auf die afghanischen Taliban und bestätigt: wer aus seiner Geschichte nicht lernt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen.

Ein Teil des Kriegszieles wurde natürlich erreicht: das Land ist so restlos zerstört, dass es ohne ausländische Hilfe unmöglich wieder aufgebaut werden kann, aber die in Berlin und Washington vorbereiteten Pläne, diesen Aufbau als Selbstbedienungsladen westlicher Investoren und Konzerne zu gestalten, dürften sich in Rauch auflösen, wohingegen russische Emissäre gerne gesehene Gäste werden dürften.

Ich gehe davon aus, dass die Amis von ihrer Strategie, Genf II Verhandlungen auf den St.Nimmerleinstag zu verschieben, abrücken werden. Saudi Arabien bleibt ebenfalls als Problem bestehen, aber ohne OK aus Washington sind die übergewichtigen Prinzen nicht handlungsfähig. Der Sultan von Konstantinopel macht leicht den Eindruck, sich mit dem Syrienspiel etwas übernommen zu haben und geht geschwächt aus der Sache heraus.

Mit dem Iran getroffene Vereinbarungen betreffs Sanktionen und Atomenergie nicht einzuhalten kann sich ganz schnell zum Boomerang entwickeln – von der letzten UN-Generalversammlung ist Präsident Rohani als Sieger nach Hause gefahren, wohingegen die Vertreter der USA so ziemlich jeden verärgert haben, mit dem man es sich verscherzen kann.

Als weiteres kleines Ereignis von welthistorischem Rang kann ein Moment bezeichnet werden, der sich auf der Beerdigungsfeier Nelson Mandelas zutrug und von Fidel Castro so beschrieben wird:

"Die Rolle der Delegation Kubas aus Anlass des Todes unseres Bruders und Freundes Nelson Mandela wird unvergesslich sein.

Ich beglückwünsche den Genossen Raúl für sein brillantes Verhalten und besonders für seine Standfestigkeit und Würde, als er mit liebenswürdiger, aber fester Geste den Regierungschef der Vereinigten Staaten begrüßte und ihm auf Englisch sagte: „Herr Präsident, ich bin Castro.“"

Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass Barak Obama sehr anständig und adäquat reagiert hat.

Es ist unübersehbar, dass Skull & Bone die Außenpolitik der USA fest im Griff hat und Obama nur mehr eine Statistenrolle zugestanden wird, mit der er sich noch nicht völlig abgefunden hat – in Sachen Iran gedenkt er dem Senat die Stirn zu bieten, was gut ist.

War meine Jahresrückschau im letzten Jahr noch von einem gewißen Nihilismus geprägt, so kann ich als Antiimperialist dieses Jahr doch festhalten: Weitermachen lohnt sich, jeder, der sein Schärflein beigetragen hat, und sei es auch noch so klein, hat zu diesen Erfolgen beigetragen und sei bedankt!

Dennoch will ich bemerken: Teilerfolge gegen das Imperium sind immer auch Anlass zur Sorge:

Imperialisten sind nicht bekannt dafür, Entwicklungen mit Vernunft zu begegnen und Niederlagen machen sie rachsüchtig!

Dass Gauck, sobald absehbar war,  der Coup gegen die Ukraine wird zum Schlag ins Wasser geraten, eine Kampagne zum Olympiaboykott ausrief, wirkt zwar armselig, macht aber Wind.

Den Al Capone Russlands wie einen Triumphator in Berlin zu empfangen um die Kiewer Peinlichkeit zu überspielen – meine Fresse, habt ihr echt nichts besseres auf Lager?

Doch, haben sie: die Entwicklungen im Südchinesischen Meer verraten, dass die Front nun an anderer geographischer Stelle angeheizt wird.

Bei allem also, was man sonst noch zu tun hat: auch im neuen Jahr stets der Herrenklasse auf die Finger sehen und zu nichts schweigen! Die Berichterstattungen der Kapitalkontrollierten Medien zu korrigieren ist ein wichtiger Beitrag: erstens hilft er der Bewusstseinsbildung indem er kritisches Denken fördert und den Blick auf die Realität schärft, zweitens konfrontiert er die Herrschenden mit Widerspruch!

 

Mockingjay

 

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