Merkel’s Schlacht von Asculum

In Alexis Tsipras Haut will man nicht stecken:

Vor ihm die die EU im Machtrausch, als größte Finanzmacht unter Washington und eine Ansammlung von 27 Staaten mit der NATO gegen ein kleines Land wähnen sie sich doch tatsächlich im Vorteil.

Als Staatenbund der Helden werden sie damit nicht in die Geschichte eingehen, aber die Konstellation spricht doch deutlich dafür, dass Griechenland kaum Mittel hat, sich da durchzusetzen.

Im Rücken agitieren die Linksradikalen, deren Propaganda von der EU bestätigt wird.

Das Militär droht mit einem Putsch, der sich im Land auf die Rechtsradikalen und außerhalb auf die USA stützen kann.

Denn eines muss man wissen: wenn die Option des Militärputsches von der offiziellen Presse in das Gespräch eingeführt wird, dann wurde das Szenario hinter den Kulissen längst durchgespielt und liegt als Option auf dem Tisch; ich vermute, das ist so seit der Wahl Syrizas zur Regierungspartei. Es über Presse anzusprechen ist der Testballon, wie die Akzeptanz der Bevölkerung oder die Empörung darüber ausfällt, wovon abgeleitet wird, was noch nötig ist, ihn durchzuführen.

Sehen wir uns an, was die Politik Syrizas unter Tsipras versuchte:

Syriza praktizierte eine Politik, welche die EU als Staatenbund gleichberechtigter Nationen anerkannte.

Syriza ging den Weg, der in westlichen Staaten zur Verteilung der politischen Macht vorgesehen ist.

Syriza verhandelte um Möglichkeiten, eine wirtschaftliche Strategie, die zu Ungunsten der Bevölkerungsmehrheit ausfällt, mit den Mitteln, die das Recht vorsieht, abzuwenden und einen für alle, also auch die Milliardäre, zufriedenstellenden Kompromiss zu erzielen.

Natürlich sind Griechenlands Reeder, die Milliardäre, Griechenlands Hauptproblem. Die Reeder machen ihre Milliarden mit einer lukrativen und erfolgreichen Handelsflotte, und bezahlen keine Steuern. Witzig, gelle, die EU verlangt drastische Steuererhöhungen von der griechischen Bevölkerung, mit der Klythemnestra, besser transkribiert Klytämnestra, (Κλυταιμνήστρα ) Merkel, wie sie im Bundestag betonte, ja so unendlich solidarisch ist, aber spricht die Reeder nicht einmal an. Sie halten in Griechenland Hafenanlagen und haben eine Urlaubsvilla irgendwo, aber sie leben nicht in Griechenland und haben ihr Vermögen nicht auf griechischen Banken. Tsipras hat hier überhaupt keine Handhabe. Wer eine hätte, ist die EU, die aber friert lieber 200,00€ schwere Konten von Russen ein als griechische Reeder zu zwingen, ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrzunehmen.

Tsipras fuhr in St.Petersburg die Spannungen mit Russland herunter und öffnete eine Türe, aus der Spirale der Eskalation auszusteigen.

Tsipras ging der Troika viel weiter entgegen als gut ist, doch die Troika akzeptiert nur eine Antwort auf ihre Forderungen: die bedingungslose Kapitulation.

Was sie nicht wissen: sie leiten damit ihren langsamen, qualvollen Selbstmord ein! Der Selbstmord der EU ist nicht der rasche-Kugel-durch-den-Kopf-Tod, es ist das qualvolle Ersticken dessen, der sich erhängt, aber so dämlich dabei anstellt, dass sein Genick nicht bricht, sondern der zuckend und röchelnd erwürgt wird vom Seil, das er selbst sich um den Hals gewunden hat.

Linksradikale und Rechtsradikale wittern schon Aasgeruch; sie lauern mit triefenden Lefzen und lüsternem Lechzen in ihren Löchern, endlich die Kadaver der Syriza-Regierung ausweiden zu dürfen!

Die EU opfert ihren unschuldigsten Anhänger: es war ja nicht die Regierung Tsipras, welche das Problem verursacht hat, es war nur Tsipras, der angetreten war, um es zu lösen.

Tsipras zur Kapitulation zu zwingen führt aller Welt vor: Politik ist überflüssig. Verhandlungen gibt es nur als Beiwerk zu Sektparties mit Jean-Claude & friends, Wahlen sind sinnlos und nur eine kostspielige Volksverarsche!

Die EU-Granden wollen das, weil es ihnen einen Machtrausch verpasst, Radikale wollen das, weil es ihnen Zulauf verschafft.

Desparate people take desperate masures, und wenn es legal keinen Weg gibt, dann schlage ich mir einen! – so wird es für weite Teile der Bevölkerung weitergehen.

Griechenland ist nur der Anfang, das spüren alle.

Spanien und Italien werden unweigerlich folgen.

Dann Frankreich.

Freut euch nicht darauf. Denn es ist nichts Gutes daran.

 

 

 Bleibt übrig, ist die Elegie des Simonides zu singen:

"Wanderer, kommst du nach Sparta,

verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen

wie das Gesetz es befahl!"

 

 

 

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