Ostermarsch 2014 – eine fundamentale Niederlage der Antikriegsbewegung

In dem Moment, in welchem ein verheerender Krieg über Europa schwebt beteiligen sich von 80 Millionen gerade mal bundesweit ein paar Tausend an den traditionellen Kundgebungen gegen den Krieg.

I.

Die Kriegstreiber des Bundestages und ihre amerikanischen grauen Eminenzen könnten das als Sieg werten: die Deutschen heute wieder, wie in Brechts Song, 

"Hinter der Trommel her

Marschieren die Kälber

Das Fell für die Trommel

Liefern sie selber".

Aber so ist es nicht. Die Medien fangen schon zu flennen an, weil ihre Autorität nicht mehr anerkannt wird, vor allem ob ihrer Kriegshetze gegen Russland.

Es gibt die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland, die dumm genug ist, sich von ihnen verhetzen zu lassen, aber es gibt auch die andere Hälfte, die den Ernst der Lage erkennt.

Wer von denen Zeit dafür findet, formuliert sich im Internet, in Foren, auf MyTube und YouSpace (der Witz ist geklaut und hat auch schon 'nen Bart, denn wer erinnert sich noch an My Space in Zeiten von Zuckerbergs Milliardenunternehmen?), zieht einen Blog auf, wie auch immer, wer keine Zeit hat schweigt und sorgt sich.

All diese Menschen hätten den Ostermarsch nutzen können, eine gigantische Manifestation ihres Friedenswillens auf die Straße tragen zu können. Sie taten es nicht.

Ich stelle jetzt folgende Behauptung auf: Schuld daran ist vor allem Anderen die Linke!

Unter "die Linke" verstehe ich nicht die Partei "Die Linke". Das ist einfach irgendeine Partei und es kann als durchaus frech angesehen werden, sich den Begriff "die Linke" zum Logo zu machen, weil man immer gezwungen wird, zwischen "die Linke" und "Die Linke" explizit unterscheiden zu müssen, aber wahrscheinlich ist ja genau das der Werbetrick.

Ich meine damit nicht alle Linken, auch nicht die organisierten. Die DKP leistet beispielsweise genau das, was man von ihr erwartet: sie ist eine organisierte Kraft der Arbeiterschaft auf marxistischer Grundlage, sie hat klar erkennbare Prinzipien, an die sie sich auch hält.

Historisch interessant ist hierbei auch, dass die DKP damals 1989-91 stabil geblieben ist, personell und finanziell verloren hatte und Arbeitplätze, welche die DKP geschaffen hatte entfielen, sie aber nicht ihr Fähnchen in den Wind gehängt hat, wie die meisten sonstigen Speerspitzen der Revolution.

Das ist ein sehr bemerkenswerter Fakt: denn als Schwesternpartei der SED wurde eigentlich damit gerechnet, dass die DKP als erstes eingeht.

Man kann davon ausgehen, dass ein großer Teil der Linken damals von Ostblock-Geheimdiensten durchsetzt war und durch Ostblock-Geheimdienste seine theoretische Grundlage erhielt.

Der DKP war das immer unterstellt worden, aber genau die DKP erwies sich als Organisation, die aus eigener Kraft bestand.

Maoistische, Stalinistische und Trotzkistische K-Grüppchen sind umgeplumpst wie Dominosteine.

Mit dem Verschwinden der Ostblock-Geheimdienste wurden die Positionen, welche diese innehatten, ganz offensichtlich von amerikanischen und israelischen Geheimdienstlern übernommen.

So etwas ist natürlich kaum beweisbar, sondern Ergebnis langjähriger Erfahrung mit den Mechanismen und Strukturen, nach welchen die Linke damals funktioniert hatte.

So erklärt sich beispielsweise, dass die selben Personen, welche vormals jedem Anschlag seitens der Palästinenser mit militaristischer Blutrunst zugejubelt hatten und jede solidarische Kritik als reaktionär und proimperialistisch, ja, verräterisch verurteilten, innerhalb kurzer Zeit dahin mutierten, jedem Massaker der Israelis an Palästinensern mit dem gleichen Gestus und der gleichen Radikalität zuzujubeln und begannen jede Form der Palästinasolidarität als Antisemitismus zu verteufelten.

Die sogenannten "Guerillas" RAF und RZ erlebten unrühmliche Enden.

Es wird stark bezweifelt, ob es eine "Dritte Generation" der RAF überhaupt gab. Die letzten Mordanschläge der RAF, Rohwedder, Herrhausen etc. waren derart professionell und  akkurat, dass sie unmöglich von ein paar abgetauchten Szeneleutchen hätten durchgeführt werden können.

Die Szene-durchgeführte RAF-Aktion gegen den Rohbau des Knastes in Weiterstadt nutzte auch eher den Gegnern eines Strafvollzuges, der auf Rehabilitierung setzt und kann als gnadenlos dumm bezeichnet werden, es gehört zu den offenen Geheimnissen, dass ein Verfassungsschützer treibende Kraft dahinter war. Danach löste sich dieses Häuflein durchgeknallter Szenefreaks mit einem pathetischen Papierchen auf.

RZ/Rote Zora verschwand unter dem Hagel der Antisemitismusvorwürfe.

Studentische Linke bekämpft man in der Regel nicht durch Repression sondern mittels Jobangeboten.

Und noch?

Viele "Berufsrevolutionäre" von damals starteten durch mit Karrieren über NGOs oder bei den GRÜNEN, sofern sie nicht einfach herumdümpeln und in beispielsweise Berliner Szenestrukturen Platzhirsch spielen.

II

Etablierte linke Strukturen hatten schon immer das Problem, oder zumindest die letzten 35 Jahre, dass sie totalitär sind.

Ihr Totalitarismus ist dabei nicht inhaltlich fixiert, es geht dabei eher um die Hierarchie.

Keine Hierarchie dieser Welt verteidigt sich aggressiver als diejenige, welche sich als antihierarchisch tarnt.

Ging die linke Szene über zu jenem unsäglichen "Antideutsch"-tum, welches alles und jeden als Antisemiten verunglimpft, so ging das kaum mit Personalwechsel einher. Wer seine Position behalten wollte, übernahm einfach die neuen Parolen. In der Regel geschah das ohne viel Nachdenkens oder erkennbarer Prozesse und Diskussionen. Die Parolen verbreiten sich und werden linke Ideologie nahezu wie in dem Stück "Die Rhinozerosse" von Eugene Ionesco.

Wer die Parolen nicht übernehmen will, weil er irgendwann mal aus inhaltlichen Gründen dazugestoßen ist, wird so lange gemobbt, bis er sich unterwirft oder fliegt raus.

Vor dem Rausfliegen nun haben Menschen natürlich Angst.

Wer lange genug in so einer Szene war und nicht nur Linker um die Studienjahre anzureichern, hat nicht mehr viel mehr als die linke Szene.

Es bedeutet, in eine Gesellschaft zurückzukehren, in der man isoliert ist und nur vom Staatsschutz nicht vergessen.

III

Seit dem Libyen-Krieg tut sich etwas in Deutschland.

Zunächst ganz schwach, kaum merklich, und je weiter es ging mit Syrien und jetzt mit der Ukraine nunmehr unübersehbar: der Virus des Zweifels hat die Gesellschaft in Deutschland erfasst!

Normale Leute, aus normalen bürgerlichen Zusammenhängen, glauben nicht mehr an alles, womit man sie füttert!

Das kann durchaus auch mit der sogenannten Finanzkrise zu tun haben: sie konnten am eigenen Leib erfahren, wie sie betrogen werden.

Angebahnt hatte es sich freilich schon lange.

Die Massenenteignung mittels Umstellung von D-Mark auf Euro bekam jeder zu spüren.

Der nach 16 Jahren Kohl ersehnte Politikwechsel durch Rot/GRÜN entpuppte sich für weite Teile der Bevölkerung als Schuß nach hinten.

Danach GroKo-GelbKO-Groko – der schlagende, unwiderlegbare Beweis: du hast keine Wahl bei den Wahlen!

Viele Puzzlesteinchen setzen sich zusammen, aber ein wichtiges Element ist: Da musste unbedingt Krieg gegen den bösen Gaddafi geführt werden, und was jetzt? Da muss unbedingt Krieg gegen den bösen Assad geführt werden, und was jetzt? Ich soll so viel gegen den bösen Putin haben, dass ich Krieg gegen ihn führen muss, aber was hat der mir getan?

Kommt es zum Krieg, geht Europa vor die Hunde, aber die Amis schlagen daraus Profit!

Russland ist unser Nachbar, mit dem wir eine lange kulturelle Geschichte gemein haben und enge wirtschaftliche Verflechtungen – und jetzt sollen wir Nachteile in Kauf nehmen, wofür? Ach ja, wirtschaftliche Abhängigkeit; jeder, der Geschäfte miteinander macht, ist voneinander wirtschaftlich abhängig. Ich verdiene aneinander, wenn ich Geschäfte miteinander mache und tue es nicht, wenn ich keine mache. Bestenfalls tauscht man die wirtschaftliche Abhängigkeit von einem Geschäftspartner mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit von einem anderen. "Kauft nicht bei Russen", jedenfalls kein Gas. Und wer drängt sich als Ersatzgeschäftspartner auf: genau, die Amis!

Jeder Zigarettenhändler und jede Kassiererin im Supermarkt kann erkennen ohne Nachdenken, dass hier mir einer etwas verkaufen will, das ich schon von einem anderen bekomme und darum den anderen verdrängen möchte.

Mit moralischem Druck sollen wir gezwungen werden, zu unserem eigenen Nachteil den Geschäftspartner zu wechseln.

Deutsche sind immer opferbereit, wenn es darum geht, sich als moralische geläutertes Volk zu präsentieren, aber hier stinkt etwa zu streng!

Aus der Mitte der Bevölkerung heraus regt sich Widerstand!

Kein Szenegetümmel, ganz ohne linke Führer, an der Sache orientiert und nicht auf politische Karriere bedacht, das, was Widerstand per Definitionem ist: soziale Selbstverteidigung!

IV

Natürlich, die Menschen handeln aus Unbehagen und Zweifeln. In ihnen tauchen Fragen auf, die Antwort begehren.

Und wer Antworten sucht fragt die, die schon weiter sind.

Studiert das Material, das erreichbar ist, findet oder irrt und such weiter.

Man sucht natürlich viel im Internet, weil teure etablierte Presseerzeugnisse einem nichts mehr zu sagen haben.

V

Wen man nicht fragt, das sind Platzhirsch-Linke wie Jutta Ditfurth.

Im Vorfeld der Ostermärsche hatte Jutta Ditfurth sich dieses Jahr als eine der böswilligsten Saboteurinnen an der Anti-Kriegs-Bewegung selbst denunziert, indem sie den authentischen Antikriegskampf, der am aufkeimen ist, als rechte Finte diffamiert hat!

Jutta Ditfurth behauptet von sich, seit Jahrzehnten antifaschistische Arbeit zu machen.

Jutta Ditfurth ist keine Antifaschistin!

Heute, 2014, ist nichts leichter als festzustellen, wer Antifaschist ist oder wer Antifaschismus für seine/ihre Selbstinszenierung missbraucht!

In Deutschland über ein  paar Billardköpfe in Sachsen zu schimpfen ist kein Antifaschismus, es ist die Meinung von 99% der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland.

Mann/frau vergibt sich nichts, steht aber gut da.

Die Spreu trennt sich vom Weizen dort, wo man/frau laut ausspricht, dass in Kiew eine Melange aus NATO-Agenten und NeoNAZIs die Macht übernommen haben!

Jeder Antifaschist reagiert emotional geschockt bei dem Gedanken, dass in einer Gegend auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR eine faschistische Machtübernahme stattgefunden hat.

Ditfurth kämpft nicht gegen die Kiewer Junta, sie bekämpft diejenigen, welche dagegen aufstehen!

Überall, wo sich etwas bewegt, kristallisieren sich auch ein paar Stars heraus.

In diesem Falle gehören dazu der ehemalige Lehrer und linke Publizist Jürgen Elsässer, der mit Compact immerhin das erfolgreichste alternative Medienprojekt seit den 70ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gestartet hat und der linksliberale Moderator Ken Jebsen, der in seinem Leben garantiert mehr Jugendliche zu selbstständigem Denken angeregt hat als Jutta Ditfurth.

Man braucht ja nur Compact lesen oder sich KenFM ansehen, und seine eigene Meinung bilden.

Der Initiator der Berliner Montagsdemos Lars Mährholz soll ein getarnter Rechter sein, weil er die FED als Ursache aller Kriege ausmacht.

Das greift natürlich zu kurz, das weiß jeder, der sich lange Zeit mit den ökonomischen Hintergründen des westlichen Systems befasst hat. Wer lange genug gegraben hat, kommt dahinter, dass Krieg eine immanente Notwendigkeit des monopol-kapitalistischen Systemes ist. Der Mann ist erst seit ein paar Monaten aktiv. Anstatt einer konstruktiven Debatte bewirft Ditfurth ihn mit dem üblichen Dreck, den antideutsche Dreckschleudern seit Mitte/Ende der 90ger Jahre um sich werfen und konstruiert ein antisemitisches Hirngespinst.

Aber Ditfurth macht nicht bei den Stars Halt, sie schlägt um sich wie eine Spielfilm-Irre ohne Zwangsjacke und beschimpft Initiative um Initiative.

Ein Beispiel hier:

Ditfurths Böswilligkeit

Die Antwort der jungen Frau, die augenscheinlich zu denen gehört, die alleine ihrer Herkunft wegen Interesse haben, Rechtsradikale nicht hochkommen zu lassen,  macht ja deutlich, dass man sich von den Ditfurths nicht alles gefallen lassen möchte.

Ditfurth ist kein Einzelfall, sie ist nur eine Prominente der Platzhirsch-Linken.

Die Kampagne, authentischen Widerstand als "Neue Rechte" zu beschimpfen ist mehrfach erkennbar.

Die Leute, die jetzt initiativ und aktiv werden, würden angeblich der Freidensbewegung schaden, behaupten sie.

Welcher Freidensbewegung? Haben die Copyright-owner nicht bemerkt, dass sie jahrelang nur in der eigenen Brühe schwimmen? Natürlich haben sie es bemerkt, sie diffamieren, weil sie sich an die Spitze katapultieren wollen!

Und wer sie nicht als Spitze haben will, soll zum Schweigen verurteilt werden!

Damit betreiben sie bewusst oder unbewusst Agententätigkeit für die NATO.

Man geht nicht zu Demos und Kundgebungen, nicht aus Angst vor dem Staat, aus Angst davor, als Rechter abgestempelt zu werden.

Und ich bin nicht zum Ostermarsch gegangen.

Warum?

Weil ich diese linken Fressen nicht mehr sehen kann, die alles highjacken wollen was sich regt und eher einen Krieg in Kauf nehmen als eine Bewegung, deren Gurus sie nicht sind!

 

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