Game changer

Um diese Zeit an dieser Stelle müsste sich eigentlich eine Artikelserie finden, welche die jährliche UN-Vollversammlung abdeckt und interpretiert.

Leider habe ich dieses Jahr nicht die Zeit dafür, sehr ärgerlich, da ich diese Arbeit von mal zu mal verbessern konnte, aber noch weit davon entfernt bin, sie gemäß meiner Ansprüche auszuüben.

Schwierig ist diese Aufgabe vor allem deshalb, da die Redebeiträge nicht wörtlich zu nehmen sind, sondern aus der Diplomatensprache decodiert werden müssen.

Davon leitet sich ab, mit welchen Allianzen gerechnet werden kann und welche weltpolitischen Tendenzen sich abzeichnen.

Eine Sache kann definitiv festgehalten werden: Wladimir Wladimirowitsch Putin kam nach New York, umriss in einer Rede die kommende russische Außenpolitik, klärte sich hinter den Kulissen ab und schlug in Syrien zu!

Damit ist die Aufteilung Syriens zwischen Israel und der Türkei vom Tisch!

Damit ist eine zweite Sache endgültig dingfest: der NATO wurde praktisch vor Augen geführt, dass sie, sollte sie ihre geostrategischen, genozitären Machtspiele weiter betreiben wollen, sie sich mit russischer Militärmacht konfrontiert sehen wird!

Soweit ich das beurteilen kann beruhen russische Kriegsstrategien seit den napoleonischen Kriegen weitgehend auf Kutusow.

Diese Strategien sind optimal für die Verteidigung Russlands, wenn es, auch von einer militärischen Übermacht, angegriffen wird, sie haben Hitler vernichtet, sie würden eine angreifende USA zurückschlagen können, für Angriffe seitens Russlands sind sie ungeeignet.

Afghanistan hat für die ganze Welt sichtbar gemacht, dass russische Militärstrategien nicht für Offensivpläne geeignet sind. Das tat schon der russisch-japanische Krieg, aber der fand vor dem 3.Reich statt und geriet wohl deshalb weitgehend wie fast alles, was vor 1933 geschah, für breitere Schichten der westlichen Hemisphäre in Vergessenheit.

Die Strategie der USA/NATO ist auf Offensive getrimmt, eignet sich aber nur gegen quantitativ, industriell und technisch weit unterlegene Gegner.

Sie besteht darin: Insurgenten aufbauen und organisieren, die einen Bürgerkrieg provozieren, dann das Land mittels Bombenteppichen pulverisieren, dann Bodentruppen schicken, welche die verbleibende Bevölkerung tyrannisieren.

Das von dem ehemaligen KGB-Mann Putin geführte Russland, so nehme ich an, hat davon gelernt.

Afghanistan wird sich nicht in Syrien wiederholen!

Russland agiert als Verstärkung der einheimischen Institutionen.

Schon tauchen Berichte auf, die andeuten, dass die USA, Russland und die Einfluss nehmenden Regionalmächte ein Format zur Lösung der Syrienfrage schaffen wollen unter Ausschluss der EU.

Man konsumiere den Mainzelmännchen-Auftritt des SPD-Steinmeiers in der Vollversammlung. (zu finden hier: UN-Webcast, Suchbegriff "Steinmeier" eingeben.)

Jeder geschulte und erfahrene Diplomat weiß danach sofort: der hockt nur als Stimmvieh für Washington mit am Tisch und hat nichts eigenes einzubringen.

Die russische Offensive in Syrien ist natürlich kein, wie Sozi-Frankie-Walter behauptet, Alleingang.

Russland hätte es nicht gemacht, wenn es keine breite, zumindest Duldung, hinter den Kulissen dafür gäbe.

Russland hat sich auch mit Israel rückversichert. Wir müssen bedenken, dass ein großer Teil der israelischen Bevölkerung ehemalige Sowjet-Bürger sind.

Erinnert sich noch jemand an die russophob-rassistische Hetze der Tagesthemen:

tagesthemenhunde

Nöö, Schatzi, du weißt ja, wer zuletzt lacht…

 

 

 

 

 

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