Der Kampf des Imperiums gegen das Volk der Ukraine verschärft sich

Will man ein Ungeheuer bekämpfen, muss man selbst Ungeheuer werden, stellt Nietzsche fest.

Wer moralischen Maßstäben und Regeln des menschlichen Anstandes folgt, der tappt dem Ungeheuer in die Falle, weil er schlicht nicht mit der ganzen Hinterhältigkeit und Bosheit rechnet, die ihn konfrontiert. Er kann die Winkelzüge nicht durchschauen und stößt an Grenzen des leben und leben lassens, weicht zurück, sobald er im Vorteil ist und entblösst sich dem Feind, der überraschend in dem Moment zum Tiefschlag ausholt, in dem man ihm die Hand zum Frieden reicht.

Vergesst das bisschen NAZIZeit! Das grauenhafteste Ungeheuer, welches die Welt je heimgesucht hat, ist das heutige euro-amerikanische Imperium.

Die NAZIS waren den heutigen Lords of the Western World moralisch weit überlegen: sie haben nie einen Hehl gemacht aus ihren Zielen und Vorstellungen. Sie haben gesagt was sie wollen, und sie haben getan was sie sagten. Man wusste genau, mit wem man es zu tun hat und woran man ist.

Sicher, sie waren Ungeheuer, sie haben sich hinterhältiger Mittel bedient: die Inszenierung um den Sender Gleiwitz um den Überfall auf Polen zu rechtfertigen sei hier erwähnt, aber, oups! – das nämliche machen die Amis, Briten und Franzosen auch jedes Mal, wenn sie einen Krieg anfangen wollen, folglich macht das die NAZIs nicht schlimmer.

Zweifellos haben die NAZIS ihren Feinden stets offen und männlich die Stirn geboten. Der große Georgi Konstantinowitsch Schukow, Marshall der Sowjetunion und Generalstabschef der Roten Armee selbst bescheinigte der deutschen Wehrmacht mutiges und würdevolles Soldatentum. Man unterschied in Russland zwischen SS + Gestapo einerseits und Wehrmacht andererseits.

In der Propaganda des 3. Reiches werden die Sowjetbürger als wütende Bestien dargestellt. Das ist so im Krieg, man dämonisiert den Feind um eine Bedrohtheit und Hass zu schüren.

Lesen wir die deutsche Presse über die Wahlen in der Ukraine, so stellen wir fest: sie gebärdet sich nicht anders als der „Völkische Beobachter“ – noch nicht einmal die Sprache ist viel feiner. (Sie können das im Zeitungsarchiv einer gut sortierten Bibliothek wie etwa dem „Gasteig“ in München überprüfen.)

In Friedenszeiten interessiert man sich für die Alteritäten anderer Nationen und respektiert ihre kulturellen Identitäten und Sitten. Man mischt sich nicht ein in ihre Angelegenheiten.

Lesen wir also die Presse lernen wir vor allem eines zuerst: die EU führt bereits Krieg gegen Russland und gegen die Ukraine!

In der FAZ lesen wir folgenden Satz: „Viktor Fjodorowitsch Janukowitsch: Als Halbstarker hat er wegen Raubs und vorsätzlicher Körperverletzung im Gefängnis gesessen, 2004 hat er zum ersten Mal versucht, durch eine gefälschte Wahl Präsident zu werden.“

Die Tatsachen: 1969 und 1970 wurde Janukowitsch zu zwei Haftstrafen verurteilt im Zusammenhang mit einer Kneipenschlägerei und verbrachte 2 Jahre im GULAG. 1978 wurden die Urteile von der gleichen Kammer, dem Donetzker Oblast-Gericht, was unserem Bezirksgericht entspricht, revidiert, aufgehoben und Janukowitsch für die Haftzeit entschädigt. Das Gericht erkannte an, dass es zu Fehlurteilen gekommen war und er lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen ist.

Vergegenwärtigen sie sich einmal, was es bedeutet, wenn ein Bezirksgericht der UdSSR ein Urteil als Fehlurteil zurückzieht! Das kam ganz sicher nicht alle Tage vor!

Die beeindruckende akademische Karriere Jarnukowitschs habe ich bereits erwähnt; Magister in Maschinenbau, Doktor der Juristerei im Internationalen Recht und ordentlicher Professor an der Kiewer Wirtschaftsuniversität.

Wer in der UdSSR eine akademische Laufbahn gemacht hat, der hat sich wirklich akademisch ausgezeichnet. Das ist nicht wie Mitt Romney, der zwar einen Harvard-Abschluss hat, aber noch nicht einmal den Iran auf der Landkarte findet.

Auch Janukowitsch war Sportler. Er war Rennfahrer und vertrat die UdSSR bei internationalen Ralleys und er war bis 2005 Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine.

Er gewann knapp die Präsidentschaftswahl 2004, wurde aber durch die Otpor-geführte Soros-Revolution, die „Orangene“ genannt, sofort weggeputscht.

Was wir immerhin unserer Presse bescheinigen können ist Leistungsfähigkeit: die FAZ schafft es, in einem einzigen Satz zwei Hergänge von riesigem Ausmaß umzudrehen ohne sich zu schämen.

Am Wahltag selbst war unsere Presse noch nicht so aggressiv. Das mag der Tatsache zu schulden sein, dass die Hintermänner wissen, dass die Gangsterbraut Timoschenko in der Ukraine ausgespielt hat.

In Personam Vitali Klitschko hat die EU dem Präsidenten einen ohne jeden Zweifel ehrbaren Mann entgegengestellt, der auch noch eine Rocky-Version des amerikanischen Traums verkörpert. (Der hat auch, wie es sich für einen anständigen Menschen gehört, die Wahl sofort anerkannt.)

Dennoch hat es nicht gereicht, die Loyalitäten zu brechen.

Das ukrainische Volk hat falsch gewählt. Ein für den Westen unverzeihlicher Fehler. Man wählt nicht, was man für richtig hält, man hat Westen zu wählen. Die Kriege der EUUSA sind schlimmer als die Kriege der Nazis, weil sie feige und verlogen geführt werden, beachten sie dabei, dass wir erst am Anfang der Eskalation stehen.

Die Frage ist nun, ob Klitschko sich für eine Orangene „Revolution“ reloaded hergeben wird.

Das wäre traurig. Der Mann würde sich einen unfehlbaren, redlich erworbenen internationalen Ruf ruinieren.

Wir wissen: die Herrscher des Westens nehmen den Menschen alles: erst ihre Kultur, dann ihre Seele, und wenn sie zu willenlosen Sklaven des Geldes geworden sind graben sie ihnen die Existenzgrundlage ab.

Sie lassen Karrieremöglichkeiten offen auf der Grundlage:

Dein Kollege ist dein Konkurrent!

Der Schaden deines Konkurrenten ist dein Nutzen, der Nutzen deines Konkurrenten ist dein Schaden!

Klitschko ist Boxer. Ein Boxer kämpft nach Regeln. Wer einen Tiefschlag setzt wird disqualifiziert. Vor dem Kampf wird Show gemacht. Nach dem Kampf gehen die Kontrahenten gemeinsam einen trinken.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Vitali Klitschko gegen Janukowitsch Wahlkampf macht. Solange er als Politiker so kämpft wie als Boxer.

 

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