Die Geier kreisen über Athen

wohingegen die Eulen eilig zu ihrer Herrin Pallas Athene fliegen.

Ein Dadaist würde jetzt wohl etwas sagen wie:

"Die Haie bellen kotzende Wut!"

und dem Klassiker fallen Zitate ein des Typs:

"Es ist der Bruder hier im Haus

Es ist Orest, der es getan hat!"

Die FAZ titelt "Empörung über Athen".

Aigistos Schäuble und Klythemnestra Merkel hatten sich das leichter vorgestellt: Blockieren, die Macht des Volumens Deutschland gegen das Volumen Griechenland setzen, dann werden die schon einbrechen.

Ich führe die Symbolik der Mythen um Argos (hier nach Hugo von Hoffmannsthals Version) nicht von ungefähr ein: Tsipras ist jung und unerfahren, aber sichtlich ein guter Kämpfer! Er hat die alte Machtelite, die Demokratie predigt und Diktatur ausübt, vorgeführt!

Merkel und Schäuble stehen wie Klythemnestra und Aigistos für eine alte Herrschaftsstruktur, unter der die Menschen psychisch und geistig kaum mehr Luft bekommen und die überwältigende Bevölkerungsmehrheit ökonomisch ihr Leben für ein paar Euros verkaufen muss.

Sie stehen für eine Herrschaftsschicht, die bereit ist, das Wohl aller für den eigenen Erhalt zu opfern.

Alexis Tsipras hingegen repräsentiert eine frische, unverbrauchte Offenheit der Zukunft gegenüber.

"Ich muss hier warten. Bis sie mich rufen.

Ich habe einen Auftrag an die Frau!"

Wenn man Lust hat, kann man das Ganze auch in Klamotten beschreiben.

Syriza kleiden sich nicht, wie die alte Platzhirsche in ihren Einheitsanzügen, denen man schon ansieht, dass die darin eingewickelten etwas zu verbergen haben.

Sie kleiden sich nicht wie wir, als wir noch junge Linke gewesen sind, als kämen wir gerade frisch aus der Mülltonne gekrochen, was von meiner Seite die Verbundenheit mit den Verdammten dieser Erde inmitten der Wohlstandsgesellschaft ausdrücken sollte.

Und sie kleiden sich nicht wie – igitt, mir wird schlecht, wenn ich nur daran denke! – wie GRÜNE, die mit trotzig-beleidigter Mine im Bundestag Socken stricken.

Sie tragen moderne, schicke Kleider, lässig, wie der Stil es verlangt.

Die Aigists und Klythemnestras haben verstanden: Hat Syriza Erfolg, sind ihre Tage gezählt!

Hier geht es nicht um Geld (allein).

Hier geht es um Weichenstellung!

Tsipras Aufgabe: den europäischen Süden auf Augenhöhe mit dem europäischen Norden zu bringen!

Tsipras Haltung: leben und leben lassen!

Tsipras Kampf: das Schwert gegen die alten Eliten erheben! (Theatralisch gesprochen, versteht sich!)

Ihr wollt uns stürzen?

Die EU-Herrscher haben uns nicht gewählt, das griechische Volk hat uns das Mandat gegeben. Fragen wir das griechische Volk, ob wir weitermachen sollen oder aufgeben, das ist das Referendum!

Die EU hat verstanden und Aigist Schäuble spielt seine letzte Karte aus: Geld.

Es ist das einzige, was die EU hat, immer hatte, das sind ihre europäischen Werte, ihre Demokratie, ihre Freiheit, ihr Humanitarismus.

Ihre einzige Kraft, ihr trockenes Blut.

Schäuble schlägt wütend die Türe zu und brüllt, Tsipras habe die Tür zugeschlagen.

Aber wir wissen: dieses Türknallen ist nicht das Ende. Es ist der Anfang!

Und wir hören Elektra rufen:

 

Ich habe Finsternis gesät
und ernte Lust über Lust.
Ich war ein schwarzer Leichnam
unter Lebenden, und diese Stunde
bin ich das Feuer des Lebens und meine Flamme
verbrennt die Finsternis der Welt.
Mein Gesicht muß weißer sein
als das weißglühende Gesicht des Monds.

Wenn einer auf mich sieht,
muß er den Tod empfangen oder muß
vergehen vor Lust.
Seht ihr denn mein Gesicht?
Seht ihr das Licht, das von mir ausgeht?

 

 

 

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