Missbrauch des Punk als Vorbereitung des Angriffs auf Russland

Ein Aufschrei geht durch die Welt: ein breites Bündnis von US-State Department, deutschem Bundestag über Presseapparate und Musikindustrie bis hin zu Linken und Anarchos protestiert gegen ein Gerichtsurteil: 2 Jahre für die armen Pussies!

Nette, kleine Punkerinnen, die nix wollten außer ein kleines Liedchen trällern werden wie Schwerstkriminelle behandelt, „dieses süße Mädchen“ nannte eine Schweizer Tageszeitung  unlängst eine der Damen, namentlich die, welche von Playboy Ukraine ein Centerfold-Angebot erhalten hatte.

Die von mir eigentlich geschätzte Webseite CeiberWeiber bezeichnet die Deliquentinnen als Musikerinnen, zitiert den ganzen Text und fordert eine internationale Solidaritätskampagne.

Von einem stalinistischen Schauprozess ist allenorts die Rede und hinter allem steckt der böse Putin mit seiner Kirche.

Mission  accomplished.


„Die Angeklagten waren sich des beleidigenden Charakters ihrer Handlungen und ihres Äußeren bewusst. Sie hatten die Absicht, ihre Aktion publik zu machen und damit eine gesellschaftliche Resonanz hervorzurufen“ wird das Urteil von RIA-Novosti zitiert. „Jede einzelne Etappe sei vorbereitet worden. Für die Ausführung ihrer rechtswidrigen Handlungen sei eine Gruppe gebildet worden.“

Und das ist des Pudels Kern. Kein fahrender Scholastikus zwar, aber eine internationale Organisation, finanziert aus den Hedgefonds von George Soros, in der Yale- und Harwardstudierte Strategen punktgenau die Destabilisierung von Ländern über sozialen Protest planen.

Das Besondere an dieser Organisation, unter Anderem als Otpor bekannt, ist, dass sie Begrifflichkeiten und Aktionsformen einsetzt, die aus dem undogmatischen Linken Spektrum der 70ger und 80ger Jahre bekannt sind.

Es ist aber wie mit allen Plagiaten, es ist immer etwas dabei, das stutzig macht, etwas das nicht stimmen kann.

Hier fängt es eigentlich schon beim Namen an.

Hip Hop, der sich vielfach der Ghetto-Sprache bedient, der Zuhältersprache und der Pornosprache verwendet das Wort Pussy. Hollywood-Mainstream-Pop, ein Geschäft, das eng mit der Pornoindustrie finanziell verwoben ist, benutzt es möglicherweise.

Hätte in den 80ger Jahren eine Punkband das Wort Pussy verwendet, wäre sie wegen frauenverachtender Sprache von der Bühne gedrängt worden. Das Wort Pussy drückt genau aus, was die feministische Sprachkritik angreift: es reduziert die Frau auf ein zum sexuellen Konsum nutzbares Geschlechtsorgan. Aufgrund der patriarchalen Traditionen der letzten Jahrhunderte geht es nicht, die Begrifflichkeit von "Never mind the Bollocks", also der Bezeichnung des männlichen Geschlechttsorganes, durch das weibliche auszutauschen. Hier hat es nie Unklarheiten gegeben.

Das zweite, was nicht stimmen kann, ist der Ort.

Der Satz von Rosa Luxemburg: “Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ war stets linkes Dogma.

Man kann die Kirche beschimpfen, man kann den Klerus beschimpfen, aber man tut es nicht dort, wo sich die Gläubigen versammeln, und man tut es schon gar nicht an einem so sensiblen Ort, wie dem Altar der Erlöserkathedrale.

Geschieht es, so ist die erste, spontane Reaktion des erfahrenen Aktivisten „Aha: Agent Provokateur!“

Ein normaler Mensch hat eine natürliche Abscheu dagegen, Orte der Religionsausübung anzugreifen, auch wenn er selbst nicht gläubig ist. Man respektiert die Religiosität von Menschen.

Heiligtümer anzugreifen ist immer ein Akt des brutalsten, erniedrigendsten Imperialismus. Man zerstört die heiligen Stätten der zu unterwerfenden Völker, man demonstriert ihnen so seine Macht und ihre Minderwertigkeit.

In der Anfangszeit der UdSSR wurden Kirchen zu Kornspeichern gemacht. Auch die Erlöserkathedrale.

In den Augen kommunistischer Führer war die orthodoxe Kirche der ideologische Apparat des Zarismus. Die Kirche wurde zerschlagen und die kommunistische Partei demonstrierte ihre Macht. Das trug wesentlich zum Scheitern der UdSSR bei.

Es ist unvermeidlich, wenn heute das bedeutendste Gotteshaus der orthodoxen Kirche angegriffen wird, dass das eine heftige Reaktion verursacht. Und nur um diese Reaktion zu verursachen fand diese Aktion statt.

Otpor ist eine Waffe der Open Society Foundations, die linke, antiautoritäre etc. Kräfte in die Vorbereitung der Übernahme von Staaten durch das euro-amerikanische Imperium einspannen soll.

Otpor ist der Organisationspool der Color-Revolutions.

Die Color-Revolutions haben eine Linie: antiautoritär, feministisch, pro-homosexuell, nach Freiheit rufend und die Behörden provozierend mit Aktionen, die sie nicht tolerieren können.

Diese Aktionen sind keine Sponti-Aktionen. Sie werden von eiskalten und erstklassig ausgebildeten Analysten geplant, die ein Land kulturell genau studiert haben, um zu wissen, wo sie emotionalen Sprengstoff zünden können.

Es ist Diversantentätigkeit, die als mittelständischer Protest getarnt wird.

Eine PRPR (= Public Relations Pussy Riot)-Aktion vor dem Kreml haben die russischen Behörden toleriert. Es ist eigentlich auch logisch, dass man, um gegen einen Staatschef zu demonstrieren,  vor dessen Amtssitz geht. Das bedeutet für Otpor, dass diese Aktion nicht funktioniert hatte.

Also setzt man eins drauf und erzeugt religiöse Spannung, die mit der klassischen politischen Forderung kombiniert wird, die Otpor einsetzt: die Missstände im Land personalisieren in Gestalt des Präsidenten, der sich westlichem Diktat nicht beugt oder auch nur punktuell eigenständig agiert.

Hat irgendwer schon einmal irgendetwas mitbekommen, dass Exponenten des politischen Establishments sich für – PUNKS – einsetzen?

Es gab Punk-Songs, die Klerus und Politik verknüpft haben.

Hier als Beispiel der Song: "Hass allein genügt nicht mehr" der deutschen Punk-Band HASS:

 

 

 

Der Text geht:

"Ich hab Hass

Hass auf Papst und Polizei

Ich hab Hass

auf die ganze Tyrannei

Ich hab Hass

Hass auf was ihr uns erzählt

Ich hab Hass

Hass auf alles was mich quält

Ich hab Hass

Auf Maloche und aufs Geld

Ich hab Hass

Hass auf eure Plastikwelt

Ich hab Hass

Hass auf Krieg und Schießerei

Ich hab Hass

auf die ganze Schweinerei

Ich hab Hass…"

 

Wie unschwer zu erkennen ist, benennt hier ein junger Mann deutlich und sehr konkret, was sein jugendliches Rebellentum verursacht. Es ist subjektiv, persönlich,nachvollziehbar. Die Musik fängt langsam und ruhig an und wird immer extatischer, wobei sie einem moderaten, aber stark akzentuierten Rhythmus folgt.

 

Jetzt vergleichen wir es mit dem, was als Punkgebet von Pussy Riot verkauft wird. (Ich hoffe, die CyberWeiber werden es mir nicht verübeln, dass ich hier ihre Textversion  übernehme.)

"Mutter Gottes, Du Jungfrau, vertreibe Putin!

Vertreibe Putin, vertreibe Putin!

Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen – Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung.

Das Gespenst der Freiheit im Himmel.

Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt.

Der KGB-Chef ist Euer oberster Heiliger, er steckt die Demonstranten ins Gefängnis.

Um den Heiligsten nicht zu betrüben müssen Frauen gebären und lieben.

Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck! Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck!

Mutter Gottes, Du Jungfrau, werde Feministin, werde Feministin, werde Feministin!

Kirchlicher Lobgesang für die verfaulten Führer – Kreuzzug aus schwarzen Limousinen.

In die Schule kommt der Pfarrer, Geh' zum Unterricht – bring ihm Geld.

Der Patriarch glaubt an Putin.

Besser sollte er, der Hund, an Gott glauben.

Der Gürtel der Seligen Jungfrau ersetzt keine Demonstrationen – Die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns!

Mutter Gottes, Du Jungfrau, vertreibe Putin!

Vertreibe Putin, vertreibe Putin!"

Dieser Text ist nicht schlechter Punk, es ist überhaupt kein Punk. Er ist eindeutig von Leuten, die von Punk nie etwas verstanden haben. Es ist eine in sich unlogische Schimpftirade und Aneinanderreihung künstlicher Parolen aus der Werkstatt der Anti-Putin-Denkfabriken. Nichts ist persönlich, alles ist kalt, beliebig und Klischee.

"Das Gespenst der Freiheit" Heute mal nicht das Gespenst des Kommunismus, aber dafür kennt der/die/das Autor Luis Bunuel.

"Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt". Homosexualität ist in Russland völlig legal. Zur Eindämmung der Kinderprostitution, die ein Problem in Russland ist, wie im ganzen ehemaligen Ostblock, hat Petersburg ein Gesetz erlassen, dass die PROPAGAGDA für Homosexualität mit einer Geldstrafe belegt. Wohl kaum vergleichbar mit "Ketten" und "Sibirien", aber wir bewegen uns hier auf der Linie, wie die westliche Propaganda die Regelungen bezüglich Homosexualität in Russland diffamiert. Und natürlich unsere Grünen Ultra-PCs, die Bilderberger Lieblingspartei.

Putin, der KGB-Chef. Genau darum fürchten ihn die Oligarchen. Er hat eine Lobby, vor der sie Angst haben. Abgesehen davon war er im Rang eines Oberst. Dass er der "Chef" gewesen sei ist ebenfalls nur eine westliche Presseente. Nach seiner Tätigkeit im Feld war er Hochschullehrer für internationale Fragen. Der "Chef" ist der administrative Oberkommandierende und im Rang eines Generals. Ein echter von Russen gemachter, und nicht von Werbetextern zusammenmontierter Text, würde das berücksichtigen.

"…er steckt Demonstranten ins Gefängnis" – der klassische Otpor-Vorwurf. Demonstranten werden in Russland aber gar nicht ins Gefängnis gesteckt fürs Demonstrieren. Der Yale-Student Navalny oder der Provokateur Udalzov erhielten Ordnungshaft von ein paar Tagen, weil sie zum gezielten Bruch der Demonstrationsauflagen aufriefen und somit absichtlich Auseinandersetzungen mit der Polizei herbeiführten, deren Aufgabe es ist, für die Einhaltung der Auflagen zu sorgen.

Der Rest ist einfach billiger, pseudofeministischer Schund, der keine Aussage trifft, außer dass er aggressiv beleidigt und offensiv wirkt.

Möglicherweise kannten die Verfasser des Textes das Lied der feministischen Frauenpunkband Hans-A-Plast "Sacco di Roma" und haben sich daran orientiert:

 

 

 

Will man ein Pseudopunk-Stück fabrizieren, betreibt man vorher Materialstudien und so viele feministische Punkbands gibt es nicht, das Material ist überschaubar.

Ich hab jetzt keine Lust mehr, vergleichende Textanalyse anzustellen, und ich denke, dass man mich auch nicht braucht, um die gravierenden Unterschiede zwischen einem klerikal-kritischen feministischen Punk-Song und den scheußlichen Ausfälligkeiten des PRPR-Textes zu bemerken.

Pussy Riot ist tatsächlich sogar ein Angriff auf den Punk, weil das nur die Bestätigung der primitivsten Vorurteile gegen Punk ist. Man kann davon ableiten, dass die Produzenten von Pussy Riot mit Punk nie etwas zu tun hatten, sondern nur die Vorurteile gegen Punk umsetzen.

 

Lange Rede kurzer Sinn:

Ja, es war ein Schauprozess. Otpor hat einen  Prozess inszeniert, um Russland als Diktatur vorzuführen. Das Gericht hat sich nicht beirren lassen.

Das Urteil ist eine deutliche Warnung an die Soros-Revolutions-Marketing-Strategen:

NICHT MIT UNS! You wanna mess with Russia? You are no match!

 

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