Anmerkungen zur Paris-Diskussion

Nur sehr kurz, aber ein paar Sachen, die ich teilen möchte, weil sie zum Verständnis der aktuellen Lage beitragen und es ist wichtig, zu verstehen!

Viele Leute glauben sichtlich noch an eine sogenannte false flag action, leiten das aus Widersprüchen in der Berichterstattung ab. Die Presse aber bekommt nur die Infos, die sie verbreiten soll. Es ist in diesem Falle völlig egal, was über die Medien an Ungereimtheiten auffällt, die erzählen natürlich eine Geschichte, die sich für sie daraus ergibt, man muss den Inhalt der Aktion und den politischen Kontext analysieren, in dem sie stattfindet und die unmittelbaren Reaktionen der politische Eliten.

Wer kein an der Untersuchung beteiligter Forensiker ist und auf Presseberichte angewiesen, der wird immer unstimmige Details finden. Da kommt es darauf an, Pressedarstellungen werten zu können.

Tut euch einen Gefallen und nehmt die Sache ernst!

In einer Sache hat Hollande nämlich absolut recht: der Krieg ist in Europa angekommen, jener, der Afghanistan verwüstet hat, als die USA die Islamisten gegen die UdSSR aufgebaut haben, jener der Libyen vom Erdboden gefegt hat, als die NATO jene Kräfte, die in Paris zugeschlagen haben gegen Colonel Gaddafi aufgebaut haben, jener, der die Republik Syrien vernichten sollte.

Das sind die Hotspots. Aber die, meinetwegen einigen wir uns auf den Begriff Dschihadisten, meinetwegen Islamisten, sind heute eine globale Macht.

Sie sind in islamischen Ländern, in Afrika und Europa, den USA, sie sind in der Russischen Föderation, sie sind unter den Uiguren in China tätig.

Der Westen hat sie benutzt, sie haben den Westen benutzt. Ohne amerikanische Unterstützung hätten sie niemals groß werden können. Weil sie keine ausreichenden Mittel zur Verfügung hätten, um erfolgreich sein zu können. Das ist heute anders. Jetzt sind sie stark.

In Afghanistan haben die Mudschaheddin gegen den Kommunismus gekämpft. Die USA haben gegen den Kommunismus gekämpft. Man hatte den gleichen Feind. Man hat sich also von den Amerikanern geben lassen, was man braucht. EU und USA wollten Gaddafi loswerden. Man hat sich also von denen geben lassen, was man braucht. Und so in Syrien. Die USA und die EU wollen Assad loswerden. Man hat sich geben lassen, was man braucht.

Das macht sie aber nicht zu willenlosen Klonkriegern. Sie kochen mit dem, was sie bekommen, auch die eigene Suppe!

Bemerkt ihr es: sie haben panische Angst, unsere herrschenden Politiker! Weil sie nicht wissen, was los ist, weil es außerhalb ihrer Kontrolle liegt.

Nach Charlie Hebdo hat alles noch gut funktioniert, man hatte alles unter Kontrolle.

Man war ruhig, trat trotzig-selbstbewusst auf. Großmäulig. Man hat der Welt gesagt: uns schüchtert keiner ein!

Heute sagen sie es sich nur noch gegenseitig.

Die Amis, die weit weg sind, mobilisieren immer noch gegen Russland, sie manövern in der Ukraine herum und bauen eine ukrainische Armee auf, die mehr oder minder zu einer Söldnerarmee verkommt um weiter gegen die Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu kämpfen und vor allem, um die gesamte Ukraine unter Kontrolle halten zu können, wenn die Leute dort nicht mehr mitspielen.

Und natürlich um ein Aufmarschgebiet gegen Russland zu haben.

Hollande, der sein Land um Milliarden gebracht hat mit dem Mistral-Rückzieher und die wirtschaftliche Reputation Frankreichs beschädigte um seinen Washingtoner Herren zu dienen lässt es sich nicht verbieten, mit Russland zu kooperieren.

Denn die Russen wissen, worum es geht. Sie kennen es, nicht aus Afghanistan, das war etwas anderes, sie kennen es aus Tschetschenien! Und in geringerem Maße aud Aserbaidschan.

Bleibt Hollande in der Sache treuer Knecht der Amerikaner, kann es gut sein, dass er sein Tschetschenien in Frankreich bekommt! Oder in Belgien, egal.

Die Politiker Europas sind im Panik-Modus, weil sie überhaupt nicht einschätzen können, was da begonnen hat, am Freitag dem 13. 11.2015 in Paris. Sie sind es so gewohnt, ihre eigene Propaganda zu glauben, dass sie hilflos sind wie Säuglinge, weil sie jedenfalls erkennen, dass ihre Bilder nicht stimmen..

Irgend ein antiker Römer hat es gesagt, ich habe vergessen welcher: "Ein Reich ist verloren, sobald Politiker beginnen, ihre eigenen Lügen für wahr zu achten!"

Europa ist ein Monolith geworden.

Früher einmal war es Aufgabe der Linken, ein Gegengewicht zu entwickeln.

Das ist lange vorbei.

Es gibt keinerlei, und zwar absolut keine, Alternative zum herrschenden System.

Reden wir von Deutschland, das genügt, in anderen europäischen Ländern ist es das gleiche nur anders.

Die sogenannte Linke ist ein integraler Bestandteil des Kapitalismus geworden und hat keinerlei Perspektive anzubieten.

Im Gegenteil, man bekommt die Linken wohl mit, als ein Verein, der sich aus einer Bundestagspartei und kleineren Sekten zusammensetzt, aber nicht mehr ist als beispielsweise ein Star-Wars-Fanclub, nur unangenehmer, weil Star-Wars-Fans nicht übergriffig gegen andere Menschen werden.

Die abgrundtiefste Scheußlichkeit, welche mir in den letzten Jahren an der Linken aufgefallen ist, war, die Begriffe "Prostituierte", "Nutte", Hure" etc durch "Sexarbeiterin" zu ersetzen.

Linke, die das tun, glauben, die erstegenannten 3 Begriffe wären diskriminierend und "Sexarbeiterin" ist PC.

Sie sind viel zu entfremdet (im marxistischen Sinne), viel zu dekadent und geistig viel zu minderbemittelt, um zu begreifen, dass die dadurch sprachlich legitimieren und hoffähig machen, Frauen zum Verkauf auf die Straße zu schicken und selbst sich dabei verraten, Sex als Wahre zu betrachten.

In jeder wichtigen Frage sind sich die Linken mit ihrem angeblichem politischem Gegner einig, und sie haben ein weit erniedrigenerdes Verhältnis zu den Verlieren der Gesellschaft als Konservative.

Konservative würden HARTZ4-Empfängern lieber eine Perspektive anbieten als sie im Sozialsystem zu halten, wenn es möglich wäre.

Linke wollen den Bittsteller-Status von Hartzern verewigen.

Man geht hausieren mit Begriffen wie "Flüchtlinge" und "sozial schwache", schwingt sich zum vermeintlichen Stellvertreter auf, aber eben immer im Bewusstsein der eigenen Überlegenheit, gewissermaßen würde man ohne diese "armen Hascherln, die nicht für sich selbst sorgen können" sich gar kein Überlegenheitsgefühl erzeugen können, und dieses Überlegenheitsgefühl ist das eigentliche Ziel der Bessermenschlerei, oder, wie es offiziell heißt, des Gutmenschentums.

Linke fordern Wohltätigkeit gegenüber Flüchtlingen und denen, die sie als "sozial schwache" bezeichnen, aber nur Wohltätigkeit, die sie selber nichts kostet und hetzen gegen diejenigen, welche ihrer Meinung nach diese Wohltätigkeit bezahlen sollen. Sie wollen Wohltätigkeit, die deutsche ArbeitnehmerInnen erwirtschaften sollen.

Was ich nicht ethnisch meine, sondern: wer auf den deutschen Arbeitsmarkt seine Haut trägt.

Und klar, man formuliert es ; "die Reichen sollen bezahlen", aber das ist natürlich hirnlos. Es zahlen immer die, welche die Werte schaffen.

Sie stellvertreten aus der Position der an der Herrschaft beteiligten.

Das Wort "sozial schwache" ist Diskriminierung pur, denn es besagt: Ihr könnt bei uns nicht mithalten, ihr seid auf die Almosen angewiesen, die wir euch hinwerfen!

Natürlich klopft man auch antikapitalistische Sprüche, weil das zum Linken gehört wie das Laserschwert zu Star-Wars-Fan, aber Sprüche sind heiße Luft, sie machen keinen satt, sie bauen keine Häuser, Straßen. Autos, was auch immer.

Die heutige Linke ist recht genau das, was die klassische Klassenanalyse "renitentes Kleinbürgertum" genannt hat.

Was ist das genau?

Nun, die Gesellschaft ist eine hierarchische Pyramide.

Nach oben zu gibt es zunehmend weniger Plätze zu vergeben, ab einer bestimmten Ebene der Gesellschaft gar keine mehr, dorthin kann man nicht aufsteigen, diese Plätze werden anderweitig vergeben.

Der renitente Kleinbürger ist derjenige, welcher aufsteigen will, aber in den höheren Rängen keinen Platz abbekommt. Also tobt er, weil er sich übergangen fühlt und dieses Übergehen als Ungerechtigkeit empfindet.

Der renitente Kleinbürger denkt wie ein Krimineller und tarnt sich politisch.

Er kann das selbst nicht begreifen, er hält sich in der Tat für politisch, denn wie Nietzsche sagt: "In der Regel belügt man sich selbst. Andere zu belügen ist eher die Ausnahme!"

Ein gutes Beispiel gefällig?

Schön, hier ist es: viele Linke bezeichnen sich als Antiimperialisten, sind aber im Kriegsfall immer Imperialisten. So hieß es im Irakkrieg: "Bombardieren ist böse, aber Saddam  muss weg!", in Libyen hieß es "Bombardieren ist böse, aber Gaddafi muss weg!" und in Syrien heißt es "Einmarsch ist böse, aber Assad muss weg!"

Sie bringen es fertig, von einem Land, über das sie kaum etwas wissen, zu glauben besser zu wissen, was für dieses Land gut oder schlecht ist, als die Bewohner dieses Landes.

Sie begreifen den imperialen Herrschaftswillen, den sie damit zum Ausdruck bringen, nicht. Eigentlich übertreffen sie in Sachen imperialer Impetus fast Washington, denn sie finden, ausländische Staatsführer sollten auf ihren Befehl hin abtreten und die Bevölkerung sollte umsetzen, was die Linken im eigenen Land umzusetzen nicht im Stande sind. So, wie man "Hundi sitz!" gebietet.

Was nun folgt, klingt wie eine Rechtfertigung.

Ich rechtfertige nichts. Ich bin ein absoluter Gegner des militanten Islamismus, wie ich ihn in meinem letzten Artikel erklärt habe.

Aber man sollte das wissen, damit man weiß womit man es zu tun hat, denn es wird täglich wichtiger, das zu wissen!

Wir hören immer "die machen Anschläge, weil sie unsere freie Gesellschaft hassen!"

Das ist der dümmste Satz, den es überhaupt gibt!

Das Problem ist nämlich, wer in der Neoliberalen Gesellschaft von heute ein Verlierer ist, der ist hoffnungslos verloren.

Für den gibt es auch keine Freiheit, denn Freiheit hat man nur so viel, wie man kaufen kann!

Der Islamismus bietet im Kapitalismus verlorenen Moslems eine Perspektive, weil er genau nach dem gegenteiligen Prinzip funktioniert: er besagt nur ein Mensch, der nach den Geboten Allahs lebt ist frei!

Er sagt. "Das westliche System verwickelt dich in eine Wirrnis aus Süchten, Zerstörungen, innerer Leere, Unreinheit, Verlorenheit, Getriebenheit. Er, der Westen, lockt dich mit den Versuchungen des Satans, aber jedesmal, wenn du dich ihnen hingibst, wirst du ein Stück unfreier und ein Stück abhängiger von denen, die dich damit versorgen können.

Lebst du aber nach dem Koran, so wird Allah dich mit allem beschenken, was du wirklich brauchst.

Er klärt deinen Geist, reinigt dein Herz und schenkt dir inneren Frieden."

Ich schreibe das, wie gesagt, weil es wichtig ist, dass man das weiß, sucht man nach Lösungen für das Problem, das hier begonnen hat.

Ich weiß im Moment keine Lösungen.

Ich habe oft darauf hingewiesen, dass das Feuer, welches die andere Seite des Mittelmeeres verbrennt, auf die hiesige überspringen kann.

Viele haben es.

Aber wenn man nach Lösungen sucht, dann muss man wissen, worum es geht und aufhören, sich selbst zu belügen und seine eigenen Lügen für wahr zu halten.

Damit beginnt es!

 

 

 

 

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