Ahnung und Gegenwart

Das ist der Titel eines Romans von Joseph von Eichendorff.

Der Mann schrieb Gedichte der Art:

 

Treue

Wie dem Wanderer in Träumen,

Daß er still im Schlafe weint,

Zwischen goldnen Wolkensäumen

Seine Heimat wohl erscheint:

 

So durch dieses Frühlings Blühen

Über Berg' und Täler tief,

Sah ich oft dein Bild noch ziehen,

Als obs mich von hinnen rief;

 

Und mit wunderbaren Wellen

Wie im Traume, halbbewußt,

Gehen ewge Liederquellen

Mir verwirrend durch die Brust.

 

 

Oh mein Gott, Hilfe, der Mann verwendet die Worte "Treue" und Heimat"! Nationalist! Rechtsradikaler! Rechtspopulist! Der ist ein NAZI!

Er muss sofort aus der Gesellschaft eliminiert werden!

Was, der ist schon tot?

Schade. Verbannt seine Bücher aus Bibliotheken und Handel, der ist ein Wegbereiter Hitlers gewesen!

 

So hört sich das Gedöns an, welches moderne Linke heutzutage, in unserer aktuellen Gegenwart, veranstalten.

Anlass dieses Artikels ist ein, mal wieder, unsäglicher Hassbeitrag (Wort bewusst so gewählt) auf den "Nachdenkseiten gegen die Front National, ein Interview mit einem gewißen Sebastian Chwala.

Nun, ich bin ja nur ein bildungsferner Dummkopf, weil ich keine Sprecherlaubnis etwa irgendeines Herrn Professor Dr.Dr. Cox von der Lippe zu Karolsfeld der Universitöten (auch absichtlich so geschrieben) Dinkelscherben und Harvard habe, dennoch möchte ich mir erlauben, meinem Ärger über dieses Machwerk, den Beitrag der Nachdenkseiten, Ausdruck zu verleihen.

Front National und AfD sollen verglichen werden.

Der Autor erkennt zwar dass es Unterschiede gibt, er erkennt aber die Unterschiede nicht.

Unterschiede benennen die ja selber.

Beatrix von Storch war das glaube ich, sie benannte: "Die AfD ist patriotisch, die FN ist nationalistisch. Die FN ist sozialistisch, wir sind liberal!"

Letzteres benennt trefflich die unterschiedlichen Ansätze in der Wirtschaftspolitik.

Ersteres kann man eigentlich auch so stehen lassen, nur muss man es erklären.

Die AfDler beziehen sich ja immer auf den Satz von Weizäcker "Patriotismus heißt Liebe zu den seinen, Nationalismus Ablehnung gegen andere!" (aus dem Gedächtnis zitiert.)

Das mag auf den deutschen Nationalismus-Begriff zutreffen, in Frankreich existiert aber ein völlig anderer.

Dort leitet sich die Idee der Nation nämlich aus der ursprünglichen Verfassung der französischen Republik ab, vor allem von dem Satz, den Robespierre prägte: "Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist ihrem Wesen nach die Nation!"

Das meint, eine politische Vereinigung hat die Aufgabe, die Lebensverhältnisse auf dem eignen Territorium zum Wohle der Allgemeinheit zu gestalten.

Dieses Territorium ist ein historisch gewachsener Kulturraum, und die Gestaltung ist der Staat, woran möglichst alle Bürger sich beteiligen sollten und den möglichst alle Bürger im Dienste ihrer Interessen beeinflußen dürfen sollten.

Territorium, Kultur, Staat und Bürger, sie gemeinsam bilden die Nation.

Der Autor der Nachdenkseiten wirft Mitgliedern und Anhängern der Front National Bigotterie vor, hat aber noch nicht einmal den Unterschied zwischen den Verständnissen von Nation, wie sie zwischen Deutschen und Franzosen bestehen, begriffen, sondern stülpt den Franzosen seinen deutschen über.

Der deutsche Nationalitäts-Begriff ist geprägt von 3.Reich, der französische von den Ereignissen 1789.

Möglicherweise sollte man unserem Autor als erstes nahelegen, über den eigenen Tellerrand des deutschen Linksakademikers hinauszublicken, ehe er Urteile fällt.

Das Wort klingt einigermaßen gleich, bezeichnet aber etwas anderes in so fern, als es völlig anders konnotiert ist.

Vor Wut geplatzt bin ich schon ganz am Anfang bei dem Satz: " Seine Wähler versucht der FN vor allen Dingen mit zwei Themen zu binden: mit einem offenen anti-muslimischen Rassismus und mit der Ablehnung der Europäischen Union."

Ich bin mir zwar sicher, dass man das Linken 10000 Jahre lang erklären kann und sie es immer noch nicht begreifen, aber man soll den letzten Funken Hoffnung nicht ersticken, und so sage ich es noch einmal: Islam ist keine Rasse! Islam ist eine Religion!

Ich merke das schon, der Autor hat diesen esoterischen Rassismusbegriff des amerikanisch-israelischen Ideologen und Harvard-Professors Daniel Goldhagen, der Rassismus quasi als eine Art angeborenen genetischen Defekt von hellhäutigen Nichtjuden definiert. Korrekter Weise muss man hier noch einfügen, Goldhagen spricht vor allem von Antisemitismus und Deutschen, die Erweiterung auf Rassismus kommt von seinen Anhängern und Inspirierten. Entsprechend sind es immer die "weißen Franzosen", gegen die unser Sebastian Chwala zu Felde zieht.

Darauf will ich jetzt aber nicht näher eingehen. Das ist mir zu absurd und esoterisch. Genauso gut kann man über Astrologie diskutieren.

Ich habe, nicht am Stück, aber insgesamt Jahre meines Lebens in islamischen Ländern verbracht wie Ägypten, Jordanien, Marokko, Malaysia, Indonesien etc. und dort sehr vieles gesehen und erlebt, was ich sehr hoch schätze. Ich habe mich in diesen Zeiten besonders mit den verschiedenen Ausprägungen des Islam befasst.

Dazu will ich folgendes sagen: der Islam unterscheidet sich nicht nur nach seinen verschiedenen theologischen Strömungen, er unterscheidet sich auch nach den Kulturen, auf die er aufpfropft.

Ein Sunni-Moslem aus Saudi Arabien unterscheidet sich grundlegend von einem Sunni-Moslem aus Malaysia.

Sie haben eine unterschiedliche Strenge. In Saudi Arabien wird ein Andersdenkender schlicht hingerichtet. In Malaysia sind die Moslems Andersdenkenden gegenüber mehr so drauf: "Solange du dich nicht in unsere Sachen einmischt mischen wir uns nicht in deine ein!"

Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sie exakt ein und das selbe Weltbild teilen!

Und das hat auch schon in Malaysia zu den bekannten Problemen geführt.

Das ist kein Rassismus, keine Feindseligkeit, gar nichts dergleichen, es ist eine einfache Feststellung, die ich machen konnte: das Weltbild des Islam und westliche Weltbilder schließen sich an bestimmten Punkten gegeneinander aus!

Früher oder später führt das zwangsläufig in einen Machtkampf, der nur endet, wenn eine der beiden Kontrahenten sich unterwirft!

Das ist im Islam so angelegt! Das Wort "Islam" selbst heißt "Unterwerfung". Unter den Willen Gottes, den durchzusetzen die Aufgabe eines jeden Moslem ist.

Frankreich hat eine sehr starke historische, kulturelle und philosophische Tradition.

Schlussendlich verlangt der Islam, all das zu Gunsten des Islam aufzugeben.

Warum sollten bitte die Franzosen die letzten 500 Jahre und länger ihrer Geschichte, wir können bis in die Keltenzeit zurück gehen, aufgeben?

Als Beispiel nehme ich mal wieder Pierre Boulez.

Nur Frankreich konnte einen  Pierre Boulez hervor bringen.

Das artistische, rebellische Philosophieren Frankreichs seit Descartes, die mediterrane Lebendigkeit, die zarten, verspielten Traditionen der französischen Musik und gleichzeitig die Formstrenge des französischen Intellektualismus kulminieren einzigartig in der Musik von Pierre Boulez.

Sowohl Richard Wagner als auch die Klänge des Orients haben Einfluss, aber sie gehen quasi in der französischen Grundmasse auf, sie addieren dazu, bereichern, wie man heute sagen würde. Dennoch ist das Entscheidende die Grundmasse.

Die FN ist nicht gegen Moslems, sie will aber den Einfluss des Islam in Frankreich auf ein vernünftiges Maß eingrenzen.

Niemand regt sich darüber auf, dass islamische Länder den westlichen Einfluss eingrenzen, niemand wirft Moslems beispielsweise einen "offenen antichristlichen Rassismus" vor. Obwohl das Christentum in islamischen Ländern härter unterdrückt und eingehegt wird, als Moslems es in Frankreich je wurden.

Man kann über die Kolonialgeschichte diskutieren, aber Frankreich ist nicht Marokko wie Marokko nicht Frankreich ist.

Eine klassische antiimperialistische Position, die ich teile, ist, dass beide gleichermaßen Berechtigung haben.

Wollen Europäer in Marokko leben, müssen sie sich bis zu einem gewißen Grade Marokko anpassen, wollen Marokkaner in Europa leben, müssen sie sich bis zu einem gewißen Grade dem jeweiligen Land anpassen, in dem sie leben.

Anders funktioniert es nicht.

Soweit dazu.

Der Rest unseres Linksakademikers Chwala zum Thema FN ist entweder Unkenntnis der Realität oder schmutzig geloden.

Was davon kann ich nicht beurteilen.

Schon der Titel: "Die Abgrenzung nach unten ist ein ganz zentraler Punkt" ist primitivste Hetze im unterirdischsten Bildzeitungsstil!

Tatsächlich geht es bei der FN um die soziale Absicherung der Bürger Frankreichs durch die Schaffung gesicherter Arbeitsplätze.

Die FN hat auch hier eine vernunftorientierte Positionierung, die natürlich mit dem linken Mainstream nicht ganz zusammenpasst.

Nicht jeder beispielsweise hat ein Talent zum Quantenphysiker. Also kann nicht jeder Quantenphysiker werden.

Auf der anderen Seite gibt es viele sogenannte niedere Arbeiten, die auch gemacht werden müssen.

Aber auch die Leute, welche die "niederen Arbeiten" machen, haben ein Recht darauf, von dieser Arbeit sich ein anständiges Leben leisten zu können.

Auch das ist genau genommen der Auftrag der französischen Revolution, wie er damals formuliert wurde: "Soziale Unterschiede darf es nur aufgrund des Nutzens der Einzelnen für die Allgemeinheit geben."

Sie sagen, es gibt einen Unterscheid im Nutzen für die Allgemeinheit, aber jeder muss von seiner Arbeit leben können.

Tatsächlich sind es die heutigen Linken, die diese Verachtung nach unten haben.

Bei ihnen geht immer alles um "Aufstiegschancen" "Karriereförderung" etc. Linke scheinen nicht zu kapieren, dass alle verhungern, wenn es nur noch Zahnärzte, Bankdirektoren, Parlamentarier und Medienstars gibt.

Linke reden so gerne von "Bildung, Bildung", aber wenn man sich den Blödsinn durchliest, den viele Linke verzapfen scheint es mit ihrer Bildung nicht weit her zu sein. Aber sie haben einen "Hochschulabschluss". Das lässt drauf schließen, dass zwischen Hochschulabschluss und tatsächlicher Bildung kein Zusammenhang besteht, und diese Linkslinge formale Bildungsabschlüsse, was Berufsabschlüsse sind, mit Bildung verwechseln. Es sind also genau Linke wie Chwala, die leben, was sie der FN unterstellen: " Anhänger rechter Denkströmungen gehen von der Ungleichheit als legitimer Triebfeder gesellschaftlicher Prozesse aus. Demzufolge sind in ihren Augen die Verlierer der ständig zunehmenden Konkurrenzkämpfe um Arbeit und um eine gesicherte Existenz schlicht und ergreifend selbst schuld."

Die Front National postuliert solchen Blödsinn mit keinem Wort.

Weitgehend pauschal kann man sagen, und dieser Chwala bestätigt es, dass Linke heute eine elitäre Kaste für sich sind, die in erster Linie von Steuermitteln leben und keine Ahnung mehr vom Leben der arbeitenden Menschen haben.

In ihr Leben als Elite sind sie gekommen, indem sie die Geschichte der Arbeiterklasse ausbeuteten und immer junge Menschen, denen sie sich überlegen fühlen, zu Kämpfen aufgestachelt haben, die darin mündeten, dass diese Kämpfenden hinterher noch schlechter dastanden, die Führer aber zu einer gut abgesicherten Schickeria wurden.

Das stößt die Leute ab.

Es gibt eine Volksweisheit: "Wer sich einmal reinlegen lässt ist ein Opfer, wer sich zweimal von den selben reinlegen lässt ein Idiot!"

Linke Akademiker wie der Sebastian Chwala operieren nun mit allerlei Unterstellungen, Lügen und Diskriminierungen gegen die Leute, an die sie aufgrund genau dieser Volksweisheit nicht mehr herankommen.

Der Herr Chwala sollte ein paar Dinge lernen:  politische Texte, ich hoffe ja, er hat das Programm der Front National wenigstens gelesen, wenn auch nicht verstanden, in ihren historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext einordnen und nicht lediglich seine eigenen Phantasien darüber breittreten und das Wissenschaft nennen.

 

Postscriptum: damit meine ich nicht, man müsse die Positionen der FN alle teilen, aber wenn man dagegen argumentieren will, dann muss man schon gegen das argumentieren, was sie wollen und nicht dagegen, was man ihnen unterstellt!

 

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