Contenance

Im diplomatischen Dienst die Tugend schlechthin!

Sie ist das Fundament, welches die Kommunikation zwischen den Staaten gewährleistet!

Washington hat sie völlig verloren!

Aber von Anfang an: die alljährliche Generalversammlung der Vereinten Nationen fand diese Woche statt, die 71ste, eines der wichtigsten und am meisten unterschätzten politischen Ereignisse des Jahres!

Auch dieses Jahr konnte ich sie dank der Lohnarbeit nicht covern, also nur ein paar Anmerkungen.

Es ist kein Zufall, dass irgend einer dieser nichtssagenden Untersuchungsberichte zu MH 17 parallel dazu veröffentlicht wurde – genau genommen hat Putin letztes Jahr die USA an die Wand gedrängt, indem er auf dieser Generalversammlung seine Syrien-Strategie begründete und die russischen Streitkräfte im selben Moment in Syrien gegen die Terroristen- und Söldnerheere losschlugen.

Dieses Jahr wollten die Amis die Retourkutsche fahren, dazu hätte dieser "Bericht" dienen sollen, aber dazu kam es nicht!

Es kam zu etwas anderem: denn kaum bemerkt von der westlichen Öffentlichkeit findet eine Revolution statt, nein, keine dieser Color Revolutions, eine tatsächliche!

Sie findet statt – auf den philippinischen Inseln!

Sie fand auch statt in dieser Generalversammlung, am 24. 09., als der Außenminister der Philippinen die erste wirklich bedeutende Rede eines Politikers seines Landes vor den Vereinten Nationen hielt, und ein Musterbeispiel an Contenance bot!

Das besondere an dieser Rede ist, dass er die USA nicht einmal erwähnt hat, mit jedem Satz aber erklärte, dass die Herrschaft der USA über die Philippinen mit der Übernahme der Präsidentschaft durch Rodrigo Duterte beendet ist!

Unsere Presse wurde die Monate seit seinem Amtsantritt bereits eingearbeitet, welche Position einzunehmen sei, Duterte wurde freilich als "Rechter" gelabelt.

Keine Ahnung, wie rechts ein Präsident sein kann, der einen jahrzehntelangen Krieg mit den Kommunisten beendet und diesen Vorschläge macht, wie eine zukünftige Zusammenarbeit gestaltet werden könnte, aber was soll's, seit die "Demokratische Partei" der USA diktiert, was unter "Links" zu verstehen sei und das im Westen auch von den "Linken" so angenommen wurde, bedeutet eine Unterscheidung in "Links" und "Rechts" nichts mehr!

Hier nur ein Tweet aud der neo-linken Prominenz zur Illustration, denn dieses Thema bedarf einer umfassenderen Darstellung:

Der Krieg der philippinischen Regierung gegen den Drogenhandel ist mehr als nur das – es ist ein Krieg gegen die Zerstörungen, welche die USA in den Gesellschaften der philippinischen Inseln die vergangenen Jahrzehnte hindurch angerichtet hatte!

Drogen sind kein Konsumgut, wie es von der Politiker-Riege des Typs Fixer-Volker Beck propagiert wird!

In imperialistischen Zentralstaaten wie der BRD mag man das so handhaben, missratene Kinder fixen, zur Not kümmert sich am Ende der Sozialstaat um sie, verhätschelt und vertätschelt sie.

Auf den Philippinen sind sie, wie in Lateinamerika, eine Krankheit der Gesellschaft, die sich auf sie auswirkt wie Krebs.

Drogen sind eine Waffe der US-Führung zur Zersetzung von Gesellschaften und Zusammenhängen um die eigene Herrschaft über sie zu zementieren!

Willst du in einem solchen Land einen grundsätzlichen Wandel initiieren, dann beginnst du mit der Beseitigung des Drogenproblems!

Du willst das Problem beseitigen? Du beseitigst es kompromisslos!

Dutertes Drogenpolitik ist der erste Schritt der De-Amerikanisierung, weitere werden folgen!

Und so ist es keineswegs Zufall, dass Präsident Duterte den nächsten Schritt kurz nach dem UN-Auftritt seines Außenministers angekündigt hat, die Aufkündigung der militärischen Zusammenarbeit, es ist strategisch geplant:

Nicht im Hau-Ruck-Verfahren, nein, man lässt diese Dinge langsam absterben!

Warum ist das so wichtig?

Die Philippinen sind ein Staat, der in ähnlicher, noch größerer Abhängigkeit zu den USA existierte, wie Deutschland.

Im Gegensatz zu Deutschland, dem reichen Deutschland, welches, je schwächer die Position der USA wird, um so tiefer den Ami-Bossen in das Gedärm kriecht, nutzen die Philippinen die Situation der aktuellen Polarisierung, ihre Unabhängigkeit von den USA anzustreben!

Die militärische Konsequenz ist, dass die USA dieses Land bisher als Militärbasis genutzt hatten, und diese Basis benötigen, falls es zum Krieg gegen Russland und China kommen wird, was die USA ja für Nicht-Blinde unübersehbar anstreben! Das wird auf Dauer nicht mehr möglich sein.

Einen Präsidenten als "rechts" labeln ist die Warnung, dass er auf die Abschlussleiste kommt! Das weiß Rodrigo Duterte!

Kurz nach der Ankündigung, sich künftig nicht mehr an US-Manövern im südchinesischen Meer zu beteiligen, wirft Duterte das Wort "Hitler'" in den Raum. Was tut er da? Nun, er wirft einen Stein auf ein Wespennest! Jeder weiß, wie der Westen auf das Wort "Hitler" reagiert, und es weiß auch jeder, dass der Vernichtung eines Staates ein Hitler-Vergleich mit dem jeweiligen Präsidenten vorangeht.

Er sagt: "Mir brauchen die Langnasen mit ihrem Hitler-Müll nicht kommen!"

Der Außenminister der Philippinen machte in seiner Rede vor den UN unmissverstaendlich deutlich, dass Rodrigo Duterte sich nicht von den USA vorschreiben lassen wird, wie er künftig sein Amt ausübt!

Ich verweise noch einmal darauf: das Wichtigste in der politischen Analyse ist das Erkennen der Zusammenhänge!

Der Abfall der Philippinen von den USA dokumentiert die Schwäche der USA auf internationalem Parkett!

Schon mehrfach sprach Duterte den Satz: "Wir sind keine Kolonie mehr!" und sein Außenminister formulierte vor den UN den Anspruch, künftig als gleichberechtigter, souveräner Staat zu agieren.

Die jüngsten Ausfälligkeiten gegen Russland in Bezug auf Syrien stehen in unmittelbarem Zusammenhang! Sie sollen die Schwäche kompensieren und einschüchtern!

Ab einer gewißen Ebene wissen die Leute, was gespielt wird. Sie sind direkt Involvierte, sie sind keine TV-Glotzer und Zeitungsleser. Sie wissen, dass der Krieg in Syrien ein Krieg der USA mit Söldnern und Terroristen ist.

Für die USA steht auf dem Spiel, dass immer mehr Staatsführungen die Angst verlieren, wenn sie nicht parieren, von den USA vernichtet zu werden, wobei es natürlich nicht die USA alleine sind, es sind die USA, Israel, die europäischen Staaten und die Golfmonarchien.

Sie sind viel zu weit gegangen! Verlieren die USA in Syrien, ist die US-Hegemonie beendet! Nicht sofort, aber langsam, schrittweise, etwa im Laufe einer Generation.

Es sei denn, der Dritte Weltkrieg fordert eine rasche Entscheidung!

Die US-Repräsentanten haben dermaßen die Contenance verloren, dass sie mit direkten terroristischen Angriffen auf russische Städte drohen!

 

 

Share This:

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Comments are closed.