Kurze Replik in der Causa Poroschenko

In der letzten Zeit taucht verstärkt in der Diskussion um Poroschenko auf, dass er als NAZI bezeichnet wird, zuletzt kursieren Artikel, die ihn zum Hintermann und Finanzier des Rechten Sektor erklären.

Ich rate hier zur Vorsicht!

Natürlich geht es mir nicht darum, ihn zu verteidigen, dass der Mann Dreck am Stecken bis zum Anschlag hat, darüber sind wir uns sicher alle einig und die Erfindungen von "guten Oligarchen" unserer Medien gehören in den Bereich Märchen. Aber ich denke, wir sollten hier vorsichtig sein, um den realistischen Blick auf die Situation nicht zu verlieren.

Ganz ausschließen will ich es nicht, aber ich habe bislang keine Belege dafür gesehen, dass Poroschenko Hintermann der NAZIs ist und alles was ich weiß, spricht eher dagegen.

Für mich stellt es sich so dar: Poroschenko war von Anfang an ein Initiator des Euromajdan und hat viel hineininvestiert.

Dabei ging es ihm aber darum, die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU zu erzwingen.

Sein Interesse bestand darin, mit seinen Konzernen, die moderner sind als die seiner ukrainischen Oligarchenkollegen, in die EU expandieren zu können.

Seine Beteiligung am Majdan war schlicht eine geschäftliche Investition.

Die "Machtübernahme" durch die Durchgeknallten kam ihm eher sehr ungelegen.

Schon immer hat zu seinem Erfolg beigetragen, dass er sich mit jeder Macht arrangieren kann, und so hat er es auch diesmal wieder betrieben.

Mit dem Unterschied, dass er diesmal kaum Herr der Lage ist.

Es hat sich herausgestellt, dass er nicht über die Möglichkeiten verfügt, eigenständige Entscheidungen treffen zu können.

Er tut, was Washington, Brüssel und Berlin ihm vorschreiben.

Eine Einheit bilden Swoboda und Timoschenkos "Vaterland". Zwischen den Parteien wird Personal getauscht und Timoschenko hatte vom Knast aus genau den Faschisten den Rücken gestärkt, sie zog die Fäden über Yatz von ihrer Zelle aus, wo sie ständigen Besuch aus Europa, USA und von ihren Parteileuten hatte, und ihr erster Besuch nach der "Entlassung" galt den NAZIs, die sie als die Cremé der Nation zeichnete.

Diese Parteien sind es auch, welche die de-Facto-Macht im Land halten.

Poroschenko ist als Präsident nur eine Figur für die Optik.

Ich denke, genau weil er unpolitisch ist und mit jedem zusammenarbeitet, der ihm nutzt, fiel die Wahl des Westens auf ihn.

Meines Überblickes sind die NAZIs nicht seine Privatarmee, sondern die seiner Konkurrenten.

Er ist einer der Wenigen, die von dem Abkommen mit der EU tatsächlich profitieren können, weil seine Betriebe auf die Zusammenarbeit mit der EU vorbereitet sind.

Dabei kommen ihm die NAZIs eher in die Quere, was er durch die Übernahme der Präsidentschaft zunächst in den Griff zu bekommen gedachte, aber womit er falsch lag.

Die Krim will er zurück, weil er dort Werke hat; eskaliert die Situation zwischen dem Westen und Russland sind diese Werke auf immer für ihn verloren.

Sein Einfluss beschränkt sich darauf, der Verbindungsmann des Westens zu sein, wofür ich annehme, dass ihm zukünftige Leistungen zugesagt wurden, aber zu entscheiden hat er eben gar nichts.

 

 

 

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