„καλημέρα!“ – „привет!“

Der Besuch von Alexis Tsipras in Petersburg kann gar nicht überschätzt werden.

Es war kein Leichtes, vor den Russen aufzutreten, die Skepsis war den Anwesenden in das Gesicht geschrieben.

Ich glaube eigentlich nicht, wie andere Analysten, dass es daher kam, dass die anwesenden Russen vorwiegend Konservative waren und Tsipras ein Linker, ich denke, dass es ein menschlich tiefergehendes Problem ausdrückt als irgendeine politische Selbstverortung: Tsipras gehört als griechischer Führungspolitiker zur EU, und in Russland hat man sich langsam daran gewöhnt, dass Hinterhältigkeit der zweite Vorname eines jeden europäische Politikers ist.

Obama versucht seit geraumer Zeit, Tsipras gegen Merkel auszuspielen, aber Tsipras scheint nicht blöd genug zu sein, auf die Intriganz Washingtons hereinzufallen. Er kriecht nicht unter den Mantel Obama's gegen Merkel, er spricht mit Putin.

Seine Rede vor dem Petersburger Wirtschaftsforum war da unmissverständlich: ihr kann herausgehört werden, dass er die Zukunft der Weltwirtschaft nicht in Unterordnung des Planeten unter das Diktat und die Bedürfnisse Washingtons sieht.

Tsipras begrüßt die multipolare Ordnung, wie sie von den BRICS verfolgt wird. Er kritisiert den europäischen Imperialismus.

Jetzt muss er nur noch beweisen, wie ernst es ihm ist. Ein erster Schritt hierfür ist getan: die Unterzeichnung des Pipeline-Vertrages.

Turkish-Stream ist eine Antwort Russlands auf die erpresserische Politik der EU betreffs South-Stream, Griechenland wird mit an Bord sein.

Damit schwächt Griechenland die Kriegstreiberfront der EU.

Genau genommen übernimmt er damit indirekt auch die Aufgabe Berlins, zum Wohle der Bundesbürger zu handeln und nicht gegen deren Wohl.

Andererseits: während Griechenland und die EU nur ein unbeliebtes politisches Konstrukt und eine dysfunktionale Währung verbindet, haben Russen und Griechen die byzantinische Konfession als Gemeinsamkeit, was eine politische Annäherung erleichtern mag.

Während dessen hört man von griechischen Linksradikalen, die durch Europa ziehen und anstatt auch nur einen winzigen konstruktiven Beitrag zu leisten das einzige tun, wozu Linksradikale befähigt sind: großmäulig herumlästern und die politische Arbeit sabotieren.

Das könnte vernachlässigbar sein angesichts des geringen Zuspruchs, den sie genießen, doch es sorgt für unnötigen Ärger, wenn diese Angeber einem wo sie können in den Rücken fallen, und es unterstützt und stärkt die Aggression der EU-Führung.

Wer weiß: vielleicht hören wir ja noch von einer Olivenzweig-Revolution in Athen.

Es hat Logik, dass Pussy Riot unter Linksradikalen beliebt ist – beide sind überlaut, querulant und für das Gemeinwohl nutzlos.

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