Die Spiele sind eröffnet

Genaugenommen ist es noch zu früh für mich, über die neue griechische Regierung etwas zu sagen; abwarten, wie sie sich entwickelt!

Ihre Aufgabe ist die Umsetzung des Wählerwillens, sprich: die Erfüllung der Wahlversprechen! Eine Umgestaltung des Landes wurde von KKE vorgeschlagen und KKE hat nicht den Wählerauftrag erhalten. Ihre Zeit ist noch nicht gekommen.

Diesen Wählerauftrag scheint der PASOK-Bruder Martin Schulz besser zu kennen, als die griechische Regierung!

"Tsipras wurde nicht gewählt, um Russland-Sanktionen zu boykottieren!" schulmeistert der, nachdem ein brüsseler Hütchenspiel aufgeflogen war.

Das bestand darin, für die Einhaltung der Formalien zu sorgen, indem einerseits ein Fetzen Papier nach Athen gelangte, welches die Beschlüsse der EU-Clique formal in das Land überstellte, aber keine zuständigen Schreibtische erreichte.

Brüssel nutzte quasi, das ist unübersehbar, die Amtseinführung für einen Betrug!

Der ging nicht auf: die griechische Regierung sprach sich offiziell gegen neue Sanktionen aus! Sie wies darauf hin, nicht konsultiert worden zu sein.

"Nix da,", blöken die brüsseler Hütchenspieler: man habe doch ein Papier nach Athen geschickt; das muss wohl in einem Amt untergegangen sein; jedenfalls gab es keine offizielle Antwort, und Schweigen würde als Zustimmung gewertet!

Die neue griechische Regierung machte unmissverständlich klar, dass es eine solche stillschweigende Zustimmung nicht gibt!

Syriza sei die 5.Kolonne Moskaus, brüllt die NZZ in die Welt hinaus, obwohl die NZZ als schweizer Zeitung gar nicht dafür zuständig ist, die Einheitsfront der EU als propagandistischer Kettenhund zu bewachen.

Schulz reist nach Griechenland, um mit den Leuten dort "Tacheles" zu reden. Ich übersetze das kurz: die neue griechische Regierung zu erpressen!

Was dem "keene-Böcke"-Schulz davon gelingt, bleibt abzuwarten.

Vorsichtshalber versucht man jedenfalls die deutsche Bevölkerung gegen Griechenland in Stimmung zu bringen. Der deutsche Steuerzahler müsse um seinen Notgroschen bangen.

Eine Koalition von Syriza und den extrem Konservativen sei für das Volk nicht gut, weiß der Schulz, der stets eine Koalition von seinen PASOK-Kumpanen mit der ND für gut hielt, wovon besagtes Volk ja  nun wirklich eines besseren belehrt wurde!

Das letzte Mal, dass auf höchststaatlicher Ebene in Europa eine Einigung zwischen einer linksradikalen Mehrheit und einer stark konservativen Minderheit versuch werden sollte fand meines Wissens in Italien statt und endete mit der Ermordung von Aldo Moro durch die NATO unter Nutzung der Roten Brigaden.

Also Vorsicht, Griechen, die Sache ist nicht ungefährlich!

Der Schritt kann nur als im besten Sinne fortschrittlich bezeichnet werden!

Radikale Linke müssen sich der Frage stellen, was im Falle eines Machtzuwachses mit den Menschen sein wird, die nicht ihrer Meinung sind, und da kann die griechische Linke jetzt viel Lehrreiches tun.

Steine schmeißen auf PEGIDA beantwortete diese Frage jedenfalls auf die denkbar schlechteste Weise, denn jeder Mensch, der solches Benehmen auf staatliche Ebene hochrechnet sieht sich zu Recht in seiner Existenz bedroht und hat guten Grund, Machtzuwachs der Linken verhindern zu wollen.

Erfolgreiches Wirken der neuen griechischen Regierung ist aber genauso eine Art GAU für die institutionalisierten politischen Karriereapparate, die heutzutage die Bezeichnung "Volksparteien" führen.

Jeder weiß, dass sie Hütchenspieler sind, aber glaubt nicht daran, sie in seinem Leben vermeiden zu können.

Der Sozialdemokrat Schulz reist also auch im Eigeninteresse nach Athen: zeigt Griechenland, dass es Alternativen zur Alternativlosigkeit gibt, kann das in Europa ein politisches Erdbeben auslösen! Leute wie Schulz sind bereits zu weit gegangen, um von einem solchen Erdbeben nicht in den Abgrund gerissen zu werden!

 

 

 

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