Nadja und die Saudis

Das klingt jetzt so, als habe es nichts miteinander zu tun.

Hat es ja auch nicht – es sei denn, man liest Springers Welt.

Eine Beschäftigung, die höchst unerquicklich ist, aber unvermeidbar, da diese Zeitung die Blaupause für die allgemeine Propagandapresse ist.

Was heute in BILD oder Welt steht, steht morgen in allen anderen Zeitungen, Man muss wissen, was die Propaganda sagt, denn leider spiegelt sie in Deutschland die Meinung der Bevölkerungsmehrheit, oder besser formuliert, die Propaganda ist der Rattenfänger und die Bevölkerungsmehrheit sind die Kinder, die seinem Geflöte in den Abgrund folgen.

Wir hatten ein Haberfeldtreiben gegen ein junges Mädchen aus Mecklenburg-Vorpommern, gar nicht wegen etwas, das sie selbst getan hätte, sondern weil sie mit einem Typen etwas hat, der nicht ganz PC ist.

Er bewegte sich in rechtsradikalen Kreisen, was er jetzt nicht mehr tut.

Man wirft also auch ihm etwas vor, was einmal war und nun gar nicht mehr ist! Könnte man als Erfolg im Kampf gegen NAZI-Faschismus betrachten, aber der Pogrom-Mob will Blut sehen, das Ziel ist nicht, nationalsozialistisches Gedankengut wirkungslos zu machen, das Ziel ist die Menschenjagd!

Und haben wir gestern noch befriedigt festgestellt: OK, man hätte dem Mädchen eine Menge Leid ersparen können, aber jetzt kehrt sie ja in die Rudermannschaft, in ihrem Falle Frauschaft, zurück, so stellen wir heute fest: Springers Welt tarockt nach!

Es ist nämlich so:

Ich zitiere:

„Mit am Tisch saß bei dem klärenden Gespräch auch ein Mann, der als Vertrauter der jungen Ruderin bezeichnet werden kann: Hans Sennewald (52), Vorsitzender des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LRV), Vize-Chef von Drygallas Heimatverein ORC Rostock und Vater von Drygallas Ruderpartnerin Ulrike (23). In der kontroversen öffentlichen Debatte über Drygallas Freund und ihre Eignung für weitere Auswahlnominierungen redete Sennewald stets Transparenz das Wort. Er erweckte den Eindruck, den DRV schon vor Olympia über die brisante Beziehung unterrichtet zu haben.

Über ein wesentliches Detail in seiner eigenen Vita hingegen mag der LRV-Vorsitzende nicht reden: Rund fünf Jahre lang führte das Ministerium für Staatssicherheit ihn unter dem IM-Decknamen „Alexander“. Laut Akte berichtete er bis 1989 als Mitglied der DDR-Nationalmannschaft fleißig und „ehrlich über das Verhalten der Sportreisekader“.“

Dieses ganze „Da Schdosi, da Schdosi–„Gesabber nervt sowieso und ist auch noch lächerlich.

Eine derart lückenlose und vollständige Überwachung und Durchleuchtung aller Lebensbereiche, wie sie in der BRD gepflegt wird, dagegen ist „da Schdosi“ ja nun wirklich infantil.

Nicht nur, die tausenden Daten, die über jeden Bewohner des Landes gesammelt werden, die zahllosen VS- und MAD-Spitzel, die überall unterwegs sind.

Das permanente Durchforsten auch noch der privatesten Dinge, nicht nur durch Staatsschutzbehörden, sondern durch jede Behörde. Beispielsweise das Schnüfflergezücht der Hartz-Behörden, die im Privatleben der Hartz-Delinquenten rumschnüffeln  und von sich keinesfalles  in Zweifel ziehen, sie seien noch vollwertige Menschen.

Lückenloser, überprüfbarer Lebenslauf, wenn man auch nur einen geringfügigen Zuverdienstjob sucht.

Auskunftsbereitschaft gegenüber Behörden und Überwachungsapparat von Ausbildern, Arbeitgebern etc. hinter dem Rücken des Lehrlings, Angestellten etc.

Und so weiter. Die ganze Geschichte um Nadja stinkt zum Himmel auch genau deswegen, weil es eine gnadenlose Ausspioniererei und Rufmordkampagne gegen ein Individuum ist.

Wer heute noch über Schdosi redet, der ist echt dumm wie Brot.

Oder liegt das Böse darin, dass da Schdosi zur Verteidigung der DDR tätig war, und da ist alles böse, die Totalüberwachung in der BRD ist aber zur Verteidigung der Demokratie und da ist alles gut?

In den USA ist das endgültige Verschwindenlassen von Menschen, auch amerikanischen Staatsbürgern, ohne Gerichtsverhandlung aufgrund eines oberflächlichen Verdachtes zur Verteidigung der Demokratie bereits etabliert oder das Wegbomben 16jähriger Buben zur Verteidigung der Demokratie und was in den USA üblich ist, wird kurze Zeit später auch in der BRD Usus.

Aber das ist es eigentlich noch gar nicht, worum es hier geht: es setzt die Geschichte mit dem bösen NAZI-Freund, der kein NAZI mehr ist fort: nämlich nicht Nadja Drygalla war IM des Ministeriums für Staatssicherheit, das konnte sie ja schlecht, immerhin ist sie ja erst am 31.03.1989 geboren worden und sogar Springer-Presse kann einem einen Monat alten Säugling nicht unterstellen, für einen Geheimdienst gearbeitet zu haben, es geht schon wieder darum, dass Nadja Drygalla böse sein soll, diesmal weil der Vorsitzende des Ruderverbandes böse sein soll!

Und jetzt nicht mehr NAZI, jetzt wegen Tätigkeit zur Verteidigung eines dem Antifaschismus und Kommunismus verschriebenen Staates.

 

Und hier kommen die Saudis ins Spiel.

Die gleiche Ausgabe von Springers Welt stellt nämlich folgende These auf:

„Viele Muslime fordern Respekt gegenüber ihrem Propheten Mohammed. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie diesen auch anderen Religionen erweisen. Über das Messen mit zweierlei Maß.“

Und sie begründet diese These mit folgendem:

1. „Doch was der Großmufti von Saudi-Arabien [Scheich Abdul Asis bin Abdullah] da am 12. März in einem religiösen Gutachten forderte, konnte den studierten Theologen nicht kalt lassen: Auf Anfrage einer Delegation aus dem Emirat Kuwait hatte Scheich Abdul Asis bin Abdullah erklärt, es sei notwendig, alle christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel abzureißen.

Warum Moslems jetzt böse und doppelmoralisch sein sollen wird dargelegt anhand des herzallerliebsten Verbündeten des Westens im Krieg gegen alle Moslems, die das saudische Sektierertum ablehnen!

2. „Ein Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ posiert da vor einem Auto, in der Rechten hält er ein Sturmgewehr, in der Linken ein offensichtlich aus einer Kirche gestohlenes Kreuz, um den Hals hat er sich das Priestergewand gehängt. Kurz zuvor hatten Rebellenkämpfer die armenische Kirche und christliche Schule geplündert.“

Also: um zu begründen, dass die Moslems böse sind und der Schmähfilm freie Meinungsäußerung, werden genau jene Kreaturen ins Feld geführt, die von der Springerpresse gegen die betont toleranten Staaten Libyen und Syrien zu Kämpfern für Demokratie und Freiheit erklärt werden und täglich von der gesamten deutschen Mainstreampresse bejubelt! – vor welchen alle denkenden Menschen, angefangen mit kleinen Bloggern wie mir bis hin zur russischen Regierung permanent genau auch aus diesem Grunde ständig warnen!

 

Mir fällt nichts mehr ein!

Wer unter multipler Persönlichkeitsstörung leidet, gehört in die Psychiatrie!

Unsere bezahlte Journaille leidet darunter!

 

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