Si tacuisses, Günter

Zu dem hanebüchenem Quatsch, den Günter Grass in der SZ von sich gibt, fiel mir vor allem ein: 1. Hat ihm ja wohl jemand vorgekaut, was er in diesem Interview zu sagen hätte, und 2. Was hat man gegen den alten Mann in der Hand, dass er das auch tatsächlich tut!

In seinem Alter kann man die Sau rauslassen, man hat nichts mehr zu verlieren. GG zerstört seine Reputation.

Was war wirklich geschehen?

Lafontaine, am Gipfel der Macht angekommen, musste feststellen, dass er nichts zu melden hat. Entweder, er wirft alles, was er vertritt über Bord um den Genuss der erlangten Pfründe zu behalten, dann ist er wohl ein rechter Mann der SPD, einer wie es von den Wer-hat uns-verraten-Sozialdemokraten spätestens seit der Zeichnung für die Kriegsanleihen zu Beginn des 1. Weltkriegs und der Abschlachtung der aufständischen Arbeiterschaft durch die „Noske-Hunde“ am Ende besagten Krieges zu erwarten ist; oder er tritt eben zurück und verfolgt weiterhin seine Inhalte.

Das war Lafos eigentliches Verbrechen: er hat das Parteigebonze und Absahnerpack der SPD beschämt. Auch Lafo war ein SPD-Parteibonze. Er hatte Einfluss in der Partei. Von einem Parteibonzen erwartet man, dass er seinen Einfluss geltend macht, um den Parteiplebs auf Linie zu bringen und zu halten. Dies nicht getan zu haben, das war sein Verrat.

Wir schreiben nicht 1919. Die SPD muss nicht im Auftrag ihrer kapitalkräftigen Gebieter aus der Wirtschaft abtrünnige ehemalige Parteigenossen gemeinsam mit marodierenden Freicorps massakrieren und kann es auch gar nicht. Man nutzt die Waffen des Propagandakrieges.

In diesem Zusammenhang verbreitet GG einen üblen Geruch von geistiger Inkontinenz.

Lafo sei davongelaufen. Ja vor was denn? Vor dem Geld, das er bekommen hätte, wenn er die NATO-Kriege, Agenda 2010 und die Legalisierung von Hedgefonds mitgetragen hätte (um nur 3 Verbrechen der rot-grünen Meute zu benennen)? Vor dem Euro-Regen, der ihn eingedeckt hätte für Vorträge vor Bankern und Aufsichtsräten, in denen sich die Müntes und Clements und Steinwieauchimmers baden? Vor den lukrativen Angeboten aus der Wirtschaft, wie Gerhard Schröder und sein grüner Esel Fischer sie einheimsen?Oder ooup: wie wäre es mit mal ins braune hineingedichtete Bücherverkaufen wie der große neo-rotzialdimokritische Parteitheoretiker Sarrazin?

Besonders perfide mutet es mich an, dass das im Rahmen einer Laudatio auf August Bebel geschieht, mit dessen Federn sich die Sozis schmücken wollen. Wie ich schon sagte, es ist nicht die Partei Bebels, es ist die Partei, die den ersten Weltkrieg um Jahre verlängert hat.

Die NATO ist ein Militärbündnis. Eine Armee. Die Aufgabe einer Armee besteht darin, die Aufträge, welche die Politik ihr erteilt ohne sie zu hinterfragen auszuführen. Was soll man denn da reformieren? Denn dahingehend, dass die Soldaten ihre Befehle kritisch hinterfragen und notfalls den Befehl verweigern, kann GG die NATO nicht reformiert haben wollen, wenn er sogar Politiker dafür verurteilt, dass sie ihrem Gewissen folgen oder ihrer politischen Einstellung anstatt am Amt zu kleben und den Lohn dafür einzusacken. Überhaupt ist das ganze „Ich finde ja auch nicht alles gut“-Rumgeschleime mir zu wider! Die NATO ist eine imperiale Armee. Die Aufgabe einer imperialen Armee ist es, die Herrschaft des Imperiums militärisch zu sichern und, wo nötig, die Interessen des Imperiums militärisch durchzusetzen. Gerade ein GG kann mir nicht verklickern, er wisse das nicht.

GG ist kein x-beliebiger Bierdimpfi, der nach der Arbeit vor der Glotze abhängt oder in der Kneipe und in der Frühstückspause BILD reinzieht. Er ist einer der Oberen der Nation. Einer, der mit den Schaltern und Waltern der Macht an einem Tisch sitzt. Er hat Insider-Wissen und er kennt Debatten von hinter dem Vorhang.

Wenn er sich an der Kampagne beteiligt, die Korruption zu korrektem Verhalten erklärt und korrektes Verhalten zu Feigheit, dann ist das kein Fauxpas. Dann ist das unverzeihlich. Es ist ein Akt der Korruption. Es geht hier nicht alleine um Lafo. Es geht ums Prinzip!

So ein Verhalten kann nicht einfach zur Kenntnis genommen und übergangen werden, es verlangt eine öffentliche Entschuldigung, und zur Entschuldigung gehört die Nennung der Gründe, warum er so gehandelt hat. Kommt die nicht, dann war es wohl doch seine Meinung. Und er hat‘s vermasselt.

 

 

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