Ruhe vor dem Sturm

Der bekannteste Satz des alten Sokrates lautet: „Ich weis, dass ich nichts weis“.

Dabei geht es um das Verhältnis zwischen erkennendem Individuum und zu erkennender Welt.

Wer sich nur oberflächlich mit deren Dingen befasst glaubt eine Menge zu wissen, je tiefer der Geist aber in eine Sache eindringt, desto umfassender wird sie, desto deutlicher wird, wieviel von ihr noch im Dunkeln liegt, wieviel es an ihr noch zu erfassen gäbe, das dem eigenen Erkennen fehlt um sich von ihr einen mit ihrer Realität übereinstimmenden Begriff machen zu können. Also wissen wir tatsächlich von einer Sache, deren Tiefe wir erkannt haben letztendlich nur, dass wir von ihr nichts wissen.

Und das trifft auch auf den Beobachter des internationalen Geschehens zu.

Wir sitzen nicht mit den Entscheidungsträgern an einem Tisch. Wir gehören nicht zu dieser „Szene“, welche die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen des Lebens der Völker und Menschen bestimmt.

Wir sehen Bewegungen und Geschehnisse sowie deren Auswirkung, erhalten Informationen und Falschinformationen und selten gelingt uns ein Blick hinter die Kulissen.

Ein gegenwärtiges Lieblingsthema der politischen Auseinandersetzung ist Transparenz. Im Augenblick erhitzen sich die Gemüter daran, wissen zu wollen, wieviel der Steinbrück verdient. Soetwas ist freilich ein Scheinthema. Es gibt kaum etwas scheißegaleres als dem seine Groschen. Möglicherweise nutzen Informationen darüber, wer ihm Kohle zuschanzt, aber auch das sind nur Peanuts. Es liefert Ansatzpunkte über Details, wer Einfluss auf die SPD nimmt, zeigt eine Fußspur der Fährte, mehr nicht.

Entscheidungen werden im westlichen Imperium nicht von Parteien und Parlamenten getroffen und Entscheidungsträger lassen sich weder in die Karten schauen noch geben sie die Zügel an Unsicherheitsfaktoren wie Wahlen aus der Hand. Sie sind von langfristigen Strategien abhängig und können es sich nicht leisten, alle paar Jahre von vorne anzufangen.

Demokratie, wie der Westen sie pflegt, ist so etwas wie Kolosseumsspiele für Gymnasiasten.

Natürlich werden die Kämpfer sorgfältig ausgewählt. Charakterlich ist Steinbrück ein stumpfsinniger Bürokrat, dabei ist der feist und selbstverliebt. Inhaltlich vertritt Steinbrück die rassische Überlegenheit des Weißen Mannes. Sein Ziel ist die Stabilisierung der Weltherrschaft durch EU und USA, und so, wie die USA ihre Neger und Pacos hat, die es unter Kontrolle zu halten gilt so hat Europa seinen Süden, die Unterentwickelten, die ohne Katasteramt, denen Papi jetzt mal zeigt, wie’s geht. Er ist genau die Figur, die die Eliten jetzt an der Spitze eines so einflussreichen Landes wie Deutschland brauchen: ein stumpfsinniger, eitler Fatzke, der über hervorragend ausgeprägtem Willen zur Macht verfügt und die angenommene Minderwertigkeit von allem, was ihm nicht gleicht wie ein Naturgesetz empfindet.

Die Eliten setzen auf Steinbrück, einen gnadenlos unkultivierten Bulldozer im Anzug, der nur 2 Ziele hat: er will herrschen und er will besitzen. Für die kommenden härter werdenden Zeiten ist Merkel zu schwach, sie ist nicht der Gladiator, der mit dem Morgenstern Schädel zerschmettert und dabei sexuell erregt ist. Was immer man ihr vorwerfen kann, sie hat Kultur. Sie verfügt über profunde naturwissenschaftliche Bildung und ich weis aus eigener Anschauung, dass sie bei Wagners „Tristan“ Genuss empfindet. Sie geht in die Oper, weil sie die Oper mag. Steinbrück geht in die Oper, weil sich das für herrschende Kreise gehört, an einem solchen Ort ab und zu gesehen zu werden. Wenn Merkel die Interessen der herrschenden Klasse gegen den Süden vertritt, zögert sie, wankt sie und irrt sie, sie redet sich wider besseres Wissen ein, das für die Menschen richtige zu tun. Steinbrück hingegen hat die Empathie einer Abrissbirne – was interessieren ihn ein paar olivenfressende Euronigger?

Und Steinbrück ist der geeignete Kanzler, der Deutschland mit seinen ökofaschistischen GRÜNEN Gartenzwergen durch den 3. Weltkrieg führen kann.

Einige honorige Blogger haben angefangen, in Bezug auf Syrien die Zeichen so zu deuten, dass der Westen sich zurückzieht. Wishful Thinking nennt man das wohl heute. In der Tat wird der Fokus ein wenig weg von Damaskus auf Libyen umgelenkt. Nicht auf die aktuellen Ereignisse um Beni Walid, sondern auf den Mord an Colonel Gaddafi. Mali wird ins Spiel gebracht. Wahlkampf: das nordafrikanische Desaster lässt das Weichei Obomba schlecht aussehen. Und ja, es hat auch damit zu tun, dass der Westen sich in Bezug auf Syrien verkalkuliert hat und einen Vernichtungskrieg wie gegen Libyen sich nicht leisten kann. Man hat begriffen, dass Krieg gegen Syrien Ein All-In Game wird und muss sich besser vorbereiten. Man will wissen, welche Gladiatoren das Volk im Kolosseum zu Gesicht bekommt. Als erstes natürlich in Washington. Aber einen Lapsus, wie das Verhalten der Bundesregierung im Sicherheitsrat zu Libyen vermeidet man auch gerne. Dort hat man in Personam Wittig den richtigen Mann schon am Start. Jetzt muss noch die Kolonialverwaltung in Berlin ausgetauscht werden.

 

 

 

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