Das Schulz jammert

Es hat das Gesicht eines Menschen, der Schulz heißt.

Es hat die Stimme eines Menschen, der Schulz heißt.

Es redet wie ein Mensch, der Schulz heißt.

Das Schulz ist ein Typus.

Irgendeine undefinierbare Mischung aus Wehleidigkeit und Snobismus im Auftreten, dabei immer irgendwie kalt, aber nicht wie John Wayne, sondern einfach, weil ihm jeder Charakter und jede Leidenschaftlichkeit abgeht, das lag einfach nicht in seinem Genotyp und in seinem Phänotyp-werden vermochte er es nicht, sich derartiges anzueignen.

Grammatikalisch wäre er dem maskulin zuzuordnen, aber als Kreatur ist es das vollendete Neutrum.

Das Schulz existiert in der unerschütterlichen Überzeugung, ein Mensch zu sein. Das leitet es davon ab, dass seine Extremitäten und sein Torso identisch mit denen gebaut sind, die er als Menschen in seiner Umwelt erkennt.

Tatsächlich ist das Schulz aber ein zu Fleisch erstarrtes Gemisch aus Bürokratismus, Wirtschaftsstudent und Sozialpädagogik.

Man möchte meinen, es gäbe nichts, was ein Schulz erschrecken kann, denn der Schreck ist dem emotionsbegabten Menschen vorbehalten.

Folglich stellen wir auch nicht die Behauptung auf, das Schulz sei erschrocken.

Es hat lediglich festgestellt: etwas stimmt nicht!

Alle müssten vor Glück jauchzen, die EU zu haben, aber oh! grausames Schicksal! – sie tun es in Wirklichkeit überhaupt nicht! Nur die Politiker und Zeitungen tun's! Und ja, diverse andere, Gymnasiasten etwa, plappern das nach, aber eben ohne zu wissen warum.

Das Schulz wurde von der Frankfurter Rundschau interviewt.

Das Schulz glaubt, Links ist EU, Rechts ist Nation.

Das Schulz ist also einer jener geistreichen modernen Linken, die überzeugt davon sind, die Ursache eines Krieges läge in der Existenz von Volk und Nation.

Nach der linksschulzschen Philosophie wäre also die Behauptung, dass da keinerlei ursächlicher Zusammenhang bestünde, sondern Kriege das Ergebnis wirtschaftlicher Interessen sind und Volk und Nation lediglich für diese Interessen eingespannt werden, eine Behauptung von Rechts.

Ich stelle fest, gemäß der schulzschen Philosophie bin ich ein Rechter, denn just dieses behaupte ich.

Und zugegeben, ich bin da selbst erst einmal gar nicht drauf gekommen, da ich ja auch in der Schule gelernt hatte, die Ursache der beiden Weltkriege war die deutsche Nation und das deutsche Volk, ich bin darauf gekommen, als ich nach der Schulzeit ultrarechtsradikale Autoren wie Moses Hess, Karl Marx, Friedrich Engels, Pierre Joseph Proudhon, Wladimir Iljitsch Lenin, Gustav Landauer, Erich Mühsam und ähnliche gelesen hatte. Irgendwie habe ich es mir dann zusammengereimt und bildete mir ein, das in den Fakten, die zu Kriegen eskalieren, welche ich beobachten konnte, bestätigt zu finden.

Ein gar ganz gewitzter mag mir vorhalten: "Aber Kaiser und Könige und Römer haben um Territorien Kriege geführt!" Ach Dummerchen, Land war doch damals das wertvollste Kapital!

Und Moslems führen Kriege für Allah. Aber ob jetzt die Obermoslems, die zu diesen Kriegen anstiften, so für Allah kämpfen würden, wenn für sie nix handfestes bei rausspringt, bezweifle ich ganz blasphemisch.

Schulz erklärt mir jedenfalls die Welt: sie doch nur hin, wo deine Urgroßeltern und Großeltern gelegen haben.

Im Bett nehme ich an. Ich habe noch kein Geschichtsbuch gefunden, in dem steht, wo meine Großeltern und Urgroßeltern gelegen haben, aber ich kann  mich erinnern, dass sie, wenn sie sagten "ich leg' mich jetzt hin" meistens in's Bett gegangen sind.

Aber vielleicht meint er ja Schützengräben. Man sagt das oft so, "im Schützengraben liegen".

Also Omi lag eigentlich nirgendwo im Schützengraben und von Uromi weiß ich nichts und Opa hat Inhalte von Aktenschränken geordnet beim Finanzamt und lag auch in keinem Schützengraben.

Aber gönnen wir's ihm und machen daraus Leute, die Omi und Opa kannten.

Und wofür lagen die im Schützengraben?

Ah ja, genau, um Europa unter dem Hackenkreuz zu einen!

Und woran scheiterte das?

Am Widerstand der Nationen!

Die Hälfte der Bevölkerungen in den unterjochten Nationen passte sich an, in der Regel, die andere Hälfte bekämpfte dieses vereinte Europa.

In der Schule lernen wir, die Amerikaner haben uns befreit.

Das ist aber Quatsch. Die Amerikaner sind Juni 1944 in der Normandie gelandet, als dieses Europa unter dem Hakenkreuz bereits am Zusammenbrechen war.

Da ging es wohl eher darum, dass sie ihren Anteil an der Beute holen gekommen sind.

Nun, das mit dem Hakenkreuz ist out, heute gibt es das vereinte Europa unter dem Euro.

Das ist effizienter, Schulz hat zwar nicht die Wut, die Leidenschaft und das Feuer Hitlers, aber Hitler hatte nicht das Geld des Schulz.

Hitler musste den Griechen noch Soldaten schicken.

Schulz lädt zum Dinner nach Brüssel und erreicht das gleiche, nur dauerhafter und weniger aufwendig.

Wozu ein Land erobern, wenn man es auch kaufen kann?

Und daraus macht das Schulz auch keinen Hehl: wer nicht pariert, dem werden die Flocken gekürzt!

Für das Schulz ist alles eine Frage des Geldes. Stimmt ja auch irgendwie. Wer leben will braucht dafür Geld. Aber wie nahezu alle modernen "politischen Menschen" in Deutschland hat Kultur für ihn keinen eigenen Wert, darum erreicht seine Phantasie nicht den Raum, in dem Kultur für Menschen Wert hat, der nicht in wirtschaftlichen Kennziffern beschrieben werden kann und nicht in Euros messbar ist.

Auf mehrere Aussagen einzeln eingehen lohnt nicht, das Interview ist eine nichtssagende Ansammlung leerer Phrasen und Floskeln, eine Aneinanderreihung der aktuellen Modeworte, es bedeutet nichts, außer dass es signifikant ist, dass Schulz darüber reden muss, ob die EU auseinanderbricht.

Frankreich besorgt den Schulz. Nicht die desolate Arbeitssituation. Das Wahlverhalten der Leute dort.

"Das sage ich jungen Leute: Und macht ein Geschichtsbuch auf und schaut, wo eure Großeltern und Urgroßeltern 1945 gelegen haben und dann guckt euch euer Leben an. Und dann hört Le Pen zu, und dann habt ihr die Wahl, zwischen der Welt eurer Großeltern oder dem Leben, das ihr jetzt führt." sagt Schulz.

Ja, Schulz, genau das tun sie doch.

In Frankreich hat Résistance einen guten Klang!

 

 

 

Quelle: FR: Europa steht am Abgrund“

 

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