Anmerkungen zu einem Interview mit Herrn Professor Schachtschneider

Auf mymetropolis.eu habe ich ein Interview mit Herrn Professor Schachtschneider angesehen.

 

Zuallererst möchte ich sagen: ich schätze Herrn Pr. Schachtschneider sehr und unter uns Schülern der Philosophen würde ich mir nicht im Entferntesten anmassen, ihm das Wasser reichen zu können.

Niemals hat jemand in allem recht, der größte Geist kann sich irren und das dümmste Huhn findet auch sein Korn.

Mir geht es um den Punkt: Wahlen könnten etwas ändern.

Das können sie. Aber sie können es nicht mehr in unserer heutigen BRD.

1.Es ist eine grundlegende Umgestaltung der Wirtschaftsgesetzgebung, die die Macht der Kartelle zerschlägt zentrale Voraussetzung, um dorthin zu kommen.

2. Es ist die Zerschlagung der heutigen EU-Strukturen grundlegende Voraussetzung.

Der Interviewer vergleicht die EU-Bürokratie mit der UdSSR. Hierzu muss ich sagen: der Mann ist entweder gnadenlos dumm oder ungebildet.

Es gibt überhaupt keine Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Staatenbünden.

Die UdSSR hatte ehrenwerte Staatsziele: wirtschaftliche Absicherung jeden Bürgers des Landes; umfassende Bildung jeden Bürgers des Landes; Einkommensgerechtigkeit; internationale Friedenssicherung.

Die Menschen in der UdSSR hatten sich nach besten Kräften bemüht, diese Ziele umzusetzen und wenn sie es in mancher Hinsicht nicht gut gemacht haben, dann weil sie es nicht besser konnten.

Die EU betreibt das exakte, punktgenaue Gegenteil dessen, was die UdSSR betrieben hat.

Aber darum geht es mir hier nicht.

Herr Professor Schachtschneider sieht die falschen Personen in den Ämtern und meint, die Probleme könnten gelöst werden, wenn diese Ämter mit den richtigen Personen besetzt würden.

Er erkennt richtig, dass nur von den Wirtschaftseliten erwählte Personen in die Schlüsselämter gelangen können.

Herr Schachtschneider hätte recht, wenn die Vernunft die leitende Kraft des Menschen wäre. Aber seiner Vorstellung liegt der Hauptfehler aller Kantianer zu Grunde: sie gehen von einem falschen Menschenbild aus.

Nicht die Vernunft treibt menschliches Handeln sondern die Instinkte.

Der Mensch ist ein Säugetier. Über die Jahrhunderte ist es ihm gelungen, sich Vernunft als Kontrollinstrument über die Instinkte anzuzüchten.

Dieses Instrument kann aber nicht mit den Instinkten konkurrieren und wird viel häufiger von diesen Instinkten instrumentalisiert.

Es lässt sich für jede Handlung, auch noch für die schäbigste, eine vernünftige Argumentation zu ihrer Rechtfertigung entwerfen. Sie kann machtvoll vertreten werden, sofern ihr nicht ein anderer Instinkt, ein moralischer, das schlechte Gewissen, ihr in die Quere kommt.

Auch ein Hund leidet, wenn er feststellt, etwas falsch gemacht zu haben. Er hat ein schlechtes Gewissen und winselt. Ein Mensch wird unsicher und zweifelt an sich selbst. Tut er das nicht, kann er alles vertreten.

Wir sehen das an der Politik deutlich: die Parlamentarier wissen, dass sie zum Nachteil der Allgemeinheit und zum Vorteil zahlenmäßig geringer Eliten handeln. Sie machen sich schlicht kein Gewissen darum.

Sie wissen, dass sie ein friedliches Land, Syrien, vernichten und mit der denkbar brutalsten Gewalt für viele kommende Jahre überziehen und schaffen es, das als Verteidigung der Humanität zu verkaufen. Kaum etwas kann schäbiger sein – und wir sind in einer so dekadenten Phase der Kultur, dass es noch nicht einmal auffällt.

Nehmen wir an, ein vernünftiger, dem Allgemeinwohl verpflichteter Mensch schafft es in das Bundeskanzleramt und beginnt die wirtschaftlichen Kartelle in ihrer Macht zu beschneiden – er wird nicht länger als 3 Tage durchhalten! OK, sagen wir 3 Wochen.

Geben wir ihm ruhig die Kraft eines Zaren Peter I. des Großen, dem es gelungen war, Russland in seiner Regierungszeit von einem sehr archaischen Land in eine moderne Nation zu verwandeln – er wird es nicht schaffen.

Peter war Kaiser und ihm half die absolutistische Macht des Monarchen. Sein Wort war Gesetz.

Die Regierung einer Republik sind Beamte auf Zeit. Und der zügellose Kapitalismus, in dem wir leben, gebietet: wer zahlt schafft an.

Gelingt es nicht, einen solchen Kanzler anderweitig zu blockieren, wird die bezahlte Presse ihn zerstören.

Jeder hat dunkle Punkte in seinem Leben und jeder dunkle Punkt kann ans Tageslicht befördert werden.

Erinnern wir uns an den Fall Wulff: was ihm vorgeworfen wurde war ja nun wirklich vergleichsweise harmloses Zeug. Es hat aber gereicht, ihn derartig zu diskreditieren, dass es ihm unmöglich wurde, im Amt zu bleiben. Die Presse hat ihn abgeschossen und an seiner Statt diesen idiotischen Dummschwätzer Gauck installiert. Der hat einen guten Ruf, obwohl er nichts in seinem Leben geleistet hat, welches diesen Ruf rechtfertigte.

Erinnern wir uns nur mal seinen Auftritt in Polen: hat man je einen derart schmierigen und würdelosen Kakerlaken gesehen?

Da behauptet er, die Polen seine fleißiger als die Deutschen, weil sie mehr Arbeitsstunden ableisten. Ich will nicht sagen, dass die Polen weniger fleißig als die Deutschen sind, das kann ich nicht beurteilen, aber was er da brachte war dummdreistester Schleimschiß!

Menschen können viele, viele Arbeitsstunden ableisten, ohne irgendeine Leistung vollbracht zu haben, andere bringen 14 Stunden am Tag Leistung ohne dass es in einer statistischen Verrechnungseinheit auftaucht.

Und von so einem lassen die Deutschen sich vertreten? Ja mercy mir gangst! – wie man in Bayern sagt.

Fährt die Presse eine Kampagne gegen eine Person, tritt das Rottenbewusstsein in Kraft, man schart sich um die propagierte Meinung und übernimmt sie als die Eigene. Einzelne, die sie hinterfragen oder durchschauen, schweigen still dazu. Das ist in den seltensten Fällen Feigheit, es ist gesunder Überlebensinstinkt. Feige ist es nur, wenn man die Gelegenheit hätte, etwas sinnvoll zu bewirken und es trotzdem nicht tut.

Die Presse vermag es täglich, das Volk gegen seine eigenen Interessen zu mobilisieren, sie kann Menschen aufbauen und sie kann Menschen vernichten.

Die Wahl ist keine Option. Die Verweigerung der Wahl schon eher. Nichtwählen drückt aus, dem System seine Zustimmung zu verweigern. Die Option ist der Wahlboykott!

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