Mali, Syrien und die Liga der gewöhnlichen Gentlemen

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Sozialist Hollande mit seinem bombigen Massaker-Überfall auf Mali vor allem eine Fraktion der internationalen Weltgemeinschaft überrascht hat: seine befreundeten NATO-Partner.

Ich leite das von der Tatsache ab, dass die diplomatischen Kreise, Außenministerien und ähnliches der NATO-Staaten sich benehmen wie ein Hühnerstall, in den man einen Schweizer Kracher geworfen hat.

Alle Debatten, die gewöhnlich in das Vorfeld gehören, laufen nun im „Nachfeld“.

Manch einer wundert sich: Nanu, die „Islamisten“, die man in Syrien fördert bekämpft man nun in Mali?

Ich brüste mich damit, schon mehrfach darauf hingewiesen zu haben, dass die globale Machttektonik derzeit 3 Fraktionen hat: das US-EU-geführte Lager, das BRICS-UNASUR-geführte Lager und das Saudi-Katar geführte Lager.

Das BRICS-UNASUR-Lager ist das bevölkerungsstärkste und rohstoffreichste.

Die Golfmonarchen haben Erdöl und Erdgas und sonst haben sie schlicht gar nichts. Ihre Sklavenhaltergesellschaften sind dysfunktional und auf die Unterstützung durch die USA angewiesen und in zweiter Reihe durch die EU. Die Saudis können mit Hilfe der Waffen aus Deutschland und des KnowHows in Sachen Aufstandsbekämpfung aus den USA ihre Gesellschaften unter Kontrolle halten.

Das US-EU-Lager verfügt über Technologie, Landwirtschaft und die Kontrolle über das globale Geldsystem.

Das BRICS-UNASUR-Lager weis, dass sie die Zukunft sind. Ohne den billigen Zugriff auf deren Ressourcen und Arbeitskräfte sind die Golfmonarchen und die US-EU nichts. Ihre Herrschaft ist nur eine scheinbare, eine durch Gewalt und Betrug aufrechterhaltene.

Die Menschen in dem Lager, das man früher die 3. Welt nannte, haben gelernt, sie haben sich Bildung angeeignet und hier mehr und dort weniger konsolidiert.

China ist zur bedeutendsten Weltmacht geworden, Lateinamerika stabilisiert sich, Russland ächzt sich aus der Krise heraus, nur Afrika kommt nicht zur Ruhe.

Unter Führung Gaddafis hat Afrika begonnen, sich aufzurappeln.

Das gemeinsame Interesse der Golfmonarchen und der US-EU, das BRICS-UNASUR-Lager nicht hochkommen zu lassen schmiedete die Kriegskoalition zur Vernichtung der libyschen Jamahirija; ist der Kopf abgeschlagen, kannst du dich am Fleisch des Körpers mästen!

Syrien ist die vorderste Frontlinie in diesem Krieg. Es gehört zum BRICS-UNASUR-Lager. Darum geht man gegen Syrien gemeinsam vor.

In Nordafrika sieht die Welt anders aus: hier ist der Krieg zwischen US-EU und Golfmonarchen voll entbrannt.

Golfmonarchen können nicht wie der Westen die Sex&Drugs&Rock’n’Roll-Freiheit ala Hollywood bieten und haben keine beeindruckende Technologie, die ein Vorstadt-Einzimmer-Appartment in die Kommandobrücke des Raumschiffs Enterprise verwandeln kann.

Mit ihren Ölmilliarden können sie kaufen, aber sie haben nichts zu verkaufen – da tritt die Religion auf den Plan! Der älteste Tick der Welt, hast du den Hungernden und Ungebildeten nichts zu bieten, ihnen das Diesseits zu versüßen, nähre ihre Hoffnung auf das Jenseits.

Verknüpfe es mit dem Versprechen der Revolution: hast du nichts für heute zu bieten, verspreche ein Morgen.

Investiere in Jihad – Hungernde und Ungebildete bekommt man im Duzend billiger, sie sind leicht fanatisierbar und lassen sich für leere Worte verheizen.

Ägypten, Libyen, Tunesien, unter dem Diktat der Muslimbruderschaft haben die Golfmonarchen sich hier fest in den Sattel gehievt. Der Terminal zur Eroberung der blühenden Gärten Afrikas ist gebaut.

Man kommt den alten Kolonialherren Frankreich und England in die Quere. Schlägt man auf dem Spielfeld noch gemeinsam vor den Zuschauern auf den ein, der am Boden liegen soll, in Syrien, prügelt man sich im Hinterhof bereits gegenseitig.

Der Sozialist Hollande ist klug und unterschätzt!

Er wartet nicht auf irgendwelche ECOWAS und Pipifax und wie sie alle heißen mögen, diese Pseudoorganisationen, die das Imperium sich schafft, um die Kontrolle unter einheimischer Kollaboration zu organisieren, er stellt sicher, dass die Afrikaner am Ende des Tages sich nicht erdreisten, eigene Ansprüche anzumelden: darum: kein Stellvertreterkrieg! Ein Überraschungsschlag und vollendete Tatsachen.

Sarkozy war nur ein notgeiles Großmaul. Hollande weiß genau was er tut!

Den Golfmonarchen die Grenze zeigen, die lieben Freunde und Partner in Zugzwang versetzen, die Afrikaner knüppeln.


Postscriptum: da hält mir wer vor: aber Russland und China haben doch in Sicherheitsrat auch für die ECOWAS-geführte UN-Option gestimmt. Freilich haben sie das. Wenn wir uns erinnern, dass die engsten Verbündeten der militanten Uiguren die afghanischen Taliban sind und die Salafiten im Kaukasus toben erkennen wir schnell, dass Moskau und Peking kein Interesse haben können, den salafitischen Einfluss in Afrika wachsen zu lassen.

Share This:

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Comments are closed.