• Category Archives Serie und Film
  • Eine Merkwürdigkeit aus Chris Carters Werkstatt

    Schön Leute, ich weiß wie das jetzt wirkt.

    Aber ich wollte das unbedingt teilen.

    Ich weiß nicht, wem alles das bekannt ist, aber diverse Hollywood-Produktionen beinhalten hidden messages.

    Bekannter geworden ist zum Beispiel, dass "Batman-The Dark Knight Rises" das Connecticut school shooting at Sandy Hook Elementary School vorhergesagt haben soll. Tatsächlich beinhaltete dieser Film einen Angriff auf ein "Sandy Hook", was zu mehrwöchiger Diskussion im Internet geführt hat.

    Infowars hat sich damit ausführlich befasst. Allerdings wäre es doch sehr pathetisch, einen konkreten Anschlag via Blockbuster Movie anzukündigen.

    Ich habe die Tage mal wieder die 20eth Century Fin de Siecle Serie "Millennium" ausgegraben.

    In der Folge 2.7 „19:19“, deutsch „Die Kinder von Broken Bow“, ausgestrahlt erstmals 23.10.1998, fiel mir das auf:

    Der Originaltitel "19:19" bezieht sich auf die entsprechende Stelle in der Offenbarung:

    Offenbarung 19:19: "Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem der auf dem Pferde saß und seinem Heere."


    Was mir hier besonders hervorsticht, ist die Reihenfolge: Libyen – Syrien – Iran.

    Wir beachten die Abläufe, dass Libyen und Syrien Anfang 2011 gleichzeitig angegriffen wurden, NATO sich dann aber erst einmal auf den Sturz Colonel Gaddafis konzentriert hat.

    Ende der 90ger Jahre hatte es gerade begonnen, dass Gaddafi und der Westen aufeinander zu gegangen sind!

    Man dachte damals eigentlich, die Zwistigkeiten zwischen dem Westen und Libyen werden nun beigelegt.

    Man wäre auch nicht auf die Idee gekommen, Libyen und Iran in eine Reihe zu setzen, da sich der Iran und Gaddafi spinnefeind gewesen sind! Es war ja 2011 durchaus so, dass der Iran sich mit Obama gegen Gaddafi verbündet hatte. Ich hatte denen damals Emails geschrieben, dass sie ja wohl ein bisserl blöd sind, sich mit Obama gegen Gaddafi zu verbünden; die USA lassen den Iran nicht vom Hacken, nur weil sie den Vernichtungskrieg gegen die Jamahirija unterstützen, denn Libyen ist für die USA im Prinzip vernachlässigbar, den Iran hassen sie seit der Botschaftsbesetzung, das haben die sozusagen persönlich genommen.

    Auch Trump verhält sich dem Iran gegenüber auffällig irrational. "Iran, the world’s largest state sponsor of terrorism", wie er behauptet, ist schlicht Quatsch, das ist Saudi Arabien, aber offensichtlich hat Trump auch seine israelischen Berater, die ihm das täglich in dieser Form bestätigen. Ich kann noch nicht unterscheiden, in wieweit er sich dem Ian gegenüber taktisch verhält und in wieweit seine Rhetorik da ein sich-vergaloppieren wiederspiegelt.

    Folgt man jedenfalls dem ehemaligen Oberbefehlshaber der NATO, General Wesley Clarke, so waren Angriffe auf Libyen und Syrien vor dem 11.September 2001 gegenüber dem Militär niemals zur Sprache gekommen. Seine Ausführungen vom 03.Oktober 2007:

    Wesley Clark: A Time to Lead from Commonwealth Club on FORA.tv

     

    Interessant hierbei ist, dass Wesley Clarke von einem "politischen Putsch" spricht, dessen Ausführende unter Bush, und wie wir wissen später unter Obama, die Politik der USA bestimmten.

    Das ist die selbe Fraktion, die jetzt eine Entmachtung Donald Trumps versucht.

    Die Namen der sichtbaren Aktivisten sind zwar andere, sie heißen heute John McCain und Michael Moore und ihre Rhetorik ist eine andere geworden.

    Da man unter Obama als Zuschauer wohl auch nicht auf die Idee gekommen wäre, McCain und Michael Moore in einer Koalition zu finden, sucht man den gemeinsamen Nenner, und der ist die Aggression gegen Russland.

    Und hierzu findet sich in der selben Millennium-Episode eine ausgesprochen interessante Sequenz:

    (Anklicken öffnet den Video in einem neuen Fenster. Ich hoffe, das geht so als Zitat durch und verursacht keinen Urheber-Rechts-Streß.)

    https://elynitthria.net/wp-content/uploads/2017/02/Millennium-2.7.mp4

     

    Ich schreibe darüber, weil wir der Situation gegenüberstehen, dass das klassische Kriegs-Establishment, vertreten durch McCain und das Hollywood-Establishment vertreten durch Michael Moore ganz offen zusammenwirken.

    Hat Chris Carter in dieser Episode etwas ausgeplaudert, als hidden message, was in Hollywood längst Diskussion hinter verschlossenen Türen war?

    Offen darüber reden wäre damals auf keinen Fall gegangen, schließt man aus der Episode, dass in Hollywood Dinge besprochen wurden, über die noch nicht einmal das Militär informiert wurde!

    Was wiederum unsere Schönheitskönigin Michael Moore beleuchtet als eine in eine Strategie eingebundene Gestalt. Seien Weltruhm erlangte er mit einem Film, der die Entwaffnung der amerikanischen Zivilbevölkerung propagierte! Weltruhm wird gesteuert und es kommt selten vor, dass sogenannte Dokumentarfilme in Cineplex Kinos laufen. Der Film war auch seine  Eintrittskarte in die VIP-Lounge der A-List-Celebs! Die bewaffnete Zivilbevölkerung ist die letzte verfügbare Macht, welche den Staat von etwas abhalten kann. (Das neigt jetzt zwar in das Paranoide, aber man kann sogar eine Querverbindung zu Sandy Hook herstellen, wenn man bedenkt, dass der Aufhänger für Michael Moores Film das Schul-Massaker vom 20. April 1999 in der Highschool von Columbine war.)

     

    Offenbarung 19:20 "Und das Tier ward bewältigt und mit ihm der Lügenprophet, der die Zeichen vor ihm her gethan, mit welchen er verführte, die da nahmen den Stempel des Tieres und die sein Bild anbeteten; sie wurden beide lebendig geworfen in den See des Feuers, das mit Schwefel brennt."

    19:21 "Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwerte des Reiters, das aus seinem Munde gieng, und alle Vögel wurden gesättigt von ihrem Fleisch."
     

    Den Lügenprophet können wir auch interpretieren, richtig? Mainstream Media!

     

     

     

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  • The HollyWoodoo Teardrop Massacre

    Es wird so viel über Meryl Streeps Auftritt bei den Golden Globes geschrieben, dass ich mich genötigt sehe, zu diesem Thema noch eine grundsätzliche Anmerkung zu schreiben.

    Man muss nämlich eine Sache wissen: es gibt rein überhaupt nichts mehr in Hollywood, das zufällig, ungeplant oder spontan wäre!

    NICHTS! NOTHING AT ALL!

    Die Zeiten, dass ein Moviestar entsteht, wie das noch bei Sophia Loren, Richard Burton und Liz Taylor, James Dean etc. war, die sind lange vorbei!

    Heute ist ein Moviestar ein Produkt, das von Agenturen und Produktionsfirmen hergestellt wird, buchstäblich wie ein Schuh oder eine Kaffeetasse, nur ist eben das Material, welches dazu verwendet wird, ein Mensch!

    Auch ist es eine wahnsinnig teure Investition! Einen Moviestar zu produzieren kostet mehrere hunderttausend Dollar!

    Diese Leute werden sehr, sehr teuer bezahlt, solange sie gut funktionieren.

    In den meisten Fällen wird ein Moviestar aus geschäftlichen Erwägungen als Marke produziert.

    Diese Blockbuster-Movies kosten hohe 2-, teilweise sogar 3stellige Millionenbeträge.

    Die Produktionsfirmen können den schwachsinnigsten Film in die Kinos bringen, wenn die richtigen Stars angekündigt werden, dann spielen sich die Produktionskosten in den meisten Fällen alleine dadurch ein, alles darüber hinaus ist Gewinn.

    Entsprechend wird sehr genau ausgewählt, ob die Investition sich auch lohnt! Und natürlich wird von den Erwählten eine Gegenleistung erwartet. Bringen sie sie nicht, sind sie erledigt!

    Zu den wichtigsten Aufgaben Hollywoods gehört das Prägen von Menschenbildern. Stars werden mit Menschenbildern konnotiert.

    Meryl Streep war von Anfang an ein Protegé der Israel-Lobby. Klingt doof, ist aber so.

    Sie wurde 1978 groß gemacht als eine der Hauptdarstellerinnen der Fernsehserie "Holocaust", jene Fernsehserie, das haben viele schon vergessen nehme ich an, welche diesen Begriff für die Judenvernichtung durch die NAZIS überhaupt erst geprägt hatte und danach in das Kino für großes Publikum eingeführt mit dem Film über Vietnamkriegsveteranen "The Deer Hunter", deutsch als "Die durch die Hölle gehen",

    Adel verpflichtet, wie man so sagt, ihr Auftritt bei den Golden Globes ist entsprechend ein geplanter, und es kommt keineswegs von ungefähr, dass genau sie ihn performte!

    Seit sehr langer Zeit sind Veranstaltungen wie Oscar-Verleihung oder Golden Globes minutiös organisierte Vorstellungen, die eine politische Message transportieren sollen.

    In diesem Jahr, da kann jeder einen Schierlingsbecher drauf trinken, ging es exakt um eine einzige Sache dabei: Donald Trump via Celebrity als jemanden hinzustellen, der Behinderte mobbt!

    Dafür nimmt man keine schrille, extravagante oder sonstwie inszenierte Person, man nimmt exakt eine Schauspielerin, die mit seriösem Image gepflegt wird!

    Man versuche sich nur vor seinem geistigen Auge Meryl Streep durch Lindsay Lohan zu ersetzen, eine die mit 17 ihren ersten Aufenthalt in einer Entzugsklinik für Alkoholiker hatte, die von allen auf bürgerliches Publikum abzielenden Produktionen ausgeschlossen wurde und nur noch als "bitch" vermarktet wird.

    Die gesamte Veranstaltung wäre in die Hose gegangen, Trump hätte aus allen Rohren zurück feuern können! Seine Anhänger hätten in die Richtung sprechen können: "Madonna, Miley Cyrus, jetzt auch noch Lindsay Lohan… Wann bestellen die sich eigentlich drogensüchtige Nutten von der Straße, um ihn anzugreifen!?!"

    Denn, das Entscheidende:

    Die gesamte Geschichte, Trump hätte einen behinderten Journalisten gemobbt, nachgeäfft, ist erstunken und erlogen!

    David Knight hat für Infowars ein Segment dazu gemacht, das man sich ansehen sollte:

     

    Wer sich nicht den ganze Video von Infowars ansehen möchte, hier ist das wesentliche daraus, Mark Dice setzt die Situation, die Meryl unter Tränen breittritt, in ihren realen Kontext:

    Es gibt mehreres in diese Richtung.

    Trump attackiert die Journaille, die Journaille schlägt zurück, man kann sich sicher sein, sie sind vieles durchgegangen in der Vorbereitung zu den Golden Globes, und dieser Vorfall, der keiner war, lässt sich medial so verkaufen!

    Viele halten diesen Auftritt für eine Heuchelei ihrerseits, wie David Knight oben, da sie nie sich beschwert über diesen oder jenen Krieg, dieses oder jenes Verbrechen der USA – schenkt es euch! Das ist nicht und war nie ihr Job!

    Das kann sie sich auch überhaupt nicht leisten, wenn sie ihre Position halten will!

    Der Punkt ist, hätten Journalisten in ihren Medien Trump in der jetzigen Situation vorgeworfen, er würde sich über Behinderte lustig machen, er hätte sie verklagt, ganz ohne jeden Zweifel, da, wie der Östereicher sagt, fährt die Eisenbahn drüber!

    Via eines solchen Auftritts bei einer durch viele TV-Anstalten weltweit übertragenen Veranstaltung aus dem Show-Business kann das aber gefahrlos in jedes Wohnzimmer transportiert werden!

    Meryl steht hier am Ende gar nicht mehr als der vom bösen Donald Trump zu Tränen verletzte Gutmensch da, sondern als eine falsche Schlange, welche den Behinderten tatsächlich missbraucht für eine politische Schmutzkampagne!

    Und ehrlich: ich habe Lindsay Lohan absichtlich ausgesucht, denn schlechter kann das Ansehen einer Schauspielerin kaum mehr werden als ihres, aber de Facto, so tief, wie Meryl Streep, die hochverehrte, die mütterliche Intellektuelle, an diesem Abend auf dieser Veranstaltung, ist Lindsay Lohan, bisher jedenfalls, nie gesunken!

     

     

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  • Third Person – Realität und Wahrnehmung

    Nun, ich glaube nicht an Objektivität!

    I

    Sie ist eine akademische Erfindung, und glaubt man an einen Schöpfer des Universums, so wäre dies die einzige Kreatur, die der Objektivität fähig sein kann.

    Objektivität ist der moderne Irrglaube oder Aberglaube.

    Sie ist meines Erachtens eine Folge des Cartesianismus, ein menschlicher Größenwahn, der als Reflex auf den christlichen Totalitarismus des Abendlandes entstanden ist.

    Der Glaube, der dem Christentum entgegengesetzt wird läuft unter dem Namen Wissenschaft, Methoden, die ständig damit befasst sind, Irrtümer mit neuen Irrtümern zu korrigieren.

    Selbst die vermeintlich exakten Wissenschaften wie die Physik stoßen sehr schnell an die Grenzen der Wahrnehmung.

    Physiker wie Schrödinger und Heisenberg haben nachgewiesen, dass die aller Technologie zugrunde liegende Physik physikalisch falsch ist.

    Es handelt sich um Modelle, die funktionieren, und eine Sprache, in der die Ingenieure kommunizieren können, um ihre Arbeit zu machen.

    Dagegen gibt es natürlich gar nichts einzuwenden; bedenke ich, dass ich gestern mit meinem alten Corolla aus dem 20.Jh. durch die wütendsten Stürme Bayerns mit 140 kmh über die Autobahn brausen konnte, so muss ich sagen, die Ingenieure haben bei der Konstruktion des Fahrzeuges gute Arbeit geleistet ebenso wie die Arbeiter bei der Produktion des Fahrzeuges.

    Die Arbeit schreitet voran, das aktuelle Nachfolgemodell ist noch dutzendmal besser.

    Flugzeuge fliegen um die Welt und wenn sie abstürzen hat das meines Überblicks nach nie zur Ursache, dass sie fehlerhaft konstruiert wurden.

    Andere Geräte, deren Herstellung höchste Präzision erfordern, Saiteninstrumente etwa, wurden schon gebaut ehe die Physik als Wissenschaft wesentlich wurde. Die Geigen, mit denen Julia Fischer oder Hilary Hahn arbeiten, wurden von Handwerkern gebaut, die ihre Arbeit ebenso ernst genommen hatten wie die genannten Solistinnen und nicht von Wissenschaftlern.

    Andere Wissenschaften sind schon etwas problematischer, entbehren aber nicht der Berechtigung, wie zum Beispiel die Sprachwissenschaften.

    Natürlich macht es Sinn, die Sprachen der Menschen zu analysieren und die Ergebnisse zu systematisieren.

    Hier fängt aber bereits ein Problem an, das die sogenannte Wissenschaft erzeugt: die Dogmatisierung der Sprache!

    Beispiele:

    1. Im Schulunterricht wird oft ( es gibt auch sehr gute Lehrer, die andere Ergebnisse erzielen, was aber an ihren individuellen Fähigkeiten als Vermittler liegt) das Dogma eingepflanzt, die Verwendung der Materie aber unterdrückt. So hat man den Widerspruch, dass Schüler zwar gute Noten, sagen wir in Englisch haben, aber nicht in der Lage sind, auf Englisch zu kommunizieren oder englische Texte so zu lesen, dass sie den Inhalt erfassen. Sie haben das System verstanden, aber nicht den Sinn.

    2. Ich schreibe in einen Text die Formulierung: "Das stimmt nix!" um auszudrücken, dass eine Aussage, mit der der Text sich beschäftigt,  falsch war. Eine Türkin liest es und macht sich lustig, da würde ja ihr kleiner Neffe wissen, dass man das nicht so schreibt.

    Tatsächlich entstammte die Formulierung genau so von einem jugoslawischen Arbeiter, der sie in einer konkreten Situation gebraucht hatte, ich hatte sie also der lebendigen Sprache entnommen und in den Text eingefügt, weil es im Kontext für mich Sinn ergeben hat, so zu verfahren und nicht die hochdeutsche Formulierung "Das stimmt nicht" anzuwenden.

    Das konnte die Türkin nicht wissen, es hat sie auch nicht interessiert, sie wollte prahlen, als Türkin einen Deutschen in der Anwendung seiner Muttersprache übertreffen zu können, was genau genommen eine tragikomische Situation war. Ich habe schon häufiger erlebt, dass Ausländer den Sprachgebrauch von Deutschen nicht verstehen, aber glauben, sie müssten Deutsche in der Verwendung ihrer eigenen Sprache schulmeistern, eine Sache, über die man sich auch ärgern kann und eine Sache, die nur Deutsche sich gefallen lassen. Engländer etwa würden einen Ausländer, der ihr Englisch verbessert schlicht auslachen!.

    Ähnliches ist mir mit einer Ukrainerin passiert, als ich in einem Text die Endung -heit/keit in dem Sinne verwendet hatte, wie Martin Heidegger das machte. Sie kommentiert das prompt mit: "Das ist kein deutsches Wort, weil es steht nicht im Duden!" Nachdem sie nachgeschlagen hatte, versteht sich.

    Nein, wir sind keine Engländer, wir übergehen so eine Anmaßung höflich.

    3. Es gibt einen deutschen Horrorfilm mit dem besonders deutschen Titel "Lost Place".

    Die Geschichte selbst ist nicht besonders originell, sie wurde schon oft erzählt, aber mir hat dieser Film wirklich gut gefallen! Das lag vor allem daran, dass die SchauspielerInnen völlig natürlich reden, wie man eben in der Gegend, aus der sie kommen redet, und kein Schauspielschul-Hochdeutsch. Wäre letzteres der Fall gewesen, wäre der Film zu nichts weiter geronnen als eine nicht erwähnenswerte Imitation eines amerikanischen Drehbuchs.

    Die Dogmatisierung der Sprache ist auch noch nicht besonders alt, sie entstand um den ersten Weltkrieg herum, und bedeutet vor allem eine Verstümmelung der Sprache.

    Interessant ist dabei auch der Fakt, dass mit zunehmender Dogmatisierung der Sprache das Niveau der Literatur in der Breite betrachtet proportional abnimmt. (In der Breite, Ausnahmegenies wie der literaturgeschichtlich betrachtet erst kürzlich verstorbene Thomas Bernhard sterben natürlich nicht aus, was meine Aussage aber nur bestätigt, denn die literarisch interessanten Arbeiten im Deutschen kommen in absoluten Zahlen viel häufiger aus dem weniger dogmatischen Österreich als aus dem wesentlich bevölkerungsreicheren Deutschland.)

    Oder ist das kein Fakt sondern nur meine subjektive Wahrnehmung?

    Gänzlich abgleiten in das Reich des Herumphantasierens tut die Wissenschaft (und nein, das ist kein schlechtes Deutsch sondern absichtlich so ausgedrückt) in akademischen Disziplinen des Typs Psychologie, Soziologie, etc.

    In einer Abhandlung eines nahmhaften Psychologen, ich habe leider vergessen, wer das jetzt war, es ist zu lange her, über Siegmund Freud bin ich auf den Satz gestoßen "Siegmund Freud war ein schwacher Theoretiker aber ein guter Arzt", der trotz seiner Theorien bei seinen Patienten hervorragende Ergebnisse erzielte. Der Abhandler psychologisiert das dahingehend, dass Freuds Theorien diesem halfen, seine Arbeit zu machen, quasi als Stützgeländer, aber nicht auf andere Ärzte übertragbar seien.

    Ich bin kein Arzt, ich kann das nicht beurteilen und es trägt diese Anekdote zu meinem Text hier auch nicht viel bei, sie soll nur darauf hinweisen, dass die Betreiber dieser Disziplin sich über die theoretische Grundphilosophie, mit der sie arbeiten, gänzlich uneins sind.

    Ich urteile als einer, der schon mal auf der Couch  lag – bildlich gesprochen, versteht sich, denn in Wirklichkeit saß ich immer auf unbequemen Stühlen.

    Haben Sie schon mal eine Therapie gemacht?

    Nun, ich schon.

    Anfangs habe ich über Tatsachen zu reden versucht, es stellte sich aber schnell heraus, dass diese Leute nichts kapieren von dem, was ich sagen will, im Gegenzuge aber versuchen mich nach angelernten Schemata, die sie für unumstößliche Weisheit ihrerseits halten, zu manipulieren.

    Widerspricht man ihnen, werden sie ärgerlich und das Gespräch wird zäh.

    Gibt man ihnen recht sind sie glücklich und das Gespräch wird kurz.

    Nach einer Weile bin ich dazu übergegangen, ihnen kompletten Bockmist zu erzählen und mich an ihrer Dünkelhaftigkeit im Reagieren darauf zu ergötzen.

    Auf Dauer verliert das seinen Reiz, vor allem, wenn man bedenkt, wie teuer diese Leute sind und man wesentlich günstiger wesentlich bessere Shows haben kann.

    Aber es gibt durchaus Leute, die mir versichert haben, die Gespräche mit Psychologen konnten ihnen sehr helfen.

    Möglicherweise mag das Studium der Psychologie für andere Dinge durchaus Nutzen haben: der Horror-Regisseur Wes Craven hatte Psychologie studiert ehe er im Filmgeschäft anfing.

    Ich denke schon, dass das zu seinen Erfindungen von Figuren und Szenen beigetragen hat. Aber die sind ja zum Glück nur Reflexion von Realität und keine Realität.

    Journalismus kann man auch studieren, muss es aber nicht, und das ist nun als akademische Disziplin gänzlich der Griff ins Klo!

    Das Studium des Journalismus soll dem Journalisten den Nimbus des Objektiven verleihen.

    Ich habe noch nicht einmal den Anspruch an Journalisten, objektiv zu sein, weil ich eben an Objektivität nicht glaube.

    Ich beanspruche aber Fairness von ihnen. Oder der Journalistin.

    Ein Journalist kann nur die Informationen verarbeiten, die ihm zugänglich sind. Diese reflektiert er unter vielerlei subjektiven Gesichtspunkten.

    Alleine, wenn ein Gesprächspartner ihm sympathisch ist, neigt er mehr dazu, ihm Glaubwürdigkeit zuzubilligen als einem, den er nicht mag.

    Er ordnet und gewichtet Informationen gemäß seines Weltbildes, seiner Vorerfahrungen etc., das kann ein Mensch nicht abstellen und soll es auch gar nicht.

    Auf diese Weise kann die Presselandschaft in unterschiedlichen Medien unterschiedliche Gesichtspunkte darstellen, und die Konsumenten haben die Möglichkeit, aus diesen unterschiedlichen Darstellungen ihr eigenes Bild herauszufiltern.

    Das Parteibuch verweist mal wieder auf einen Fall, in dem die Tagesschau die Wirklichkeit aber wieder derart geradezu vergewaltigt, dass es nur mehr als skandalös bezeichnet werden kann!

    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2015/04/02/jemen-kurz-zensiert-von-der-deutschen-marchenschau/#more-14206

    Und wenn ein Tageschausprecher allen Ernstes im neuesten Krieg der freiheitlich-demokratischen Menschenrechtler, diesmal in Gestalt der Saudis, die Aggressoren in einem Angriffskrieg als "saudische Verteidiger" bezeichnet, dann macht sich diese Kreatur zum schreibtischtäterischen Kriegsverbrecher!

    Wie mein Zitat von der Deutschen Presse Agentur im vorherigen Beitrag zeigt, wissen deutsche Journalisten sehr genau was im Jemen geschieht!

    Die dpa äußerte sich zu Jemen fair!

    Also weiß es auch dieser jämmerliche Fernseh-Fuzzi!

     

     

     

    II

    So, nun weiß man zwar ziemlich viel darüber, was ich mir zum Thema Realität und Wahrnehmung denke, hat aber noch keinerlei Hinweis darauf bekommen, warum der Titel mit "Third Person" anfängt.

    Tja, das ist ein Film, den ich mir diese Woche angesehen habe! In Horrorfilmen kann ich mir wirklich alles ansehen, was der kranken Phantasie entspringt, es kann mir nichts anhaben, weil ich mir immer bewusst bin, dass es Quatsch ist. Sie reizen die Nerven, erzeugen Schrecksekunden, Grusel oder Ekel, sofern sie gut sind, sie dienen vor allem meiner Unterhaltung.

    Third Person plätschert dahin, ohne dass viel geschieht, aber hinterlies bei  mir einen sehr flauen Magen!

    Liam Neeson spielt einen Schriftsteller bei der Arbeit.

    Der Film beginnt mit Liam Neeson am Schreibtisch und endet mit Liam Neeson am Schreibtisch.

    Die Geschichten, die dazwischen passieren, sind ein Gewebe aus den Phantasien, die er zu Papier bringt, oder, wie das heute ausgedrückt werden müsste, in den Rechner, und seinen Erlebnissen, die zu den Geschichten führen, wobei der Zuschauer nicht unterscheiden kann, was Fiktion und was Erlebtes ist.

    Mila Kunis spielt ein Mädchen, das es immer von Herzen gut meint, aber derart verspult ist, dass ihr nichts gelingen kann.

    James Franco scheint mir ein imaginärer Alter Ego Liam Neesons zu sein.

    Vor allem beeindruckend und nachwirkend fand ich aber den Charakter von Olivia Wilde. Die ist mir bislang nicht besonders aufgefallen bis auf dass sie bemerkenswert hübsch ist, was bei Hollywood-Frauen nun nicht gerade zu den seltensten Eigenschaften zählt, in diesem Film aber spielt sie ein Frauen-Opfer der krassesten Sorte, und das dermaßen plastisch lebensecht, dass mir zwischenzeitig durch den Kopf ging "Der wird es doch hoffentlich im wirklichen Leben nicht auch so ergangen sein!".

    Die Geschichte mit Olivia Wilde wäre für mich gar nicht aushaltbar gewesen, würde nicht eine weitere Geschichte, die eigentlich auch nicht nett ist aber irgendwie eben doch nett ist, dazwischengestreut, in der Adrian Brody als amerikanischer Angeber in Rom auf eine Zigeunerin trifft.

    Ein Zuschauer eines Filmes neigt dazu, sich mit der Hauptfigur des Filmes zu identifizieren, und Liam Neeson führt einen da wirklich in einen üblen Abgrund!

    Sie können am Ende des Filmes die Frage, was er getan hat und was er nur ausgedacht hat, nicht beantworten, denn Sie können die Realität seines Charakters nicht herausfiltern.

    Sie bleiben, sozusagen, auf Ihrer subjektiven Wahrnehmung sitzen!

    mila-kunis-olivia-wilde-third-person-tiff-portrait-session-17

    In diesem Sinne wünsche ich eine frohe Ostern und ich wünsche sie auch unseren Journalisten.

    Denen gebe ich noch den Rat mit: Sie glauben natürlich nicht an die Auferstehung Christi, und Sie glauben auch nicht daran, dass Hasen Schokoladeneier legen.

    Aber halten Sie sich vorsichtshalber trotzdem an das 9.Gebot: "Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!"

    Wissen können Sie es nämlich nicht, ob Sie nicht am Ende doch vor einem Gott stehen, der Rechenschaft von Ihnen verlangt! Sie vermuten nur, es wäre nicht wahr, so, wie Christen nur vermuten, es sei wahr!

     

     

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  • Grau in Grau ist das neue Bunt

    Beim Autofahren lasse ich in der Regel einen Sender laufen, der mit "Der beste Mix aus Oldies und Hits" wirbt.

    Die 4. Schostakowitsch etwa nachts bei Regen auf der Autobahn hören geht nicht, da bekomme ich Angst.

    Physisch betrachtet ist Musik organisiertes Geräusch.

    Der "Mix" liefert also altbekannte Geräusch-Gebäude angereichert durch unbekanntere oder gar neue, was wenig Aufmerksamkeit vom Verkehr abzieht aber vor Müdigkeit schützt.

    Dazwischen Nachrichten und Geschwätz von Moderatoren. Wochenlang Gelaber über irgendwelches Zeug im Dschungelcamp, dass Dschungelcamp dieses Jahr aber langweiliger sei als sonst, und ich entnahm den Beteuerungen "also bei uns in der Redaktion ist Dschungelcamp ja Dauerthema", dass die Mitarbeiter des Radiosenders dennoch kein besseres Thema haben, worüber sie sich unterhalten könnten.

    So habe ich erfahren: Dschungel-Camp ist over now, denn ich besitze keinen Fernsehapparat um  sich selbst überzeugen zu können.

    Jetzt geht es permanent um "50 Shades of Grey".

    Das sei der Renner im weiblichen Teil der Bevölkerung. Ein Top-Bestseller! Alle sind schon ganz aufgeregt: "Hurraahhh, endlich die Verfilmung!"

    Inhaltsabgabe: eine junge, sexuell wenig erfahrene Studentin interviewt den erfolgreichen Unternehmer Grey, den sie nach anfänglichen Bedenken voll scharf findet und lässt sich auf eine Sado-Maso-Geschichte mit ihm ein, was sie scheint's total aufgeilt und die Leserinnen dazu. Demnächst die Kino-Besucherinnen.

    Keine wirkliche Neuerung im Softporno.

    Als ich Teenager war, hieß die Storyline "Geschichte der O".

    Später hieß sie "9 1/2 Wochen".

    Jetzt heißt sie "50 Shades of Grey".

    Die Autorin wird sich wohl doch besonders schlau vorgekommen sein. Hihi, kein Schwarz-Weiß, alles Graubereiche, 50 Graustufen (wie das im Fachjargon eines Fotografen heißt) und, "wow! bin ich originell, ham Sie's bemerkt, voll cool ey, der Mann im Buch heißt Grey! Also, der Mann heißt Grau, und der Sex findet in Graubereichen statt: versteh'n se?!"

    Was sich geändert hat? Als ich Teenie war, fanden die Mädchen solches Zeug abstossend. Ich nebenbei auch.

    Wäre ein Junge einem Mädchen mit "Geschichte der O" gekommen, hätte sie sich angewidert von ihm abgewandt und des Rest ihres Lebens mit ihm kein Wort mehr geredet.

    Sie hätte sich bedroht gefühlt und andererseits auf den Status konsumierbaren Fleisches reduziert.

    Was sagt es über unsere feministisch erzogene Frauengeneration aus, wenn genau diese Phantasie anturnt?

    In der Dschungekcampzeit, also letzte Woche, kam in den Nachrichten, dass München einen neuen Umweltreferenten genau einen Tag hatte. Der Mann war danach ausgewählt worden, der fachlich am besten geeignete Bewerber gewesen zu sein.

    Dann stellte sich aber heraus, dass er als Teenager in einem Verein war, der sich gegen Abtreibung richtet.

    Also wurde er nach einem Tag gefeuert!

    Man braucht also im heutigen katholischen Bayern kein Kommunist mehr sein, um von einem kalten Berufsverbot betroffen zu sein, es reicht, gegen Abtreibung zu sein oder in seinem Leben damit einmal auffällig geworden zu sein!

    Sein-sein-sein.

    Am besten redet man über gar nichts mehr, prahlt aber mit sexueller Abartigkeit.

    Und ist man dann noch rücksichtslos in der Beschaffung von Privateigentum: Alter, dann geniest Mann noch Anarchie und die "weiblichen Exemplare" der Menschheit unterwerfen sich lustvoll…

    "Mach mich zum Fleisch! Eventuelle Föten kann man ja abtreiben und der Wissenschaft zur Verfügung stellen!" Oder einfach absaugen wie mit dem Staubsauger – ich bin voll kinky, hey, meet you at the upper floor!

    Ansonsten macht der Nachrichtenteil des Senders natürlich kräftig Propaganda für die Auslöschung des Donbass.

    Wir aufgeklärten, weltoffenen Bürger der Sub-USA wollen schließlich in der Aneignung von Privatbesitz nicht eingeschränkt werden, schon gar nicht von so ein paar doofen russischen Bergarbeitern!

     

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  • Der Alfred und der Oscar und ihr Preis

    Als man der 11jährigen Anna Paquin den Oscar verliehen hatte mag der eine gesagt haben: „Hat ihn auch wirklich verdient“, andere mögen gesagt haben: „Also wissen se, nee!“

    Egal, die Oskar-Verleihung ist eine Show im Rahmen der Unterhaltungsindustrie und dient der Unterhaltung. Hollywood-Fans freuen sich drüber, man sieht dutzende Veteranen wie Liz Taylor, Aktuelle und Newcomer auf einem Haufen, für Spannung wer was kriegt ist gesorgt und dazwischen Show-Einlagen, die man so anderswo nicht zu sehen bekommt, etwa die kleine Vanessa Hudgens als Live-Tänzerin oder Hugh Jackman in der Rolle des Conferencier im Stile Berlins der 20ger Jahre, wie Hollywood es sieht und seit dem Film „Cabaret“ alle Welt so kennt, Modedesigner freuen sich, weil sie ihre neuen Luxuscollektionen vorstellen können und alle hinsehen und Zeitschriften können noch Wochen lang darüber schwafeln, Harpers Bazar über besagte Klamotten, Perez Hilton über die Hergänge auf den Afterparties, kurz: es ist eine harmlose Sache, aber die Karriere der 11jährigen Anna Paquin, als Mädchen, von dem man sagt, dass es Geschichte gemacht hat, weil sie die zweitjüngste Oscarpreisträgerin des bisherigen Weltgeschehens ist, wird nun unaufhaltsam ihren Lauf nehmen, und wir gönnen’s ihr von Herzen – und apropos Herzilein: Jahre später: in „Rogue“ in X-Men 1 hatte ich mich sogar für die Dauer des Kinobesuchs bis über beide Ohren verknallt, das war echt süß und zugleich herzzerreißend! – der Beweis, dass man Kindern durchaus den Oscar verleihen darf, solche Anerkennung kann zukünftige Performances nur verbessern und alle die Filme gucken haben was davon.

    Etwas anderes ist es mit dem Nobelpreis: man ist von Kindheit an darauf erzogen, diesem Preis besondere Ehre zuzusprechen. Er gilt als ernste, als würdige Angelegenheit. Auch dieser Preis krönt Karrieren mit Weltruf. Den schalen Geschmack, der ihm beigemischt ist, hatte Jean Paul Sartre einst denunziert, es war ein Skandal, der Verleihungen übertönte. Wissenschaftliche Nobelpreise haben wenig Einfluss auf das verehrte Publico, wer hat schon so viel Ahnung von Physik oder Chemie etc. um dabei mitreden zu können, für die Massen hat man Literaturnobelpreis und Friedensnobelpreis.

    Diese haben den schalen Geschmack.

    Der Literaturnobelpreis soll literarisch überragende Leistungen belohnen. Tatsächlich wird er meistens an Autoren verliehen, die zwar stinklangweiliges Zeug schreiben, aber dabei die Überlegenheit der westlichen Lebensart über alle anderen lobpreisen, und das scheint manchem bereits als überragende literarische Leistung auszureichen. Sagen wir, der Literaturnobelpreis ist so eine Art überbewerteter Oscar für Schreibende, ehrfurchtgebietend, weil das literarische Werk ein höheres Ansehen genießt als der Film, und da das öde Gesülze etwa einer Herta Müller eh keiner liest, fällt es nicht wirklich auf. Man mag als Lesender sich ärgern: was hat die in einer Reihe mit einem Boris Pasternak, einem Michail Scholochow, einem Thomas Mann, einem Pablo Neruda usw. all derer, die den Ruf des Preises begründen, verloren – aber was soll‘s, Angelina Jolie, eine Frau, die gerade mal 5 Fratzen schneiden kann hat auch ’nen Oscar gekriegt, sei ihr’s gegönnt, es tut ja keinem weh und heizt einmal im Jahr den Buchverkauf an.

    Der Friedensnobelpreis allerdings, der ist des Aufbegehrens wert: denn der hat wirklich Autorität als Mittel der politischen Manipulation.

    Dass man nur amerikanischer Präsident oder im Falle Al Gores Präsidentschaftskandidat gewesen sein muss, um den zu erhalten, bürgerte sich eine gewisse Zeit lang ein, und es begann aufzufallen, dass dieser Preis zu dem Zweck verkommen ist, dass der Westen sich selber ob seiner Überlegenheit lobhudelt. Inmitten der Eurokrise diesen Preis der EU zu verleihen war sogar manchem tief autoritätsgläubigem nur noch einen Schenkelklopfer wert.

    Stets modern und hot on the wire wurde er dieses Jahr dem Thema des Tages verleihen.

    Tatsächlich hätte es schlimmer kommen können, nämlich wenn es nach der Presse gegangen wäre.

    Es fiel schon auf, dass im Kontext der Preisträgerauswahl eine globale Pressekampagne für ein 16jähriges pakistanisches Mädchen gemacht wurde.

    Natürlich ist es eine brutale und tragische Angelegenheit, wenn einem Mädchen, nur weil sie die Schulbank drücken will, von religiösen Fanatikern in den Schädel geschossen wird.

    Nun, es ist eine Kandidatin, bei der man davon ausgehen kann, dass niemand sich etwas herumkritteln trauen würde, herzlos wer es wagte, so traumatisierende Leiden einer Teenagerin nicht durch ein Happy End aufwiegen zu wollen, und welch Reife spricht aus ihr: sie will sich dafür einsetzen, dass alle Mädchen ohne Unterschiede der Stände, Klassen und Rassen gleiche Bildungschance erhalten. Welch Jean d’Arc! Innerlich wirft sich mir die Frage auf, wie vielen libyschen oder syrischen Kindern es in den letzten 3 Jahren so ergangen ist, ohne dass sie nach UK zur Operation ausgeflogen wurden – allerdings mit Kugeln, die zumindest indirekt das UK geliefert hat.

    Sie wird von Fernsehshow zu Fernsehshow durchgereicht, mal mit mal ohne Paps.

    Tageszeitungen berichten über die Fernsehsendungen und dichten ihr unendlichen Mut und Weisheit an.

    Sie, die standhafte 16jährige denkt darüber nach, Ärztin zu werden. Hmm. Ich habe keine Zahlen zur Hand, wie viele 16jährige Mädchen Ärztin werden wollen, aber ich erinnere mich, dass es mehr noch sind als solche, die Hollywoodstar oder Supermodel werden wollen.

    Man erfährt dann: noch viel lieber als Ärztin würde sie Premierministerin werden! Als solche nämlich könnte sie ihr ganzes Land retten!

    Soweit es das Girl anbelangt mag das ja rührend naiv sein. Jugendorganisationen aller Parteien quellen über mit 16jährigen, die davon träumen, mal offen, mal heimlich, Regierungschef/in zu werden und alles viel, viel besser zu machen als alle anderen vor ihnen und all diese 16jährigen sind ehrlichen Herzens von ihrem Idealismus erfüllt. Was macht Malala also so besonders, dass ihre 16jährigen-Normal-Träume aus ihr eine globale Presseattraktion machen?

    Von Friedensaktivistin geht die Rede.

    OK. Sehen wir uns ein normales Gymnasium an, stellen wir fest, jede 2. Sechzehnjährige ist Friedensaktivistin auf ihre Art. Nur wird die nicht in den Medien herumgereicht, der wird gesagt, sie habe „Flausen im Kopp“.

    Der Preis ward verliehen, Malala ging leer aus.

    Etwas, das man ja eigentlich mit erleichtertem Schweigen übergehen sollte. Die Infantilisierung der Institutionen hat eben doch noch Grenzen.

    Bis die Kunde geht: Malala besucht das Weiße Haus und bietet Obama todesmutig die Stirn, indem sie ihm sagt, was sowieso alle seit langem sagen: das mit den Drohnenmorden in Pakistan ist vielleicht doch nicht so supertoll wie er glaubt.(Naja, er wird ihr schon nicht gleich ’ne Predator in’s Washintoner Hotelzimmer schicken.)

    Was die Presse anbelangt wirkt es etwas unentschieden, ist es doch dieselbe Presse, die die Drohnenangriffe stets bejubelt und darin den überlegenen Fortschritt der chirurgisch präzisen Terrorbekämpfung propagiert. Es heißt, Malala beklage die getöteten Zivilisten, die sonst von selbiger Presse als vernachlässigbare Kollateralschäden abgetan werden. Die pakistanische Regierung beschwert sich darüber aber schon seit Jahren!

    Und nun fällt bei mir der Groschen: der Westen züchtet sich eine zukünftige pakistanische Premierministerin. Du musst die Leute formen, wenn sie jung und leichter beeinflussbar sind. Keine, die noch so etwas wie einen eigenen Willen hat wie Benazir Bhutto, aber eine Frau an der Spitze des Staates macht sich gut, das hat man heute so.

    Ein Nobelpreis, das wäre ein perfekter Start geworden.

    Auf dem Mädchen will ich nicht herumhacken. Aber die Kampagne ist doch ganz besonders scheußlich.

    Davon muss ich mich erholen. Ich werde mich jetzt zurücklehnen, und mir mal wieder ansehen, wie die kleine Rogue die Welt vor dem fiesen Magneto rettet. Das ist echt cool: am Schluss mit Wolverine auf der Freiheitsstatue – – ganz großes Kino!

    X-Men-2000-Anna-Paquin-Rogue

     

     

     

     

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  • Serienempfehlung: The Newsroom

    Leute, ich möchte euch, solltet ihr selbst noch nicht darüber gestolpert ein, eine neue Fernsehserie empfehlen, die HBO produziert hat: The Newsroom.

    Sie handelt von der Nachrichtenredaktion eines fiktiven großen Fernsehsenders, die aus dem Infomercial- und Quotenmist aussteigen möchte und wieder echte Nachrichten in die Wohnzimmer bringen.

    HBO greift dafür eine Menge der Medienkritiken auf, die seit Jahren durch die Blogs und Foren gehen. Es ist so ein bisschen ein Appell an die Redaktionen, zu ihren ursprünglichen Aufgaben zurückzukehren und gleichzeitig Kommentar zur offiziellen Politik.

    Ich finde sie unterhaltsam und sehenswert. Und auch endlich mal wieder was aus dem wirklichen Leben, nicht irgendwelche blöde Äktschn.

    Sicher, sie atmet das übliche amerikanische Pathos und ich bin es auch müde, wie die Amis sich in allem als die Essenz der Menschheitsgeschichte präsentieren, die zwischenmenschlichen Beziehungen darstellen in einem Ping Pong zwischen Sentimentalität und Hysterie, aber mein Gott, so sind sie halt, die Amis. Das ist ihre Ästethik, das steht ihnen zu, und man kann ja den Amis keinen Vorwurf daraus machen, wenn z.B.. deutsche Produktionen nichts mehr zustande bringen und nur Amis nachäffen. Das ist eine Schande für die reichhaltige, alte Kulturnation Deutschland und Ergebnis unseres mehr als minderwertigen Bildungssystems und seiner Betreiber, but this is a different story.

    IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt1870479/

     

     

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