Gespannte Ruhe in Kiews Straßen

Natürlich war die Zerstörung einer Lenin-Statue in Kiew durch eine Rotte der faschistischen Swoboda der Versuch, die mit der Partei der Regionen verbündeten Kommunisten zu unbesonnenen Handlungen zu provozieren.

Die allerdings sind keine durchgeknallten Schreihälse von der Straße, sondern gut geschulte Nachfolger der KPdSU.

Inzwischen besetzen die Aufständischen das Regierungsviertel und errichten Barrikaden, gut vorbereitet mit Werkzeug und gesichert mit Stacheldraht.

Was ich höre, ziehen normale Bürger es vor, sich zurück zu ziehen und nicht unnötig auf die Straße zu gehen. Es sind gefährliche Menschen, diese "Europäer", welche Westerwelle als Europäer besucht hat. (Dass in der Ukraine keine Fidschi-Insulaner  wohnen wäre uns zwar auch ohne die Weisheit des geschäftsführenden deutschen Außenministers nicht entgangen, aber was soll's.) Dass es zu Auseinandersetzungen kommen wird, zeichnet sich immer deutlicher ab, und keiner will zwischen die Fronten geraten.

Jetzt, wo sogar der südkoreanische Totengräber der UN Ban auf Seiten der EU Stellung bezogen hat und den Swobodistas und ihren Verbündeten somit den Rücken gestärkt, ist kaum anzunehmen, dass in deren Hirne noch Vernunft einkehrt.

Die Oppos haben die Bevölkerung nicht hinter sich, das war das entscheidende Signal des gestrigen "Marsch der Millionen". Nicht, weil die Menschen von der gegenwärtigen Regierung so begeistert wären, sondern weil sie wissen, dass die Alternative schlimmer wäre.

Man sehnt sich nach einem baldigen und möglichst unspektakulärem Ende des Aufstandes und der Rückkehr der Normalität.

Und so gesehen, tut die Regierung, was das Volk will: sie sucht nach Möglichkeiten, dem Spuk ein unspektakuläres Ende zu bereiten.

Nur ist zu befürchten, dass bewaffnete Banden, die sich hinter Stacheldrahtverschlägen verschanzen, eine Entscheidungsschlacht wollen.

 

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