Kein neuer Kampf um Algier

Da die algerische Regierung die ursprüngliche Einschätzung, bei den Geiselnehmern in In Amenas handle es sich um algerische Salafiten, dahingehend revidiert hat, dass es sich bei den Geiselnehmern tatsächlich um demokratie- und freiheitsdurstige Rechtsanwälte und Zahnarzte aus Libyen handelte, erscheint der Vorfall natürlich in einem anderen Licht.

Es scheint, als sei Algerien im ersten Moment überrascht worden.

Wenn Algerien den Franzosen Überflugsrechte gewährt hatte, dann nicht ohne Gegenleistung zu verlangen: die bestand wohl darin, das wirtschaftlich von der Eurozone abhängige Algerien nicht anzugreifen.

Frankreich hätte auch über die Elfenbeinküste, die es sich ja vor 2 Jahren, als alle Welt über Gaddafi redete, ganz nebenbei einverleibt hatte, einreiten können.

Algerien selbst hat ein Interesse, dass die Djihad-Organisationen, die dank der NATO in der Gegend realistische Machtfragen stellen können, nicht stabil Boden unter den Füßen bekommen, dafür haben sie mit einheimischen Salafiten selbst zu viele Probleme; dass Frankreich angreifen wird war so oder so klar, es bindet Kräfte, um die sich die algerischen Organe dann nicht kümmern müssen.

Der Schluss, dass die algerischen Salafiten die Situation nutzen, lag nahe.

Da nun tatsächlich libysche Terroristen Algerien angegriffen haben, legt sich ein ganz anderer Schluss noch näher:

nämlich, dass das in enger Absprache mit der NATO geschah!

Algerien fand die Herkunft der Terroristen nach dem ersten Befreiungsversuch heraus.

Das Ergebnis war, dass Algeriens Armee gnadenlos zuschlug!

Die Ansage Richtung NATO war unmissverständlich: unsere Leute holen wir raus, die Proxi-Terroristen töten wir und eure Leute sind uns scheißegal!

Aus Algerien werdet ihr kein zweites Syrien machen!

Algerien wird nicht wie Gaddafi oder Assad so lange mit euch quatschen, bis es zu spät ist. Wir haben gelernt!

 

 

Share This:

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Comments are closed.